Das Marktanreizprogramm (MAP) erklärt

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ins Leben gerufene Marktanreizprogramm (MAP) ist ein Förderprogramm. Es soll Verbraucher, Unternehmen und Kommunen dazu motivieren, Wärme verstärkt aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Angesichts der Tatsache, dass die Wärmeerzeugung hierzulande die meiste Energie verbraucht, sieht die Bundesregierung darin ein großes Potenzial, ihre angestrebten Umweltziele zu erreichen. Lesen Sie im Folgenden, wie hoch die Fördersummen sind und wie Sie diese in Anspruch nehmen können.

Das Marktanreizprogramm beinhaltet mehrere Förderprogramme

Das Marktanreizprogramm sieht Förderungen in unterschiedlichen Bereichen vor. Wichtig ist nur, dass die umgesetzten Maßnahmen dazu beitragen, die Umwelt zu schonen. Konkret bekommen Privatpersonen und kleine Unternehmen Fördermittel in Form von Zuschüssen, wenn sie ihre alte Wärmeanlage gegen eine effizientere austauschen. Aber auch mittlere und größere Unternehmen, Kommunen oder gemeinnützige Organisationen haben Anspruch auf Fördermittel, sofern sie in Prozesswärme investieren oder dafür ausgelegte Wärmenetze errichten. 

Gefördert werden vor allem Modernisierungsmaßnahmen

Auffällig ist die Gewichtung des Marktanreizprogramms: Gefördert werden vor allem Modernisierungsmaßnahmen in Bestandsgebäuden. Die Förderung im Neubau gibt es nur bei bestimmten Anlagentypen, was vor allem an der bereits geltenden Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien nach dem EEWärmeG liegt. Das gleichnamige Gesetz schreibt unter anderem vor, dass Eigentümer von Neubauten bei ihrer Wärmeversorgung zum Teil auf erneuerbare Energien zurückgreifen müssen.

Das Marktanreizprogramm unterstützt die Nutzung erneuerbarer Energien
© Massimo Cavallo / Fotolia

Das Marktanreizprogramm über BAFA und KfW

Für die Durchführung der MAP-Förderung ist in erster Linie das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zuständig. Unter dem Oberbegriff "Heizen mit Erneuerbaren Energien" fördert dieses die Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen. Dies umfasst die folgenden Systeme: Biomasseanlagen, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen.

  • Biomasseanlagen: Unter dem Begriff Biomasse fallen Pelletöfen, Pelletkessel, Hackschnitzel und Kombinationskessel sowie Scheitholzvergaserkessel. Entscheiden sich Hausbesitzer und Modernisierer für eines dieser Systeme, erhalten sie mindestens 2.000 Euro Fördergelder. Eines der Kriterien betrifft die Nennwärmeleistung des Kessels. Diese muss zwischen fünf und 100 kW liegen.
  • Solarthermieanlagen: Unter dem Begriff Solarthermie fallen Anlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung sowie zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Solare Kälteerzeugung und Wärmenetzzuführung zählen ebenfalls dazu. Auch die Erweiterung einer vorhandenen Anlage ist förderfähig. Insgesamt erhalten Hausbesitzer und Modernisierer mindestens 500 Euro für die Nutzung einer Solarthermieanlage. Als Voraussetzung muss diese unter anderem eine Mindest-Bruttokollektorfläche von drei Quadratmetern haben.
  • Wärmepumpen: Zum Marktanreizprogramm über das BAFA gehört auch die Förderung der Wärmepumpen. Die Mindestförderhöhe beträgt hierbei 1.300 Euro und richtet sich unter anderem nach der Art sowie der Energieeffizienz der Wärmepumpe. Die Fördermittel gibt es sowohl für Bestandsgebäude als auch für Neubauten, wobei die Anforderungen für Letztere deutlich höher sind.

Wichtig: Die Förderung von Biomasseanlagen, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen ist immer in drei Arten aufgeteilt: Basisförderung, Innovationsförderung und Zusatzförderung. Erstere ist nur für den Gebäudebestand gültig. Neben der Förderung dieser drei Heizsysteme gibt es noch drei weitere Anreize:

  1. Visualisierung: Anlagen, die den Ertrag von erneuerbaren Energien sichtbar machen, können vom BAFA gefördert werden.
  2. Energieeffizienz: Der Einbau besonders energieeffizienter Heizungen samt Maßnahmen zu deren Optimierung (inklusive Heizkörpern und Rohrleitungen) werden gefördert. Die Abkürzung für diese Zusatzförderung lautet APEE "Anreizprogramm Energieeffizienz".
  3. Nachträgliche Optimierung: Wer seine vorhandene Heizungsanlage anpasst und sie verbessert (Optimierung der Heizkurve, der Vorlauftemperatur etc.), hat auch Anspruch auf Fördermittel vom BAFA.

Bei sehr innovativen Heizsystemen steigt der Mindestförderbetrag um 50 Prozent. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auch im Beitrag Förderung für die neue Heizung.

Weitere finanzielle Anreize bei der MAP-Förderung

Neben den angesprochenen Arten gibt es zusätzliche finanzielle Anreize (Boni), über die Interessenten Bescheid wissen sollten. Möglich ist unter anderem der sogenannte Kombinationsbonus von zusätzlichen 500 Euro. Den können sie beantragen, wenn sie beispielsweise eine neue Solarthermie mit einer neuen Biomasseanlage kombinieren. Ein weiterer Bonus wird für die Optimierung bereitgestellt. Dabei bekommen Modernisierer zehn Prozent auf die anfallenden Kosten. Bedingung dafür ist, dass die Maßnahme, zum Beispiel das Dämmen der Heizungsrohre, gleich beim Einbau der neuen Heizung umgesetzt wird.   

Neben den Boni gibt es das sogenannte "Heizungspaket". So bekommen Modernisierer pauschal 20 Prozent mehr, wenn sie:

  • eine Öl- oder Gasheizung ohne Brennwerttechnik 
  • durch eine moderne Anlage, die erneuerbare Energien nutzt, austauschen 
  • und diese gleich zusammen mit dem gesamten System überprüfen und optimieren lassen

Für die Optimierung selbst fällt pauschal eine Förderung von 600 Euro an. Wichtig: Die Bonus-Pakete können nicht gleichzeitig genutzt werden.

Das Marktanreizprogramm und die KfW

Neben dem BAFA ist die KfW der andere wichtige Akteur beim Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Eine Kombination ist bei den Investitionskosten allerdings untersagt. Werden jedoch weitere Maßnahmen durchgeführt und das Gebäude umfassend saniert, können diese durch die KfW gefördert werden. Eine Übersicht der wichtigsten Förderprogramme finden Sie im Beitrag "KfW-Zuschuss für die Heizung". Dort erfahren Sie auch, welche Programme mit denen vom BAFA kombinierbar sind. 

Die MAP-Förderung in Anspruch nehmen

Um eines der Förderprogramme zu nutzen, müssen Antragsteller einige Anforderungen erfüllen. Neben den technischen Voraussetzungen sind vor allem organisatorische und zeitliche Aspekte zu beachten. So bedarf es beispielsweise beim Antrag auf KfW-Zuschuss für Heizung einer Zusammenarbeit mit einem Finanzierungspartner. Das ist in der Regel ein Mitarbeiter der Hausbank. Wer die Fördermittel vom BAFA erhalten möchte, muss den Antrag an das Amt schicken, noch bevor er mit den Maßnahmen beginnt. Erst nach der Zusage sollte die Auftragserteilung erfolgen. Andernfalls ist der Antrag ungültig.

Einen Installateur zurate ziehen

Die Mittel aus dem Marktanreizprogramm sind grundsätzlich mit anderen Fördermitteln aus öffentlichen Haushalten kombinierbar. Wer das Maximum aus dem Marktanreizprogramm herausholen möchte, sollte sich daher am besten an einen Heizungsfachmann wenden. Dieser kennt die laufenden Programme genau und weiß auch, welche davon miteinander kombinierbar sind oder nicht. Außerdem hilft er beim Ausfüllen der Anträge, sodass alles korrekt bei den Ämtern ankommt. 

Antworten auf die häufig gestellten Fragen

Das Marktanreizprogramm (MAP) ist ein mächtiges und sehr umfangreiches Instrument der Bundesregierung. Es lässt sich nur schlecht auf einer einzigen Seite abbilden. Aus diesem Grund finden Sie im Folgenden die wichtigsten Eckpunkte zusammengefasst:

Seit wann gibt es das MAP?

Das Marktanreizprogramm (MAP) gibt es seit 1999, genauer: seit dem 01. September 1999. Bis heute (Stand September 2019) wurden fast zwei Millionen Anlagen finanziell unterstützt. Das Fördervolumen beträgt dabei rund drei Milliarden Euro. 

Werden alle Anlagen für erneuerbare Energien gefördert?

Nein. Nur Anlagen, die effizient arbeiten und bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen, werden finanziell gefördert. Das BAFA hat auf seiner Website für die jeweiligen Technologiebereiche mehrere Listen zum Download bereitgestellt. Die Voraussetzungen für die KfW-Zuschüsse befinden sich hingegen im jeweils dazugehörigen Merkblatt. 

Wie sieht der typische Ablauf aus?

  1. Entscheiden Sie sich für eine förderfähige Heizungsanlage und füllen Sie anschließend das entsprechende Onlineformular aus. Achten Sie darauf, dass der Antrag noch vor der Umsetzung der Maßnahme gestellt wird. Senden Sie den Antrag elektronisch an das BAFA.
  2. Sobald Sie die Eingangsbestätigung sowie den Erklärungsbogen „Bestätigung wahrheitsgemäßer Angaben“ erhalten haben, können Sie mit der Maßnahme beginnen, sprich der Vertrag kann abgeschlossen werden. Wichtig: Den Erklärungsbogen können Sie sowohl postalisch verschicken als auch elektronisch im "Online-Portal" hochladen und senden.
  3. Nach positiver Prüfung erhalten Sie einen Zuwendungsbescheid. Darin werden die Höhe und der Bewilligungszeitraum festgelegt. Wichtig: Reichen Sie den Verwendungsnachweis und die geforderten Belege vor Ablauf der im Bewilligungsbescheid genannten Vorlagefrist beim BAFA ein.

Der Bewilligungszeitraum kann auf Antrag vor Ablauf der Frist gegebenenfalls verlängert werden.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Mit dem Marktanreizprogramm möchte die Bundesregierung Privatpersonen sowie Unternehmen dazu bewegen, bei der Wärmeerzeugung mehr auf erneuerbare Energien zu setzen. Die zwei wichtigsten Säulen bei der Umsetzung der Maßnahmen sind dabei das BAFA und die KfW. Die Förderprogramme sind zahlreich und komplex. Um eine möglichst hohe Förderung zu erhalten, sollten Interessenten einen Fachmann zurate ziehen.  
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