Das Marktanreizprogramm verständlich erklärt

Unter dem Namen Marktanreizprogramm (MAP) verstehen die meisten Menschen ein Instrument zum Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Was das im Detail bedeutet, wer der Initiator ist und wie Interessenten die Anreize wahrnehmen können, lesen Sie in diesem Artikel.  

Das Ziel des Marktanreizprogramms

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ins Leben gerufene Marktanreizprogramm ist ein Förderprogramm. Es soll Verbraucher, Unternehmen und Kommunen dazu motivieren, Wärme verstärkt aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Angesichts der Tatsache, dass die Wärmeerzeugung hierzulande die meiste Energie verbraucht, sieht die Bundesregierung darin ein großes Potenzial, ihre angestrebten Umweltziele zu erreichen. 

Das MAP beinhaltet mehrere Förderprogramme

Das Marktanreizprogramm sieht Förderungen in unterschiedlichen Bereichen vor. Wichtig ist nur, dass die umgesetzten Maßnahmen dazu beitragen, die Umwelt zu schonen. Konkret bekommen Privatpersonen und kleine Unternehmen Fördermittel in Form von Zuschüssen, wenn sie ihre alte Wärmeanlage gegen eine effizientere austauschen. Aber auch mittlere und größere Unternehmen, Kommunen oder gemeinnützige Organisationen haben Anspruch auf Fördermittel, sofern sie in Prozesswärme investieren oder dafür ausgelegte Wärmenetze errichten.

Auffällig ist die Gewichtung des Marktanreizprogramms: Gefördert werden vor allem Modernisierungsmaßnahmen in Bestandsgebäuden. Die Förderung im Neubau gibt es nur bei bestimmten Anlagentypen, was vor allem an der bereits geltenden Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien nach dem EEWärmeG liegt. Das gleichnamige Gesetz schreibt unter anderem vor, dass Eigentümer von Neubauten bei ihrer Wärmeversorgung zum Teil auf erneuerbare Energien zurückgreifen müssen.

Das Marktanreizprogramm unterstützt die Nutzung erneuerbarer Energien
© Massimo Cavallo | Fotolia

Die zwei Säulen BAFA und KfW

Für die Durchführung der MAP-Förderung sind zwei Institutionen zuständig: Zum einen ist es das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und zum anderen die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Nach Angaben des BMWi wurden allein 2016 insgesamt 79.452 Förderungen gewährt. Die Zahlen für 2017 liegen aktuell noch nicht vor (Stand: Februar 2018).

Das BAFA und das Marktanreizprogramm

Unter dem Obergriff "Heizen mit Erneuerbaren Energien" fördert das BAFA die Nutzung umweltfreundlicher Energiequellen. Die drei dazu gehörigen Systeme sind: Biomasseanlagen, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen.

  • Biomasseanlagen: Unter dem Begriff Biomasse fallen Pelletöfen, Pelletkessel, Hackschnitzel und Kombinationskessel sowie Scheitholzvergaserkessel. Entscheiden sich Hausbesitzer und Modernisierer für eines dieser Systeme, erhalten sie mindestens 2.000 Euro Fördergelder. Eines der Kriterien betrifft die Nennwärmeleistung des Kessels. Diese muss zwischen fünf und 100 kW liegen.
  • Solarthermieanlagen: Unter dem Begriff Solarthermie fallen Anlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung sowie zur kombinierten Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Solare Kälteerzeugung und Wärmenetzzuführung fallen aber ebenfalls drunter. Auch die Erweiterung einer vorhandenen Anlage ist förderfähig. Insgesamt erhalten Hausbesitzer und Modernisierer mindestens 500 Euro für die Nutzung einer Solarthermieanlage. Als Voraussetzung muss diese unter anderem eine Mindest-Bruttokollektorfläche von drei Quadratmetern haben.
  • Wärmepumpen: Zum Marktanreizprogramm unter dem BAFA gehöht auch die Förderung der Wärmepumpen. Die Mindestförderhöhe beträgt hierbei 1.300 Euro und richtet sich unter anderem nach der Art und der Energieeffizienz der Wärmepumpe. Die Fördermittel gibt es auch hier sowohl für Bestandsgebäude als auch für Neubauten, wobei die Anforderungen für Letztere deutlich höher sind.

Wichtig: Die Förderung von Biomasseanlagen, Solarthermieanlagen und Wärmepumpen ist immer in drei Arten aufgeteilt: Basisförderung, Innovationsförderung und Zusatzförderung. Erstere ist nur für den Gebäudebestand gültig. Neben der Förderung dieser drei Heizsysteme gibt es noch drei weitere Anreize.

  1. Visualisierung: Anlagen, die den Ertrag von erneuerbaren Energien sichtbar machen, können vom BAFA gefördert werden.
  2. Energieeffizienz: Der Einbau besonders energieeffizienter Heizungen samt Maßnahmen zu deren Optimierung (inklusive Heizkörpern und Rohrleitungen) werden gefördert. Die Abkürzung für diese Zusatzförderung lautet APEE "Anreizprogramm Energieeffizienz".
  3. Nachträgliche Optimierung: Wer seine vorhandene Heizungsanlage anpasst und sie verbessert (Optimierung der Heizkurve, der Vorlauftemperatur etc.), hat auch Anspruch auf Fördermittel vom BAFA.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch im Beitrag Förderung für die neue Heizung.

Die KfW und das Marktanreizprogramm

Neben dem BAFA ist die KfW der andere wichtige Akteur beim Ausbau erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Sie ist vor allem für Großprojekte von Bedeutung, bei denen besonders effiziente Techniken und Systeme zum Einsatz kommen. Zu den geförderten Vorhaben gehören unter anderem große Solarkollektoranlagen, Wärmenetze, die aus erneuerbaren Energien gespeist werden, Biogasleitungen für unaufbereites Biogas oder Anlagen zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung (KWK). Erfüllen die Vorhaben die Anforderungen, erhalten Antragsteller zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse um bis zu 20 Prozent.

Die MAP-Förderung in Anspruch nehmen

Um eines der Förderprogramme zu nutzen, müssen Antragsteller einige Anforderungen erfüllen. Neben den technischen Voraussetzungen sind vor allem organisatorische und zeitliche Aspekte zu beachten. So bedarf es beispielsweise beim Antrag auf KfW-Zuschuss für Heizung einer Zusammenarbeit mit einem Finanzierungspartner. Das ist in der Regel ein Mitarbeiter der Hausbank. Wer die Fördermittel vom BAFA erhalten möchte, muss den Antrag an das Amt schicken, noch bevor er mit den Maßnahmen beginnt. Erst nach der Zusage sollte die Auftragserteilung erfolgen. Andernfalls ist der Antrag ungültig.

Einen Installateur zurate ziehen

Wer das Maximum aus dem Marktanreizprogramm herausholen möchte, sollte sich am besten an einen Heizungsfachmann wenden. Dieser kennt die laufenden Programme genau und weiß auch, ob manche davon miteinander kombinierbar sind oder nicht. Außerdem hilft er auch beim Ausfüllen der Anträge, sodass alles korrekt bei den Ämtern ankommt. 

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Mit dem Marktanreizprogramm möchte die Bundesregierung Privatpersonen sowie Unternehmen dazu bewegen, bei der Wärmeerzeugung mehr auf erneuerbare Energien zu setzen. Die zwei wichtigsten Säulen bei der Umsetzung der Maßnahmen sind dabei das BAFA und die KfW. Die Förderprogramme sind zahlreich und komplex. Um eine möglichst hohe Förderung zu erhalten, sollten Interessenten einen Fachmann zurate ziehen.  

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