Das Klimagerät für eine angenehme Raumluft-Qualität

Steigen im Sommer die Temperaturen, greifen Privathaushalte und Unternehmen zu einem Klimagerät, um Wohnung und Büro abzukühlen. Schließlich stellt das richtige Klima im Wohn- oder Arbeitsbereich eine entscheidende Grundlage für Produktivität und Wohlbefinden dar. Eine Temperatur von etwa 22 Grad Celsius sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent repräsentieren für den Menschen ein angenehmes Raumklima. Weil allerdings diese idealen Bedingungen von Natur aus nur selten erreicht werden, wird vielerorts versucht, diese Bedingungen mit Hilfe einer Klimaanlage künstlich herzustellen.

Klimagerät an einer Wand

Wie ein Klimagerät funktioniert

Ein Klimagerät funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Kühlschrank - mit dem Unterschied, dass eine Klimaanlage ein viel größeres Volumen kühlen muss. Ferner wird die erzeugte Kälte nach außen transportiert. Dem Prinzip liegt ein physikalisches System zugrunde, welches der Luft mithilfe eines Kühlmittels Wärme entzieht und sie so abkühlt. Zunächst wird ein Kältemittel über ein spezielles Ventil in die Mantelrohre des eingebauten Verdampfers eingespritzt. Weil das Kältemittelgemisch einen sehr niedrigen Siedepunkt hat, verdampft dieses nun schon bei geringster Temperatur. Nun saugt das Gerät durch einen Ventilator warme Luft ein, die an der Kühlflüssigkeit vorbeigeführt wird. Die dabei abgekühlte Raumluft wird wieder dem Raum zugeführt und trägt so zu einer Senkung der Temperatur bei. Anschließend wird das gasförmige Kältemittel durch den Verdichter angesaugt, verdichtet und in den Kondensator geleitet. Hier kühlt es durch Wärmeübertragung der Außenluft sowie der Lamellen wieder ab und wechselt in den flüssigen Zustand. Nun beginnt der Kälteprozess erneut.

Einsatzbereiche von Klimageräten

Fristete ein Klimagerät noch vor wenigen Jahren ein Nischendasein, konnte es sich inzwischen in vielen klimatechnischen Marktsegmenten und Anwendungsbereichen etablieren. Es gelang dem Klimagerät, sich neue Einsatzgebiete zu erobern, wie etwa in Arztpraxen und Hotelkomplexen, welche mit modernsten Geräten ausgestattet sind. Mittlerweile reicht die Bandbreite vom einfachen portablen bis hin zur bedarfsabhängig gesteuerten Klimaanlage. Dies gilt sowohl für eine Altbau-Sanierung, als auch für das Neubausegment. Dank des zunehmend einfachen Installationsaufwands wie auch der kompakteren Bauweise stößt das Klimagerät auch beim Endverbraucher auf große Akzeptanz. Wer den Erwerb eines mobilen Klimageräts plant sollte sich über die Dimensionierung im Klaren sein. Dabei gilt grundsätzlich als Faustregel: Je Quadratmeter wird eine Kühlleistung von 60 W benötigt. Der Preis für ein mobiles Gerät bewegt sich dabei zwischen etwa 200 und über 1.000 Euro.

Varianten von Klimageräten

Ein Klimagerät ist je nach Bedarf in verschiedenen Ausprägungen erhältlich. Es muss sich hierbei nicht immer nur um eine fest eingebaute Klimaanlage handeln, zumal längst auch mobile Geräte angeboten werden. Deren Kühlleistung bewegt sich je nach Modell überwiegend zwischen 2,0 und 3,5 kW. Diese reicht in der Regel aus, um Räume in der Größe von bis zu 100 Quadratmetern zu kühlen. Erhältlich ist ein Klimagerät aber auch mit Leistungen von 15 kW. Der Geräuschpegel beträgt zumeist etwa 62 dB. Der Großteil der Geräte wird dabei der Energieeffizienzklasse A zugeordnet. Folgende Typen lassen sich differenzieren:

Mobiles Klimagerät

Ein solches Gerät hat den Vorteil, dass es sehr einfach zu transportieren ist. Es lässt sich daher schnell abbauen und im Nebenzimmer weiter betreiben. Diese Geräte sind sehr preisgünstig, allerdings auch weniger leistungsstark.

Monoblock-Klimagerät

Diese Geräte bestehen lediglich aus einer einzigen Kühleinheit, weshalb sich deren Funktionsweise von dem oben beschriebenen Prinzip unterscheidet. In diesem Fall wird die erwärmte Luft durch einen nach außen hängenden Schlauch an die Umgebung abgegeben. Ein Nachteil besteht darin, dass hierfür zumeist ein Fenster leicht geöffnet bleiben muss, damit wiederum warme Abluft einströmen kann. Oft wird zudem dem Innenraum Luft entzogen. Dafür gehört ein derartiges Klimagerät zu den günstigsten seiner Kategorie und erfordert zudem keine Installation.

Split-Klimagerät

Diese setzen sich aus zwei Einheiten zusammen: Das Innengerät nimmt die Luft im zu klimatisierenden Raum auf, während ein Außengerät die Wärme nach außen führt. Verbunden sind beide Einheiten durch flexible Schlauchleitungen. Das Innengerät kann als Truhen-, Decken- oder Wandgerät ausgeführt sein. Entgegen dem oben beschriebenen Prinzip wird die Wärme über einen sogenannten Wärmetauscher und nicht über einen Verflüssiger abgegeben. Das Innengerät ist im zu klimatisierenden Raum untergebracht und saugt die Raumluft an. Ein Split-Klimagerät ist zwar teurer als ein Monoblock-Klimagerät, arbeitet dafür allerdings geräuschärmer und energieeffizienter.

Klimawände und -decken

Neben diesen mobilen Geräten wird vor allem in Bürogebäuden auf eine Klimatechnik gesetzt, welche direkt in die Decken und Wände der Räume eingebaut ist. Auf diese Weise ist kein weiteres Klimagerät erforderlich.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Ein Klimagerät ist sehr beliebt: So werden allein in Deutschland rund 100.000 mobile Raumklimageräte und etwa 120.000 Splitsysteme verkauft. Eine sinnvolle Anschaffung, zumal sich angenehme Raumtemperaturen von etwa 22 Grad Celsius oft nicht anders erreichen lassen. Die Vielfalt der Klimageräte trägt zudem jedem Bedarf Rechnung. Damit das Klimagerät jedoch nicht zum Stromfresser avanciert, wollte die Dimensionierung gut gewählt sein.

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