Dämmung: Mit Wärmedämmung Heizkosten sparen

Bei der Dämmung (auch Wärmedämmung) geht es darum, die Wärmeverluste über Bauteile eines Gebäudes zu verringern. Das steigert den Komfort in Innenräumen, senkt die Heizkosten und schont die Umwelt. Denn je weniger Wärme ein Haus über seine Hülle verliert, umso weniger muss die Heizung leisten. Mit dem Brennstoffverbrauch sinken dabei auch die Emissionen. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Begriffe und Arten der Dämmung am Haus. 

Die wichtigsten Kennzahlen zur Wärmedämmung am Haus

Damit eine Dämmung die Wärmeverluste am Haus wirksam reduzieren kann, muss sie grundsätzlich eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Wichtig ist darüber hinaus ein niedriger U-Wert, der neben der Wärmeleitfähigkeit auch von der Stärke der Wärmedämmung abhängt. Was die beiden Begriffe eigentlich bedeuten, erklären die folgenden Abschnitte.

Wärmeleitfähigkeit für die Wirksamkeit der Dämmstoffe 

Die Wärmeleitfähigkeit (auch Lambda-Wert oder λ-Wert) beschreibt die wärmedämmenden Eigenschaften verschiedener Materialien. Je geringer der Kennwert für einen Dämmstoff ist, umso weniger Wärme strömt durch ihn hindurch. Bei gleicher Schichtdicke dämmt das Material also besser. Hersteller geben den Betrag auch als Wärmeleitgruppe an. Eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 Watt pro Quadratmeter und Kelvin entspricht dabei der Wärmeleitgruppe WLG 035.

Wärmedurchgangskoeffizient für die Qualität von Bauteilen

Der Wärmedurchgangskoeffizient (auch U-Wert; früher k-Wert) beschreibt die wärmedämmenden Eigenschaften verschiedener Bauteile. Dabei berücksichtigt er neben der Stärke und der Wärmeleitfähigkeit der einzelnen Bauteilschichten auch die Wärmeübergangswiderstände zu den angrenzenden Luftschichten. Der Kennwert lässt sich in Watt pro Quadratmeter und Kelvin angeben und ist besser, je kleiner sein Betrag ist.

Dämmstoffe zur Dämmung am Haus
© Ingo Bartussek – stock.adobe.com

Verschiedene Arten der Dämmung im Überblick

Mit einer Wärmedämmung am Haus (zum Beispiel mit Wärmedämmplatten) können Verbraucher ihre Heizkosten senken, den Wohnkomfort steigern und darüber hinaus sogar die Umwelt schonen. Die folgende Tabelle zeigt verschiedene Bereiche, an denen sich eine Dämmung sinnvoll einsetzen lässt.

Dämmung Beschreibung
Dach Wärme strömt nach oben. Und so geht auch über die Dachflächen eines Gebäudes ein großer Teil der Heizwärme verloren. Die Dämmung lässt sich hier von außen auf den Sparren (Aufsparrendämmung) oder von innen zwischen den Sparren (Zwischensparrendämmung) anbringen. Letzteres ergänzen viele Hausbesitzer mit einer sogenannten Untersparrendämmung, die von innen unter den Dachsparren anzubringen ist. Vor allem die Wärmedämmung von innen ist hier günstig und vergleichsweise einfach umsetzbar. Die Maßnahme lohnt sich daher in vielen Häusern.
Oberste Geschossdecke Einfacher als die Dachdämmung ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Diese kommt immer dann infrage, wenn der Dachraum unbeheizt und das Dach nicht isoliert ist. Die Installation ist meist einfach. Denn dazu bringen Experten oder Heimwerker entsprechende Dämmstoffe von oben auf die Decke auf. Soll die Konstruktion später begehbar sein, ist ein etwas höherer Aufwand erforderlich. Die Kosten sind dennoch vergleichsweise niedrig, sodass sich die Dachbodendämmung in sehr vielen Fällen lohnt.
Fassade Die Dämmung der Fassade eines Hauses ist aufwendiger und meist mit teuren Nebenarbeiten wie einem neuen Putz und einem neuen Anstrich verbunden. Die Maßnahme mindert die Wärmeverluste aber spürbar. Sie sorgt außerdem für eine höhere Oberflächentemperatur an der Innenseite der Außenwände und somit für einen höheren Wohnkomfort. Während die Wärmedämmung der Fassade meist mit einem sogenannten Wärmedämmverbundsystem direkt auf die alten Wände kommt, sind auch vorgehängte und hinterlüftete Fassaden möglich. Dabei installieren Experten ein Ständerwerk auf der Fassade. Die Dämmung sitzt direkt an der Wand und wird von Platten vor der Witterung geschützt. Zwischen Dämmung und Fassadenplatten bleibt ein Luftspalt, über den angefallene Feuchtigkeit sicher nach außen abtransportiert wird. Geht es um den Wärmeschutz denkmalgeschützter Häuser, kommt oft auch der Dämmputz zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Putzschicht, die durch verschiedene Zusätze den U-Wert der Wände verbessert. 
Kellerdecke Einfach und sinnvoll ist auch die Dämmung der Kellerdecke. Zumindest dann, wenn der Keller unbeheizt ist. Infrage kommen dabei Platten aus verschiedensten Materialien, die Handwerker von unten an der Decke befestigen. Die Kellerdeckendämmung senkt nicht nur die Heizkosten, sie steigert auch den Komfort. Denn sie sorgt für eine höhere Oberflächentemperatur der Fußböden über dem kalten Keller.
Kellerwände Ist der Keller beheizt oder planen Hausbesitzer einen Kellerausbau, lohnt sich auch die Kellerdämmung (Perimeterdämmung). Dabei bringen Handwerker feuchtebeständige Dämmplatten von außen an die Kellerwände an. Wer die Maßnahme nachträglich durchführen möchte, muss einen höheren Arbeitsaufwand für das Freilegen der Kellerwände einplanen.
Bodenplatte Die Dämmung der Bodenplatte kommt bei Neubauten zum Einsatz. Neben speziellen Dämmplatten kommen dabei auch körnige Dämmstoffe wie Schaumglasschotter infrage.

Einfach effizient: Die Kern- oder Einblasdämmung

Befindet sich ein Hohlraum in den zu dämmenden Bauteilen, können Experten flockige oder körnige Dämmstoffe über kleine Löcher einblasen. Die sogenannte Kern- oder Einblasdämmung kommt vor allem bei zweischaligem Mauerwerk zum Einsatz. Aber auch an Dächern, obersten Geschossdecken oder Zwischendecken zum Keller kommt die Maßnahme infrage. Der Vorteil: Die Einblasdämmung lässt sich schnell und sauber einbringen. Sie ist günstig und benötigt keinen zusätzlichen Platz.

Vorsicht bei der Wärmedämmung von innen   

Steht ein Haus auf der Grundstücksgrenze oder unter Denkmalschutz, ist eine Außendämmung im Fassadenbereich nicht immer möglich. In solch einem Fall lässt sich die Wärmedämmung auch von innen anbringen. Infrage kommen dabei zwei Bauweisen: · eine luftdichte (Spezielle Folien sorgen dafür, dass kein Wasser in die Dämmung eindringt.) · eine kapillar aktive (Es kommen Dämm- und Baustoffe zum Einsatz, die Wasser aufnehmen, speichern und nach innen oder außen abgeben können.) Während die zweite Variante grundsätzlich sicherer ist, gilt die Innendämmung dennoch als technisch sehr anspruchsvoll. Um Feuchteschäden wie Schimmel in der Wohnung zu vermeiden, sollten Verbraucher daher unbedingt einen Fachmann zurate ziehen, wenn sie die Dämmung von innen anbringen möchten. 

Dasselbe Risiko besteht auch bei der Verwendung der sogenannten Heizkörper-Reflexionsfolien. Verringern lässt es sich nur durch das lückenlose Verkleben der Platten, was in der Praxis aber kaum möglich. 

Gesetzliche Pflichten für die Dämmung 

Im Kontext der Energiewende fordert auch der Gesetzgeber die Dämmung am Haus. So regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV) verschiedene Dämmpflichten bei Neubau und Sanierungsvorhaben.

Nachrüstpflicht der obersten Geschossdecke 

Ist die oberste Geschossdecke im Haus frei zugänglich und genau wie das darüber liegende Dach nicht gedämmt, müssen Hausbesitzer eine Dämmung nachrüsten. Eine Ausnahme besteht dann, wenn Dach oder Geschossdecke bereits den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02. Von der Pflicht zur Wärmedämmung am Haus befreit sind aber auch Verbraucher, die eine Ein- oder Zweifamilienhaus seit mindestens Februar 2002 als Eigentümer selbst bewohnen. Verkaufen, vererben oder verschenken sie das Gebäude, geht die Nachrüstpflicht automatisch auf die neuen Eigentümer über. Diese haben dann zwei Jahre Zeit, eine Dämmung am Dachboden oder am Dach anzubringen.

Dämmpflicht bei der Sanierung von Bauteilen

Dämmen müssen auch Hausbesitzer, die einzelne Bauteile erstmalig neu einbauen, ersetzen oder verändern. So ist bei einer Dachneueindeckung in vielen Fällen auch das Dach zu dämmen. Eine Dämmung müssen auch Hausbesitzer anbringen, die den Putz an der Fassade abschlagen und einen neuen anbringen. Gleiches gilt, wenn sie die Außenwände mit einer vorgehängten Fassade verkleiden. Um unnötig hohe Kosten zu vermeiden, gibt es hier Ausnahmen. So ist die Dämmung nur Pflicht, wenn die Sanierung weniger als zehn Prozent der Bauteilfläche betrifft. Auch dann, wenn Wände, Decken oder Dächer bereits den energiesparrechtlichen Vorschriften von 1984 entsprechen, müssen Verbraucher keine Wärmedämmung am Haus anbringen.

Pflicht zur Dämmung bei einem neuen Haus

Wer ein neues Haus errichtet, muss dabei die hohen energetischen Anforderungen der Energieeinsparverordnung einhalten. Da diese ohne eine Dämmung kaum zu erreichen sind, ist die Wärmedämmung am Haus auch im Neubau Pflicht.

Fördermittel für die Dämmung am Haus 

Für eine energetische Modernisierung und das nachträgliche Anbringen der Wärmedämmung gibt es hohe Fördermittel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Zur Verfügung stehen zwei Varianten:

Wichtig ist, dass Hausbesitzer bei der Dämmung die technischen Vorgaben der KfW einhalten. Außerdem sind die Mittel vor dem Beginn der Sanierung zusammen mit einem Energieberater zu beantragen. Während das bei der Zuschussvariante ganz einfach über das Online-Portal der KfW funktioniert, sollten sich Sanierer für ein günstiges Darlehen an ihre Hausbank wenden.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Dämmung mindert die Wärmeverluste am Haus. Sie entlastet die Heizung, senkt die Heizkosten und schont darüber hinaus auch die Umwelt. Da die Wärme mit einer Wärmedämmung am Haus langsamer entweicht, bleiben auch die Oberflächentemperaturen von Wänden, Böden und Decken höher. Verbraucher profitieren dabei von einem spürbar höheren Komfort. Während der Gesetzgeber das Dämmen in vielen Fällen zur Pflicht macht, unterstützt er Hausbesitzer beim Umsetzen nachträglicher Dämmmaßnahmen finanziell.
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