Dämmung der Fußbodenheizung: Darauf kommt es an

Beheizte Böden sorgen für einen hohen Wohnkomfort. Sie verteilen thermische Energie über große Flächen und arbeiten in aller Regel energiesparend. Damit die wohlige Wärme das zu beheizende Zimmer erreicht, ist eine Dämmung der Fußbodenheizung nötig. Diese befindet sich unter den wasserführenden Rohren und hilft, Wärmeverluste an Erdreich, Außenluft oder kühlere Räume zu minimieren. Wie viel Dämmung unter der Fußbodenheizung nötig ist und mit welchen Kosten sie rechnen können, erklären wir hier. 

Dämmschicht übernimmt verschiedene Aufgaben 

Genau wie am Dach oder an der Fassade dient die Dämmung auch bei einer Fußbodenheizung dem Wärmeschutz. Sie reduziert den Wärmestrom nach unten und sorgt dafür, dass der größte Teil der Heizwärme im zu erwärmenden Zimmer ankommt. Darüber hinaus unterbinden die stabilen Dämmplatten den Körperschall und stellen sicher, dass Gehgeräusche in der unteren Etage kaum zu hören sind.

Eine weitere Aufgabe ist das Aufnehmen und Verteilen von Lasten. Diese entstehen beispielsweise durch die Flächenheizung, den Estrich sowie die Möbel im Raum und sind gleichmäßig auf den Unterboden zu übertragen. Damit das funktioniert, ist eine hohe Stabilität der Dämmstoffe besonders wichtig.

Die wichtigsten Aufgaben sind:

  • Reduzieren des Wärmestroms nach unten für geringere Wärmeverluste
  • Trittschalldämmung im Fußbodenaufbau (Achtung: auf Randdämmstreifen achten)

· Aufnehmen und Verteilen von Lasten aus dem Raum, ohne zusammenzudrücken

Darüber hinaus sind einige Dämmplatten mit Noppen versehen, um die Rohre der Flächenheizung aufzunehmen und gegen das Verrutschen zu sichern. Eine Alternative bietet die Befestigung mit einem speziellen Tacker.

Dämmung der Fußbodenheizung: Stärke bestimmen

Geht es bei der Fußbodenheizung um die Aufbauhöhe, spielt die Dämmung eine wichtige Rolle. Doch wann ist die isolierende Schicht erforderlich und wie stark sollte sie sein? Antworten auf diese Frage liefert die DIN EN 1264-4 „Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung - Teil 4: Installation“. Diese gibt Wärmeleitwiderstände für verschiedene Einsatzbereiche vor, wie die folgende Tabelle zeigt.

Raum unter der
Flächenheizung 

beheizt

 
nicht oder
teilweise 
beheizt
Erdreich


Außenluft
(> 0 °C)

Außenluft
(-5 bis 0 °C)

Außenluft
(-15 bis -5 °C)

Wärmeleit-
widerstand
 (R-Wert in
m²K/W)
0,75 1,25 1,25 1,25 1,50 2,00

Quelle: DIN EN 1264-4 (Werte für Außenluft bei Grundwasserspiegel unter fünf Meter erhöhen)

Vom R-Wert auf die Dämmstärke schließen: So funktioniert es

Der Wärmeleitwiderstand (R-Wert) beschreibt das erforderliche Dämmvermögen und hängt von der Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert in W/mK) sowie der Stärke der Fußbodenheizungs-Dämmung (in m) ab. Er lässt sich berechnen, indem Sie die Stärke durch die Wärmeleitfähigkeit dividieren.

  • R = d / λ [in m²K/W)

Ein Beispiel: Es geht um das Wohnzimmer über einem unbeheizten Keller. Der erforderliche R-Wert beträgt laut Tabelle 1,25 m²K/W. Für die Dämmung der Fußbodenheizung kommen EPS-Dämmplatten mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,032 W/mK zum Einsatz. Die Aufbauhöhe ergibt sich nun wie folgt:

  • d = R * λ
  • Aufbauhöhe = 1,25 m²K/W * 0,032 W/mK
  • Aufbauhöhe = 0,04 m

Die Fußbodenheizungs-Dämmung muss in diesem Fall 40 Millimeter stark sein. Kommen Dämmstoffe mit besserer Leitfähigkeit zum Einsatz, lässt sich die Aufbauhöhe noch verringern.

Auf Fußbodenheizung ohne Dämmung möglichst verzichten

Grundsätzlich funktioniert die Fußbodenheizung auch ohne Dämmung. Sie gibt dann allerdings mehr Wärme nach unten ab, wodurch Energiebedarf und Heizkosten steigen. Nachteilig ist außerdem der fehlende Trittschallschutz. Wer eine Fußbodenheizung einfräsen lässt, hat im besten Falle eine Trittschalldämmung unter dem Estrich. Die erforderliche Wärmedämmung lässt sich dann unter der Decke nachrüsten.

Noppenplatte zur Dämmung der Fußbodenheizung
© maskalin  / Shutterstock.com

Arten und Kosten für den Wärme- und Trittschallschutz

Dass Dämmplatten für den Bodenaufbau besonders druckstabil sein müssen, grenzt die Auswahl an Dämmstoffen ein. Häufig verwenden Installateure daher Kunststoffdämmplatten aus expandiertem Polystyrol (EPS) oder Polyurethan-Hartschaum (PUR). Kommt es auf einen hohen Wärmeschutz und minimale Aufbauhöhen an, eignen sich alternativ dazu auch spezielle Vakuumdämmplatten. Diese haben eine Wärmeleitfähigkeit von unter 0,008 W/mK, wodurch die Schichtdicke aus dem Beispiel auf etwa zehn Millimeter sinkt.

Zusatzdämmung, Tacker-, Noppen- oder Sandwichplatten 

Wahlmöglichkeiten haben Sie nicht nur in Bezug auf das Material. Auch bei der Ausführung der Isolierung für Ihre Fußbodenheizung gibt es große Unterschiede. Zur Verfügung stehen unter anderem:

  • kompakte Dämmplatten als Zusatzdämmung
  • Dämmplatten mit Noppen zur Aufnahme der Leitungen
  • Platten mit Aufdruck zum Verlegen und Tackern der Rohre
  • Sandwichplatten aus Dämmung und Trockenestrich

Welches Produkt am besten zum Einsatz kommt, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Ihr Heizungsbauer prüft diese, bevor er Ihnen bei der Auswahl hilft.

Kosten der Dämmung für die Fußbodenheizung

Wie viel die Dämmstoffe kosten, hängt vom Material, von der Stärke sowie der Ausführung ab. Einfache Platten aus EPS gibt es bereits für vier bis fünf Euro pro Quadratmeter. Noppenplatten mit Dämmung kosten hingegen zwölf bis 15 Euro pro Quadratmeter. Möchten Sie eine Fußbodenheizung nachrüsten und setzen auf ein Trockenestrich-System, liegen die Preise für Sandwichelemente aus Dämmung und Trockenestrichplatte bei etwa 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Dämmung der Fußbodenheizung hat viele Aufgaben: Sie minimiert den Wärmeverlust, reduziert den Trittschall, hält die Rohre und verteilt die Lasten aus dem Raum. Infrage kommen daher vor allem druckstabile Platten aus Kunststoff. Soll der Aufbau besonders niedrig sein, ist bei der Produktauswahl auf eine geringe Wärmeleitfähigkeit zu achten. 
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