Brikett – Arten, Herstellung und Kosten

Das Heizen mit einem Kamin- oder Kachelofen wird immer beliebter. Als Brennstoff kommen neben Scheitholz und Pellets auch Briketts. Doch was ist darunter überhaupt zu verstehen? Was zeichnet ein sogenanntes Brikett aus? Wie wird es hergestellt? Und kommt der Begriff überhaupt her. Erfahren Sie im folgenden Artikel interessante Fakten zum Brikett und lesen Sie, warum die Briketts auch für Holzvergaserheizungen bestens geeignet sind.

Was ist ein Brikett?

Grundsätzlich ist das Brikett ein Oberbegriff für ein Brennmaterial, welches in eine bestimmte Form gepresst wurde. Die Ausgangsmaterialien sind dabei verschieden und vielfältig. Experten sprechen bei der Herstellung von der sogenannten Brikettierung. Wobei das Material in der Regel zerkleinert in eine Presse gelangt, um dort in die entsprechende Form gebracht zu werden. Dabei ist es möglich, auch feinstes Material wie Kohlenstaub zu einem Brikett zu verdichten. Werden die Materialien in kleinere Formen gepresst, ist von den sogenannten Holzpellets die Rede.

Name aus dem Französischen

Das Wort kam angeblich über eine scherzhafte Bezeichnung für eine Mittagsbrotdose der saarländischen Bergleute im 19. Jahrhundert ins Deutsche. Der Ursprung findet sich im französischen Begriff für Ziegelstein brique. 

Energiehunger war Auslöser für die Herstellung von Briketts 

Zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Bedarf an Energie und damit nach Brennstoffen enorm gewachsen. Dabei spielte vor allem die industrielle Revolution eine Hauptrolle sowie die wachsende Bevölkerung. Die ersten Briketts wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts aus Torf gefertigt und dienten zunächst vor allem als Brennstoff für die Lokomotive. Kurze Zeit später kam Kohle zum Einsatz. Die Verdichtung war nicht nur platzsparend, sondern erhöhte außerdem die Energieleistung. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Abfälle der Holzindustrie verwendet. Zunächst waren Sägespäne Teil der Kohlebriketts, bis reine Holzbriketts auf den Markt kamen. 

Brikett – Welche Arten gibt es?

Die Arten von Briketts richten sich vor allem nach dem verwendeten Ausgangsmaterial. Dabei muss es nicht immer ein Brennstoff sein, der zu einem Brikett verarbeitet wird. Denn auch Erze, Abfälle, Schrott oder gar Futtermittel gibt es in dieser gepressten Form. Gleiches gilt im Übrigen für die kleineren Pellets. Denn hier gibt es unter anderem die Zuckerrübenschnitzel-Pellets. Sie stammen aus der Zuckerherstellung und werden überwiegend an Kühe verfüttert.

Holz- und Kohlebriketts

Doch um ein Brikett zum Heizen zu benutzen, sind eher Holz und Kohle von Bedeutung. Dabei wird der Begriff Brikett häufig als Synonym für die Braunkohleerzeugnisse genutzt. Sie können ohne Bindemittel unter hohem Druck in die typische Quaderform gepresst werden. Mittlerweile dient das Brikett aus Braunkohle vor allem der Stromerzeugung.

Daneben kommt auch Steinkohle als Ausgangsmaterial infrage. Jedoch muss hier ein Bindemittel eingesetzt werden, damit die kleinen Partikel des Kohlenstaubs zusammenhalten. Dabei handelt es sich um Steinkohlenteerpech. Steinkohlebriketts sind ein Abfallprodukt. Die ovalen Nuss- oder Eierbriketts sind nur für den Hausbrand bestimmt.

Holzbriketts treten auch in zweierlei Formen auf: die Hartholzbriketts und die Weichholzbriketts. Um die erstgenannten zu entflammen, dauert es in der Regel länger als beim normalen Holz. Doch sie brennen gleichmäßig und mit ruhiger Flamme ab. Daraus resultiert eine lange Brenndauer. Weichholzbriketts hingegen entzünden sich schneller, brennen aber auch schneller ab. Ihre Flamme ist eher dynamisch. Beim Betreiben eines offenen Kamins müssen Sie bedenken, dass sich ein solches Brikett ausdehnt. Das heißt, legen Sie nicht zu viele Briketts auf einmal nach. 

Was das Brikett auszeichnet 

Ein grundlegender Vorteil der Briketts besteht in ihrer Verdichtung. Denn dadurch brennen sie langsam und gleichmäßig. Daraus ergibt sich ein hoher Heizwert. Die Temperatur kann somit über einen längeren Zeitraum auf konstantem Level gehalten werden. Sie müssen zudem nicht ständig neues Brennmaterial nachlegen. Vor allem im früheren Küchenofen war diese Eigenschaft von Vorteil. Hinzukommt, dass der Wasseranteil im Holzbrikett durch das Pressen niedriger ist als beim normalen Brennholz in Form von Scheiten oder Sägespänen. Darüber hinaus gilt für bei Grundarten der Briketts (Holz und Kohle), dass sie sich leicht lagern lassen. 
Briketts aus Holz für die Holzheizung
© Juergen Wiesler / Fotolia

Das Problem mit dem Kohlebrikett

Vor allem die gängigen Braunkohlbriketts sind jedoch nicht ganz unproblematisch. Denn anders als Hart- und Weichholzbriketts bestehen sie aus einem nicht nachwachsenden, fossilen Rohstoff, der zudem bei der Verbrennung eine große Menge Kohlendioxid (CO2) freisetzt. Darüber hinaus stand der Abbau der Braunkohle immer wieder in der Kritik. Denn nicht selten stellt die Förderung einen massiven Eingriff in die Natur dar. Unvergessen bleiben in diesem Zusammenhang auch die Umsiedlungen ganzer Gemeinden.

Briketts mit einer Holzvergaserheizung nutzen

Briketts lassen sich keineswegs nur in Kamin- und Kachelöfen optimal nutzen. Auch in einem Holzvergaser verbrennen sie fast rückstandslos. Darüber hinaus sorgt der spezielle Aufbau für eine hohe Energieausbeute. Ein besonderer Vorteil der sogenannten "unteren Verbrennung" ist außerdem, dass neues Holz auch während des Betriebs einfach nachgelegt werden kann. Die Kessel erreichen außerdem, abhängig von der Größe des Füllraums, eine hohe Abbranddauer, wodurch sich der manuelle Aufwand reduzieren lässt.

Holzbriketts und Holzheizung – das gibt es zu beachten

Sofern der Hersteller einer Holzheizung den Einsatz der Briketts nicht ausschließt, lassen sich die Presslinge gut zum Heizen verwenden. Da sich ihre Eigenschaften aber vom typischen Brennholz unterscheiden, sind einige Dinge zu beachten.

Wichtig zu wissen ist dabei, dass sich die Brennstoffe beim Abbrand ausdehnen. Um die Brennkammer nicht zu verstopfen, sollten Hausbesitzer diese nie voll befüllen. Ratsam ist es hier lieber öfter nachzulegen, als große Mengen auf einmal zu verbrennen. Einige Hersteller empfehlen zusätzlich, die Briketts vor dem Verfeuern in mehrere kleine Stücke zu zerbrechen.

Luftzufuhr nach dem Erreichen der Rotglut reduzieren

Planen Verbraucher den Einsatz in Öfen oder Kaminen, kommt es darüber hinaus auch auf eine optimale Regelung der Luftzufuhr an. So sollten die Luftventile voll geöffnet bleiben, bis die Briketts mit deutlicher Flamme brennen. Die optimale Heizleistung erreichen Hausbesitzer, wenn sie die Luftzufuhr nach dem Erreichen der Rotglut reduzieren. Da das Verbrennen der natürlichen Holzgase auch Sauerstoff verbraucht, sollten sie die Luftzufuhr nie komplett schließen.

Kosten für Briketts 

Die Kosten für Briketts hängen von vielen Faktoren ab und lassen sich daher nicht pauschal benennen. Neben der Art (Hartholz, Weichholz, Kohle etc.) und der Form der Briketts (mit oder ohne Loch) beeinflussen auch die Bestellmenge sowie die Region den finalen Preis. Nicht zuletzt können Zusatzkosten für Lieferung anfallen, die Anlagenbesitzer vor dem Kauf berücksichtigen sollten. Im Schnitt kostet eine Tonne Holzbriketts zwischen 270 bis 310 Euro. Die exakten Kosten sind immer beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.    

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Auch wenn immer weniger Menschen das Brikett als einzige Energiequelle für den Haushalt nutzen, ist es für viele eine Ergänzung. Vor allem das Holzbrikett erlebt quasi eine kleine Renaissance im Zuge der wieder zunehmenden Beliebtheit von Kamin- und Kachelöfen. Und so passt auch in diesem Falle die Redewendung „Totgesagte leben länger“. 

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