Bestimmung der Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung

Die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung hat Einfluss auf die Oberflächentemperatur des Bodens und die Heizleistung der Flächenheizung. Dabei ist sie abhängig von der Nutzung des Raumes, dem Aufbau des Fußbodens und dem verlegten Bodenbelag. Wie sich die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung berechnen lässt, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Aufbau und Funktion einer Flächenheizung  

Um die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung besser zu verstehen, lohnt es sich, den Aufbau einer solchen Heizung zu kennen: Eine Warmwasser-Flächenheizung besteht aus schlanken Rohrleitungen, die auf großen Flächen im Raum verlegt sind. Sie werden vom warmen Heizungswasser durchflossen und leiten die enthaltene Energie an die jeweiligen Räume. Hier wirken sie einfach beschrieben wie ein Heizkörper. Durch die deutlich größere Übertragungsfläche kommen sie jedoch mit niedrigeren Vorlauf- und Raumtemperaturen aus. Je nachdem, wie tief die Heizungsrohre im jeweiligen Bauteilaufbau stecken, kann es etwas dauern, bis die Heizwärme auch im Raum zu spüren ist.

Unterschiede bei einer Flächenheizung

Eine Alternative zur Wasser führenden Flächenheizung ist die Elektroflächenheizung. Diese besteht in der Regel aus einem elektrisch leitenden Material, das sich unter Spannung erwärmt. Es liegt nah an der Oberfläche eines Bauteils und sorgt schnell für spürbar wärmere Räume. Ein Nachteil: Durch den teuren Strom sind die Betriebskosten der E-Heizung vergleichsweise hoch.

Die richtige Vorlauftemperatur des Heizmittels

Als Vorlauftemperatur bezeichnet man die Temperatur des Heizwassers, das vom Kessel zu den Heizflächen strömt. Während es durch die Fußbodenheizung fließt, gibt es Wärme ab und seine Temperatur sinkt. Im Anschluss fließt es dabei als sogenanntes Rücklaufwasser zurück zur Heizung und wird erneut mit Wärme beladen. Wie viel Energie das Medium an die jeweiligen Räume abgibt, hängt unter anderem von der Spreizung, also der Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf ab.

Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung sorgt für Behaglichkeit bei einem jungen Paar
© detailblick-foto / Fotolia

Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung ist begrenzt

Eine Flächenheizung nutzt Böden, Wände oder Decken zum Heizen. Während das niedrigere Heizwassertemperaturen und geringere Wärmeverluste ermöglicht, gibt es auch einige Besonderheiten. So sollte die maximale Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung nicht über 55 Grad Celsius liegen. Denn das kann sich negativ auf verwendete Baustoffe und die Behaglichkeit im Raum auswirken.

Auf die Oberflächentemperatur des Bodens achten

Eine weitere Größe, auf die Experten achten müssen, wenn sie die Fußbodenheizung-Vorlauftemperatur berechnen, ist die Oberflächentemperatur. Denn für ein angenehmes Gefühl an den Füßen sollte diese in Aufenthaltsräumen nicht mehr als neun Grad Celsius über der Raumtemperatur liegen. In Randzonen (schmalen Bereichen unter Fenstern oder an Außenwänden) ist dagegen eine Übertemperatur von 15 Grad Celsius zulässig. Das heißt, dass die Oberflächentemperatur der Böden in:

  • Wohnräumen maximal 29 Grad Celsius betragen darf
  • Bädern maximal 33 Grad Celsius betragen darf
  • Randzonen maximal 35 Grad Celsius betragen darf

Dabei spielen die unterschiedlichen Bodenbeläge eine Rolle. So kann die Vorlauftemperatur bei Parkett, Vinyl und Kork auf einer Fußbodenheizung jeweils unterschiedlich ausfallen. Die Leitfähigkeit des Materials spielt hier eine entscheidende Rolle. 

Die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung berechnen

Wer die Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung berechnen möchte, kann das mit einem komplexen Verfahren erledigen. Der Wert wirkt sich auf die Energieeffizienz und die Behaglichkeit in einem Haus aus und sollte daher generell von einem Installateur ermittelt werden.

Erster Schritt: Heizlastberechnung

Wenn Experten die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung berechnen, führen sie zunächst eine Heizlastberechnung durch. Dabei sind alle Wärmeverluste zu ermitteln, die über die Hüllflächen und die Lüftung eines Raumes entstehen. Daraus ergibt sich die Heizleistung, die nötig ist, um einen Raum auch bei sehr kalten Außentemperaturen angenehm warm zu heizen. Von dieser ist nun der Wärmeverlust, der über den Boden selbst entsteht, abzuziehen.

Dividiert man das Ergebnis durch die verfügbare Bodenfläche, erhält man mit der spezifischen Heizleistung die Basis für die Auslegung der Flächenheizung. Ein Beispiel: Beträgt die Heizlast in einem 20 Quadratmeter großen Raum 1.500 Watt, muss die Heizfläche 75 Watt je Quadratmeter leisten.

Ermittlung der Heizwasser-Übertemperatur

Im nächsten Schritt ist die sogenannte Heizwasser-Übertemperatur zu bestimmen. Diese beschreibt die Differenz zwischen dem Mittel aus Vor- und Rücklauftemperatur und der Raumtemperatur. Am einfachsten funktioniert das mit den Auslegungstabellen, die Hersteller zur Planung einer Flächenheizung bereitstellen. Die Temperatur hängt dabei von verschiedenen Einflussgrößen ab. Diese sind:

  • die benötigte Leistung der Flächenheizung
  • die geplante Spreizung, also die Differenz aus Vor- und Rücklauftemperatur
  • der Verlegeabstand der Rohrleitungen im Boden
  • der Aufbau des Fußbodens und der geplante Bodenbelag

Die folgende Abbildung zeigt, wie das einfach funktioniert:

Diagramm zur Bestimmung der Vorlauftemperatur der Fußbodenheizung
Quelle: heizung.de

Nachdem die sogenannte Heizwasser-Übertemperatur feststeht, lässt sich die Fußbodenheizung-Vorlauftemperatur berechnen. Dazu wird die Spreizung halbiert und von der Summe aus Raum- und Übertemperatur abgezogen.

Ein Beispiel: Beträgt die abgelesene Übertemperatur 24 Grad Celsius, ist diese mit der geplanten Raumtemperatur von 20 Grad Celsius zu addieren. Von diesem Ergebnis wird dann die Hälfte der Spreizung abgezogen. Daraus ergibt sich im Vorlauf eine Temperatur von 41,5 Grad Celsius (24 °C + 20 °C – 5/2 °C = 41,5 °C).

Heizung läuft danach unter optimalen Bedingungen

Eine solche Berechnung sorgt nicht nur für optimale Ergebnisse, sondern spart auch bares Geld. Schließlich läuft die Heizung danach stets unter den optimalen Bedingungen und sorgt so für mehr Komfort in den eigenen vier Wänden.

Nach Möglichkeit die Temperatur senken und Heizkosten sparen

Die empfundene Temperatur hängt neben der Luft im Raum auch von dessen Umschließungsflächen ab. Sind diese wie bei einer Bodenheizung besonders warm, können Hausbesitzer die Raumtemperatur absenken, ohne an Komfort zu verlieren. Das entlastet den Kessel und sorgt wiederum für sinkende Heizkosten. Mit jedem Grad Celsius können Besitzer eines Altbaus dabei rund sechs Prozent sparen. Eine andere Möglichkeit, die Betriebskosten zu minimieren, ist das temporäre Ausschalten der Anlage. Ob und wann sich dieser Schritt lohnt, lesen Sie im Beitrag "Nachtabsenkung der Fußbodenheizung". 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Vorlauftemperatur einer Fußbodenheizung wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Die Berechnung erfolgt auf Basis einer Heizlastberechnung. Auslegungsdiagramme der Hersteller helfen bei der Ermittlung.

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