Berechnung der Warmwasserkosten: So geht’s 

Die Berechnung der Warmwasserkosten ist in der Heizkostenverordnung geregelt. Sie ist nötig, um den Energieverbrauch auf Heizung und Warmwasserbereitung aufzuteilen. Wer seine Warmwasserkosten kennt, kann diese außerdem mit typischen Werten vergleichen, um Potenziale zum Energiesparen zu finden. Wir erklären, wie Verbraucher ihre Warmwasserkosten berechnen können und geben Tipps zum Sparen. 

Berechnung der Warmwasserkosten nach Heizkostenverordnung 

Immer dann, wenn die Heizung in einem Mietobjekt sowohl Raumwärme als auch Warmwasser zur Verfügung stellt, sind die anteiligen Kosten zu trennen. Die nötigen Anforderungen dazu stehen im § 9 der Heizkostenverordnung. Hier sind die Warmwasserkosten zu berechnen, um vom gesamten Energieverbrauch auf den Verbrauch der Raumheizung schließen zu können. Der Warmwasserwärmeverbrauch ist dabei seit Januar 2014 mit einem Wärmezähler zu messen.

Taschenrechner zur Berechnung der Warmwasserkosten
© Superingo / Fotolia

Brennstoffverbrauch und Warmwasserkosten berechnen 

Ist das Messen des Wärmeverbrauchs für Warmwasser nur mit einem unzumutbar hohen Aufwand möglich, lässt sich dieser auch berechnen. Eine Variante zur Bestimmung der Kosten für Warmwasser ist dabei die Ermittlung des Brennstoffverbrauchs auf Basis des gemessenen Warmwasserverbrauchs. Dabei ist der Warmwasserverbrauch mit der Temperaturdifferenz aus Warm- und Kaltwassertemperatur sowie dem Faktor 2,5 zu multiplizieren. Wer den Brennstoffverbrauch ermitteln möchte, kann das Ergebnis anschließend durch den Heizwert dividieren.

  • Wärmeverbrauch für Warmwasser (in Kilowattstunden) = [2,5 x Volumen in Kubikmeter x (Warmwassertemperatur – Kaltwassertemperatur) (in Kelvin)]
  • Brennstoffverbrauch (in jeweiliger Einheit) = Wärmeverbrauch füt Warmwasser (in Kilowattstunden) / Heizwert des jeweiligen Brennstoffs (in jeweiliger Einheit)

Für die Berechnung der Warmwasserkosten ist der Wärmeverbrauch anschließend mit dem Brennstoffpreis pro Kilowattstunde zu multiplizieren. Alternativ können Verbraucher auch den ermittelten Brennstoffverbrauch mit den spezifischen Brennstoffkosten multiplizieren.

  • Warmwasserkosten (in Euro) = Wärmeverbrauch für Warmwasser (in Kilowattstunde) x Brennstoffpreis (in Euro pro Kilowattstunde)

Warmwasseraufbereitung: Kosten ohne Messung

Können Hausbesitzer weder den Wärme- noch den Wasserverbrauch messen, lässt die Heizkostenverordnung eine weitere Alternative zu. Demnach sind die Kosten für Warmwasser auf die jeweilige Wohnfläche zu beziehen. Möglich ist das mit folgender Gleichung:

  • Wärmeverbrauch für Warmwasser (in Kilowattstunden) = 32 x Wohnfläche (in Quadratmetern)

Wichtig: Geht es um eine brennwertbezogene Abrechnung von Erdgas, ist das Ergebnis mit 1,1 zu multiplizieren. Bei eigenständiger gewerblicher Wärmelieferung (Wärmecontracting) ist das Ergebnis hingegen durch 1,15 zu dividieren.

Geht es um die Berechnung der Warmwasserkosten, sind die Ergebnisse auch hier mit dem aktuellen Brennstoffpreis pro Kilowattstunde zu multiplizieren.

Beispiel: Die Kosten für Warmwasser überschlägige berechnen  

Wie die Berechnung der Warmwasserkosten funktioniert und wie Verbraucher mögliche Einsparpotenziale ableiten können, lässt sich am besten mit einem Beispiel erklären. Dazu berechnen wir die Kosten für Warmwasser nach dem Wasserverbrauch. Liegt dieser nicht vor, können Verbraucher mit folgenden Schätzwerten rechnen:

  • 25 Liter pro Person und Tag in sehr sparsamen Haushalten
  • 30 bis 35 Liter pro Person und Tag in typischen Haushalten
  • 40 bis 50 Liter pro Person und Tag in Haushalten mit hohem Verbrauch

Der jährliche Warmwasserverbrauch ergibt sich dabei aus dem Produkt des Tageswertes, der Anzahl der Personen im Haushalt und dem Faktor 365. Im Beispiel gehen wir von einem durchschnittlichen Verbrauch (35 Liter pro Person und Tag) und einem 3-Personen-Haushalt aus. Dabei ergibt sich ein Verbrauchswert von 38.325 Litern oder 38,33 Kubikmetern pro Jahr.

Warmwasserkosten von der Warmwassertemperatur abhängig  

Im zweiten Schritt multiplizieren wir den ermittelten Verbrauch mit dem Faktor 2,5 und der Differenz aus Warm- und Kaltwassertemperatur. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse bei unterschiedlichen Warmwassertemperaturen.

WarmwassertemperaturWärmeverbrauch für Warmwasser
40 Grad Celsius 2.874,75 Kilowattstunden
45 Grad Celsius 3.353,88 Kilowattstunden
50 Grad Celsius 3.833,00 Kilowattstunden
60 Grad Celsius 4.791,25 Kilowattstunden

Der Vergleich zeigt, dass Verbraucher allein durch das Herabdrehen der Warmwassertemperatur bis zu 1.916,25 Kilowattstunden im Jahr einsparen können. Bei einem Preis von 0,06 Euro pro Kilowattstunde entspricht das Kosten von 114,98 Euro im Jahr. 

Berechnung der Warmwasserkosten mit verschiedenen Brennstoffen  

Neben dem Verbrauch kommt es bei der Berechnung der Warmwasserkosten natürlich auch auf die jeweiligen Brennstoffe an. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über Brennstoffpreise und Warmwasserkosten. Grundlage ist eine Warmwassertemperatur von 50 Grad Celsius.

Brennstoff 

Brennstoffpreis 

Kosten für Warmwasser (Verbrauch: 3.833 kWh)

Erdgas 
5,91 ct/kWh 226,53 Euro pro Jahr
Flüssiggas 7,70 ct/kWh 295,14 Euro pro Jahr
Heizöl 6,58 ct/kWh 252,21 Euro pro Jahr
Scheitholz 3,50 ct/kWh 134,16 Euro pro Jahr
Pellets 4,73 ct/kWh 181,30 Euro pro Jahr
Strom 27,89 ct/kWh 1.069,02 Euro pro Jahr

Die Tabelle zeigt ganz deutlich, wie stark die Warmwasserkosten von den Brennstoffen abhängen. Vor allem dann, wenn Strom zum Einsatz kommt, liegen die Energiekosten im Beispiel gleich 773,88 Euro über dem nächst günstigeren Brennstoff Flüssiggas.

Warmwasserkosten senken: Diese Tipps helfen nachhaltig

Haben Verbraucher die Warmwasserkosten berechnet, können sie diese meist schon mit einfachen Tipps nachhaltig senken. Eine Möglichkeit ist es, die Warmwassertemperatur abzusenken. Aber Achtung: Wer hier zu viel spart, riskiert Bakterien und Legionellen im Trinkwasser. Denn die vermehren sich immer dann, wenn lauwarmes Wasser länger ungenutzt steht. Wer das gesamte Warmwasser im Haus elektrisch bereitet, spart vor allem durch die Umstellung auf die zentrale Warmwasserbereitung mit der Heizung. Außerdem senken Durchflussmengenbegrenzer und thermostatisch geregelte Mischerarmaturen den Wasserverbrauch. Sind all die Tipps bereits umgesetzt, hilft auch eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung beim Sparen. Denn diese erwärmt einen großen Teil des Trinkwassers mit kostenfreier Sonnenenergie.  

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Berechnung der Warmwasserkosten ist nötig, um die Heizkosten in einem Mietobjekt ordentlich abrechnen zu können. Sie hilft aber auch dabei, die eigenen Verbrauchswerte richtig einzuschätzen und Einsparpotenziale zu finden. Helfen kann es dabei, die Wassertemperatur zu senken, den Brennstoff zu wechseln und den Wasserverbrauch zu reduzieren. Wer mehr sparen möchte, kann darüber hinaus auch eine Solaranlage installieren.

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