BEG WG: Förderung für Wohngebäude 

Hinter der Abkürzung BEG WG verbirgt sich die Bundesförderung für effiziente Gebäude für Wohngebäude. Diese gibt es seit 2021 für viele Neubau- und Sanierungsvorhaben, sofern diese eine Effizienzhaus-Stufe erreichen. Abhängig von den eigenen Präferenzen können Sie sich dabei für einmalige Zuschüsse oder günstige Darlehen mit Tilgungszuschüssen entscheiden, wenn Sie die hohen technischen Anforderungen erfüllen. Welche das sind, wie die Konditionen der BEG-WG-Förderung 2021 ausfallen und wie Sie die Mittel beantragen, erklären wir in den folgenden Abschnitten. 

Bundesförderung für Neubau und Sanierung zum Effizienzhaus 

Über die BEG-WG-Förderung beteiligt sich der Staat mit 15 bis 50 Prozent an den Kosten von Neubau- und Sanierungsvorhaben. Wollen Sie die finanzielle Unterstützung für Ihr Projekt nutzen, sind jedoch einige Vorgaben zu erfüllen. So gibt es die Mittel grundsätzlich nur, wenn Sie ein neues Effizienzhaus errichten oder ein mindestens fünf Jahre altes Haus zum Effizienzhaus sanieren.

Übrigens: Möchten Sie nur einzelne Maßnahmen im Bestand durchführen, steht Ihnen mit der BEG-EM-Förderung für Einzelmaßnahme eine interessante Alternative zur Verfügung.

Diese Gebäudekennzahlen bestimmen die Effizienzhaus-Stufe

Wie hoch die BEG-WG-Förderung 2021 ausfällt, hängt von der erreichten Effizienzhaus-Stufe und damit auch vom Energiebedarf Ihres Gebäudes ab. Entscheidend sind dabei folgende Kennwerte:

  • Primärenergiebedarf: Der Kennwert beschreibt, wie viel Energie Ihr Gebäude benötigt. Neben Verlusten über die Gebäudehülle und Umwandlungsverlusten im Bereich der Anlagentechnik berücksichtigt der Primärenergiebedarf dabei auch den energetischen Aufwand für die Förderung, Aufbereitung und Beschaffung der Energieträger. Einen guten Wert erreichen Sie mit einer schützenden Wärmedämmung und einer effizienten, auf erneuerbare Energiequellen basierenden Heizungsanlage.
  • Transmissionswärmeverlust: Der Kennwert beschreibt den Wärmeverlust über Gebäudehüllflächen wie Fenster, Türen, Böden, Wände und Dächer. Ein gutes Ergebnis erhalten Sie beispielsweise mit einer energiesparenden Wärmedämmung und Fenstern mit Wärmeschutzverglasung.

Um die erreichte Effizienzhaus-Stufe zu bestimmen, sind die Werte auf die Neubauanforderungen nach Gebäudeenergiegesetz zu beziehen. Ein Beispiel: Liegt der Primärenergiebedarf Ihres Hauses nach der Sanierung auf dem Niveau eines GEG-Referenzgebäudes, erreichen Sie die Effizienzhaus-Stufe 100. Ist ihr Haus 45 Prozent besser, handelt es sich hingegen um ein Effizienzhaus 55.

BEG-WG-Förderung reicht vom Effizienzhaus 100 bis 40 

Welche Effizienzhaus-Stufe Sie erreichen können, hängt von der Art des Vorhabens ab. Handelt es sich um einen Neubau, gibt es die Förderung nur für Gebäude der Effizienzhaus-Stufe 55 und 40. Bei einer Sanierung stehen zusätzlich die Stufen Denkmal, 100, 85 und 70 zur Auswahl. Die folgende Tabelle zeigt, wie Sie die unterschiedlichen Förderstufen erreichen.

Effizienzhaus-Stufen (BEG WG) Primärenergiebedarf im Vergleich zu einem GEG- Referenzgebäude Transmissionsverlust im Vergleich zu einem GEG- Referenzgebäude
Neubau

- EH 55 55 % 70 %
- EH 40 40 % 55 %
Sanierung

- Denkmal 160 % keine Vorgaben
- EH 100 100 % 115 %
- EH 85 85 % 100 %
- EH 70 70 % 85 %
- EH 55 55 % 70 %
- EH 40 40 % 55 %

Das heißt: Möchten Sie die Effizienzhaus-Stufe 70 bei einer Sanierung erreichen, muss der Primärenergiebedarf mindestens 30 Prozent besser als in einem vergleichbaren Neubau sein.

BEG WG: Konditionen der Bundesförderung im Überblick

Je niedriger der Zahlenwert der Effizienzhaus-Stufe, umso höher fällt die Förderung aus. Denn dann ist der Energieverbrauch sehr gering und das Gebäude belastet die Umwelt nur wenig. Während die Förderraten im Neubau mit Boni zwischen 15 und 25 Prozent liegen, gibt es im Bestand insgesamt 25 bis zu 50 Prozent Förderung vom Staat. Die folgende Tabelle zeigt die BEG-WG-Konditionen (2021) im Überblick.


Zuschuss/
Tilgungszuschuss 
Kosten/ Kredithöhe
pro Wohneinheit 
Maximalförderung
pro Wohneinheit 
Neubau EH 5515 % 120.000 Euro18.000 Euro 
Neubau EH 40 20 % 120.000 Euro24.000 Euro 
Bestand Denkmal 25 % 120.000 Euro30.000 Euro 
Bestand EH 100 27,5 % 120.000 Euro33.000 Euro
Bestand EH 85 30 % 120.000 Euro 36.000 Euro 
Bestand EH 70 35 % 120.000 Euro42.000 Euro 
Bestand EH 55 40 %120.000 Euro48.000 Euro 
Bestand EH 40 45 %120.000 Euro
54.000 Euro

Attraktivere Fördermittel durch Plus-, NH- oder EE-Klasse

Erreichen Bauherren oder Sanierer bestimmte Bonus-Klassen, fallen die Konditionen der BEG-WG-Förderung noch besser aus. Verfügbar sind folgende:

  • Plus-Klasse: Die Plus-Klasse ist eine Ergänzung zum Effizienzhaus 40 im Neubau. Sie ist an zusätzliche Voraussetzungen geknüpft (mind. 55 % erneuerbare Energien, regenerative Stromerzeugung mit Batteriespeicher, Lüftungsanlage etc.) und ermöglicht eine Förderrate von 25 Prozent. Außerdem steigen die anrechenbaren Kosten durch die Plus-Klasse auf 150.000 Euro pro Wohneinheit. Die maximale BEG-WG-Förderung für Neubauten beträgt damit 37.500 Euro.
  • Nachhaltigkeits-Klasse: Die Nachhaltigkeits-Klasse (auch NH-Klasse) ist ebenfalls eine Bonus-Stufe für Neubauvorhaben. Sie setzt ein Nachhaltigkeitszertifikat für das neu errichtete Gebäude voraus und bringt 2,5 Prozent mehr Förderung sowie anrechenbare Kosten von 150.000 Euro. Eine Kombination mit der Plus- oder der NH-Klasse ist nicht zulässig.
  • Erneuerbare-Energien-Klasse: Die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse) gibt es im Neubau sowie im Bestand, wenn regenerative Energien mindestens 55 Prozent des Heiz- und Kühlenergiebedarfes decken. Sie erhöhen die BEG-WG-Förderung im Neubau um 2,5 Prozent und im Bestand um 5,0 Prozent. Außerdem steigen die anrechenbaren Kosten auf 150.000 Euro pro Wohneinheit, wenn Sie als Bauherr oder Sanierer die EE-Klasse erreichen. Die Kombination mit der Plus- oder der NH-Klasse ist auch hier untersagt.

Installieren Sie eine Holzheizung oder eine Wärmepumpe im bestehenden Gebäude, erreichen Sie die EE-Klasse. In Zusammenhang mit einer Sanierung zum Effizienzhaus 40 bekommen Sie damit eine Förderung in Höhe von 50 Prozent oder maximal 60.000 Euro pro Wohneinheit.

iSFP-Bonus begünstigt schrittweises Sanieren zum Effizienzhaus

Sanieren Sie ein bestehendes Haus zum Effizienzhaus, können Sie auch den iSFP-Bonus für sich nutzen. Diesen gibt es für die Beauftragung von Maßnahmen aus einem individuell erstellten Sanierungsfahrplan. Voraussetzung ist, dass Sie Ihr Haus in mehreren Schritten sanieren, bereits beim ersten aber schon eine Effizienzhaus-Stufe erreichen. Ist das der Fall, bekommen Sie nur für diesen ersten Schritt einen Förderbonus in Höhe von fünf Prozent.

Bis zu 50 Prozent Förderung über BEG WG für Baubegleitung

BEG WG Förderung belohnt hohe Effizienz
© Rido / Shutterstock.com

Eine Besonderheit der Bundesförderung ist die finanzielle Unterstützung für Energieberater, wenn diese das Bau- oder Sanierungsvorhaben begleiten. Die Förderrate liegt bei maximal 50 Prozent und die anrechenbaren Kosten hängen von der Art sowie der Größe des Gebäudes ab. Die folgende Übersicht zeigt, wie hoch die BEG-WG-Förderung für die Baubegleitung ausfällt:

  • 10.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern (5.000 Euro Maximalförderung)
  • 4.000 Euro bei Eigentumswohnungen (2.000 Euro Maximalförderung)
  • 4.000 Euro pro Wohneinheit und höchstens 40.000 Euro bei Mehrfamilienhäusern (20.000 Euro Maximalförderung)

Staatliche Förderung beantragen: Der Ablauf im Überblick 

Möchten Sie die BEG-WG-Fördermittel für sich nutzen, beantragen Sie diese vor der Beauftragung von Liefer- und Leistungsverträgen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Wichtig sind dabei die KfW Programme 261/262 sowie das KfW-Programm 461, über die Sie entweder günstige Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen oder einmalige Zuschüsse erhalten. Und so funktioniert es:

  1. Energieberater der Energie-Effizienz-Experten-Liste des Bundes beauftragen und Bestätigung zum Antrag (BzA) erstellen lassen
  2. Bei der KfW die BEG-WG-Förderung beantragen (Zuschüsse über KfW-Zuschussportal; Darlehen über die Hausbank)
  3. Bestätigung abwarten, Identität nachweisen (bei BEG-WG-Zuschuss) und Sanierung beauftragen
  4. Vorhaben im Bewilligungszeitraum abschließen und Energieberater beauftragen, eine Bestätigung nach Durchführung (BnD) auszustellen
  5. Übergabe der BnD-ID an den Fördergeber, Prüfung der Unterlagen und Auszahlung der BEG-WG-Zuschüsse beziehungsweise Gutschrift des Teilschuldenerlasses

Für die Umsetzung der Maßnahme haben Sie 24 Monate Zeit. Kommt es ohne Ihr Verschulden zu Verzögerungen, können Sie den Bewilligungszeitraum auf Antrag um weitere 24 Monate verlängern. Nach Ablauf dieser Frist bleiben Ihnen noch sechs Monate Zeit, um alle erforderlichen Dokumente einzureichen.

Eine Übersicht über die BEG-Fördermittel finden Sie auch in der untenstehenden Grafik: 

Die Grafik zeigt ein Organigramm der verschiedenen Fölrderprogramme in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
© heizung.de
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Mit der BEG-WG-Förderung unterstützt der Staat Bauherren sowie Sanierer, die sich für eine hohe Energieeffizienz entscheiden. Während die Bundesförderung im Neubau Zuschüsse sowie Tilgungszuschüsse von bis zu 25 Prozent in Aussicht stellt, sind bei einer Sanierung sogar Förderraten von 50 Prozent möglich. Wichtig ist dabei, dass Sie die technischen Vorgaben einhalten und die Förderung vor der Vergabe von Liefer- und Leistungsverträgen beantragen.
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