BAFA Zuschuss für die neue Umweltheizung

Wer sich für eine neue Umweltheizung interessiert, sollte frühzeitig auch einen BAFA-Zuschuss beantragen. Denn über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA) bekommen Bauherren und Sanierer finanzielle Unterstützung. BAFA-Zuschüsse gibt es dabei über das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ für Wärmepumpen, Holzheizungen und thermische Solaranlagen. Wir informieren über die Konditionen und erklären, wie die Gelder zu beantragen sind.  

Grundlagen: So ist der BAFA-Zuschuss aufgebaut  

Für eine neue Umweltheizung bekommen Bauherren und Sanierer hohe Fördermittel über das BAFA-Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“. In den Bereichen Wärmepumpe, Biomasse und Solarthermie setzen sich die Gelder dabei aus drei Bestandteilen zusammen:

  • der Basisförderung
  • der Innovationsförderung
  • der Zusatzförderung

Während es die Basisförderung nur für einen Heizungstausch im Gebäudebestand gibt, lässt sich die Innovationsförderung auch im Neubau beantragen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine besonders effiziente Heizungsanlage. Die Zusatzförderung können Verbraucher darüber hinaus mit der Basis- oder der Innovationsförderung kombinieren. So gibt es einen höheren BAFA-Zuschuss für Maßnahmen, die die Effizienz der Anlage weiter steigern.

Für wen gibt es die BAFA-Zuschüsse?  

Die Fördermittel vom BAFA gibt es grundsätzlich für alle, die eine neue Heizung auf Basis erneuerbarer Energien einbauen. So zum Beispiel für Privatpersonen, Kommunen, gemeinnützige Organisationen, Unternehmen, Genossenschaften oder Contractoren. Geht es um den BAFA-Zuschuss im Gebäudebestand, muss die auszutauschende Heizung seit mindestens zwei Jahren in Betrieb gewesen sein.

Wie kann ich den BAFA-Zuschuss beantragen?

Die Beantragung erfolgt grundsätzlich vor dem Beginn der Bau- oder Sanierungsarbeiten. Also noch bevor Verbraucher einen Liefer- oder Leistungsvertrag mit einer Handwerksfirma abschließen. Die Anträge sind dabei online über das Webportal des BAFA zu stellen. Da Planungsleistungen in der Regel Grundlage eines Angebots sind, dürfen diese vor der Antragstellung erfolgen.

BAFA Zuschuss für umweltfreundliche Heizungen
© tuk69tuk – stock.adobe.com

Der BAFA-Zuschuss für eine neue Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe macht kostenfreie Energie aus der Umwelt zum Heizen nutzbar. Sie senkt die Heizkosten und schont darüber hinaus sogar das Klima. Aus diesen Gründen schafft der Staat mit hohen Zuschüssen Kaufanreize für die effiziente Technik. Im Gebäudebestand gibt es dabei einen BAFA-Zuschuss von mindestens:

  • 1.300 Euro oder 40 Euro pro Kilowatt für elektrisch betriebene Luft-Wärmepumpen
  • 4.000 Euro oder 100 Euro pro Kilowatt für elektrisch betriebene Sole- und Wasser-Wärmepumpen
  • 4.500 Euro oder 100 Euro pro Kilowatt für eine Gaswärmepumpe

Gefördert werden alle Anlagen mit einer Nennwärmeleistung von bis zu 100 Kilowatt, die sparsam arbeiten. Voraussetzung ist jedoch eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von:

  • 3,5 bei elektrischen Luft-Wärmepumpen
  • 3,8 bei sonstigen elektrischen Wärmepumpen (4,0 im Nichtwohngebäude)
  • 1,25 bei gasbetriebenen Wärmepumpen (1,3 im Nichtwohngebäude)

Höhere Fördermittel für besonders effiziente Wärmepumpen

Arbeiten Wärmepumpen mit einer besseren Jahresarbeitszahl, vergibt der Staat einen höheren BAFA-Zuschuss für die Technik. Außerdem können dann auch Bauherren die Fördermittel beantragen. Während diese die Konditionen der Basis-Förderung bekommen, gibt es für Sanierer mindestens:

  • 1.950 Euro oder 60 Euro pro Kilowatt für elektrisch betriebene Luft-Wärmepumpen
  • 6.000 Euro oder 150 Euro pro Kilowatt für elektrisch betriebene Sole- und Wasser-Wärmepumpen
  • 6.750 Euro oder 150 Euro pro Kilowatt für eine Gaswärmepumpe

Die Jahresarbeitszahl muss dabei immer mindestens 4,5 betragen. Eine Ausnahme betrifft Gaswärmepumpen: Hier genügt eine Jahresarbeitszahl von 1,5. 

Zusätzliche BAFA-Zuschüsse für ergänzende Maßnahmen

Erreichen Bauherren oder Sanierer durch weitere Maßnahmen eine höhere Effizienz, profitieren sie auch von der Zusatzförderung. Dabei bekommen sie:

  • 500 Euro extra, wenn die Wärmepumpe „Smart Grid Ready“ und mit einem Wärmespeicher (mindestens 30 Litern je Kilowatt) ausgestattet ist
  • 500 Euro extra, wenn sie auch eine Solaranlage oder eine Biomasseheizung installieren, Hybridkollektoren auf dem Dach montieren oder die Anlage an ein Wärmenetz anschließen
  • 50 Prozent der Basis- oder Innovationsförderung für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 oder besser
  • 10 Prozent der Investitionskosten für eine Optimierung der bestehenden Heizungsanlage

BAFA-Zuschüsse für Holz- und Pelletheizungen 

Biomasseanlagen nutzen regional verfügbare und nachwachsende Rohstoffe zur Wärmeerzeugung. Sie arbeiten nahezu CO2-neutral und schonen das Klima. Über das BAFA erhalten Sanierer dabei eine Förderung von mindestens:

Über diesen Betrag hinaus gibt es den BAFA-Zuschuss bis zu einer Nennwärmeleistung von 100 Kilowatt in Höhe von 80 Euro pro Kilowatt. Davon ausgenommen sind Hackschnitzelheizungen, für die die Fördersumme pauschal bei 3.500 Euro liegt.

Voraussetzung für den hohen BAFA-Zuschuss ist, dass Hackschnitzel- und Scheitholzvergaserkessel mit einem Pufferspeicher ausgestattet sind. Bei Pelletkesseln steigt die Mindestförderung durch einen zusätzlichen Puffer- oder Schichtladespeicher um 500 Euro.

Innovationsförderung für Heizungen mit Brennwerttechnik oder Partikelabscheider  

Bei der Brennwerttechnik geht es darum, die Abgase der Verbrennung so weit zu kühlen, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert. Der Vorgang setzt verborgene Wärme frei, die das Heizungswasser erwärmt und den Brennstoffverbrauch senkt. Nutzt eine Biomasseheizung diesen Effekt, gibt es im Gebäudebestand einen höheren BAFA-Zuschuss von mindestens:

  • 4.500 Euro (oder 80 Euro pro Kilowatt) für Pellet-, Hackschnitzel- oder Holzvergaserkessel
  • 7.500 Euro (oder 80 Euro pro Kilowatt) für Kombikessel

Gleiches trifft auf Anlagen zu, die mit einem sogenannten Partikelfilter ausgestattet sind. Während es die höheren BAFA-Zuschüsse nur im Gebäudebestand gibt, erhalten Bauherren die Innovationsförderung zu den Konditionen der Basis-Förderung.

Rüsten Hausbesitzer einen Partikelfilter nach, bekommen sie einen BAFA-Zuschuss in Höhe von 750 Euro.

Zusätzliche BAFA-Zuschüsse für ergänzende Maßnahmen

Wie bei der Wärmepumpen-Förderung gibt es auch für Biomasseheizungen eine Zusatzförderung. Dabei erhalten Hausbesitzer einen BAFA-Zuschuss von:

  • 500 Euro extra, wenn sie auch eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe installieren, oder die Anlage an ein Wärmenetz anschließen
  • 50 Prozent der Basis- oder Innovationsförderung für die energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 oder besser
  • 10 Prozent der Investitionskosten für eine Optimierung der bestehenden Heizungsanlage

Der BAFA-Zuschuss für thermische Solaranlagen  

Solaranlagen wandeln kostenfreie Strahlungsenergie der Sonne in thermische Energie um. Mit dieser können Hausbesitzer das Trinkwasser erwärmen oder die Heizung unterstützen. Die thermische Energie lässt sich dabei nahezu ohne Verbrauchskosten und ohne klimaschädliche Emissionen nutzen. Aus diesen Gründen fördert der Staat die Solartechnik mit einem hohen BAFA-Zuschuss. Im Gebäudebestand gibt es dabei:

  • 500 Euro (oder 50 Euro pro Quadratmeter) für eine Solaranalage zur Warmwasserbereitung
  • 2.000 Euro (oder 140 Euro pro Quadratmeter) für eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung
  • 50 Euro pro Quadratmeter für die Erweiterung einer bestehenden Solaranlage

Die Kollektorfläche von Warmwasser-Solaranlagen darf dabei nicht unter drei und nicht über 40 Quadratmetern liegen. Außerdem ist ein Wärmespeicher von mindestens 200 Litern erforderlich.

Für Solar-Heizungen gibt es den BAFA-Zuschuss nur dann, wenn diese eine Kollektorfläche von mindestens neun Quadratmetern bei Flachkollektoren und mindestens sieben Quadratmetern bei Röhrenkollektoren aufweisen. Darüber hinaus ist ein Pufferspeicher von mindestens 40 Litern pro Quadratmeter bei Flach- oder 50 Litern pro Quadratmeter bei Röhrenkollektoren erforderlich.

Innovationsförderung für besonders effiziente Solarthermieanlagen 

Für große und effiziente Solaranlagen gibt es einen höheren BAFA-Zuschuss. So bekommen Sanierer:

  • 100 Euro pro Quadratmeter für Warmwasser-Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von 20 bis 100 Quadratmetern
  • 200 Euro pro Quadratmeter für Solar-Heizungen mit einer Kollektorfläche von 20 bis 100 Quadratmetern

Im Neubau betragen die BAFA-Zuschüsse 75 und 150 Euro pro Quadratmeter. Wer die Innovationsförderung beantragen möchte, muss jedoch hohe Anforderungen erfüllen. So gibt es die Mittel nur für:

  • Wohngebäude mit mindestens drei Wohnungen
  • Nichtwohngebäude mit einer Mindestnutzfläche von 500 Quadratmetern
  • Ein- und Zweifamilienhäuser mit einem solaren Deckungsgrad von mindestens 50 Prozent und einer besonders gut gedämmten Gebäudehülle

Zusätzlicher BAFA-Zuschuss für weitere Maßnahmen

Auch für thermische Solaranlagen gibt es eine Zusatzförderung. Dabei erhalten Hausbesitzer einen BAFA-Zuschuss von:

  • 500 Euro extra, wenn sie auch einen alten Kessel gegen eine neue Brennwertheizung austauschen
  • 500 Euro extra, wenn sie auch eine Biomasseheizung oder eine Wärmepumpe installieren, oder die Anlage an ein Wärmenetz anschließen
  • 50 Prozent der Basis- oder Innovationsförderung für die energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 55 oder besser
  • 10 Prozent der Investitionskosten für eine Optimierung der bestehenden Heizungsanlage
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wer sich für eine neue Umweltheizung entscheidet, bekommt finanzielle Unterstützung vom Staat. So gibt es einen hohen BAFA-Zuschuss für Wärmepumpen, Solaranlagen und Biomasseheizungen. Das Besondere daran: Die BAFA Zuschüsse gibt es nicht nur für die Sanierung, sondern auch im Neubau. Zumindest dann, wenn die Heizungsanlage besonders effizient arbeitet. Wichtig zu wissen ist, dass die Mittel unbedingt vor dem Beginn der Bau- und Sanierungsarbeiten online beim BAFA zu beantragen sind. 

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