BAFA- und KfW-Förderung der Heizung ab 2020

Mit dem Jahreswechsel von 2019 auf 2020 hat sich die Förderkulisse in Deutschland grundlegend geändert. So gibt es die BAFA- und die KfW-Förderung der Heizung ab 2020 nur noch für Anlagen, die zumindest teilweise auf erneuerbare Energien setzen. Im KfW-Programm zur Heizungsoptimierung bekommen Sie höhere Zuschüsse und mit dem neuen Steuerbonus können Sie bis zu 40.000 Euro an Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Wir informieren über aktuelle Konditionen sowie die wichtigsten Voraussetzungen und erklären, wie Sie die BAFA- und KfW-Förderung für die Heizung ab 2020 beantragen können. 

KfW-Förderung der Heizung: Ab 2020 für die Heizungsoptimierung 

Bis zum Ende des Jahres 2019 vergab die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hohe Zuschüsse und günstige Darlehen für den Heizungstausch. Gefördert wurde dabei der Einbau von Brennwertheizungen, die auf die Energieträger Gas und Heizöl setzten. Mit dem Jahreswechsel zu 2020 sind diese Förderbestandteile komplett weggefallen. Fördermittel gibt es inzwischen nur noch für die Heizungsoptimierung – und zwar in Form von Zuschüssen über das Programm 430 und zinsgünstigen Darlehen über das Programm 152. Eine Ausnahme bildet das KfW-Programm 167. Denn über dieses erhalten Sie weiterhin die Förderung der Heizung. Allerdings nur als Ergänzungskredit zu den hohen Zuschüssen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

KfW-Programm 430: 20 Prozent Zuschuss für die Heizungsoptimierung 

Viele deutsche Heizungsanlagen sind nicht optimal eingestellt. Sie laufen noch zuverlässig, verbrauchen dabei aber mehr Energie als nötig. Da der ineffiziente Betrieb neben hohen Heizkosten auch erhöhte CO2-Ausstöße zur Folge hat, fördert der Staat die Heizungsoptimierung. Im Wesentlichen geht es dabei um:

  • eine fachgerechte Bestandsaufnahme der Technik
  • einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage
  • weitere Maßnahmen zur Optimierung des Betriebes

Über die´p (maximal 10.000 Euro pro Wohneinheit), wenn Sie:

  • alte Heizungs- und Trinkwasserpumpen durch Hocheffizienzpumpen ersetzen
  • voreinstellbare Thermostatventile und Strangdifferenzdruckregler einbauen
  • eine Einrohrheizung optimieren oder zu einem Zweirohrsystem umbauen
  • Pufferspeicher ersetzen oder erstmalig neu einbauen
  • eine Flächenheizung einbauen oder zu klein dimensionierte Heizkörper durch größere ersetzen
  • Komponenten zur Durchflussbegrenzung oder zur Einzelraumregelung nachrüsten
  • in unbeheizten Räumen verlaufende ungedämmte Rohrleitungen dämmen
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik optimieren oder nachrüsten

Zu beantragen ist die KfW-Förderung der Heizung vor dem Beginn der Maßnahme über das Online-Zuschussportal der Förderbank. Wichtig: Ein zugelassener Energieberater muss die Maßnahme vorher prüfen und bestätigen, dass Sie die Förderkriterien einhalten. Dazu erstellt der Experte eine Bestätigung zum Antrag (BzA-ID), mit der Sie die Mittel beantragen können.

Antragsberechtigt sind Käufer sowie Eigentümer von Eigentumswohnungen, Ein- oder Zweifamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften aus Privatpersonen. Voraussetzung ist, dass der Bauantrag (alternativ die Bauanzeige) für das Haus vor dem 01.02.2002 gestellt wurde.

KfW-Programm 152: Heizungsoptimierung mit Kredit und Zuschuss 

Wer die Kosten der Heizungsoptimierung nicht aus eigener Tasche tragen kann, bekommt zinsgünstige Darlehen zur Förderung der Heizung ab 2020 weiterhin über das Programm 152 der Förderbank. Erhältlich sind dabei Darlehen in Höhe von maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. Das Besondere daran: Ein Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent reduziert die zurückzuzahlende Finanzierungssumme und sorgt so für eine spürbare Erleichterung.

Technisch sind die gleichen Voraussetzungen wie bei der Zuschuss-Förderung im Programm 430 zu erfüllen. Lediglich beim Empfängerkreis und bei der Beantragung gibt es Unterschiede.

So gibt es die Förderung der Heizung 2020 für alle, die ein Haus sanieren oder ein kürzlich saniertes Haus kaufen. Die Beantragung erfolgt über die eigene Hausbank, wobei auch hier die Bestätigung eines Energieberaters erforderlich ist.

KfW-Programm 167: Ergänzungskredit für den Heizungstausch 

Allein über das Programm 167 vergibt die KfW eine Förderung der Heizung auch 2020. Erhältlich ist ein zinsgünstiges Darlehen (maximal 50.000 Euro), das sich optimal mit den BAFA-Zuschüssen für einen Heizungstausch kombinieren lässt.

Die Beantragung der Förderung einer neuen Heizung erfolgt auch 2020 vor dem Beginn der Sanierung über einen Finanzierungspartner vor Ort. Ein Energieberater ist nicht erforderlich.

Wichtig zu wissen: Geht es um die technischen Voraussetzungen, sind die gleichen Anforderungen wie bei der BAFA-Förderung zu erfüllen.

BAFA-Förderung der Heizung: Ab 2020 Zuschüsse von bis zu 45 Prozent

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert auch 2020 den Einbau neuer Heizungen. Erhältlich sind die Mittel für Gas- und Flüssiggasanlagen, die auch auf erneuerbare Energie setzen sowie komplett regenerative Heizungsanlagen. Während Sie die BAFA-Förderung der Heizung ab 2020 für viele Sanierungsvorhaben bekommen, gibt es hohe Zuschüsse für erneuerbare Heizungsanlagen auch im Neubau.

Voraussetzung für die Förderung im Bestand ist allerdings, dass die Austauschpflicht der Energieeinsparverordnung (§ 10 EnEV) noch nicht greift. Ihr Kessel muss also auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren, wenn er bereits älter als 30 Jahre ist.

Wichtig zu wissen: Ab 2020 gibt es die Förderung der Ölheizung nicht mehr. Ab 2026 greift dann das mit dem Klimapaket beschlossene Verbot der Ölheizung

Hohe Zuschüsse zur Förderung der Heizung ab 2020
© tuk69tuk– stock.adobe.com

Gasheizung: Förderung ab 2020 nur mit erneuerbaren Energien 

Möchten Sie eine mindestens zwei Jahre alte Heizungsanlage durch eine Gasbrennwertheizung ersetzen, muss diese auch auf erneuerbare Energien setzen. Für deren Einbindung haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Installieren Sie eine „Renewable Ready“ Gasbrennwertheizung, bekommen Sie einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent. Die Heizung muss dabei für den Einsatz regenerativer Energien vorbereitet sein. Das heißt: Sie müssen eine spezielle Regelung installieren oder zumindest vorhalten und bereits einen Wärmespeicher einbauen. Spätestens zwei Jahre nach der Inbetriebnahme ist dann eine erneuerbare Heizungsanlage nachzurüsten. Infrage kommen Solarkollektoren, Biomasse- und Wärmepumpenheizungen. Voraussetzung für die Förderung der Heizung ab 2020 ist außerdem ein Gesamtkonzept, aus dem hervorgeht, dass die erneuerbare Heizanlage mindestens 25 Prozent der Heizlast decken kann.
  • Installieren Sie eine hybride Gasbrennwertheizung, die bereits bei der Inbetriebnahme auf erneuerbare Energien setzt, gibt es einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Kosten. Auch hier gilt: Solarkollektoren, Holzheizung, Pelletofen mit Wassertasche oder Wärmepumpe müssen mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. Bei einem typischen Einfamilienhaus entspricht das einer Leistung von fünf bis sieben Kilowatt.

Unser Tipp: Installieren Sie gleich eine Hybridheizung. Denn bei den gleichen Kosten bekommen Sie auf diese Weise eine um zehn Prozent höhere Förderung. Außerdem sind die Bauarbeiten mit einem Mal erledigt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Beitrag "Förderung der Hybridheizung". 

Solarkollektoranlage nachrüsten und Zuschüsse vom BAFA erhalten

Möchten Sie Solarthermie zur Warmwasserbereitung oder zur kombinierten Heizungsunterstützung installieren beziehungsweise erweitern, gibt es vom BAFA einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent. Dabei gelten im Gebäudebestand folgende Voraussetzungen:

  • Kollektoren müssen das Solar-Keymark-Kennzeichen tragen
  • Wärmemengenzähler oder andere Funktionskontrollgeräte sind Pflicht
  • Warmwasser-Solaranlagen müssen über mindestens drei Quadratmeter Kollektorfläche und 200 Liter Speicher verfügen
  • Heizungs-Solaranlagen mit Flachkollektoren müssen über mindestens neun Quadratmeter Kollektorfläche und einen Speicher mit 40 Liter pro Quadratmeter verfügen
  • Heizungs-Solaranlagen mit Vakuumröhrenkollektoren müssen über mindestens sieben Quadratmeter Kollektorfläche und einen Speicher mit 50 Liter pro Quadratmeter verfügen

Die BAFA-Förderung der Heizung ist 2020 auch im Neubau verfügbar. Hier gelten jedoch höhere Anforderungen. So muss die Kollektorfläche beispielsweise mindestens 20 Quadratmeter betragen.

BAFA-Förderung der Heizung ab 2020 für effiziente Wärmepumpen 

Lassen Sie eine neue Wärmepumpe installieren, bekommen Sie einen Zuschuss in Höhe von 35 Prozent der anfallenden Kosten. Das Besondere daran: Die Förderung der Heizung gibt es 2020 für Neubau- und Sanierungsvorhaben. Voraussetzung ist eine hohe Effizienz. Diese lässt sich an der Jahresarbeitszahl messen, die dabei folgende Werte erfüllen muss:

  • bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen: 3,8 (4,5 im Neubau)
  • bei Luft/Wasser-Wärmepumpen: 3,5 (4,5 im Neubau)
  • bei Gas-Wärmepumpen: 1,25 (1,5 im Neubau)

In neuen Gebäuden sind die Anforderungen höher. Alternativ können Sie hier auch Wärmepumpen mit verbesserter Systemeffizienz einsetzen. Diese verbrauchen weniger Strom und entlasten somit die öffentlichen Netze.

Für Luft-Luft-Wärmepumpen sowie Brauchwasserwärmepumpen gibt es die BAFA-Förderung der Heizung 2020 nicht.

Zuschussförderung für Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen 

Auch für Holzvergaserkessel, Hackschnitzelkessel, Pelletkessel, Kombikessel und wasserführende Pelletöfen gibt es die attraktive BAFA-Förderung der Heizung 2020. Erfüllen die Anlagen die technischen Voraussetzungen, gibt es dabei einen Zuschuss in Höhe von 35 Prozent. Wichtig ist, dass die Heizgeräte über eine Leistung von mindestens fünf Kilowatt verfügen. Außerdem müssen sie in der entsprechenden Liste förderfähiger Geräte des BAFA aufgeführt sein. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Heizungsanlagen auch die hohen technischen Fördervoraussetzungen erfüllen.

Übrigens: Zuschüsse in Höhe von 35 Prozent gibt es auch für sogenannte EE-Hybridheizungen bei Neubau- und Sanierungsvorhaben. Dabei handelt es sich um Heizungskombinationen aus Biomasse, Wärmepumpe und/oder Solarthermie.

Ölheizung austauschen: Höhere BAFA-Förderung der Heizung ab 2020 

Einen besonderen Bonus erhalten Sie, wenn Sie eine mindestens zwei Jahre alte Ölheizung durch eine Gashybridheizung oder eine erneuerbare Heizanlage austauschen. Denn in diesem Fall gibt es einen Zuschuss von zehn Prozent extra. Insgesamt erhalten Sie dabei folgende Fördermittel:

  • Ölheizung durch Gas-Hybridheizung austauschen: 40 Prozent
  • Ölheizung durch Biomasse, Wärmepumpe oder EE-Hybridanlage austauschen: 45 Prozent

Für „Renewable Ready“ Gasbrennwertheizungen gibt es den Extra-Zuschuss allerdings nicht.

BAFA-Förderung der Heizung ab 2020 richtig beantragen

Möchten Sie die BAFA-Förderung der Heizung ab 2020 beantragen, müssen Sie das unbedingt vor der Beauftragung eines Fachbetriebes erledigen. Möglich ist die Beantragung dabei online über die BAFA-Webseite. Einen Energieberater benötigen Sie nicht.

Förderbar sind Kosten von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit (im Nichtwohnbereich von bis zu 3,5 Millionen Euro) für die neue Heizung sowie alle Umfeldmaßnahmen. Dazu gehören der Ausbau und die Entsorgung alter Technik und bei Bedarf auch der Anschluss an einen neuen Energieträger.

Unser Tipp: Lassen Sie sich vor der Antragstellung ein genaues Angebot kalkulieren. Denn die vorher abgeschätzten Kosten sind ausschlaggebend für die Höhe der Förderung. Nach der Antragstellung lassen sie sich dann nicht mehr nach ober verändern.

Neuer Steuerbonus ergänzt die Förderung der Heizung ab 2020

Seit 01.01.2020 ist auch ein neuer Steuerbonus für die Sanierung erhältlich. Als Besitzer selbst bewohnter Wohnhäuser können Sie dabei 20 Prozent der Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Insgesamt sinkt Ihre Einkommensteuerlast dabei über drei Jahre um bis zu 40.000 Euro. Die steuerliche Förderung gibt es für die Heizungsoptimierung und den Einbau einer neuen Heizung (Anforderungen analog BAFA-Förderung der Heizung ab 2020). Um von den Vergünstigungen zu profitieren, müssen Sie die Kosten in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben. Voraussetzung: Das Haus muss zum Zeitpunkt der Sanierung mindestens 10 Jahre alt sein. Eine Kombination mit der BAFA- oder KfW-Förderung der Heizung ist 2020 nicht möglich.

Übrigens: Den neuen Steuerbonus für die Sanierung gibt es nicht nur für Arbeiten an der Heizung. Auch für die Dämmarbeiten oder den Austausch der Fenster können Sie die steuerliche Förderung nutzen. Mehr dazu unter "Steuerliche Förderung".

Infografik: Heizungsförderung 2020 in der Übersicht

Sie planen, von der Heizungsförderung 2020 zu profitieren und fragen sich, welche Heizungsanlagen dafür in Frage kommen? Im folgenden Abschnitt finden Sie eine Übersicht zu den Fördersätzen für die unterschiedlichen Heizungsanlagen. Die Angaben sind unterteilt in Heizungsförderungen für Bestandsgebäude einerseits und Neubau-Maßnahmen andererseits. Gut zu sehen: Wer bislang mit Öl geheizt hat und jetzt umstellt, profitiert bei der Heizungsförderung 2020 von zusätzlichen 10 Prozent. Dies gilt aber nur in Fällen, in denen die Austauschpflicht für Ölheizungen nicht greift. Im Klartext heißt das: Die Ölheizung darf nicht älter als 30 Jahre sein.

Die Grafik zeigt die Heizungsförderung 2020 in der Übersicht
©viessmann
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Förderung der Heizung hat sich 2020 grundlegend geändert. Denn im Gegensatz zum Vorjahr gibt es keine KfW-Förderung für reine Gas- und Ölbrennwertheizungen mehr. Die Festbetragszuschüsse des BAFA wurden durch prozentuale Zuschüsse ersetzt und wesentlich angehoben. So übernimmt der Staat heute zum Beispiel bis zu 45 Prozent der anfallenden Kosten, wenn Sie Ihre alte Ölheizung durch eine erneuerbare Heizanlage ersetzen. Bei Kosten von 20.000 Euro entspricht das einem Zuschuss von 9.000 Euro.
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