BAFA- und KfW-Förderung der Heizung ab 2021

Mit dem Jahreswechsel von 2020 auf 2021 hat sich die Förderkulisse in Deutschland noch einmal grundlegend geändert. So gingen zahlreiche Angebote der BAFA- und KfW-Förderung in die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude über. Während das vor allem Zuschüsse für Einzelmaßnahmen im Gebäudebestand betraf, sollen ab Juli 2021 weitere Fördermittel in die BEG übergehen. Seit 2020 gibt es außerdem einen neuen Steuerbonus, mit dem Sie bis zu 40.000 Euro an Sanierungskosten steuerlich geltend machen können. Wir informieren über aktuelle Konditionen sowie die wichtigsten Voraussetzungen und erklären, wie Sie die BEG bzw. BAFA- und KfW-Förderung für die Heizung ab 2021 beantragen. 

KfW-Förderung der Heizung: Ab 2021 für die Heizungsoptimierung 

Bis zum Ende des Jahres 2019 vergab die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hohe Zuschüsse und günstige Darlehen für den Heizungstausch. Gefördert wurde dabei der Einbau von Brennwertheizungen, die auf die Energieträger Gas und Heizöl setzten. Mit dem Jahreswechsel zu 2020 sind diese Förderbestandteile komplett weggefallen. Fördermittel gibt es inzwischen nur noch für die Heizungsoptimierung sowie den Anschluss an ein Fernwärmenetz – und zwar in Form von zinsgünstigen Darlehen über das Programm 152. Eine Ausnahme bildet das KfW-Programm 167. Denn über dieses erhalten Sie weiterhin die Förderung der Heizung. Allerdings nur als Ergänzungskredit zu den hohen Zuschüssen der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die es nach wie vor über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt.

Wichtiger Hinweis: Ab Juli 2021 gehen die KfW-Programme 151, 152, 430 und 431 komplett in die BEG-Förderung über. Während die Angebote bis zum 30. Juni 2021 wie gewohnt von der KfW unterhalten werden, bekommen Sie Mittel mit ähnlichen Konditionen dann nur noch über die BEG-Förderung (BWG EM und BEG WG). Bis Ende 2022 bleibt die Beantragung vorerst bei der KfW bzw. bei Ihrer Hausbank. 

KfW-Programm 430: Zuschuss für die ganzheitliche Sanierung

Wichtig zu wissen:

Mit dem Inkrafttreten der zweiten Stufe der BEG-Förderung ist das KfW-Programm 430 seit 01. Juli 2021 nicht mehr verfügbar. Das neue KfW-Programm 461 stellt heute Zuschüsse für Effizienzhäuser bei Neubau und Sanierung bereit. 

Viele deutsche Heizungsanlagen sind nicht optimal eingestellt. Sie laufen noch zuverlässig, verbrauchen dabei aber mehr Energie als nötig. Da der ineffiziente Betrieb neben hohen Heizkosten auch erhöhte CO2-Ausstöße zur Folge hat, fördert der Staat die Heizungsoptimierung. Im Wesentlichen geht es dabei um:

  • eine fachgerechte Bestandsaufnahme der Technik
  • einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage
  • weitere Maßnahmen zur Optimierung des Betriebes

Über die 

KfW-Förderung der Heizung gibt es dabei seit 2020 Zuschüsse in Höhe von 25 bis zu 40 Prozent (maximal 48.000 Euro pro Wohneinheit) im Rahmen einer ganzheitlichen Sanierung zum Effizienzhaus. Anrechenbar sind  Kosten der Heizung, wenn Sie:
  • alte Heizungs- und Trinkwasserpumpen durch Hocheffizienzpumpen ersetzen
  • voreinstellbare Thermostatventile und Strangdifferenzdruckregler einbauen
  • eine Einrohrheizung optimieren oder zu einem Zweirohrsystem umbauen
  • Pufferspeicher ersetzen oder erstmalig neu einbauen
  • eine Flächenheizung einbauen oder zu klein dimensionierte Heizkörper durch größere ersetzen
  • Komponenten zur Durchflussbegrenzung oder zur Einzelraumregelung nachrüsten
  • in unbeheizten Räumen verlaufende ungedämmte Rohrleitungen dämmen
  • Mess-, Steuer- und Regelungstechnik optimieren oder nachrüsten

Zu beantragen ist die KfW-Förderung der Heizung im Rahmen einer ganzheitlichen Sanierung vor dem Beginn der Maßnahme über das Online-Zuschussportal der Förderbank. Wichtig: Ein zugelassener Energieberater muss die Maßnahme vorher prüfen und bestätigen, dass Sie die Förderkriterien einhalten. Dazu erstellt der Experte eine Bestätigung zum Antrag (BzA-ID), mit der Sie die Mittel beantragen können.

Antragsberechtigt sind Käufer sowie Eigentümer von Eigentumswohnungen, Ein- oder Zweifamilienhäusern und Wohnungseigentümergemeinschaften aus Privatpersonen. Voraussetzung ist, dass der Bauantrag (alternativ die Bauanzeige) für das Haus vor dem 01.02.2002 gestellt wurde.

KfW-Programm 152: Heizungsoptimierung mit Kredit und Zuschuss 

Wer die Kosten der Heizungsoptimierung nicht aus eigener Tasche tragen kann, bekommt zinsgünstige Darlehen zur Förderung der Heizung auch 2021 weiterhin über das Programm 152 der Förderbank. Erhältlich sind Darlehen in Höhe von maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. Das Besondere daran: Ein Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent reduziert die zurückzuzahlende Finanzierungssumme und sorgt so für eine spürbare Erleichterung.

Technisch sind die gleichen Voraussetzungen wie bei der Zuschuss-Förderung im Programm 430 zu erfüllen. Lediglich beim Empfängerkreis und bei der Beantragung gibt es Unterschiede.

So gibt es die Förderung der Heizung seit 2020 für alle, die ein Haus sanieren oder ein kürzlich saniertes Haus kaufen. Die Beantragung erfolgt über die eigene Hausbank, wobei auch hier die Bestätigung eines Energieberaters erforderlich ist. Ab Juli 2021 sind die Darlehen dann über die BEG-Förderung erhältlich. Während die Konditionen weitestgehend gleich bleiben, ändern sich die technischen Voraussetzungen teilweise. 

KfW-Programm 167: Ergänzungskredit für den Heizungstausch 

Allein über das Programm 167 vergibt die KfW eine Förderung der Heizung auch 2021. Erhältlich ist ein zinsgünstiges Darlehen (maximal 50.000 Euro), das sich optimal mit den BEG-Zuschüssen für einen Heizungstausch kombinieren lässt.

Die Beantragung der Förderung einer neuen Heizung erfolgt bis Juni 2021 vor dem Beginn der Sanierung über einen Finanzierungspartner vor Ort. Ab Juli 2021 ist das Programm nicht mehr verfügbar. Sanierer bekommen Zuschüsse und Darlehen dann nur noch über die neue BEG-Förderung.

BAFA-Förderung der Heizung: Ab 2021 Zuschüsse von bis zu 45 Prozent über die BEG

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert seit 2020 mit deutlich höheren Zuschussraten. Seit 2021 ist das Angebot nun komplett in die BEG-Förderung übergegangen. Zuschüsse gibt es aber nach wie vor für Gas- und Flüssiggasanlagen, die auch auf erneuerbare Energie setzen sowie komplett regenerative Heizungsanlagen. Das Besondere daran: Die hohen Zuschüsse bekommen Sie nun nicht mehr nur für Heizungstausch und -optimierung. Auch für Maßnahmen an der Gebäudehülle gibt es BEG-Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent.  

Wichtig zu wissen: Seit 2020 gibt es die Förderung der Ölheizung nicht mehr. Ab 2026 greift zudem das mit dem Klimapaket beschlossene Verbot der Ölheizung

Hohe Zuschüsse zur Förderung der Heizung ab 2020
© tuk69tuk– stock.adobe.com

Gasheizung: Förderung 2021 nur mit erneuerbaren Energien 

Möchten Sie eine alte Heizungsanlage durch eine Gasbrennwertheizung ersetzen, muss diese auch auf erneuerbare Energien setzen. Für deren Einbindung haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Installieren Sie eine „Renewable Ready“ Gasbrennwertheizung, bekommen Sie einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent. Die Heizung muss dabei für den Einsatz regenerativer Energien vorbereitet sein. Das heißt: Sie müssen eine spezielle Regelung installieren oder zumindest vorhalten und bereits einen Wärmespeicher einbauen. Spätestens zwei Jahre nach der Inbetriebnahme ist dann eine erneuerbare Heizungsanlage nachzurüsten. Infrage kommen Solarkollektoren, Biomasse- und Wärmepumpenheizungen. Voraussetzung für die Förderung der Heizung seit 2020 ist außerdem ein Gesamtkonzept, aus dem hervorgeht, dass die erneuerbare Heizanlage mindestens 25 Prozent der Heizlast decken kann.
  • Installieren Sie eine hybride Gasbrennwertheizung, die bereits bei der Inbetriebnahme auf erneuerbare Energien setzt, gibt es einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Kosten. Auch hier gilt: Solarkollektoren, Holzheizung, Pelletofen mit Wassertasche oder Wärmepumpe müssen mindestens 25 Prozent der Heizlast decken. Bei einem typischen Einfamilienhaus entspricht das einer Leistung von fünf bis sieben Kilowatt.

Unser Tipp: Installieren Sie gleich eine Hybridheizung. Denn bei den gleichen Kosten bekommen Sie auf diese Weise eine um zehn Prozent höhere Förderung. Außerdem sind die Bauarbeiten mit einem Mal erledigt. Ausführliche Informationen dazu finden Sie im Beitrag "Förderung der Hybridheizung". 

Solarkollektoranlage nachrüsten und Zuschüsse vom BAFA erhalten

Möchten Sie Solarthermie zur Warmwasserbereitung oder zur kombinierten Heizungsunterstützung installieren beziehungsweise erweitern, gibt es vom BAFA einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent. Dabei gelten im Gebäudebestand folgende Voraussetzungen:

  • Kollektoren müssen das Solar-Keymark-Kennzeichen tragen
  • Wärmemengenzähler oder andere Funktionskontrollgeräte sind Pflicht

Die BAFA-Förderung der Heizung ist seit 2021 nicht mehr im Neubau verfügbar. Wer hier eine Förderung benötigt, erhält diese bis zum 30.06.2021 über das KfW-Programm 153 als Darlehen mit Tilgungszuschuss für den Bau von Effizienzhäusern. Ab Juli 2021 stehen dann Zuschuss- und Darlehensvarianten mit Tilgungszuschuss über die BEG-WG-Förderung zur Verfügung. 

BAFA-Förderung der Heizung ab 2021 für effiziente Wärmepumpen 

Lassen Sie eine neue Wärmepumpe installieren, bekommen Sie einen Zuschuss in Höhe von 35 Prozent der anfallenden Kosten. Voraussetzung ist eine hohe Effizienz. Diese lässt sich an der jahreszeitbedingten Raumheizungseffizienz messen, die bei Heizwassertemperaturen von 55 °C folgende Werte erfüllen muss:

  • bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen: 135 %
  • bei Luft/Wasser-Wärmepumpen: 120 %
  • bei Gas-Wärmepumpen: 111 %
Bei niedrigeren Systemtemperaturen bestehen teils höhere Anforderungen. Die BAFA-Förderung der Heizung gibt es seit 2021 nun auch für Luft-Luft-Wärmepumpen, sofern diese eine jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz von 181 Prozent erreichen. Für reine Brauchwasserwärmepumpen gibt es die BAFA-Förderung der Heizung auch 2021 nicht.

Zuschussförderung für Scheitholz-, Hackschnitzel- und Pelletheizungen 

Auch für Holzvergaserkessel, Hackschnitzelkessel, Pelletkessel, Kombikessel und wasserführende Pelletöfen gibt es die attraktive BAFA-Förderung der Heizung 2021. Erfüllen die Anlagen die technischen Voraussetzungen, gibt es dabei einen Zuschuss in Höhe von 35 Prozent. Wichtig ist, dass die Heizgeräte über eine Leistung von mindestens fünf Kilowatt verfügen. Außerdem müssen sie in der entsprechenden Liste förderfähiger Geräte des BAFA aufgeführt sein. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Heizungsanlagen auch die hohen technischen Fördervoraussetzungen erfüllen.

Übrigens: Zuschüsse in Höhe von 35 Prozent gibt es auch für sogenannte EE-Hybridheizungen bei Neubau- und Sanierungsvorhaben. Dabei handelt es sich um Heizungskombinationen aus Biomasse, Wärmepumpe und/oder Solarthermie.

Ölheizung austauschen: Höhere BAFA-Förderung der Heizung seit 2020 

Einen besonderen Bonus erhalten Sie, wenn Sie eine bestehende Ölheizung durch eine Gashybridheizung oder eine erneuerbare Heizanlage austauschen. Denn in diesem Fall gibt es einen Zuschuss von zehn Prozent extra. Insgesamt erhalten Sie dabei folgende Fördermittel:

  • Ölheizung durch Gas-Hybridheizung austauschen: 40 Prozent
  • Ölheizung durch Biomasse, Wärmepumpe oder EE-Hybridanlage austauschen: 45 Prozent

Für „Renewable Ready“-Gasbrennwertheizungen gibt es den Extra-Zuschuss allerdings nicht.

5 Prozent extra für die Umsetzung eines Sanierungsfahrplans

Haben Sie sich in den letzten 15 Jahren einen Sanierungsfahrplan erstellen lassen? Dann profitieren Sie unter Umständen von einer besonders hohen Förderung. Denn für das Umsetzen von Maßnahmen aus einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP im Rahmen einer BAFA-Energieberatung) gibt es ein Förder-Plus von fünf Prozent bei der BEG-Förderung. 

BAFA-Förderung der Heizung ab 2021 richtig beantragen

Möchten Sie die BAFA-Förderung der Heizung ab 2021 beantragen, müssen Sie das unbedingt vor der Beauftragung eines Fachbetriebes erledigen. Möglich ist die Beantragung dabei online über die BAFA-Webseite. Einen Energieberater benötigen Sie nicht.

Förderbar sind Kosten von bis zu 60.000 Euro pro Wohneinheit für die neue Heizung sowie alle Umfeldmaßnahmen. Dazu gehören der Ausbau und die Entsorgung alter Technik und bei Bedarf auch der Anschluss an einen neuen Energieträger.

Unser Tipp: Lassen Sie sich vor der Antragstellung ein genaues Angebot kalkulieren. Denn die vorher abgeschätzten Kosten sind ausschlaggebend für die Höhe der Förderung. Nach der Antragstellung lassen sie sich dann nicht mehr nach oben verändern. Falls Sie die neue Heizung finanzieren lassen und wissen möchten, wie viel Sie monatlich zahlen müssen, nutzen Sie dafür einfach unseren kostenlosen Finanzierungsrechner - unverbindlich, übersichtlich und zuverlässig. 

Neuer Steuerbonus ergänzt die Förderung der Heizung ab 2020

Seit 01.01.2020 ist auch ein neuer Steuerbonus für die Sanierung erhältlich. Als Besitzer selbst bewohnter Wohnhäuser können Sie dabei 20 Prozent der Sanierungskosten steuerlich geltend machen. Insgesamt sinkt Ihre Einkommensteuerlast dabei über drei Jahre um bis zu 40.000 Euro. Die steuerliche Förderung gibt es für die Heizungsoptimierung und den Einbau einer neuen Heizung (Anforderungen analog BAFA-Förderung der Heizung ab 2020). Um von den Vergünstigungen zu profitieren, müssen Sie die Kosten in Ihrer Einkommenssteuererklärung angeben. Voraussetzung: Das Haus muss zum Zeitpunkt der Sanierung mindestens 10 Jahre alt sein. Eine Kombination mit der BAFA- oder KfW-Förderung der Heizung ist 2020 nicht möglich.

Übrigens: Den neuen Steuerbonus für die Sanierung gibt es nicht nur für Arbeiten an der Heizung. Auch für die Dämmarbeiten oder den Austausch der Fenster können Sie die steuerliche Förderung nutzen. Das gilt allerdings nur für selbst genutztes Wohneigentum. Vermieter können mit der Modernisierungsumlage jedoch Kosten auf Ihrer Mieter verteilen. Mehr dazu unter "Steuerliche Förderung".

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Förderung der Heizung hat sich 2021 grundlegend geändert. Denn im Gegensatz zu den Vorjahren gibt es keine KfW-Zuschüsse für Heizungen mehr. Die BAFA-Förderung aus dem Programm "Heizen mit erneuerbaren Energien" ist in die Bundesförderung für effiziente Gebäude übergegangen, die es seit Januar 2020 über das BAFA gibt. Bis Juli 2021 sind dann auch die übrigen Förderangebote der KfW bei der BEG-Förderung beheimatet. 
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