BAFA-Förderung für Neubau und Sanierung 

Über die BAFA-Förderung können Sie Ihre neue Heizung ebenso fördern lassen wie verschiedene Maßnahmen am Gebäude. Dabei ist es wichtig, den Antrag für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) immer im Vorfeld der Durchführung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz: BAFA) zu stellen. Anderenfalls profitieren Sie nicht von den umfangreichen Förderprogrammen.

BAFA-Förderung für Neubauten

Entscheiden sich Bauherren und Hausbesitzer für den Bau eines energieeffizienten Gebäudes, profitieren sie in vielen Fällen auch von attraktiven Fördermitteln. Diese gibt es ab Juli 2021 über die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – und zwar in Form von günstigen Zuschüssen oder Darlehen mit hohen Tilgungszuschüssen. Voraussetzung für die BAFA-Förderung im Neubau ist das Erreichen eines Effizienzhaus-Standards. 

BAFA-Zuschüsse für Neubauten im Überblick

Die Zuschuss- bzw. Tilgungszuschusshöhe der BAFA-Förderung im Neubau hängt vom erreichten Effizienzhaus-Standard ab. Dabei gilt: Je weniger Energie ein Gebäude verliert, umso höher ist die Förderung. Anrechnen lassen sich dabei Kosten von 120.000 Euro pro Wohneinheit. Der Betrag entspricht auch der maximalen Darlehenssumme pro Wohneinheit und steigt bei einem Effizienzhaus 40+ auf 150.000 Euro an. 

Wichtig zu wissen: Die BAFA-Förderung im Neubau wird ab dem 01. Juli 2021 im Programmteil Wohngebäude der Bundesförderung für effiziente Gebäude verfügbar sein (BEG WG).

Gebäude-StandardFördersätze bis zuFÖRDERHÖHE 
Effizienzhaus 5515 bis 17,5  %18.000 bis 26.500 Euro pro Wohneinheit
Effizienzhaus 4020 bis 22,5 %24.000 bis 33.750 Euro pro Wohneinheit
Effizienzhaus 40+25 %37.500 Euro pro Wohneinheit

Entscheiden Sie sich für eine besonders nachhaltige Bauweise (NH-Paket) oder für einen hohen Anteil regenerativer Energien (EE-Paket) bei der Beheizung, profitieren Sie von besseren Konditionen. Denn dann steigen die Förderraten für das Effizienzhaus 55 sowie 40 um 2,5 Prozent an. Außerdem lassen sich dann Kosten von 150.000 Euro pro Wohneinheit anrechnen oder Darlehen in dieser Höhe in Anspruch nehmen.

BAFA-Förderung für Altbauten

Wer Eigentümer eines Bestandsgebäudes ist, kann ebenfalls vom Zuschuss des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle profitieren. Gefördert werden dabei folgenden Heizsysteme:

  • Renewable Ready-Gasheizung
  • Gas-Hybridheizung
  • Holz-, Pellet- und Hackschnitzelheizungen
  • Luft-, Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen
  • Solarthermieanlagen für Heizung und Warmwasser
  • EE-Hybridheizungen

Darüber hinaus gibt es Darlehen und hohe Zuschüsse auch für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle sowie ganzheitliche Sanierungsarbeiten zum Effizienzhaus. 

Die Höhe der förderbaren Kosten beläuft sich genau wie die maximale Darlehenshöhe auf 60.000 Euro pro Wohneinheit bei Einzelmaßnahmen. Für eine Sanierung zum Effizienzhaus lassen sich 120.000 bis 150.000 Euro pro Wohneinheit anrechnen.

Austauschprämie für alte Ölheizungen in Höhe von + 10 Prozent

Eine Besonderheit bei der BAFA-Förderung für Altbauten ist die sogenannte Austauschprämie für Ölheizungen. Konkret erhalten Anlagenbesitzer zusätzlich zehn Prozent auf den bereits gewährten Fördersatz, wenn sie ihre bestehende Ölheizung durch einen regenerativen Wärmeerzeuger oder eine geeignete Hybridheizung ersetzen. 

iSFP-Bonus für bessere Konditionen mit Sanierungsfahrplan 

Noch einmal 5 Prozent extra bekommen Sanierer, die Maßnahmen aus einem höchstens 15 Jahre alten Sanierungsfahrplan umsetzen. Wichtig ist, dass es sich um einen individuellen Sanierungsfahrplan handelt, der im Rahmen einer BAFA-geförderten Energieberatung erstellt wurde. 

BAFA-Zuschüsse für Altbauten im Überblick

Besonders attraktive Konditionen gibt es für den Austausch der Heizung. Denn hier erhalten Sie über den Programmteil Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) Zuschüsse von bis zu 55 Prozent. Ab Juli 2021 sind alternativ dazu auch Darlehen mit Tilgungszuschüssen in gleicher Höhe erhältlich.

HeizungsartFördersätze bis zuFördersätze + Prämie bis zuVoraussetzungen
Holzheizungen   
  • Kessel für Pellets und Hackschnitzel  
  • Pelletöfen mit Wassertasche
  • Kombikessel für Pellets bzw. Hackschnitzel 
  • besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel 
45 %                   55 %hohe Energieeffizienz, niedrige Emissionen und Einbau zugelassener Holzheizungen
 Wärmepumpen 

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe
35 % 50 %hohe Energieeffizienz und Einbau zugelassener Wärmepumpen
 Solaranlagen    
  • Solarthermieanlage
35 %50 %Einbau von Solaranlagen mit Solar-Keymark-Kennzeichen, die überwiegend der Heizungsunterstützung und/oder der Warmwasserbereitung dienen
Hybridheizungen    
  • Hybridheizung auf Basis Erneuerbarer Energien*
  • Gas-Hybridheizung**
  • Gas Renewable Ready***
35 %

30 %
20 %
50 %

45 %





-
Kombination aus energieeffizienter Gasbrennwertheizung mit einem
Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien: Erneuerbare decken mindestens 25 % der Gesamtheizlast; Einbau von Pufferspeicher und hybridfähige Steuer- sowie Regelungstechnik

bei einer Renewable Ready Gasbrennwertheizung erfolgt die Nachrüstung regenerativer Energien-Anlagen innerhalb von 2 Jahren nach Inbetriebnahme der Gasbrennwertheizung

* Ein Heizsystem, das verschiedene Technologien auf erneuerbarer Basis kombiniert, zum Beispiel Wärmepumpe mit Solarthermie oder Pelletheizung mit Solarthermie
** Eine neue Gasheizung, die mit einem Wärmeerzeuger auf Basis Erneuerbarer Energien kombiniert wird.
*** Eine bestehende Gasheizung, die nachträglich zu einer Gas-Hybridheizung umgerüstet wird.

Darüber hinaus gibt es hohe Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen aus der BEG-EM-Förderung vom BAFA auch für Arbeiten an der Gebäudehülle, wie die folgende Tabelle zeigt:

MAßNAHMEFÖRDERSÄTZE BIS ZU
FÖRDERSÄTZE + PRÄMIE BIS ZU 
Förderhöhe
Wärmedämmung 
(Dach, Wand etc.)
20 %25 %12.000 bis 15.000 Euro pro Wohneinheit
Austausch von
Türen und Fenstern
20 %25 %12.000 bis 15.000 Euro pro Wohneinheit
Maßnahmen zum 
sommerlichen
Wärmeschutz
20 %25 %12.000 bis 15.000 Euro pro Wohneinheit
Einbau von Smart-
Home-Technik
20 %25 %12.000 bis 15.000 Euro pro Wohneinheit
Einbau einer
Lüftungsanlage
20 %25 %12.000 bis 15.000 Euro pro Wohneinheit

Hausbesitzer, die ihr Haus ganzheitlich sanieren, erhalten über den Programmteil Wohngebäude der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG WG) besonders hohe Fördermittel. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über Zuschuss- sowie Tilgungszuschusshöhen. 

GEBÄUDE-STANDARDFÖRDERSÄTZE BIS ZU
FÖRDERhöhe
Denkmal25 bis 30 %30.000 bis 45.000 Euro pro Wohneinheit
Effizienzhaus 10027,5 bis 32,5 %33.000 bis 48.750 Euro pro Wohneinheit
Effizienzhaus 8530 bis 35 %36.000 bis 52.500 Euro pro Wohneinheit
Effizienzhaus 7035 bis 40 %42.000 bis 60.000 Euro pro Wohneinheit
Effizienzhaus 5540 bis 45 %48.000 bis 67.500 Euro pro Wohneinheit
Effizienzhaus 4045 bis 50 %54.000 bis 75.000 Euro pro Wohneinheit

Wie im Neubau verbessern sich die Konditionen auch hier durch eine nachhaltige Bauweise (NH-Paket) oder einen besonders hohen Anteil regenerativer Energien (EE-Paket). Die anrechenbaren Kosten sowie die möglichen Darlehenshöhen steigen außerdem von 120.000 Euro auf 150.000 Euro. 

Hohe Zuschüsse zur BAFA-Förderung
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BAFA-Förderung für die Heizungsmodernisierung

Hohe Zuschüsse gibt es vom BAFA nicht nur für die neue Heizungsanlage. Auch Hausbesitzer, die ihre alte Anlage modernisieren, bekommen Fördermittel über die staatliche Institution. So gibt es die BEG-Förderung vom BAFA für Maßnahmen wie:

  • den hydraulischen Abgleich der Heizung
  • die neue hocheffiziente Heizungspumpe
  • den Einbau voreinstellbarer Thermostatventile, Einzelraumregler oder Strangregulierventile
  • die erforderliche Technik zur Volumenstromregelung
  • die Integration separater Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
  • den Einbau von Pufferspeichern
  • die professionelle Einstellung der Heizkennlinie

Die BAFA-Förderung erfolgt auch hier in Form von Zuschüssen über den Programmteil Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM). Sie belaufen sich auf 20 Prozent und werden ab Juli 2021 um eine Darlehensvariante mit Tilgungszuschuss in gleicher Höhe ergänzt. Voraussetzung ist in jedem Fall ein umfassender Heizungscheck oder ein hydraulischer Abgleich. Wie die Mittel zu beantragen sind und welche Voraussetzungen dabei gelten, verrät der Beitrag Förderung für eine Heizungsoptimierung.

BAFA-Förderung für KWK-Anlagen 

Ein Pärchen informiert sich über die BAFA-Förderanträge
© vladstar - stock.adobe.com

Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen neben der Heizwärme auch elektrische Energie, die Hausbesitzer selbst verbrauchen können. Die sogenannten Blockheizkraftwerke sind effizient und schonen die Umwelt. 

Gründe, aus denen es lange Zeit eine BAFA-Förderung für die Geräte gab. Seit Januar 2021 erhalten Bauherren und Sanierer zumindest eine Vergütung für den selbst erzeugten Strom. Die BAFA-Förderung hängt hier vor allem von der elektrischen Leistung und dem Einsatz des Stroms ab. So gibt es für Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt für die ersten 60.000 Betriebsstunden:

  • 8 Cent pro Kilowattstunde für den in das Netz eingespeisten Strom
  • 4 Cent pro Kilowattstunde für den selbst verbrauchten Strom

Wer sich für eine Nano-KWK-Anlage mit maximal zwei Kilowatt elektrischer Leistung entscheidet, kann sich die Förderung auch pauschal im Voraus auszahlen lassen. Dabei gibt es für 60.000 Betriebsstunden vier Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt also maximal 4.800 Euro. Im Beitrag KWK-Vergütung informieren wir über die wichtigsten Punkte zur BAFA-Förderung.

BAFA-Förderung für die Vor-Ort-Energieberatung 

Hohe Zuschüsse bekommen Sanierer auch, wenn sie Experten mit einer ganzheitlichen Energieberatung beauftragen. Diese deckt alle Einsparpotenziale im Haus auf und hilft, die passenden Sanierungsmaßnahmen zu finden. Durch die Beratung investieren Hausbesitzer ihr Geld nur in wirklich sinnvolle Maßnahmen und profitieren von Synergieeffekten. Über das BAFA unterstützt der Staat die Beratung mit hohen Zuschüssen. So gibt es einen Zuschuss in Höhe von 80 Prozent der Kosten und maximal:

  • 1.300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern
  • 1.700 Euro bei Mehrfamilienhäusern

Soll der Energieberater die Ergebnisse der Vor-Ort-Beratung auch auf einer Eigentümerversammlung präsentieren, gibt es noch einmal 500 Euro extra.

Die BAFA-Förderung rechtzeitig beantragen 

Während sich die Antragsmodalitäten der verschiedenen BAFA-Programme in Teilbereichen unterscheiden können, haben alle doch eines gemeinsam: Bauherren oder Sanierer müssen die BAFA-Förderung rechtzeitig vor dem Beginn der Bau- oder Sanierungsarbeiten beantragen. Andernfalls verwehrt das Amt die Mittel und die hohen Zuschüsse sind verloren.

Die Infografik zeigt, wie man BAFA Fördermittel beantragt
©heizung.de

Damit es nicht zu unterschiedlichen Interpretationen kommt, wann dieser Zeitpunkt anzusetzen ist, hat das BAFA ihn genau umrissen. Dabei gelten folgende Eckdaten als „vor der Umsetzung der Maßnahmen“ bei der BAFA-Förderung der Heizung:

  • Vertragsschluss mit dem Installateur
  • Beauftragung des Installateurs
  • Abschluss eines Contracting-Vertrags mit einem Contracting-Unternehmen

Planungsleistungen können durchgeführt werden, bevor Sie den Antrag stellen. Sie zählen damit nicht zur Einschränkung. 

Datum einer Antragstellung für BAFA-Förderung der Heizung ausschlaggebend

Das Datum, an dem der Antrag beim Bundesamt eingegangen ist, gilt als Zeitpunkt für die Antragstellung. Nach dessen Eingang steht es Ihnen frei, mit der Maßnahme zu beginnen. Sie können aber auch die endgültige Entscheidung abwarten und erst dann loslegen.

Wie stellen Sie den BAFA-Förderantrag richtig?

Die Beantragung erfolgt online über die Webseite des BAFA. Hier hat der Fördergeber ein digitales Formular eingerichtet. Wichtig zu wissen ist, dass Sie für Zuschüsse und Darlehen auch die Bestätigung eines Energieberaters benötigen. Davon ausgenommen sind die Förderangebote für den Heizungstausch und die Heizungsmodernisierung. Diese lassen sich ohne Energieberater in Anspruch nehmen.  

BAFA-Zuschuss mit Fördermitteln von KfW kombinieren

Grundsätzlich lassen sich mehrere Förderprogramme für die gleiche Maßnahme nicht kombinieren. Eine Ausnahme bildet das KfW-Programm 167. Über dieses bekommen Hausbesitzer zinsgünstige Kredite, um die hohen Kosten für eine neue Umweltheizung abzufedern. Die Kredithöhe ergibt sich dabei aus den Gesamtkosten der neuen Heizung, abzüglich der BAFA-Förderung. Im Beitrag zum KfW-Programm 167 geben wir die wichtigsten Informationen.

Wichtig zu wissen: Mit der Einführung der BEG-WG-Förderung sowie der Darlehensförderung im Programmteil EM der BAFA-Förderung läuft das KfW-Programm 167 aus. Kredite mit hohen Tilgungszuschüssen gibt es dann nur noch über die Bundesförderung für effiziente Gebäude. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die BAFA-Förderung gibt es heute für viele Maßnahmen im Neubau und bei der Sanierung. Neben Umweltheizungen, KWK-Anlagen oder Maßnahmen zur Heizungsoptimierung unterstützt der Staat dabei auch andere Einzelmaßnahmen zur Sanierung, den Bau von Effizienzhäusern oder die ganzheitliche Energieberatung mit hohen Zuschüssen. Diese lassen sich nur in wenigen Fällen mit anderen Programmen kombinieren und sind grundsätzlich vor dem Beginn der Bau- oder Sanierungsmaßnahme zu beantragen. 
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