BAFA-Förderung für Neubau und Sanierung 

Im Kontext der Energiewende fördert der Staat viele Maßnahmen am eigenen Haus. Neben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es dabei auch über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlreiche Fördermittel. So zum Beispiel für eine neue Heizung, für die Optimierung bestehender Heizungsanlagen oder für die ganzheitliche Beratung durch einen Energieberater. Wir informieren über die Möglichkeiten der BAFA-Förderung und zeigen, wie die Mittel zu beantragen sind. 

BAFA-Förderung für Umweltheizungen

Entscheiden sich Bauherren und Hausbesitzer für eine neue Umweltheizung, profitieren sie in vielen Fällen auch von hohen Zuschüssen. Die BAFA-Förderung gibt es dabei über das Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ für:

  • Holz-, Pellet- und Hackschnitzelheizungen
  • Luft-, Sole- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen
  • Solarthermieanlagen für Heizung und Warmwasser

Hohe Zuschüsse für Holz- und Pelletheizungen

Holzheizungen verbrennen nachwachsende Rohstoffe sauber und effizient. Sie schonen das Klima und setzen zudem auf regenerative Energieträger aus der eigenen Region. Gründe, aus denen es für Holz-, Pellet- und Hackschnitzelheizungen auch eine BAFA-Förderung gibt. Die Höhe hängt von der Art der Heizung ab und liegt bei mindestens:

  • 2.000 Euro für Pelletöfen
  • 3.000 Euro für Pelletkessel
  • 3.500 Euro für Hackschnitzelkessel
  • 5.000 Euro für Kombikessel
  • 2.000 Euro für Holzvergaserheizungen

Höhere Zuschüsse gibt es, wenn die Heizgeräte mit Brennwerttechnik oder Partikelabscheider ausgestattet sind. Darüber hinaus steigt die BAFA-Förderung für Holzheizungen auch dann, wenn Sanierer zusätzlich eine Solaranlage installieren, ihr Haus energetisch sanieren oder auch das alte Heizsystem optimieren. Wie hoch die Mittel im Detail ausfallen, erklären wir im Beitrag Förderung für eine Holzheizung.

Übrigens: Die BAFA-Förderung gibt es auch für Partikelfilter. So erhalten Sanierer einen Zuschuss in Höhe von 750 Euro, wenn sie die Technik an ihrer alten Holzheizung nachrüsten.

BAFA-Förderung für eine neue Wärmepumpe 

Wärmepumpen nutzen einen technischen Prozess, um kostenfreie Energie aus der Erde, der Luft oder dem Grundwasser zum Heizen nutzbar zu machen. Sie funktionieren mit Gas oder Strom und sind im Neubau sowie bei einer Sanierung förderfähig. Die Höhe der BAFA-Förderung richtet sich dabei auch hier nach der Art der Wärmepumpe. So gibt es mindestens:

  • 4.500 Euro für eine gasbetriebene Wärmepumpe
  • 1.300 Euro für eine elektrische Luft-Wasser-Wärmepumpe
  • 4.000 Euro für eine elektrische Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Höhere Zuschüsse gibt es dabei, wenn:

  • die Wärmepumpe mit einem Pufferspeicher ausgestattet und von außen steuerbar ist
  • Sanierer auch eine Solaranlage oder eine Biomasseheizung installieren
  • Hausbesitzer ihr Gebäude energetisch modernisieren
  • Sanierer die bestehende Heizungsanlage optimieren

Wichtig ist, dass Bauherren und Sanierer bestimmte Anforderungen an die Jahresarbeitszahl (JAZ) erfüllen. Wie diese aussehen und alle Details zur BAFA-Förderung für Wärmepumpen erklären wir im Beitrag Förderung für eine Wärmepumpe.

Förderung vom BAFA für Solarthermieanlagen 

Solaranlagen nutzen das energiereiche Sonnenlicht, um Wärme für Heizung und/oder Warmwasser bereitzustellen. Sie kommen ohne Brennstoffkosten aus und schonen die Umwelt genau wie den eigenen Geldbeutel. Wer sich für eine Solaranlage entscheidet, kann daher auch BAFA-Fördermittel beantragen. Diese gibt es in Höhe von mindestens:

  • 500 Euro für Warmwasser-Solaranlagen
  • 2.000 Euro für die Solarthermie zur Heizungsunterstützung

Höhere Zuschüsse gibt es, wenn Sanierer auch den alten Kessel austauschen, ihre bestehende Heizungsanlage optimieren oder ihr Haus auf den KfW-Effizienzhaus-Standard bringen. 

Hohe Zuschüsse zur BAFA-Förderung
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BAFA-Förderung für die Heizungsmodernisierung

Hohe Zuschüsse gibt es vom BAFA nicht nur für die neue Heizungsanlage. Auch Hausbesitzer, die ihre alte Anlage modernisieren, bekommen Fördermittel über die staatliche Institution. So gibt es die BAFA-Förderung für:

  • die neue hocheffiziente Heizungspumpe
  • den hydraulischen Abgleich der Heizung

Wird ein hydraulischer Abgleich durchgeführt, bezuschusst das BAFA außerdem:

  • den Einbau voreinstellbarer Thermostatventile, Einzelraumregler oder Strangregulierventile
  • die erforderliche Technik zur Volumenstromregelung
  • die Integration separater Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
  • den Einbau von Pufferspeichern
  • die professionelle Einstellung der Heizkennlinie

Die BAFA-Förderung erfolgt auch hier in Form von Zuschüssen. Diese betragen dabei 30 Prozent der anfallenden Investitionskosten. Wie die Mittel zu beantragen sind und welche Voraussetzungen dabei gelten, verrät der Beitrag Förderung für eine Heizungsoptimierung.

Förderung für die Kraft-Wärme-Kopplung vom BAFA 

Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen neben der Heizwärme auch elektrische Energie, die Hausbesitzer selbst verbrauchen können. Die sogenannten Blockheizkraftwerke sind effizient und schonen die Umwelt. Gründe, aus denen es auch eine BAFA-Förderung für die Geräte gibt. Für kleine KWK-Anlagen gibt es dabei einen einmaligen Zuschuss sowie eine Vergütung für den selbst erzeugten Strom.

Zuschuss für Mini-KWK-Anlagen 

Der KWK-Zuschuss gilt für Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von 20 Kilowatt. Er gliedert sich in eine Basis- und eine Bonusförderung, wobei der Basiszuschuss von der elektrischen Leistung abhängt. So gibt es:

  • 1.900 Euro für das erste Kilowatt elektrischer Leistung
  • 300 Euro pro Kilowatt im Bereich von einem bis vier Kilowatt
  • 100 Euro pro Kilowatt im Bereich von vier bis zehn Kilowatt
  • 10 Euro pro Kilowatt im Bereich von zehn bis 20 Kilowatt

Wer ein Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von fünf Kilowatt installiert, bekommt also eine BAFA-Förderung von 2.900 Euro (1 x 1.900 Euro + 3 x 300 Euro + 1 x 100 Euro). Darüber hinaus gibt es verschiedene Boni, wenn die Geräte Strom oder Wärme besonders effizient bereitstellen. Die wichtigsten Informationen haben wir im Beitrag Förderung für ein BHKW zusammengestellt.

KWK-Vergütung für selbst erzeugten Strom 

Neben den Zuschüssen bei der Anschaffung einer KWK-Anlage gibt es auch eine Vergütung für den selbst erzeugten Strom. Die BAFA-Förderung hängt hier vor allem von der elektrischen Leistung und dem Einsatz des Stroms ab. So gibt es für Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 Kilowatt für die ersten 60.000 Betriebsstunden:

  • 8 Cent pro Kilowattstunde für den in das Netz eingespeisten Strom
  • 4 Cent pro Kilowattstunde für den selbst verbrauchten Strom

Wer sich für eine Nano-KWK-Anlage mit maximal zwei Kilowatt elektrischer Leistung entscheidet, kann sich die Förderung auch pauschal im Voraus auszahlen lassen. Dabei gibt es für 60.000 Betriebsstunden vier Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt also maximal 4.800 Euro. Im Beitrag KWK-Vergütung informieren wie über die wichtigsten Punkte zur BAFA-Förderung.

BAFA-Förderung für die Vor-Ort-Energieberatung 

Hohe Zuschüsse bekommen auch Sanierer, die Experten mit einer ganzheitlichen Energieberatung beauftragen. Denn diese deckt alle Einsparpotenziale im Haus auf und hilft, die passenden Sanierungsmaßnahmen zu finden. Durch die Beratung investieren Hausbesitzer ihr Geld nur in wirklich sinnvolle Maßnahmen und profitieren dabei auch von Synergieeffekten. Über das BAFA unterstützt der Staat die Beratung mit hohen Zuschüssen. So gibt es einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent der Kosten und maximal:

  • 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern
  • 1.100 Euro bei Mehrfamilienhäusern

Soll der Energieberater die Ergebnisse der Vor-Ort-Beratung auch auf einer Eigentümerversammlung präsentieren, gibt es noch einmal 500 Euro extra.

Die BAFA-Förderung rechtzeitig beantragen 

Während sich die Antragsmodalitäten der verschiedenen BAFA-Programme in Teilbereichen unterscheiden können, haben alle doch eines gemeinsam: Bauherren oder Sanierer müssen die BAFA-Förderung rechtzeitig vor dem Beginn der Bau- oder Sanierungsarbeiten beantragen. Andernfalls verwehrt das Amt die Mittel und die hohen Zuschüsse sind verloren.

Fördermittel von KfW und BAFA kombinieren

Grundsätzlich lassen sich mehrere Förderprogramme für die gleiche Maßnahme nicht kombinieren. Eine Ausnahme bildet das KfW-Programm 167. Denn über dieses bekommen Hausbesitzer zinsgünstige Kredite, um die hohen Kosten für eine neue Umweltheizung abzufedern. Die Kredithöhe ergibt sich dabei aus den Gesamtkosten der neuen Heizung, abzüglich der BAFA-Förderung. Im Beitrag zum KfW-Programm 167 geben wir die wichtigsten Informationen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die BAFA-Förderung gibt es heute für viele Maßnahmen im Neubau und bei der Sanierung. Neben Umweltheizungen, KWK-Anlagen oder Maßnahmen zur Heizungsoptimierung unterstützt der Staat dabei auch die ganzheitliche Energieberatung mit hohen Zuschüssen. Diese lassen sich nur in wenigen Fällen mit anderen Programmen kombinieren und sind grundsätzlich vor dem Beginn der Bau- oder Sanierungsmaßnahme zu beantragen. 
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