Arten der Lüftungs-Wärmerückgewinnung

Die Lüftungs-Wärmerückgewinnung erwärmt frische Außenluft mit der thermischen Energie der verbrauchten Raumluft. Sie sorgt dabei für ein gesundes Raumklima und niedrige Heizkosten. In den folgenden Abschnitten erklären wir, wie die Lüftungs-Wärmerückgewinnung funktioniert und welche Arten es gibt. Darüber hinaus geben wir einen Überblick über die Kosten und Fördermöglichkeiten der Technik.

Funktion der Lüftungs-Wärmerückgewinnung

Eine Lüftungsanlage tauscht verbrauchte Raumluft durch frische Außenluft. Sie sorgt damit für ausreichend Sauerstoff und beseitigt Gerüche sowie Schadstoffe aus der Wohnung. Ausgestattet mit einer Lüftungs-Wärmerückgewinnung, überträgt die Technik außerdem die thermische Energie der verbrauchten Abluft auf die kalte Außenluft. Selbst bei Temperaturen von -12 Grad Celsius strömt diese dabei mit mehr als zehn Grad Celsius in die Wohnung und entlastet die Heizung stark.

Monteur installiert Kanäle für Anlage mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung

Wärmerückgewinner im Vergleich

Je nach Aufbau unterscheidet man heute verschiedene Arten der Lüftungs-Wärmerückgewinnung. Diese sind:

  • rekuperative Wärmeübertrager
  • regenerative Wärmeübertrager
  • Lüftungs-Wärmerückgewinnung mit Wärmepumpe

Rekuperative Wärmeübertrager ohne Vermischung von Zu- und Abluft

Bei einem rekuperativen Wärmeübertrager strömt die kalte Außenluft direkt an der warmen Abluft vorbei. Während die Energie dabei von dem einen auf den anderen Luftstrom übergeht, verhindern Trennwände, dass sie sich vermischen. Das heißt, dass keine Bestandteile der Abluft (Gerüche, Partikel, Feuchtigkeit) auf die Zuluft übergehen.

Ein typisches Beispiel für diese Art der Lüftungs-Wärmerückgewinnung ist der Plattenwärmeübertrager, der heute in vielen Geräten für die kontrollierte Wohnraumlüftung eingesetzt wird. Er ist günstig und eignet sich auch für hygienisch anspruchsvolle Anwendungen.

Regenerative Wärmeübertrager mit Vermischung der Luftströme

Regenerative Technologien übertragen die Wärme dagegen mithilfe eines festen oder beweglichen Speichermediums. Wird dieses von der warmen Abluft durchströmt, nimmt es Energie auf und erwärmt sich selbst. Strömt dann zeitversetzt die kühle Außenluft über das gleiche Medium, gibt es die gespeicherte Energie an diese ab. Im Gegensatz zur Lüftungs-Wärmerückgewinnung auf rekuperativer Basis können dabei Inhaltstoffe der alten auf die frische Luft übergehen.

Typische Beispiele sind Rotations- und Umschaltwärmeübertrager. Die Rotationsgeräte kommen bei zentralen Lüftungsgeräten zum Einsatz. Sie bestehen aus einem Bündel einzelner Kanäle, die sich kontinuierlich durch den Ab- und den Zuluftstrom bewegen. Dabei gewinnen sie neben der Wärme auch Feuchte zurück und sorgen so für ein gesundes Raumklima. Umschaltwärmeübertrager kommen dagegen bei der dezentralen Lüftungs-Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Hier befinden sie sich in Wandgeräten, die Luft abwechselnd aus und in einen Raum transportieren.

Lüftungs-Wärmerückgewinnung über eine Wärmepumpe

Soll die Wärme der verbrauchten Abluft zurückgewonnen werden, funktioniert das auch mit einer Wärmepumpe. Diese nimmt die thermische Energie der Abluft auf, hebt ihr Temperaturniveau an und erwärmt dann die kalte Außenluft. Günstig ist das vor allem dann, wenn die Zu- und Abluftkanäle nicht unmittelbar aneinander vorbeiführen. Denn das ist Voraussetzung für den Einsatz rekuperativer oder regenerativer Wärmerückgewinner.

Lüftungsarten im Überblick

Je nach dem, auf welchen Wegen die Luft durch das Gebäude strömt, unterscheidet man zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen.

Dezentrale Geräte für einzelne Räume und Wohnungen

Die dezentrale Wohnraumlüftung sorgt mit einzelnen Wandgeräten für den benötigten Luftaustausch. Sie lassen sich in der Außenmauer eines Gebäudes installieren und führen die Luft abwechselnd nach außen und nach innen. Die Wärme der Abluft geht dabei auf ein integriertes Speichermedium über, bevor sie die kalte Außenluft erwärmt.

Dezentrale Geräte mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung eignen sich vor allem bei einer Sanierung. Denn ohne ein aufwendiges Kanalnetz passen sie sich den vorherrschenden Raumbedingungen problemlos an. So sind Brand- und Schallschutzanforderungen auch im Mehrfamilienhaus meist gut einzuhalten.

Zentrale Geräte mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung

Bei der zentralen Wohnraumlüftung übernimmt ein Gerät  alle Funktionen zur Luftbehandlung. Möglich ist dabei zum Beispiel das Heizen, Kühlen, Be- oder Entfeuchten der frischen Luft. Damit diese jedoch zu allen Räumen im Gebäude gelangt, ist ein verzweigtes Kanalnetz erforderlich. Dieses transportiert die Außenluft zum Lüftungsgerät, die Zuluft in den Raum, die Abluft zurück zum Zentralgerät und die Fortluft aus dem Gebäude.

Während zentrale Anlagen meist höhere Wärmerückgewinnungsgrade erreichen, lassen sie auch in Sachen Komfort keine Wünsche offen.

Kosten und Fördermittel der Lüftungsanlagen

Die Kosten der Geräte mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung unterscheiden sich abhängig vom gewählten System und der Größe des Gebäudes. Dezentrale Geräte zum Belüften einzelner Räume gibt es heute für weniger als 500 Euro. Geht es um das Versorgen kompletter Wohnungen oder Einfamilienhäuser, fallen dagegen Kosten von 1.500 bis 2.500 Euro.

Zentrale Lüftungsanlagen bieten im Vergleich zwar mehr Effizienz und einen höheren Komfort, sind aber auch teurer. Dafür sorgt das notwendige Kanalnetz zum Transport der Luftmassen im Haus. Für einzelne Wohnungen oder Einfamilienhäuser muss man dabei mit Kosten von 4.000 bis 8.000 Euro rechnen.

Bei beiden Arten gilt, dass die Investitionen mit zunehmender Gebäudegröße steigen.

Fördermittel für Anlagen mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung

Entscheiden sich Hausbesitzer für den Einbau einer Lüftungsanlage zahlt die Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) zehn Prozent der anfallenden Kosten. Möglich ist das über das Programm 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“. Die Mittel gibt es sowohl für zentrale als auch für dezentrale Geräte. Wichtig ist jedoch, dass folgende Voraussetzungen eingehalten sind:

  • Der Bauantrag/ die Bauanzeige für das Gebäude wurde vor dem 01.02.2002 gestellt.
  • Die Anlage muss effizient und energiesparend sein.
  • Die Luftdichtheit des Gebäudes ist durch einen Blower-Door-Test nachzuweisen.
  • Die eingesetzten Geräte müssen der Öko-Design-Richtlinie entsprechen.

Alternativ zum KfW-Zuschuss, profitieren Hausbesitzer mit dem Programm 151/ 152 „Energieeffizient Sanieren – Kredit“ von günstigen Darlehen. Ein Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent senkt dabei den zurückzuzahlenden Betrag.

Vorzüge einer Anlage mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung

Die Lüftungstechnik sorgt unabhängig vom Nutzer für optimale klimatische Bedingungen. Ausgestattet mit einem Wärmerückgewinner funktioniert das sogar besonders effizient. Vorzügen der Geräte mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung sind:

  • sicherer Schutz vor Schimmel in Haus und Wohnung
  • ausreichend Sauerstoff für eine hohe Behaglichkeit
  • niedrige Geruchs- und Schadstoffbelastung für gesunde Raumluft
  • Schallschutz sorgt auch in lauten Regionen für hohen Komfort beim Lüften
  • wirksame Filter erleichtern das Leben für Allergiker
  • Wärmerückgewinner senken die Heizkosten
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Eine Anlage mit Lüftungs-Wärmerückgewinnung sorgt komfortabel für frische Luft. Darüber hinaus nutzt sie die Energie der verbrauchten Raumluft, um die kühle Außenluft zu erwärmen. Das entlastet die Heizung und spart Kosten. Je nach Art der Luftverteilung unterscheidet man dezentrale und zentrale Lüftungsanlagen. Bei einer Sanierung werden effiziente Geräte mit hohen Zuschüssen gefördert.

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