Alles im Griff mit der Heizungssteuerung

Der Begriff Heizungssteuerung wird in der Praxis doppeldeutig genutzt. Einerseits sind natürlich alle Thermostate eine Art der Heizungssteuerung. Andererseits sind damit aber auch komplexere Installationen gemeint, welche den Bewohnern noch mehr Flexibilität und Automatisierung hinsichtlich des Heizungssystems liefern.

Notwendigkeit der Heizungssteuerung

Eines wird bereits anhand des Begriffes deutlich: bei dieser Komponente geht es darum die Heizung zu steuern. Eine entsprechend bewusst durchgeführte Einstellung ist deshalb einerseits für den heimischen Komfort, vor allem aber auch aufgrund eines energieeffizienten Umgangs notwendig. Die Steuerung kann zudem bei Bedarf selber eingreifen. Etwa, um unter anderem systemimmanente Temperaturen von einer wasserführenden Zentralheizung an den notwendigen Bedarf anzupassen. Das hat direkten Einfluss auf die Vorlauf- und die Rücklauftemperatur des Heizsystems. Dadurch wird wiederum eine Brücke zur Effizienz der ganzen Anlage geschlagen.

Definition:

Gemäß DIN 19 226 Teil 1 ist das Steuern ein Vorgang in einem System, bei dem eine oder mehrere Größen als Eingangsgrößen andere Größen als Ausgangsgrößen aufgrund der dem System eigenen Gesetzmäßigkeiten beeinflussen. 

Während zwischen einer Heizungssteuerung und einer Heizungsregelung zwar Grenzen gezogen werden sollte, ist dies in der Praxis oft nicht der Fall. Deshalb werden beide Begriffe häufig synonym zueinander genutzt, obwohl sie sich in einigen Details unterscheiden. Vereinfacht ausgedrückt sorgt die Heizungssteuerung "lediglich" für das Erreichen der Wunschtemperatur, ohne dabei eine Rückmeldung an das Steuergerät zu senden. Die Heizungsregelung hingegen vergleicht die Soll- und Ist-Größe permanent miteinander. Sie stellt somit sicher, dass die Soll-Größe nicht nur erreicht wird, sondern auch konstant bleibt. Die Heizungssteuerung ist hingegen durch einen offenen Wirkungsweg geprägt. Das heißt eine Eingangsgröße beeinflusst eine Prozessgröße. Der sich dadurch einstellende Wert wird durch die Steuerung jedoch nicht überprüft.Abweichungen wirken sich nicht auf den Steuerungsprozess aus. Für einen tadellosen Betrieb wird aber auf beides zurückgegriffen: also sowohl auf die Steuerung als auch die Regelung.

Unterschiede bei der Heizungssteuerung

Nun existieren in diesem Bereich, wie so häufig bei technischen und/oder mechanischen Anlagen, natürlich weitere Abgrenzungen. Einerseits existiert die manuelle Steuerung, bei der kein extern vorhandener Regler verwendet wird. Stattdessen wird die Vorlauftemperatur über einen Regelmechanismus selber so konfiguriert, wie sie aktuell benötigt wird. Das Gegenteil ist die automatisierte Steuerung, bei der das Gerät unter anderem via Funk mit dem Heizsystem kommunizieren kann. Da hier eine Automatisierung erfolgt, wird diese Gruppe der Heizungssteuerungen erneut zweigeteilt: diesmal in die außentemperaturgeführten und die innentemperaturgeführten Steuereinheiten.

Wie die Namen schon vermuten lassen, orientiert sich die Steuerung an jeweils unterschiedlichen Werten. Entweder an der aktuellen Außentemperatur oder an der Temperatur in den Innenräumen. Bei einer innenraumgeführten Steuerung wird mit Bimetallreglern oder Bimetallthermometer und einer "Ein" oder "Aus" Konfiguration gearbeitet. Dies ist heutzutage aber seltener, da diese Installationen bereits als veraltet gelten.

Digitaler Thermostat zur Heizungssteuerung
© panthermedia.net / mblach

Mehr Präzision und Komfort liefert die Kaskadenregelung

Die sogenannte "Kaskadenregelung" ist wesentlich präziser als die veraltete Heizungssteuerung und bietet zudem mehr Komfort. Bei dieser können die zu regulierenden Grenzen in Abschnitte unterteilt werden, wodurch sie natürlich viel präziser arbeitet, als wenn die Regelung entweder aus- oder eingeschaltet ist. Die Heizungssteuerung stellt außerdem automatisch fest, welche Vorlauftemperatur notwendig wird, um die gewünschte Temperatur zu erzielen - und lässt dabei die aktuell ermittelte Raumtemperatur einfließen. Das ist effizient und spart bares Geld.

Die außentemperaturgeführte Steuerung

Die eingangs erwähnte zweite Option ist die an der Außentemperatur geführte Steuerung. Diese orientiert sich an der aktuellen Witterung und arbeitet dafür mit einer Heizkurve beziehungsweise Heizkennlinie. Je nach Gebäude und spezifischer Konstruktion unterscheidet sich die Heizkurve zwischen einzelnen Modellen. Sie wird vom Fachmann festgelegt, wenn dieser das System installiert. Anhand der Witterung in den Außenbereichen lässt sich dann feststellen, wie hoch die Vorlauftemperatur bemessen sein muss, um den Soll-Wert in den Innenräumen zu erreichen.

Ganz einfach: Heizungssteuerung via Smart Home

Ein Teilbereich, welcher in den letzten Jahren immer populärer wurde, sind die Steuereinheiten für Smart Home. Diese erfüllen nicht nur die eben genannten Aufgaben, sondern kommunizieren zugleich mit anderen Geräten, reagieren auf Bewegungsmelder und kümmern sich mitunter sogar um die Erzeugung der Energie. Eine Smart Home Heizungssteuerung wird von mehreren Anbietern entwickelt. Bei einer nachträglichen Integration ist nicht nur auf den reinen Funktionsumfang zu achten, sondern auch auf die Kompatibilität zu anderen Geräten, die Energieerzeugung und natürlich das Heizsystem selber.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Mit der Heizungssteuerung können Hausbesitzer und Hausbewohner einen Eingriff in die Heizleistung des Kessels vornehmen. Die Steuerung selbst orientiert sich entweder an der Außentemperatur oder an der Temperatur in den Innenräumen. 
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