Vergleich Hybridheizung und Solarthermie

Stehen Sie vor der Frage, ob Sie eine thermische Solaranlage besser eigenständig nutzen oder in eine Hybridheizung integrieren? Oder steht eine Entscheidung zwischen einer Hybridheizung mit oder ohne solarthermischer Heizungsunterstützung an? Diese Optionen sind bei einem Vergleich Hybridheizung vs. Solarthermie besonders interessant und daher das zentrale Thema dieses Artikels.

Vergleich Hybridheizung vs. Solarthermie: Die Solarthermie

Die Hybridheizung ist ein Heizsystem, das selbst aus verschiedenen Wärmeerzeugern besteht. So lassen sich zum Beispiel Wärmepumpen und Gas- oder Ölheizungen in einem kompakten Gerät miteinander kombinieren. Denkbar ist darüber hinaus aber auch die Verbindung von Brennwert- oder Umweltheizungen mit einer Solaranlage. Letztere gewinnen thermische Energie aus der kostenfreien Strahlung der Sonne. Damit das funktioniert, bestehen sie aus Solarkollektoren, einem Trinkwasserspeicher, Rohrleitungen und einer Solarpumpe. Einsetzen lässt sich eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung oder zur Heizungsunterstützung. 

Solarthermie für Warmwasserbereitung

Anlagen für reine Brauchwassererwärmung punkten beim Vergleich der Hybridheizung mit der Solarthermie durch relativ geringen Installationsaufwand und niedrige Installationskosten. So gibt es die nötige Technik bereits für 3.500 bis 5.000 Euro.

Eine ausschließlich für die Warmwasserbereitung genutzte Solarthermie ist dabei in neuen und alten Gebäuden interessant. Sie entlastet den Kessel und sorgt dafür, dass dieser außerhalb der Heizperiode fast nie anspringen muss. Das schont wiederum die Technik und senkt mit dem Energieverbrauch auch die jährlichen Heizkosten. Ein direkter Vergleich von Solarthermie und Hybridheizung ist in einem solchen Szenario nicht sinnvoll. Denn die Solaranlage ist dabei ein Teil der hybriden Heizungsanlage.

Frau und Mann schauen sich den Vergleich zwischen Hybridheizung und Solarthermie auf dem Notebook an
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Solaranlage zur Unterstützung der Heizung

Speist eine Solar-Heizung die gewonnene Wärme direkt in den Pufferspeicher der Heizung, unterstützt sie den konventionellen Kessel auch bei der Bereitstellung von Raumwärme. Das setzt größere Kollektoren voraus, geht dafür aber auch mit höheren Einsparungen einher. Die Kosten für eine solche Anlage liegen bei etwa 8.000 bis 12.000 Euro. Aber auch hier ist ein direkter Vergleich von Solarthermie und Hybridheizung nicht sinnvoll, da die Solaranlage selbst ein Teil der hybriden Heizungsanlage ist.

Autarke Solaranlagen für Heizung und Warmwasser

Sinnvoller ist ein Vergleich der Hybridheizung mit einer Solaranlage, die allein für warme Räume und warmes Wasser sorgt. Da die Anlagen die meiste Wärme im Sommer gewinnen, der höchste Verbrauch allerdings im Winter stattfindet, muss die thermische Energie über die Jahreszeiten gerettet werden. Möglich ist das mit Speichern, die im Einfamilienhaus gut 10.000 Liter Wasser aufnehmen können. Diese erwärmen sich im Sommer, damit sie die eingelagerte Wärme den ganzen Winter über an das Haus abgeben können. Neben hohen Kosten und sehr viel Platz im Haus stellt das auch hohe Anforderungen an die Energieeffizienz. So müssen Gebäude so konzipiert sein, dass sie möglichst wenig Wärme verlieren. Außerdem müssen Fensterflächen so ausgerichtet sein, dass bereits die Einstrahlung der Sonne viel Wärme in das Haus bringt. Im Gebäudebestand ist solch ein System daher nur selten realisierbar. 

Die Hybridheizung im Vergleich mit der Solarthermie

Im Vergleich von Hybridheizung und Solarthermie stellt die Hybridheizung ein besonders flexibles System dar. Denn wie bereits beschrieben, besteht es aus verschiedensten Wärmeerzeugern, die sich in einer Anlage miteinander kombinieren lassen. Einfach, kompakt und effizient ist dabei die Verbindung von Wärmepumpe und Gas- oder Ölbrennwertheizung, die teilweise aus nur einem Heizgerät und einer Außeneinheit für die Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht. Die Anlagen kosten zwischen 8.000 und 15.000 Euro und lassen sich im Neubau wie auch im Altbau installieren. Während die Wärmepumpe dabei über weite Teile des Jahres die Grundlast der Wärmeversorgung übernimmt, springt der konventionelle Wärmeerzeuger erst dann an, wenn der Betrieb der Umweltheizung zu teuer wird oder deren Leistung nicht mehr ausreicht. 

Interessante Kombinationen bestehen auch aus Öl- oder Gasheizungen mit Scheitholzkesseln. Letztere verursachen einen hohen manuellen Aufwand und heizen nur, wenn Verbraucher regelmäßig Holz nachlegen. Sind die Hausbesitzer einmal nicht da, kann die konventionelle Heizung übernehmen und das Gebäude sicher mit Wärme Versorgen. Das Gute daran: Auch ältere Gas- oder Ölheizkessel lassen sich dabei mit neuen Wärmeerzeugern kombinieren. Nötig sind dazu lediglich ein Pufferspeicher und eine moderne Regelung. 

Hybridheizung mit oder ohne Solarthermie: Wann lohnt was? 

Wer einen bestehenden Gas- oder Ölkessel entlasten und Heizkosten sparen möchte, findet in der Kombination mit Solar eine günstige und interessante Lösung. Sie lässt sich nahezu überall einsetzen und kommt mit wenig Platz im Haus aus. Einsetzbar ist die Technik auch im Neubau, wobei auch Kombinationen von Wärmepumpen und Solaranlagen sinnvoll sind. Wer ein besonders ausgefeiltes Heizsystem sucht und viel Platz im Haus hat, kann auch Holz- und Brennwertheizungen kombinieren, um Heizkosten zu sparen. 

Die Beispiele zeigen: Ein einfacher Vergleich von Hybridheizung und Solarthermie ist oft nicht möglich. Auch eine Aussage darüber, ob die Solarthermie eine wirtschaftliche Ergänzung ist, lässt sich kaum pauschal geben. Entscheidend sind hier Nutzerwünsche und eine Reihe individueller Einflussfaktoren. Ein Heizungsbauer kann diese analysieren. Er kann Kosten und Einsparungen vergleichen und eine zuverlässige Antwort geben. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Den Vergleich Hybridheizung vs. Solarthermie gewinnt keins der beiden Systeme alleine, sondern eine Kombination, deren Komponenten sich vorteilhaft ergänzen. Gerade die Verbindung von Solarthermie und Wärmepumpe kann die Wirtschaftlichkeit der regenerativen Heiztechnik spürbar erhöhen.
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