Der Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe

Wenn Sie zwischen einer Gasheizung oder einer Wärmepumpe schwanken, kann Ihnen dieser Vergleich Gasheizung vs. Wärmepumpe Aufschluss darüber geben, wo die einzelnen Stärken und Schwächen beider Systeme liegen. Diese sind für Laien auf den ersten Blick oft nicht immer ersichtlich, weshalb sie im Heizungsvergleich Gasheizung vs. Wärmepumpe kompakt gegenübergestellt werden.

Funktionsweise im Vergleich: Gasheizung und Wärmepumpe 

Geht es um einen Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe, sollten Interessierte zunächst die Funktionsweisen beider Systeme kennen. Denn diese unterscheiden sich grundlegend. Sie wirken sich darüber hinaus auch auf die Kosten und die Einsatzbereiche der Heizsysteme aus.

Gasheizung arbeitete effizient mit Brennwerttechnik 

Die Gasheizung ist heute in Form wandhängender Thermen oder bodenstehender Kessel erhältlich. Beide Systeme verbrennen Erd- oder Flüssiggas, um ausreichend Wärme für Haus und Warmwasser zu erzeugen. Besonders effizient funktioniert das, wenn dabei auch die sogenannte Brennwerttechnik zum Einsatz kommt. Denn diese kühlt die Abgase der Verbrennung mit dem kühlen Heizungswasser aus dem Rücklauf. Dabei kondensiert Wasserdampf und verborgene Energie wird frei. Diese erwärmt das Heizungswasser, entlastet den Brenner und sorgt für einen sinkenden Brennstoffverbrauch. Als Folge dessen sinken die Heizkosten und die Umwelt im Vergleich zu älteren Standard- oder Niedertemperaturkesseln geschont.

Wärmepumpe nutzt Umweltenergie für die Beheizung 

Im Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe kommt Letztere ganz ohne Verbrennung und Schornstein aus. Denn die Wärmepumpe nutzt einen technischen Prozess, um Wärme aus der Luft, der Erde oder dem Wasser zum Heizen nutzbar zu machen. Damit das funktioniert, überträgt ein Wärmetauscher (Verdampfer) Umweltwärme auf ein Medium, das bereits bei sehr geringen Temperaturen verdampft. Ist das geschehen, strömt das sogenannte Kältemittel zu einem Verdichter (Scrollverdichter). Dieser hebt mit dem Druck auch das Temperaturniveau des Kältemitteldampfes an. Liegt die Temperatur über der Vorlauftemperatur der Heizung, strömt der Dampf über einen zweiten Wärmeübertrager (den Verflüssiger). Hier gibt er die mitgeführte Energie an das Heizungswasser ab, das sich dabei erwärmt. Der Kältemitteldampf kühlt sich unterdessen ab. Er verflüssigt, nimmt seinen Ausgangszustand wieder ein und wird dem Prozess erneut zugeführt. 

Durch diesen Prozess kann eine Wärmepumpe ein vielfaches der Energie des aufgenommenen Stroms zur Gebäudebeheizung nutzbar machen. 

Kosten im Vergleich: Gasheizung und Wärmepumpe

Die Anschaffungs- und Betriebskosten sind wichtige Argumente, wenn es um den Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe geht. In Bezug auf die Anschaffungskosten schneidet die Gasheiztechnik dabei am besten ab. Denn neue Heizungen sind bereits für 6.000 bis 8.000 Euro erhältlich. Eine Wärmepumpe ist meist teurer. Während es vergleichsweise günstige Luft-Wasser-Wärmepumpen für 8.000 bis 12.000 Euro gibt, kosten Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen deutlich mehr. Abhängig davon, wie Verbraucher die Umweltenergiequelle erschließen (Flachkollektoren, Sondenbohrungen oder Brunnen) liegen die Kosten hierfür bei 12.000 bis 20.000 Euro. Eine konkrete Aussage kann hier jedoch nur ein Experte aus der eigenen Region treffen. Dieser analysiert das Vorhaben und kalkuliert ein individuelles Angebot. 

Förderung im Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe 

Wichtig: Wer die Anschaffungskosten von Gasheizung und Wärmepumpe einem Vergleich unterzieht, muss auch die möglichen Fördermittel berücksichtigen. Wie hoch diese sind, erklären die Beiträge:

Hand streicht Checkliste ab - Vergleich Gasheizung und Wärmepumpe
© jannoon028 | Fotolia

Laufende Kosten hängen vom Haus ab 

Die laufenden Kosten im Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe hängen immer auch vom Haus ab. Gasthermen oder Kessel arbeiten dabei nur dann besonders effizient, wenn die Rücklauftemperaturen im Heizsystem bei weniger als 50 Grad Celsius liegen. Andernfalls kondensiert der Wasserdampf im Abgas nicht und die verborgene Wärme geht verloren. Bei einem Energiebedarf von 12.000 Kilowattstunden kostet das Erdgas der Gasheizung etwa 720 Euro im Jahr. Hinzu kommen Ausgaben für Strom und Wartung, die sich auf etwa 50 Euro im Jahr belaufen.

Genau wie die Ausgaben der Gasheizung hängen auch die Betriebskosten der Wärmepumpe vom Haus ab. Entscheidend ist hier vor allem die Vorlauftemperatur der Heizung. Diese sollte möglichst nah an der Temperatur der Umweltenergiequelle liegen. Denn so muss der Verdichter nur einen kleinen Temperaturhub realisieren und die Ausgaben fallen günstiger aus. Bei einem Energiebedarf von 12.000 Kilowattstunden liegen die Stromkosten einer Wärmepumpe bei unter 700 Euro. Arbeitet die Wärmepumpe mit sehr hohen Heiztemperaturen, können die Kosten höher ausfallen.

Experten können die Heizkosten abschätzen

Wie die vorherigen Abschnitte zeigen, können die laufenden Kosten im Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe sehr unterschiedlich ausfallen. Einflussfaktoren sind dabei vor allem die Eigenschaften der Häuser sowie der Umweltenergiequellen. Um eine fundierte wirtschaftliche Entscheidung treffen zu können, sollten Verbraucher daher immer einen Experten zurate ziehen. Energieberater können die Situation vor Ort prüfen und die Kosten individuell ermitteln.

Einsatzgebiete im Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe

Gasheizung und Wärmepumpe: Beide Heizsysteme erzeugen Wärme für Heizung und Warmwasser. Ihre Funktionsweise unterscheidet sich aber grundlegend. Ähnlich verhält es auch mit den Einsatzbereichen. Ein Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe zeigt, wann welches System am besten geeignet ist.  

Gasheizungen sind heute fast überall einsetzbar

Gasheizungen sind kompakt, sparsam, günstig und anspruchslos. Hersteller produzieren die Geräte in ganz unterschiedlichen Leistungsbereichen und ermöglichen so einen flexiblen Einsatz der Technik. Wenn eine öffentliche Gasversorgungsleitung in der Nähe ist (alternativ Flüssiggas) und das Haus mit Rücklauftemperaturen von maximal 50 Grad Celsius noch ausreichend warm wird, verrichtet die Gasheizung zuverlässig ihren Dienst. Fordert der Gesetzgeber auch einen Anteil erneuerbarer Energien, lässt sich die Technik auch mit Solarthermie kombinieren.

Wärmepumpe eignet sich für Energiesparhäuser 

Wärmepumpen sind besonders sparsam, wenn das Heizsystem mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt. Denn dann ist der Unterschied zwischen Energiequell- und Heizmitteltemperatur niedrig. Der Verdichter muss weniger leisten und der Stromverbrauch sinkt auf ein minimum. Im Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe sind Wärmepumpenanlagen daher sehr gut für energetisch modernisierte oder neu gebaute Häuser geeignet. Günstig ist dabei auch die Kombination mit einer Flächenheizung, die bei niedrigsten Vorlauftemperaturen ausreichend Wärme in das eigene Haus einbringt. Im Altbau ist die Kombination von Gasheizung und Wärmepumpe denkbar. Die sogenannte Hybridheizung arbeitet dabei weite Teile des Jahres mit kostenfreier Umweltwärme und schaltet die Gasheizung nur dann zu, wenn der Wärmebedarf besonders hoch ist. 

Übrigens: Wer die Wärmepumpe mit Solarthermie kombiniert, steigert die Effizienz der Heizung weiter. Denn dann muss die Umweltheizung über weite Teile des Jahres kein Warmwasser bereiten. Die erforderliche Heizmitteltemperatur ist niedriger und die Verbrauchskosten sinken.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Im Vergleich von Gasheizung und Wärmepumpe punkten beide Systeme mit zahlreichen Vorteilen. Während die Gasheizung günstig, effizient und platzsparend ist, arbeitet die Wärmepumpe besonders energiesparend und umweltschonend. Das gilt zumindest dann, wenn das Haus zur Anlage passt. So eignen sich Gasheizungen vor allem für Altbauten, während Wärmepumpen am besten in neuen und sanierten Gebäuden zum Einsatz kommen. Interessant ist darüber hinaus auch die Kombination von Gasheizung und Wärmepumpe. 
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