Ein direkter Vergleich: Holz- oder Ölheizung?

Sind Sie sich noch unsicher, ob eine Holz- oder Ölheizung besser zu Ihren individuellen Ansprüchen und Präferenzen passt? Wir haben die beiden Heizsysteme gegenübergestellt und Aspekte wie Umweltfreundlichkeit, Handhabung, Anschaffungs- und Betriebskosten für Sie verglichen.

Holz und Öl im Vergleich der Umweltfreundlichkeit

Im Zeitalter des stetigen Wandels hin zu regenerativen Energiequellen spielt die Umweltfreundlichkeit des Heizsystems für viele Anwender eine große Rolle. Die Entscheidung, wer hier im Heizungsvergleich Ölheizung versus Holzheizung mit vielen Pluspunkten herausgeht, zeigt sich relativ deutlich, wenn man einen Blick auf die eingesetzten Rohstoffe und deren Abgaswerte wirft. 

Mit Kreide gezeichnete Glühbirne zur Symbolisierung des Vergleich Ölheizung / Holzheizung
© eyeretina / Fotolia

Liegt die Holzheizung klar vorne?

Der Schadstoffausstoß ist bei einer Ölheizung erwartungsgemäß hoch, schließlich werden fossile, endlich vorhandene Brennstoffe in Form des Heizöls verbrannt. Bioöl reduziert die schädlichen Abgase zwar ein wenig, aber diese sind trotzdem noch höher als bei einer Holzheizung. Letztere verwendet im Übrigen auch einen nachwachsenden Rohstoff. Im Vergleich von Holz und Öl hat das Holzheizsystem also deutlich die Nase vorn, wenn es um die Umweltfreundlichkeit geht. Dies gilt jedoch nur für den Bereich des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes. Denn davon verursachen vor allem alte Ölkessel enorme Mengen. Ein besonderer Faktor für diese Heizungen besteht zudem in der Rußbildung.

Etwas anders gestaltet sich die Sachlage, wenn der Fokus auf anderen Komponenten der Abgase liegt. Denn vor allem beim Kohlenmonoxid und bei den Stickoxiden liegen mit Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz betriebene Holzheizungen weit vorne. Darüber hinaus produzieren diese Heizkessel deutlich mehr Feinstaub als Ölheizungen. Vor allem dann, wenn sie schlecht gewartet sind und ineffizient laufen. 

Die folgende Tabelle zeigt die CO2- und Feinstaubemissionen von Ölheizung und Holzheizung im Vergleich (Quelle: Umweltbundesamt/ depi e.V.):

HeizungsartCO2-EmissionenFeinstaubemissionen
Pelletkessel23 g/kWh73 mg/kWh
Pelletofen 22 g/kWh116 mg/kWh
Hackschnitzelheizung28 g/kWh76 mg/kWh
Holzvergaserkessel17 g/kWh144 mg/kWh
Kamin für Scheitholz26 g/kWh382 mg/kWh
Ölheizung318 g/kWh22 mg/kWh

Schlussfolgerung zum Einfluss auf die Umwelt

Der Vergleich zeigt, dass Holzheizsysteme in Sachen CO2-Emissionen deutlich günstiger sind. Vor allem Kamine erzeugen dafür aber viel mehr Feinstaub als eine Ölheizung. Wichtig zu wissen ist, dass sich die hohen Feinstaubemissionen mit einem entsprechenden Partikelfilter auf ein Minimum reduzieren lassen. 

Wer für Heizsysteme mit Öl und Holz einen Vergleich aufstellt, sollte auch die Produktion des Brennstoffs berücksichtigen. Dabei gilt: Die Nutzung von Pellets aus Reststoffen und von Holz, dass als Nebenprodukt anfällt, ist grundsätzlich ressourcenschonender als Holzpellets aus Frischholz. 

Preisvergleich von Holz und Öl 

Holzheizungen werden mit Holz betrieben, welches wahlweise gepresst in Form von Pellets kommt, als unbearbeitete Hackschnitzel oder als Scheite, welche vor allem im Kamin und im Holzvergaserkessel Verwendung finden. Holz ist bei nachhaltigem Einsatz unendlich vorhanden, Öl als fossiler Brennstoff hingegen nur bedingt. 

Die Preise für Heizöl befinden sich seit Anfang 2021 wieder im Aufwärtstrend. Sie sind von zahlreichen Einflussfaktoren abhängig und können zum Teil stark schwanken. Häufig spielen hier auch politische Rahmenbedingungen eine Rolle. Denn Rohöl muss im überwiegenden Maße importiert werden. Die folgende Tabelle zeigt einen Preisvergleich von Holz und Öl, wobei bei Holzheizungen weiter zwischen dem Betrieb mit Scheitholz, Pellets und Hackschnitzeln unterschieden werden muss. 

Energieträger

Energiepreis

Heizkosten
(bei 15.000 kWh)
Wartung und 
Schornsteinfeger
Scheitholz6,42 ct/kWh963 €/a200 bis 300 €/a
Hackschnitzel3,00 ct/kWh 450 €/a200 bis 300 €/a
Pellets4,53 ct/kWh 680 €/a200 bis 300 €/a
Heizöl6,32 ct/kWh 948 €/a100 bis 250 €/a

(Stand Mai 2021; Quellen: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF); C.A.R.M.E.N. e.V.; )

Die Tabelle zeigt: Wer die Entscheidung Holz- oder Ölheizung allein von den Brennstoffkosten abhängig macht, kommt oft mit einer Holzheizung günstiger davon. Im Vergleich verursacht eine Ölheizung dafür geringere Ausgaben für Wartung und Schornsteinfeger. 

Anschaffungskosten für das Heizen mit Öl und Holz im Vergleich

Bei einem Vergleich von Holz- und Ölheizung dürfen die Anschaffungskosten natürlich nicht fehlen. Hier sind Holzheizsysteme im Nachteil. Das Gerät selbst (bei einer Pelletheizung) kostet ungefähr 9.000 bis 10.000 Euro. Zusätzlich kommen rund 1.500 Euro für Pufferspeicher und das Lager sowie etwa 1.500 Euro für die Installation selbst hinzu. Das ergibt circa 12.000 bis 15.000 Euro im Durchschnitt. Holzvergaserkessel sind mit 8.000 bis 12.000 Euro günstiger, in der Bedienung dafür aber mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden. Mit dem Brennstoff Öl betriebene Heizungen sind deutlich günstiger. Sie kosten rund 7.000 bis 8.000 Euro, wovon 4.000 Euro für das Gerät selbst anfallen.

Preise variieren stark nach Region, Hersteller und Dienstleister

Grundsätzlich variieren die Preise für eine Ölheizung oder Holzheizung jedoch stark nach Region, Hersteller und Dienstleister. Die angegebenen Kosten können demnach nur Richtwerte sein. Denn auch Ausstattung und individuelle Anpassungen spielen eine Rolle. Im besten Falle lassen Sie sich von einem geschulten Installateur beraten und können anhand dieser Informationen entscheiden, ob eine Holz- oder Ölheizung besser zu Ihnen passt. 

Einfluss des Energiegehalts

Heiz- und Brennwert geben den Energiegehalt eines Brennstoffes an. Letzterer ist dabei immer etwas höher. Werden Heiz- und Brennwert von Holz und Öl im Vergleich betrachtet, schneidet der fossile Brennstoff besser ab. Dieser enthält also mehr Energie. Bei der Betrachtung und letztendlichen Kostenkalkulation sind aber immer auch der individuelle Verbrauch und die aktuellen Brennstoffkosten zu berücksichtigen.  

Holzheizung rentiert sich dank Förderung schneller

Werden die Kosten für beide Heizsysteme nach 15 Jahren verglichen, hat die Holzheizung aufgrund der geringeren laufenden Kosten und der geringeren Rohstoffpreise oft die Nase vorn. Die eingangs hohe Investition rechnet sich dabei in einem überschaubaren Zeitraum. Dazu trägt auch die staatliche Förderung der Holzheizung bei. Denn für besonders emissionsarme Heizungen liegt diese bei 40 Prozent. Ersetzt die neue Holzheizung eine alte Ölheizung, kann zusätzlich ein Austauschbonus von 10 Prozent eingeplant werden. Mit dem Bonus für die Umsetzung eines individuellen Sanierungsfahrplans erhöht sich der Fördersatz auf bis zu 55 Prozent. Wer Fördermittel für die neue Holzheizung im Gebäudebestand nutzen möchte, kann grundsätzlich zwischen einer Zuschuss- und einer Kreditvariante wählen. Der Einbau moderner Ölheizungen wird hingegen nicht mehr staatlich gefördert. 

Komfort, Platzbedarf und Flexibilität berücksichtigen

Wer eine Holz- oder Ölheizung kaufen möchte, sollte weitere Bewertungskriterien zur Entscheidungsfindung heranziehen. Von Bedeutung sind beispielsweise auch der Komfort im Betrieb, der Platzbedarf des Heizsystems und die Flexibilität der Rohstoffversorgung. Unterschiede beim Komfort gibt es vor allem zwischen den einzelnen Holzheizungen. Denn während Pelletheizungen vollautomatisch beschickt werden, geschieht dies bei Scheitholzkesseln manuell. Das bedeutet mehr Aufwand. Da keine aufwendige Lager- und Fördertechnik benötigt wird, ist der Platzbedarf jedoch geringer. Dieser ist bei Pelletheizungen deutlich höher. Einen Überblick der verschiedenen Varianten gibt unser Beitrag über die Holzheizung. Aber auch für Ölheizungen muss ein gewisser Raum vorhanden sein. Denn neben dem Heizkessel selbst wird hier auch ein Tank benötigt.

Wie viel Platz Sie für die verschiedenen Heizsysteme einkalkulieren müssen, erfahren Sie von Ihrem Installateur. Dieser macht sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten und berät Sie unter Berücksichtigung dieser individuell. Einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe finden Sie über unser Installateurverzeichnis.    

Kein fester Vertrag mit einem Anbieter

Ein Vorteil beider Heizsysteme ist, dass die Rohstoffe flexibel erworben werden können: Holz und Öl werden beim Anbieter Ihrer Wahl immer dann bestellt, wenn Sie eine neue Lieferung benötigen. Es existiert also, anders als beim Strom oder Gas, kein fester Vertrag mit einem Anbieter. Das heißt aber auch, dass der Tank beziehungsweise der Vorrat rechtzeitig vor dem Beginn der Heizperiode gefüllt werden sollte. Während der kalten Monate ist der Preis dann vergleichsweise teuer aufgrund der hohen Nachfrage. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Bei einem Vergleich von Holz und Öl lässt sich feststellen, dass Holzheizsysteme besonders zukunftssicher sind. Der geringe Rohstoffpreis, die Umweltfreundlichkeit und effiziente Brenntechniken machen sie zu einer erstklassigen Alternative. Ölheizungen überzeugen vor allem durch die geringen Anschaffungskosten und die komfortable Bedienung. Jedoch stellt die Endlichkeit des Rohstoffs einen Nachteil dar. 
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