Gas- oder Ölheizung – ein aktueller Vergleich

Das Heizen mit Öl oder Gas ist in Deutschland noch immer weit verbreitet. Und die fossilen Brennstoffe haben durchaus Vorteile. Schließlich haben sich die Heizsysteme über Jahre bewährt und durchaus weiterentwickelt. Außerdem lassen sich beide Brennstoffe hervorragend mit erneuerbaren Energien kombinieren. Sind Sie sich noch unsicher, ob eine Gas- oder Ölheizung besser zu Ihnen und Ihrer Immobilie passt? Wir haben wichtige Aspekte der Systeme für Sie gegenübergestellt und schaffen damit eine gute Entscheidungsgrundlage. Erfahren Sie mehr über Kosten, Umweltfreundlichkeit und Verfügbarkeit. 

Was ist günstiger, Gas oder Öl?

Stellt man beide Brennstoffe in einem Heizungsvergleich gegenüber, sollten neben den Anschaffungskosten auch die Betriebskosten und der Brennwert berücksichtigt werden. Dabei ergibt sich eine Tendenz:

  • Anschaffungskosten: Der Kauf einer neuen Gasheizung ist mit rund 5.000 bis 8.000 Euro etwas günstiger als der einer vergleichbaren Ölheizung. Für diese sollten etwa 6.500 bis 9.000 Euro eingeplant werden. Zusatzkosten können anfallen, wenn ein Gasanschluss gelegt werden oder Tank und Abgasanlage erneuert werden müssen.
  • Brennstoffkosten: Mit 6,64 Cent je Kilowattstunde ist Öl momentan ein wenig teurer als Gas, das im Durchschnitt rund 6,20 Cent je Kilowattstunde kostet (Stand: August 2021). Es gilt aber auch zu beachten, dass der Ölpreis stärkeren Schwankungen unterliegt.
  • Brennwert: Der Wert gibt an, wie viel Wärme ein Energieträger tatsächlich zur Verfügung stellt. Während Öl-Brennwertheizungen einen Wert von 10,6 kWh pro Liter erreichen, liegt der von Gas in Abhängigkeit vom Methananteil zwischen 8,4 und 13,1 kWh pro Kubikmeter. 
Hinweis

Ob Ölheizung oder Gas – von der CO2-Steuer sind beide Heizsysteme betroffen. Denn diese fällt seit Anfang 2021 für fossile Brennstoffe an. Durch die Abgabe werden die Brennstoffkosten in den kommenden Jahren weiter ansteigen. 

Dazu kommt, dass der Brennstoff Öl etwa einmal jährlich nachgeliefert werden muss. Für den Ölspeicher ist ein großer Raum notwendig, was sich ebenfalls auf eventuelle Baukosten auswirken kann. Alternativ können bestehende Kellerräume für die Lagerung genutzt werden, die dann aber nicht mehr für andere Aufgaben zur Verfügung stehen. Für eine Ölheizung ist der Platzbedarf also entsprechend höher als für eine kompakte Gastherme. Letztere lässt sich beispielsweise problemlos im Wohnraum installieren. Anders sieht es bei einer Flüssiggasheizung aus. Denn diese benötigt ebenfalls einen Tank.  

Tipp: Geht es um die Entscheidung Gas- oder Ölheizung helfen Ihnen die Beiträge "Was kostet eine neue Ölheizung?" und "Was kostet eine Gasheizung?" bei der genauen Kostenkalkulation. 

Thermostat an einer Heizung zur Symbolisierung des Vergleich Gasheizung / Ölheizung
© emmi / Fotolia

Wer vorausschauend ist, kauft Öl außerhalb der Heizsaison

Aber: Bei einem Vergleich von Gasheizung und Ölheizung wird auch deutlich, dass es Ausnahmen geben kann. Wer vorausschauend ist, kauft zusätzliches Öl dann ein, wenn der Preis dafür gerade auf einem niedrigen Niveau angelangt ist. Steigen die Preise beispielsweise nach sechs Monaten wieder, kann dies dem Hausbesitzer egal sein – schließlich ist genügend Vorrat vorhanden. Ob Gas teurer ist als Öl, hängt übrigens auch von der Abnahmemenge ab. Denn je mehr Öl Sie einkaufen, desto günstiger wird es. Es kann sich also durchaus lohnen, gemeinsam mit Nachbarn zu bestellen. 

Ist Gas umweltfreundlicher als Öl?

Hinweis

Um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren, dürfen Ölheizungen ab 2026 nur noch als Hybridheizungen in Kombination mit erneuerbaren Energien eingebaut werden. Ausnahmen gelten nur, wenn eine Integration klimafreundlicher Wärmeerzeuger aus technischen Gründen nicht möglich ist. 

Bei einem CO2-Vergleich von Ölheizung und Gasheizung liegt Letztere eine Nasenspitze vorn. Denn eine Gas-Brennwertheizung verursacht etwas weniger CO2-Emissionen: 

  • Erdgas 246 Gramm CO2 pro Kilowattstunde
  • Heizöl 318 Gramm CO2 pro Kilowattstunde

Im Vergleich zu erneuerbaren Energien haben allerdings beide das Nachsehen. Wer die Emissionen der fossilen Brennstoffe reduzieren möchte, kann jedoch beide mit regenerativen Heizsystemen kombinieren. Denkbar ist beispielsweise die Kombination mit Solarthermie. Nutzen Sie diese etwa zur Warmwasserbereitung, können Sie Ihren Brennstoffverbrauch vor allem in den warmen Monaten des Jahres deutlich reduzieren – und damit auch die CO2-Emissionen. 

Fördermittel für die Kombination mit erneuerbaren Energien

Egal ob Gas- oder Ölheizung, die Kombination mit erneuerbaren Energien lohnt sich. Im Fall der Gasheizung können die zusätzlichen Kosten sogar durch staatliche Fördermittel gesenkt werden. Denn für sogenannte Gas-Hybridheizungen, die in Bestandsgebäuden verbaut werden, gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eine Förderung von 20 bis 30 Prozent. Um zehn Prozent erhöht sich der Fördersatz, wenn die Gas-Hybridheizung einen alten Ölkessel ersetzt. Einen Bonus von fünf Prozent erhalten Sanierer, wenn die neue Heizung in einem individuellen Sanierungsfahrplan vorgesehen war. Weitere Informationen über Fördermöglichkeiten und Voraussetzungen finden Sie in dem Beitrag zur Förderung der Gasheizung. Für Ölheizungen gibt es seit 2020 hingegen keine Fördermittel mehr. Haben Sie Fragen zur staatlichen Förderung, ist auch Ihr Heizungsinstallateur vor Ort ein zuverlässiger Ansprechpartner.

Kurz- und langfristige Verfügbarkeit der Brennstoffe 

Verfügbar sind sowohl Öl als auch Gas noch für mehrere Jahrzehnte – aber nicht überall können Hauseigentümer Erdgas auch wirklich nutzen. In Gebieten, wo der Grundversorger keine Gasleitungen an jedes Haus legt, fällt die Nutzung von Ölheizungen überdurchschnittlich hoch aus. Vorausgesetzt, es bestehen keine Anforderungen an den Wasserschutz. Denn dann ist eine Ölheizung nur mit hohen Auflagen möglich. Eine Alternative in diesem Fall: Die Flüssiggasheizung. Diese lässt sich nahezu überall installieren, wo ausreichend Platz für einen Flüssiggastank ist. Letztendlich ist es also auch eine Frage des Standortes, ob eine moderne Gasheizung überhaupt installiert werden kann. Ein Besuch beim örtlichen Versorger schafft hier Klarheit. 

Anteil von Gasheizung und Ölheizung in Deutschland im Vergleich  

Ist ein Gasanschluss möglich, sprechen sich zumindest deutsche Immobilienbesitzer eindeutig für die Gasheizung aus. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. (BDEW) wird in über 48 Prozent der deutschen Haushalte für die Wärmeerzeugung Erdgas genutzt. Sowohl in Wohnungen (25,6 Prozent) als auch in Wohngebäuden (30,4 Prozent) wird deutlich weniger mit Öl geheizt (Stand: 2019). Hier hat die Ölheizung im Vergleich zur Gasheizung also deutlich das Nachsehen. Ähnlich sieht es bei Neubauten aus. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich 2020 etwa 32,3 Prozent der Bauherren für eine Gasheizung entschieden. Dagegen kam nur in etwa 0,4 Prozent der Fälle eine neue Ölheizung zum Einsatz.  

Vergleich von Ölheizung und Gasheizung im Überblick


Gasheizung Ölheizung
Gerätekosten5.000 - 8.000 Euro6.500 - 9.000 Euro
Brennstoffkosten
(Stand: 08.2021)
6,20 Cent/kWh 6,64 Cent/kWh
Brennwert8,4 - 13,1 kWh/m310,6 kWh/l
staatliche
Förderung
20 - 30 % für
Gas-Hybridheizungen
/
CO2-Emissionen246 g CO2/kWh318 g CO2/kWh
Platzbedarfgeringer Platzbedarf für Thermen
(Ausnahme: Flüssiggas) 
 erhöhter Platzbedarf durch Tank
VoraussetzungenGasanschluss
(Ausnahme: Flüssiggas)
keine
(Ausnahme: Wasserschutzgebiete)

Die Gasheizung – immer die bessere Wahl?

In diesem Vergleich von Ölheizung und Gasheizung steht Letztere etwas besser dar. Trotzdem ist es nicht immer notwendig, auf Gas zu wechseln. Wer beispielsweise bereits eine Ölheizung hat und nur eine Modernisierung plant, ist mit einem Wechsel auf Brennwerttechnik mitunter besser beraten als bei einem kompletten Austausch der gesamten Heizung. Ist bereits ein Brennwertsystem im Einsatz und nur der Austausch des Kessels notwendig, entfallen zudem die Kosten für die notwendige Modernisierung des Abgassystems. Grundsätzlich ist es jedoch zu empfehlen, beide Systeme mit erneuerbaren Energien zu kombinieren. Denn so können Sie langfristig Heizkosten sparen und schonen gleichzeitig die Umwelt. Ob eine Gas- oder Ölhieizung die richtige Option für Sie ist, finden Sie gemeinsam mit Ihrem Installateur heraus. 

Übrigens: Wenn Sie von Öl auf Gas umsteigen möchten finden Sie im Artikel Umbau einer Ölheizung alle Angaben zum technischen Vorgang und was es dabei zu beachten gilt. 

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Ob eine Gas- oder Ölheizung die beste Wahl ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei einem Vergleich von Kosten, Umweltfreundlichkeit und Platzbedarf spricht zunächst viel für Gas. Geht es um die Sanierung einer alten Ölheizung, kann ein Öl-Brennwertkessel aber durchaus eine Alternative sein. Grundsätzlich empfiehlt sich die Kombination mit erneuerbaren Energien. 
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