Heizungsvergleich: Überblick aktueller Heizsysteme

Geht es um die neue Heizung, haben Bauherren und Hausbesitzer heute eine nie da gewesene Auswahl. Entscheiden müssen sie sich dabei nicht nur zwischen verschiedenen Brennstoffen, sondern auch Technologien, die jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen verbunden sind. Einen Überblick über aktuell verfügbare Heizungsarten sowie einen übersichtlichen Vergleich der wichtigsten Eigenschaften geben wir in unserem Heizungsvergleich.

Der Heizungsvergleich im Überblick

Unsere Tabelle fasst die wichtigsten Punkte im Heizungsvergleich zusammen. Ausführliche Beschreibungen der jeweiligen Heizungsarten finden Sie im Anschluss.

Heizungsart Preis Bedingungen Vorteile Nachteile Besonderheiten
Gasheizung Gasanschluss oder Flüssiggas-Tank - Hohe Effizienz und niedrige Heizkosten durch Brennwert-Nutzung
- Kompakte Bauart
- Geringe Investitionskosten durch ausgereifte Technik
- Verbraucht fossile Energieträger
- Ein Gas-Anschluss muss vorhanden oder möglich sein
- Entwicklung der Gas-Preise nicht absehbar
- Effizienter Allrounder in Neubau und Sanierung
- Gut mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie-Anlagen kombinierbar
Ölheizung €€ Ausreichend Platz für Heizöltanks - Hoher Wirkungsgrad
- Sicherer Betrieb durch ausgereifte Technik
- Arbeitet überwiegend mit fossilen Energieträgern
- Tankanlage braucht viel Platz
- Ölpreisentwicklung nicht absehbar
- Hoher Wirkungsgrad mit aufwendiger Technik
- Gut mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie-Anlagen kombinierbar
Holzheizung €€ Entweder Hand-Beschickung mit Scheitholz
oder Pellet-Lagerplatz
- Betrieb mit nachwachsendem Holz
- Automatischer Betrieb durch genormte Pellets möglich
 - Lagerplatz für Pellets
- Regelmäßiges Asche-Austragen notwendig
 - Moderne Heizung ohne großen Aufwand
- Hoher Wirkungsgrad durch Möglichkeit der Brennwerttechnik
Wärmepumpe €€€ Effizientes Haus und Platz für
Einbindung der Umweltquelle
 - Nutzung erneuerbarer Energien
- Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern
- Höhere Anschaffungskosten
- Aufwendige Planung
 - Nachhaltiges Heizsystem mit erneuerbaren Energien aus der Umwelt
BHKW €€€ Hoher Wärmebedarf, Gasanschluss,
Holzlager oder Flüssiggas-Tank
 - Erzeugung von Strom und Wärme mit hohem Wirkungsgrad
- Eigenversorgung mit Strom
- Höhere Anschaffungskosten
- Erfordert genaue, aufwendige Planung
- Preisentwicklung von Gas oder Öl nicht absehbar
- Strom und Wärme aus einem Gerät
Solarthermie €€€ Freie Dachflächen, optimal nach
Süden mit 45 Grad Winkel
 - Betrieb mit 100 Prozent erneuerbarer Energie
- Wärme und Strom ohne Brennstoffkosten
- Oft wirtschaftlich durch Förderung und sinkende Preise
- Kollektoren brauchen Platz auf dem Dach
- Energieerzeugung von der Sonne abhängig
 - Wärme und Strom aus der Sonne
Hybridheizung €€€ Je nach Kombination Flüssiggas-Anlage oder Heizöltank  - Niedrige Kosten durch Kombination mit regenerativen Energien
- Schont fossile Energieträger
- Höhere Anschaffungskosten durch zusätzliche Technik
- Hohe Planungsaufwand
 - Kombinierter Vorteil erneuerbarer Energien mit erprobter Heiztechnik
Elektroheizung Anpassung des Stromnetzes auf höhere Leistungen  - Geringe Investitionskosten
- Einfache Montage in Neubau und Sanierung
 - Hohe Verbrauchskosten bei Primärnutzung
- Strompreisentwicklung nicht absehbar
- Betrieb mit fossilen Energieträgern
 - Einfache Technik für selten beheizte Räume
Brennstoffzellen-heizung €€€€ Gasanschluss oder Flüssiggas-Tank  - Strom- und Wärmeerzeugung mit hohem Wirkungsgrad
- Kompakte Anlagentechnik ohne Lärm
- Sehr hohe staatliche Förderung
 - Abhängig von einem Gas-Anschluss
- Hohe Anschaffungskosten
- Regelmäßige Wartungsarbeiten notwendig
 - Stromerzeugende Heizung mit modernster Technik
- Wirtschaftlicher Betrieb auch in Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf

Kriterien für den Heizungsvergleich

Ein transparenter und übersichtlicher Heizungsvergleich ist nur möglich, wenn alle Technologien mit den gleichen Kriterien bewertet werden. Dies sind:

  • die Kosten des Heizsystems
  • die Voraussetzungen für die Installation der Heizung
  • die Umweltauswirkungen der jeweiligen Technologie
  • die Beständigkeit des Heizsystems

Kriterium 1: Die Kosten des Heizsystems

Das erste Kriterium für viele Bauherren und Hausbesitzer ist meist der Preis. Denn die Höhe der Kosten für die Installation eines Heizsystems ist ausschlaggebend dafür, ob es überhaupt infrage kommt. In der Übersicht beinhaltet der Preis alle Kosten für die jeweiligen Heizsysteme selbst. Während Möglichkeiten der Förderung berücksichtigt werden, sind Brennstoff- oder Verbrauchskosten nicht inbegriffen.

Kriterium 2: Die Voraussetzung für die Installation der Heizung

Nahezu jede Technologie im Heizungsvergleich stellt bestimmte Voraussetzungen an das Haus, in dem sie installiert werden soll. Neben einem Gasanschluss kann das auch ausreichend Platz für Technik oder Brennstofflager sein. Während eine Erdwärmepumpe mit Sondenbohrungen zum Beispiel Platz im Garten voraussetzt, muss bei einer Ölheizung daran gedacht werden, dass neben der Heizung selbst auch ein Heizöltank in das Gebäude passt.

Kriterium 3: Die Umweltauswirkungen der jeweiligen Technologie

In Zeiten, in denen der Schutz von Klima und Umwelt auch politisch an der Tagesordnung steht, ist ein Kriterium der Heizung besonders wichtig: Die Umweltauswirkungen. Gemeint sind damit aber nicht nur Abgase, die zum Beispiel bei der Verbrennung an die Umgebung abgegeben werden, sondern auch die eingesetzten Rohstoffe. Während fossile Brennstoffe nur begrenzt auf der Erde verfügbar sind, ist die Solarenergie zum Beispiel nahezu unerschöpflich.

Kriterium 4: Die Beständigkeit des Heizsystems

Eine neue Heizung, die heute eingebaut wird, soll für mindestens 15 bis 20 Jahre Wärme für Heizung und Warmwasser liefern. Die Investition in neue Technik ist damit immer auch eine Investition in die Zukunft. Sie wirkt sich spürbar auf den Wert einer Immobilie aus und kann – je nachdem, wie sich Technik und gesetzliche Rahmenbedingungen verändern – auch zu einer Minderung dessen beitragen.

Die Heizsysteme im Heizungsvergleich

Die Auswahl verschiedener Heizsysteme ist mittlerweile riesig. Bauherren sowie Hausbesitzer stehen immer wieder vor der gleichen Frage: Welche Heizung ist die richtige für mich und mein Haus? In unserer Bildergalerie finden Sie alle gängigsten Heizsysteme auch im Schnelldurchlauf. Im Anschluss dazu geben wir einen Überblick über alle handelsüblichen Systeme:

Icons Heizungsvergleich

Die Gasheizung: Allround-Lösung mit hoher Effizienz

Die Gasheizung ist ein echter Allrounder unter den Systemen im Heizungsvergleich. Durch die Brennwerttechnik, bei der Wärme aus dem Abgas zurückgewonnen wird, nutzt sie bis zu 98 Prozent der Energie der eingesetzten Brennstoffe. Gleichzeitig findet die Gasheizung durch ihre kompakte Bauform fast überall einen Platz.

Gasheizung an blauer Wand
© Maksym Yemelyanov / Fotolia

Eine Gas-Brennwertheizung für ein Einfamilienhaus gibt es dank Förderung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) heute schon ab 4.500 bis 5.500 Euro. Hinzu kommen Kosten von 1.500 bis 3.000 Euro für einen Gasanschluss oder die Aufstellung einer Flüssiggas-Anlage. Die Preise für eine Gasheizung variieren jedoch stark nach gewähltem Heizsystem, Region, Hersteller und Dienstleister. Sie stellen damit nur eine grobe Kosteneinschätzung dar. Einzige Voraussetzung für die Installation der Gasheizung ist die Verfügbarkeit des Brennstoffs, der entweder über eine Leitung in der Straße oder einen Tank im Garten bezogen werden kann.

Betrachtet man die Umweltauswirkung, verbrauchen viele Gasheizungen heute fossiles Erdgas. Mit Bio-Gas aus erneuerbaren Energien gibt es jedoch eine nachhaltige Alternative. Gas und Flüssiggas verursachen ein CO2-Äquivalent – Maßzahl für die relative Auswirkung auf den Treibhauseffekt - von rund 2.400 Kilogramm je Kilowattstunde. Im Vergleich zu anderen Heizsystemen liegt die Gasheizung damit im oberen Bereich. Durch die effiziente und platzsparende Technik sowie die Möglichkeit, auch regenerative Brennstoffe einzusetzen, wird die Gasheizung noch lange zu den meist genutzten Heizungen gehören.

Die Ölheizung: Hoher Wirkungsgrad mit fossilen Brennstoffen

Die Ölheizung erreicht mit dem Brennwerteffekt einen hohen Wirkungsgrad. Durch die Tankanlage zur Lagerung vom Brennstoff Öl passt sie jedoch nicht in jedes Haus.

Eine Ölheizung steht in einem Keller
© Viessmann

Berücksichtigt man die Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau, entstehen für eine moderne Ölheizung im Einfamilienhaus Kosten von etwa 6.500 bis 8.500 Euro. Hinzu kommen noch einmal etwa 1.500 bis 3.000 Euro für die Installation der Heizöl-Tanks – die einzige Voraussetzung dafür, dass eine Ölheizung installiert werden kann. Die Preise für eine Ölheizung variieren jedoch stark nach gewähltem Heizsystem, Region, Hersteller und Dienstleister und stellen damit nur eine grobe Einschätzung dar.

Im Gegensatz zu Gas, das generell auch biologisch hergestellt werden kann, arbeiten Ölheizungen immer mit fossilen Rohstoffen. Auch dann, wenn dem Heizöl als Bioöl ein Anteil aus regenerativen Energien beigemischt wird, stehen sie in Bezug auf die Umweltauswirkungen schlechter als andere Systeme im Heizungsvergleich. Mit einem CO2-Äquivalent von rund 2.800 Kilogramm je Kilowattstunde belasten sie die Umwelt am stärksten. Geht es um die Beständigkeit der Technologie, werden Ölheizungen in Zukunft wohl immer seltener. So zeigen Studien schon heute, dass immer mehr Haushalte bei einem Heizungstausch auch den Energieträger wechseln.

Die Holzheizung: Umweltfreundlich heizen mit Brennstoffen aus der Region

Mann hackt Holz für die Holzheizung mit einer Axt - Vorteile Holzheizung
© Jürgen Fälchle / Fotolia

Holzheizungen arbeiten mit dem ältesten Brennstoff der Menschheit – dem Holz. Anders als noch vor Hunderten von Jahren funktioniert das heute dank effizienter Technik aber mit hohem Wirkungsgrad und sogar vollautomatisch. Denn werden gepresste Holzspäne – sogenannte Pellets – eingesetzt, müssen moderne Holzheizungen nicht einmal mehr von Hand beschickt werden.

Ein Nachteil sind jedoch die Kosten. Denn mit etwa 12.000 bis16.000 Euro sind die automatischen Holzheizungen nicht gerade günstig. Dabei wurde die Förderung für eine Holzheizung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereits berücksichtigt. Grund dafür ist die aufwendige Lager- und Fördertechnik für die Pellets. Soll die Holzheizung stattdessen manuell mit Scheitholz betrieben werden, gibt es Holzvergaserkessel bereits für etwa 5.000 bis 6.000 Euro. Einzige Voraussetzung: Es muss entweder genug Zeit für die manuelle Beschickung des Scheitholzkessels, oder ausreichend Platz für die Pelletlagerung vorhanden sein. Die Preise für eine Holzheizung variieren jedoch stark nach Art, Region, Hersteller und Dienstleister und stellen damit nur eine grobe Kosteneinschätzung dar.

Betrachtet man die Umweltauswirkungen, stehen Holzheizungen sehr gut da. Denn sie haben ein CO2-Äquivalent von 200 bis 400 Kilogramm je Kilowattstunde und wirken sich damit nur gering auf den Treibhauseffekt aus. Außerdem arbeiten sie mit nachwachsenden Rohstoffen. Wichtig zu wissen ist, dass Holz als Brennstoff nur nachhaltig ist, wenn mehr nachwächst, als verbraucht wird. Auch wenn die Holzheizung  auf lange Sicht eine feste Rolle unter den Heizsystemen behalten wird, eignet sie sich aus diesem Grund nie als universell einsetzbare Massenlösung. 

Die Wärmepumpe: Heizen mit Energie aus Erde, Wasser oder Luft

Wärmepumpe in einem Garten
© Viessmann

Die Wärmepumpe nutzt regenerative Energien aus Erde, Wasser oder Luft für Heizung und Warmwasserbereitung in modernen Gebäuden. Anders als bei den übrigen Systemen im Heizungsvergleich funktioniert das nicht mit einer Verbrennung, sondern einem komplizierten technischen Prozess. Wärmepumpen werden je nach Art über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert und sind somit bereits ab 9.000 bis 12.000 Euro zu kaufen. Hinzu kommen Kosten für die Erschließung der Umweltenergiequelle.

Niedrige Vorlauftemperaturen als Voraussetzung für hohe Effizienz

Während Hausbesitzer bei einer Erd-Wärmepumpe dabei noch einmal mit etwa 8.000 bis 15.000 Euro rechnen müssen, kostet die Brunnen-Anlage von Wasser-Wasser-Wärmepumpen rund 6.000 bis 7.000 Euro. Die Preise für eine Wärmepumpe variieren jedoch stark nach Art der Wärmepumpe, Region, Hersteller und Dienstleister. Damit eine Wärmepumpe wirtschaftlich eingesetzt werden kann, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. So muss zum Beispiel das Gebäude selbst eine hohe energetische Qualität haben. Sollen Erd- oder Wasser-Wärmepumpen installiert werden, muss außerdem ausreichend Platz für Sondenbohrungen, Erdkollektoren, Erdwärmekörbe oder Brunnen-Anlagen vorhanden sein.

Geht es um die Umweltauswirkungen, stehen Wärmepumpen generell gut da

Geht es um die Umweltauswirkungen, stehen Wärmepumpen generell gut da. Denn sie beziehen einen Großteil der Energie für Heizung und Warmwasserbereitung aus erneuerbaren Quellen. Insgesamt haben sie ein CO2-Äquivalent von etwa 600 Kilogramm je Kilowattstunde. Betrachtet man die immer weiter steigenden Anforderungen an energieeffiziente Gebäude, die zum Beispiel. in der Energieeinsparverordnung festgeschrieben sind, werden Wärmepumpen in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

Das Blockheizkraftwerk: Wärme und Strom aus einer Einheit

Abbildung BHKW-Bestandteile
© Viessmann

Blockheizkraftwerke erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom, wodurch sie einen besonders guten Wirkungsgrad erzielen. Mit einem Verbrennungsmotor wie im Auto oder einem sogenannten Stirling-Motor funktioniert das sogar mit vielen verschiedenen Brennstoffen. So arbeiten BHKWs zum Beispiel mit Gas, Heizöl oder Holz.

Betrachtet man die Kosten, liegen BHKW-Anlagen mit etwa 12.000 bis 15.000 Euro im oberen Bereich des Heizungsvergleichs. Dabei wurde die Förderung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereits berücksichtigt. Wirtschaftlich einsetzbar werden sie daher nur, wenn sie möglichst hohe Einsparungen über den selbst erzeugten Strom erzielen.Voraussetzung für ein BHKW ist daher in der Regel eine lange Laufzeit, die nur durch einen kontinuierlichen Wärmebedarf im Gebäude erreichbar ist. Die Preise für ein BHKW variieren jedoch stark nach Art des BHKW, Region, Hersteller und Dienstleister.

Geht es um die Umweltauswirkungen, haben zum Beispiel mit Gas betriebene BHKWs mit rund 2.400 Kilogramm je Kilowattstunde ein hohes CO2-Äquivalent. Werden sie hingegen mit nachwachsendem Holz betrieben (Holzgas-BHKW), sinkt das CO2-Äquivalent auf unter 250 Kilogramm je Kilowattstunde für die Erzeugung von Strom und Wärme. BHKWs sind moderne Heizgeräte, die auch langfristig einen festen Platz im Heizungsvergleich einnehmen werden. 

Die Solarthermie: Kostenfreie Wärme aus der Sonne

Solarthermieanlagen fangen die Energie der Sonne auf und wandeln sie in Wärme um, die dann zum Beispiel für die Heizung oder die Warmwasserbereitung genutzt werden kann. Im Vergleich zu anderen Systemen im Heizungsvergleich wird eine Solarthermieanlage in Deutschland in der Regel durch einen zweiten Wärmeerzeuger ergänzt, um trotz des schwankenden Solarangebots immer ausreichend Wärme bereitstellen zu können. Soll die Solaranlage allein zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden, entstehen dabei Kosten von rund 3.500 bis 5.500 Euro. Die Preise für eine Solaranlage variieren jedoch stark und stellen damit nur eine grobe Kosteneinschätzung dar.

Soll die Solaranlage auch die Heizung unterstützen, steigt die Anfangsinvestition je nach solarer Deckungsrate auf über 10.000 Euro. Die solare Deckungsrate gibt dabei den Anteil der Solarenergie an der Wärmeerzeugung an. Die Förderung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurde bereits berücksichtigt.

Hausdach mit Sonnenkollektoren - Unterschied Solarthermie und Photovoltaik
© Jonas Glaubitz / Fotolia

Infrage kommt eine Solaranlage immer dann, wenn ausreichend Platz auf dem Dach verfügbar ist. Für einen optimalen Ertrag sollte dieses eine Ausrichtung nach Süden und einen Winkel von etwa 35 Grad haben. Mit Ertragseinbußen von rund 40 Prozent kann die Anlage aber auch auf Ost- oder Westdächer mit geringeren Winkeln installiert werden. Geht es um die Umweltauswirkungen, ist kein Heizsystem ökologischer als die Solarthermie. Sie verursacht selbst keine CO2-Emissionen und arbeitet ausschließlich mit Solarenergie, einer nahezu unerschöpflichen Energiequelle. Während politisch eine Steigerung des erneuerbaren Anteils an der Wärmeerzeugung gefordert wird, rücken Solarthermie-Anlagen in Zukunft immer weiter in den Mittelpunkt.

Die Hybridheizung: Erneuerbare Energien und hohe Sicherheit

Die Hybridheizung ist ein besonderes System im Heizungsvergleich. Denn es besteht nicht nur aus einer, sondern meist zwei Technologien, die in einem kompakten Gerät kombiniert werden. Ein Beispiel dafür ist die Verbindung einer Luft-Wärmepumpe mit einer Gasbrennwerttherme. Während die Luft-Luft-Wärmepumpe dabei so lange wie möglich die erneuerbare Energiequelle Luft anzapft, übernimmt die Gasheizung die Beheizung, wenn die Kosten der Wärmepumpe zu hoch werden oder die Wärme für Heizung und Warmwasser einmal nicht ausreichen sollte.

Hybridheizungen gibt es heute bereits für etwa 9.000 bis 10.000 Euro. Hinzu kommen noch einmal 1.500 bis 3.000 Euro für einen Gasanschluss, eine Flüssiggas-Anlage oder einen Heizöltank. Die Preise für eine Hybridheizung variieren jedoch stark nach den gewählten Heizsystemen, Region, Hersteller und Dienstleister und stellen damit nur eine grobe Kosteneinschätzung dar.

Hybridheizungen sind ein effizienter Kompromiss aus Wärmepumpe und Gasheizung

Zweigeteiltes Bild aus Heizung und Umwelt zur Symbolisierung einer Hybridheizung
© Viessmann

Voraussetzung für die Installation ist ein öffentlicher Gasanschluss oder ausreichend Platz für die Aufstellung eines Flüssiggas- oder Heizöltanks. Da Wärmepumpen immer dann besonders effizient arbeiten, wenn der Temperaturunterschied zwischen Umweltenergiequelle und Heizsystem niedrig ist, eignen sich Hybridheizungen vor allem in energieeffizienten Gebäuden mit einer Flächenheizung.

Geht es um die Umweltauswirkungen, sind Hybridheizungen ein effizienter Kompromiss aus Wärmepumpe und Gasheizung, bei dem CO2-Emissionen und Brennstoffverbrauch auf ein Minimum reduziert werden können. Langfristig werden sich die sicheren und komfortablen Heizgeräte einen festen Platz im Heizungsvergleich sichern. 

Die Elektroheizung: Dezentrale Wärme ohne aufwendige Verteilung

Eine Elektroheizung erzeugt die Wärme zur Beheizung – mit Kleinspeichern oder Durchlauferhitzern auch zur Warmwasserbereitung – immer an dem Ort, an dem die Wärme auch benötigt wird. Während dabei oft schon der Anschluss an eine Steckdose genügt, kann auf eine zentrale Heizungsanlage inklusive aufwendiger Wärmeverteilung verzichtet werden.

Betrachtet man die Kosten, entsteht für die elektrische Beheizung eines Einfamilienhauses eine Investition von rund 4.000 bis 7.000 Euro. Die Preise für eine solche E-Heizung variieren jedoch stark nach Art der Elektroheizung, Region, Hersteller und Dienstleister und stellen damit nur eine grobe Kosteneinschätzung dar. 

Da die Wärmeerzeuger dabei gleichzeitig auch Wärmeübertrager sind, entstehen für die Heiztechnik keine weiteren Kosten. Wichtig zu wissen ist hier jedoch, dass Elektroheizungen im Verbrauch sehr teuer sind. So kostet eine Kilowattstunde mit etwa 28 Cent (Stand Mai 2018) mehr als doppelt so viel, wie bei der Beheizung mit Gas, wo für jede Kilowattstunde etwa 6 bis 7 Cent anfallen. 

Im Vergleich zu älteren Durchlauferhitzern können modernere Modelle bis zu 20 Prozent der Energie einsparen. Aus diesem Grunde gibt es ein staatliches Förderprogramm, welches zum 30.06.2019 ausläuft. Mehr dazu erfahren Sie unter Förderung für Durchlauferhitzer

Das Stromnetz im Haus muss auf die höhere Anschlussleistung angepasst werden

Detailansicht einer tragbaren Elektrodirektheizung als Art der Elektroheizung
© dechevm / Fotolia

Besondere Voraussetzungen gibt es keine. Allein das Stromnetz im Haus muss auf die höhere Anschlussleistung der dezentralen Heizgeräte angepasst werden, um einen Brand ausschließen zu können. Möglich ist das mit passenden Sicherungen oder einem sogenannten Lastabwurfrelais. Betrachtet man die Umweltauswirkungen, verursachen Elektroheizungen den höchsten Verbrauch fossiler Brennstoffe. So kamen mehr als 65 Prozent des Stroms im Jahr 2015 aus klimaschädlichen Kohle-, Atom- oder Gaskraftwerken. Werden Elektroheizungen weiter mit fossilem Strom anstatt mit selbst erzeugter elektrischer Energie aus Photovoltaikanlagen betrieben, werden sie den hohen Energieeffizienz-Anforderungen an dauerhaft bewohnte Gebäude nicht lange standhalten können. 

Die Brennstoffzelle: Stromerzeugende Heizung mit modernster Technik

Die Brennstoffzelle produziert nicht nur Wärme für Heizung und Warmwasser, sie kann auch Strom für den eigenen Verbrauch erzeugen. Sie gehört zu den effizientesten Heizungsarten. Durch die kombinierte Produktion von Strom und Wärme erreicht sie einen recht hohen Wirkungsgrad. Wie das BHKW erzeugt die Brennstoffzelle Strom und Wärme mit einem einzigen Gerät.
Wasserstoffzeichen als Brennstoff der Brennstoffzelle Heizung
© malp / Fotolia

Während BHKWs mit einem Verbrennungsmotor zur Strom- und Wärmeerzeugung arbeiten, entsteht die Energie bei einer Brennstoffzelle durch einen chemischen Prozess. Hierbei reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft. Es kommt zu einer kalten Verbrennung. Für die Herstellung des Wasserstoffs kann ein Reformer verwendet werden, dessen Ausgangsstoff Gas ist. Aus diesem Grund muss für den Einsatz einer Brennstoffzelle entweder ein Gasanschluss oder ein Flüssiggastank vorhanden sein.

Die Kosten für eine Brennstoffzelle setzen sich aus vielen Faktoren zusammen. Dazu gehören die Kosten für die Erschließung des Brennstoffs, für die Anschaffung der Technik sowie für die Kosten im Verbrauch der Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle ist eine komplexe und vor allem recht neue Technologie, weshalb die Investitionskosten für ein Einfamilienhaus mit 20.000 bis 22.000 Euro hoch sind. Da sie aber sehr effizient arbeitet und die Umwelt entlastet, unterstützt der Staat diese Technologie mit einer sehr hohen Förderung für eine Brennstoffzellenheizung.

Kurz und knapp: Die einzelnen Systeme gegenübergestellt

In der nachstehenden Tabelle finden Sie verschiedene Vergleiche einzelner Heizsysteme. Anhand derer werden die Vor- und Nachteile sowie die individuellen Eigenschaften besonders deutlich. Möchten Sie eine Heizung kaufen, bekommen Sie so einen guten Überblick.

Heizsystem AHeizsystem BHeizungsvergleich A vs. B
BHKWElektroheizungVergleich BHKW vs. Elektroheizung
BHKWGasheizung Vergleich BHKW vs. Gasheizung
BHKW Holzheizung Vergleich BHKW vs. Holzheizung
BHKW Ölheizung Vergleich BHKW vs. Ölheizung
BHKW Solarthermie Vergleich BHKW vs. Solarthermie
BHKW 
Wärmepumpe Vergleich BHKW vs. Wärmepumpe
ElektroheizungSolarthermie Vergleich Elektroheizung vs. Solarthermie
GasheizungElektroheizung Vergleich Gasheizung vs. Elektroheizung
GasheizungHolzheizung Vergleich Gasheizung vs. Holzheizung
GasheizungÖlheizung Vergleich Gasheizung vs. Ölheizung
GasheizungSolarthermie Vergleich Gasheizung vs. Solarthermie
GasheizungWärmepumpe Vergleich Gasheizung vs. Wärmepumpe
HolzheizungElektroheizung Vergleich Holzheizung vs. Elektroheizung
HolzheizungSolarthermie Vergleich Holzheizung vs. Solarthermie
HolzheizungWärmepumpe Vergleich Holzheizung vs. Wärmepumpe
HybridheizungBHKW Vergleich Hybridheizung vs. BHKW
HybridheizungElektroheizung Vergleich Hybridheizung vs. Elektroheizung
HybridheizungGasheizung Vergleich Hybridheizung vs. Gasheizung
HybridheizungHolzheizung Vergleich Hybridheizung vs. Holzheizung
HybridheizungÖlheizung Vergleich Hybridheizung vs. Ölheizung
HybridheizungSolarthermie Vergleich Hybridheizung vs. Solarthermie
HybridheizungWärmepumpe Vergleich Hybridheizung vs. Wärmepumpe
ÖlheizungElektroheizung Vergleich Ölheizung vs. Elektroheizung
ÖlheizungHolzheizung Vergleich Ölheizung vs. Holzheizung
ÖlheizungSolarthermie Vergleich Ölheizung vs. Solarthermie
ÖlheizungWärmepumpe Vergleich Ölheizung vs. Wärmepumpe
WärmepumpeElektroheizung Vergleich Wärmepumpe vs. Elektroheizung
Wärmepumpe Solarthermie Vergleich Wärmepumpe vs. Solarthermie
Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Noch nie war die Auswahl effizienter Heizsysteme so groß wie heute. Während diese Auswahl technisch optimale Lösungen ermöglicht, schafft sie bei Verbrauchern eher Verwirrung. Denn diese sind sich oft nicht klar, welche Heizung die Richtige ist. Der Heizungsvergleich gibt schnell die richtigen Informationen und unterstützt Bauherren und Hausbesitzer aktiv.

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