Wie sorgen Sie für ein gesundes Raumklima?

Ein gutes und gesundes Raumklima hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab und ist nicht nur eine Angelegenheit von persönlichem Empfinden oder Vorlieben. Auch messbare, objektive Einflussfaktoren bestimmen ein gesundes Raumklima. Welche das sind und wie Sie selbst aktiv darauf einwirken können, zeigen wir Ihnen in dem folgenden Ratgeber. 

Welche Faktoren nehmen Einfluss auf das Raumklima?

Zwei Faktoren, die maßgeblich das Raumklima beeinflussen, sind die Lufttemperatur und die Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus spielen auch die sogenannten Oberflächentemperaturen eine Rolle. Gibt es zum Beispiel eine sehr kalte Wand, spüren das Bewohner sehr schnell. Eine Couch mit unzureichendem Abstand davor zu stellen, kann nicht nur die Schimmelbildung begünstigen, sondern auch den Wohnkomfort mindern. Die Kälte strahlt ab. Damit eine Wand nicht auskühlt, sollten Sie das Fenster nicht den gesamten Tag kippen zum Lüften. Darüber hinaus könnten Sie versuchen, die Möbel etwas umzustellen. 

Luftbewegung

Möchten Sie für ein gesundes Raumklima sorgen, sollten Sie ebenfalls auf die Luftbewegung und die Luftqualität achten. Die Bewegung ist für den Laien in der Regel nicht wirklich messbar, aber spürbar. Ein permanenter Luftzug wird von den meisten als unangenehm empfunden und reduziert die gefühlte Temperatur.

Wärmestrahlung 

Ein weiterer Einflussfaktor, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist die Wärmestrahlung. Diese geht nicht nur von Objekten innerhalb des Hauses aus. Sie dringt auch von außen in den Raum. So geben nicht nur die Bewohner selbst Wärme ab, sondern auch elektrische Geräte wie der Fernseher oder Kühlschrank. Darüber hinaus gelangt auch Wärme von außen in die Räume, zum Beispiel über die Sonneneinstrahlung – die sogenannten solaren Gewinne. Diese können im Winter sehr angenehm, im Sommer aber auch ziemlich lästig sein und damit das Raumklima sowie das Wohlbefinden verschlechtern. 

Das Bild symbolisiert ein gesundes Raumklima mit einer glücklichen Familie. 
© Liderina – stock.adobe.com

Schadstoffe in der Luft und Lärmbelastung

Umweltfaktoren wie Schadstoffe oder Lärm treten auch in den Wohnungen oder Häusern auf und können je nach Ausmaß zu einer gesundheitlichen Belastung führen. So setzen zum Beispiel bestimmte Materialien und Substanzen in Wandfarben, Möbeln oder Gehäusen von Elektrogeräten Schadstoffe frei. Achten Sie auf die Herstellerangaben und lüften Sie ausreichend nach dem Wandanstrich oder einem Neukauf von Möbeln. Eine ausreichende Lüftung dient ebenfalls dazu, “verbrauchte” Luft auszutauschen gegen frische und vor allem sauerstoffreiche. Ist der Sauerstoffanteil zu gering, kann sich das negativ auf die Konzentration auswirken. Bei manchen Menschen führt es kurzfristig auch zu Kopfschmerzen.

Eine erhebliche Belastung für die Gesundheit ist Lärm. Damit sind aber nicht nur zu laute Nachbarn gemeint, sondern auch Straßenlärm, der über angekippte oder schlecht isolierte Fenster eindringen kann. Als Hausbesitzer haben Sie die Möglichkeit, die Fenster besser zu isolieren oder durch eine moderne Verglasung zu ersetzen. Geht dies nicht, kann der Lärm von außen auch durch das Nachrüsten einer dezentralen Lüftungsanlage reduziert werden. Fenster können nach einer solchen Maßnahme geschlossen bleiben, ohne dass die Luftqualität leidet. 

Was zeichnet ein gesundes Raumklima aus?

Grundsätzlich gibt es keine Einheit, die ein gesundes Raumklima misst. Dennoch können Sie sich an einigen Faktoren orientieren, die langfristig das Wohlbefinden sowie den Wohnkomfort in den eigenen vier Wänden steigern. Eine gute Orientierung bietet dabei die sogenannte thermische Behaglichkeit. Achten Sie darauf, dass es in den Räumen nicht zu warm und zu trocken ist. Das kann unter Umständen die Schleimhäute austrocknen und Sie anfälliger für Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren machen. Gleichwohl sollte es nicht zu feucht-warm sein. Das wird von vielen als schwül und drückend empfunden. Auch permanent kalte Luft, die zusätzlich noch als Luftzug wahrgenommen wird, kann mitunter Muskelverspannungen auslösen. So klagen einige über einen verspannten Nacken oder Krämpfen in den Füßen. 

Die Infografik bildet die Kenngrößen Raumtemperatur und Raumluftfeuchtigkeit ab, die die Bahaglichkeit maßgeblich beeinflussen. 
© heizung.de

Wie können Sie Ihr Raumklima verbessern?

Um für ein gesundes Raumklima zu sorgen, achten Sie grundsätzlich darauf, regelmäßig zu lüften und ausreichend zu heizen. Das Lüften sollte dabei am besten je nach Jahreszeit mindestens dreimal am Tag für mehrere Minuten erfolgen. Das Stoß- und Querlüften ist der Kipplüftung vorzuziehen. Die optimale Raumtemperatur richtet sich nach der Personenanzahl und Raumnutzung. Halten Sie sich für längere Zeit in einem Zimmer auf, ist eine Temperatur je nach Wärmeempfinden zwischen 20 und 23 Grad Celsius zu wählen. In der Küche kann es hingegen auch etwas kühler sein, da hier durch das Kochen und Backen Wärme entsteht. Auch im Schlafzimmer sollte die Raumtemperatur nicht über 18 Grad Celsius liegen.

Grünpflanzen können ebenfalls das Raumklima verbessern. So sorgen sie tagsüber für mehr Sauerstoff in der Raumluft und in zu trockenen Räumlichkeiten für mehr Feuchtigkeit. Einige Zimmerpflanzen wie Grünlilie, Efeu oder Gummibaum können zudem als eine Art “Schadstofffilter” eingesetzt werden.

Darüber hinaus haben Sie folgenden Möglichkeiten, das Raumklima zu verbessern:

  • Heizkörper reinigen (damit wird weniger Staub aufgewirbelt)
  • mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit im Auge behalten
  • regelmäßiger lüften, auch wenn es kalt draußen ist
  • im Sommer Jalousien und Rollläden geschlossen halten, damit weniger Wärme eindringt

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heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde
Fazit von Jeannette Kunde
Ein gesundes Raumklima steigert das individuelle Wohlbefinden und den Wohnkomfort. Vielerlei Faktoren sind dabei zu berücksichtigen. Mit kleinen Anpassungen und Maßnahmen kann jeder aktiv das Raumklima optimieren.
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