Welche Heizung ist am günstigsten?   

Vor einem Kauf einer neuen Heizung stellen sich viele Interessenten die Frage: welche Heizung am günstigsten ist. Eine konkrete Antwort darauf gibt es leider nicht, da an dieser Stelle eine Differenzierung zwischen Anschaffungs- und Betriebskosten nötig ist.  

Welche Heizung ist am günstigsten bei der Anschaffung?

Der Kauf einer neuen Heizung bedeutet in der Regel eine große finanzielle Investition. Eine Gasheizung beispielsweise schlägt in der kleinsten Ausführung mit etwa 2.000 bis 3.000 Euro zu Buche. Darin sind Gasanschluss, Installation und eventuelle Kosten für die Schornsteinsanierung sowie Abgasableitung nicht enthalten. Die Kosten für einen modernen Öl-Brennwertkessel liegen ein bisschen darüber. Deutlich teurer wird es, wenn Hausbesitzer eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe kaufen. Mit dem benötigten Heizungszubehör und der Montage übersteigen die Kosten schnell die 10.000 Euro-Grenze. 

Die Elektroheizung ist am günstigsten bei der Anschaffung

Angesichts des immer größer werdenden Umweltbewusstseins gerät eine Heizungsart mehr und mehr in Vergessenheit: die Elektroheizung. Dabei zeigt sie sich sehr vielfältig im Einsatz und auch in der Ausführung. Vor allem ist sie, was die Frage: „Welche Heizung ist am günstigsten?“ betrifft, die gesuchte Antwort. Denn je nach Art bekommen Hausbesitzer für weniger als 20 Euro eine Elektroheizung in Form eines Heizstrahlers. Natürlich kann man mit einem solchen Gerät keine Wohnung erwärmen. Heizstrahler werden dennoch zur Familie der Elektroheizung mitgezählt. Ihre korrekte Bezeichnung müsste in dem Fall Zusatzheizung lauten. 

Die Kosten hängen unter anderem von der Heizungsart ab

Daneben gibt es noch etliche Arten von Elektroheizungen: von Fußleistenheizung über Marmorheizung, Nachtspeicherheizung, Luftheizung bis hin zur elektrischen Fußbodenheizung. Wer auf diese Art heizen möchte, dem stehen viele Möglichkeiten offen. Diese Vorteile können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Strompreise und somit die Betriebskosten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen sind. Im Schnitt zahlten Verbraucher 2019 32 Cent pro Kilowattstunde (Stand Januar 2020). Wenn es um die Frage geht, „Welche Heizung während des Betriebs am günstigsten ist“, dann ist die Elektroheizung erst gar nicht vertreten.   

Eine Frau am Rechner als Symbol für die Frage Welche Heizung ist am günstigsten
© Africa Studio | Fotolia

Welche Heizung ist während des Betriebs am günstigsten?

Wie wirtschaftlich eine Heizung arbeitet, hängt natürlich viel von dessen Brennstoffverbrauch ab. In der breiten Bevölkerung genießt die Gasheizung einen ausgesprochen guten Ruf, was auch am durchschnittlichen Preis pro Kilowattstunde liegt. Dieser betrug im Jahr 2019 circa 6,31 Cent (Stand: November 2019). Im Vergleich zum Strompreis ist das ein riesiger Unterschied. Sie ist in puncto Betriebskosten aber nicht die günstigste. 

Betriebskosten: Die Pelletheizung ist am günstigsten 

Die Pelletheizung vereint zwei Vorteile: Sie verbrennt zum einen Holzpellets, die aus Holzresten hergestellt werden und somit regenerativ sind. Und zum anderen erlaubt sie einen vollautomatischen Betrieb. Anlagenbesitzer haben dadurch einen ähnlich hohen Bedienkomfort wie bei einer Gas- oder Ölheizung. Und das beste: Die Preise für die Pellets sind seit Jahren sehr stabil geblieben. Aktuell zahlen Verbraucher circa 5,08 Cent pro Kilowattstunde (Stand November 2019).

Wie bereits erwähnt, gehören Pelletheizungen nicht gerade zu den günstigsten Heizungssystemen. Nicht nur der Heizkessel selbst ist kostspielig. Auch das nötige Zubehör wie die Fördertechnik, die Lagerung, der Pufferspeicher etc. trägt entscheidend zum hohen Anschaffungspreis bei. Dafür unterstützt der Staat die Nutzung effizienter Pelletheizungen. 

Staatliche Fördermöglichkeiten

Wer sich für den Kauf einer Pelletheizung entscheidet, hat Anspruch auf Fördermittel vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Konkret erhalten Sie bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst, wenn der Pelletkessel eine Nennwärmeleistung von mindestens 5 kW hat. Ersetzt derselbe Kessel eine alte Ölheizung in einem Bestandsbau, steigt die Förderung für Pelletheizungen auf bis zu 45 Prozent. Wichtig ist, dass Hausbesitzer die Anträge noch vor dem Beginn der Maßnahme stellen. 

Welche Heizung ist am günstigsten – alternative Heizsysteme

Fest steht: In der Anschaffung sind Elektroheizungen am günstigsten. Beim Thema Betriebskosten überzeugen hingegen Pelletheizungen. Neben diesen beiden klassischen Heizsystemen gibt es auch andere Heiztechnologien wie etwa die Kraft-Wärme-Kopplung. Dahinter verbergen sich zwei Geräte, die neben der Wärme auch Strom erzeugen. Die Rede ist von der Brennstoffzellen-Heizung und vom Blockheizkraftwerk. In dem Anlagenbesitzer den selbst produzierten Strom nutzen, müssen sie extern weniger Strom einkaufen, was sich wiederum positiv auf die allgemeinen Betriebskosten auswirkt. 

Wärmepumpen und Solarthermie senken die Betriebskosten

Geht es um die Frage, welche Heizung während des Betriebs am günstigsten ist, darf die Kombination Wärmepumpe mit Photovoltaik nicht fehlen. Aufeinander abgestimmt verursachen beide Systeme während des Betriebs kaum Kosten. Außerdem entlasten sie die Umwelt, da sie keine fossilen Brennstoffe verbrennen. Mehr Informationen hierzu finden Sie auch im Beitrag Bivalente Heizung.   

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Für die Beantwortung der Frage, welche Heizung am günstigsten ist, ist die Differenzierung zwischen Anschaffungs- und Betriebskosten unabdingbar. Beim Ersteren haben Elektroheizungen die Nase vorn. Geht es um die niedrigsten Betriebskosten, dann lautet die Antwort: Pelletheizungen.     
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung