Umrechnung von m3 in kWh – Kubikmeter in Kilowattstunden

Während heimische Zähler den Gasverbrauch in Kubikmetern anzeigen, rechnen Gasversorger die verbrauchten Kilowattstunden ab. Mit der Umrechnung von m3 in kWh (Kubikmeter in Kilowattstunden) können Verbraucher die Kosten besser nachvollziehen. Aber wie funktioniert das und welche Faktoren fließen in die Umrechnung von m3 Gas in kWh ein?

Die Kilowattstunde beschreibt die Energiemenge

"Wie rechne ich meinen Gasverbrauch in Kubikmetern in Kilowattstunden (kWh) um?" ist eine der häufigsten Fragen zum Thema Energieverbrauch. Für die Beantwortung dieser ist ein bisschen Grundlagenwissen hilfreich: Die Kilowattstunde ist demnach eine Einheit für eine bestimmte Energiemenge. Sie lässt sich zum Beispiel über die Multiplikation aus Leistung und Zeit ermitteln. Läuft eine Heizung eine Stunde lang mit einer Leistung von vier Kilowatt (kW), hat sie nach dieser Zeit vier Kilowattstunden (kWh) Energie an das Haus abgegeben. Bezogen auf eine Masse oder ein Volumen, lässt sich auf diese Weise auch die Energiemenge von Brennstoffen angeben. So kann Erdgas zum Beispiel einen Energieinhalt von 11,10 kWh/m3 haben.

Hausbesitzer bei der Umrechnung m3 in kWh
© Piotr Adamowicz / Fotolia

Einflussfaktoren auf die Umrechnung von m3 in kWh

Der tatsächliche Betrag hängt in der Praxis zum einen von der Rohstoffqualität und zum anderen aber auch von der eingesetzten Heiztechnik ab.

Rohstoffqualität beeinflusst Energieinhalt

Geht es um Erdgas, hängt das Ergebnis der Umrechnung von m3 in kWh zu einem großen Teil von der Qualität ab. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem der Methangehalt des Gases. Liegt dieser unter 87 Prozent, spricht man von Low-Gas (engl. low calorific gas). Es enthält mehr Stickstoff- und Kohlendioxid und erreicht in der Praxis einen Heizwert von 8,2 bis 8,9 Kilowattstunden pro Kubikmeter. Mehr Energie enthält dabei das sogenannte High-Gas (engl. high calorific gas). Mit einem Anteil von bis zu 99,1 Prozent besteht es fast komplett aus Methan und erreicht daher auch Heizwerte von 10,0 bis 12,25 Kilowattstunden pro Kubikmeter. Vergleicht man beide Gas-Arten, verbraucht die gleiche Heizung mehr Low-Gas, wenn sie ein Haus mit einer bestimmten Energiemenge versorgen soll.

Übrigens: Genau wie der Energieinhalt des Gases von der Qualität abhängt, ist das auch bei Holz oder Öl der Fall. Vor allem bei Scheitholz können Hausbesitzer durch eine optimale Lagerung und Trocknung aber selbst für einen hohen Energieinhalt sorgen.

Heiztechnik fließt in Umrechnung ein

Wie die Qualität der eingesetzten Rohstoffe wirkt sich auch die verwendete Heiztechnik auf das Ergebnis der Umrechnung von m3 in kWh aus. Unterscheiden lässt sich dabei grundsätzlich die Heizwert- und Brennwerttechnik.

Die Heizwerttechnik setzt bei der Verbrennung die chemisch gebundene Energie eines Rohstoffs frei. Sie arbeitet mit hohen Abgastemperaturen und kann die darin verborgene Energie nicht nutzen. Arbeitet eine Heizung mit der Brennwerttechnik, kühlt sie die Abgase so weit, dass der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert und zusätzliche Wärme abgibt. Im Vergleich holt die Brennwertheizung mehr Energie aus der gleichen Rohstoffmenge, wodurch Verbrauch und Heizkosten sinken. Wie hoch der Heiz- oder Brennwert des verbrauchten Gases ist, können Hausbesitzer in der Regel auf der jährlichen Gasrechnung ablesen oder bei dem Versorger erfragen.

Normzustand und Betriebszustand

Bei gasförmigen Brennstoffen unterscheidet man zwischen Betriebs- und Normzustand. Das ist notwendig, da sich das Gasvolumen abhängig von der Temperatur schnell ausdehnt oder zusammenzieht. Während der Betriebszustand den Zustand des Gases im Zähler beschreibt, erfolgt die Abrechnung auf Basis des fest definierten Normzustands. Für Erdgas ist dieser bei 0 Grad Celsius und etwa ein bar Druck definiert. Um die Umrechnung von m3 in kWh vornehmen zu können, ist es notwendig, beide Angaben ins Verhältnis zueinander zu setzen. Möglich ist das über die sogenannte Zustandszahl. Die dimensionslose Kennzahl ist ebenfalls auf der Jahresabrechnung des Gasversorgers zu finden.

Die Formel: m3 in kWh umrechnen

Wie kann ich nun meinen Gasverbrauch in Kubikmetern (m3) in Kilowattstunden (kWh) umrechnen? So wird’s gemacht: Die Umrechnung von m3 in kWh funktioniert mit einer einfachen Gleichung. Dabei ist das Volumen mit dem Brennwert und der Zustandszahl zu multiplizieren, die in der Gasrechnung aufgeführt sind. Mathematisch ausgedrückt heißt das also:  

  • Q = V * Ho * z (Energieinhalt = Volumen * Brennwert * Zustandszahl) 
Während man das Volumen in Kubikmeter einsetzt, hat der Brennwert die Einheit Kilowattstunden pro Kubikmeter. Die Zustandszahl hat selbst keine Einheit, sodass das Ergebnis die Einheit Kilowattstunden hat. 

Ein Beispiel dazu: Ein Besitzer eines Einfamilienhauses hat am Zähler einen Gasverbrauch von 2.000 Kubikmetern abgelesen. Für die Umrechnung von m3 Gas in kWh liest er den Energieinhalt von 10 Kilowattstunden pro Kubikmeter und die Zustandszahl 0,95 aus der Gas-Jahresabrechnung ab. Multipliziert er alle Werte, ergibt sich für den gemessenen Zeitraum eine Energiemenge von 19.000 Kilowattstunden.

Gleichung zur Umrechnung m3 in kWh
© heizung.de

Nutzen der Berechnung der Energiemenge

Die Umrechnung von m3 in kWh macht es möglich, die Energiekosten einfach zu ermitteln. Denn diese werden abhängig vom Rohstoff oft in Euro oder Cent pro Kilowatt angegeben. Darüber hinaus ermöglicht die Ermittlung der Energiemenge auch einen einfachen Heizkostenvergleich verschiedener Brennstoffe. 

Gaspreis pro m3 ermitteln

Anhand der in der Abrechnung aufgeführten jährlichen Gaskosten und des Jahresverbrauchs lässt sich auch der Gaspreis pro m3 berechnen. Dazu werden einfach die Gaskosten durch den Verbrauch geteilt: 

  •  Jahreskosten (Euro) / Jahresverbrauch (m3) = Gaspreis pro m3 (Euro)

Liegen die jährlichen Kosten für Gas bei 850 Euro und der Verbrauch bei 1.300 m3, ergibt sie so ein Gaspreis von rund 0,65 Euro pro m3. 

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Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Die Umrechnung von m3 in kWh wird von einigen Faktoren beeinflusst. So entscheiden zum Beispiel die Rohstoffqualität und die eingesetzte Heiztechnik darüber, wie viel Energie sich aus einem Kubikmeter Gas gewinnen lässt. Das Ergebnis ermöglicht eine einfache Berechnung der Heizkosten und einen Kostenvergleich mit anderen Brennstoffen.
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