Tipps für das Spülen der Heizungsanlage

Wie das Blut im menschlichen Körper transportiert das Heizungswasser thermische Energie durch die Heizung. Damit das zuverlässig funktioniert, muss seine Qualität einwandfrei sein. Befinden sich hingegen Schwebstoffe oder Ablagerungen in der Flüssigkeit, kann das die Funktion der Heizung stören und ernsthafte Schäden hervorrufen. Abhilfe schafft dabei das Spülen der Heizungsanlage.

Gründe für das Spülen der Heizungsanlage

Transportiert das Heizungswasser Schwebstoffe oder Ablagerungen durch die Anlage, können diese den Leitungsquerschnitt verengen oder andere Bauteile verstopfen. Während das dazu führt, dass sich die Wärme nicht mehr gleichmäßig im Haus verteilt, können vor allem moderne Brennwertgeräte ernsthafte Schäden davontragen. In der Folge steigen die Heizkosten und/oder das Haus wird nicht mehr richtig warm.

Die Gründe für Verschmutzungen sind vielschichtig

Die Gründe für Verschmutzungen sind vielschichtig. So können sich unter anderem Reststoffe und Schmutzpartikel der Installation im Leitungsnetz befinden. Auch Kalkablagerungen, die durch Heizungswasser mit ungenügender Qualität entstehen, sind möglich. Vor allem in älteren Heizungssystemen können sich hingegen Korrosionsprodukte befinden. Diese entstehen immer dann, wenn Sauerstoff durch häufiges Befüllen der Heizung oder undichte Bauteile in das System gelangt. Das Spülen der Heizungsanlage kann nötig sein, wenn:

  • einige Heizkörper ganz oder teilweise kalt bleiben
  • Verbraucher häufig die Heizkörper entlüften müssen
  • die Anlage länger braucht, um das Haus zu erwärmen
  • die Heizungsanlage Strömungsgeräusche von sich gibt

Das Reinigen und Spülen der Heizungsanlage ist darüber hinaus immer dann nötig, wenn ein neuer Wärmeerzeuger installiert wird. Lassen Hausbesitzer die Arbeiten nicht fachgerecht durchführen, kann das die Garantie beeinträchtigen.

Der richtige Arbeitsablauf an der Heizung

Möchten Hausbesitzer ihr System behandeln lassen, erledigt ein Fachmann das Spülen der Heizungsanlage. Er folgt dabei den Anforderungen der DIN EN 14336 „Heizungsanlagen in Gebäuden – Installation und Abnahme der Warmwasser-Heizungsanlagen“ und einem immer gleichen Ablauf. Dieser setzt sich aus einer Vorbereitungs-, einer Durchführungs- und einer Nachbereitungsphase zusammen.

Armaturen zum Spülen der Heizungsanlage öffnen
©  Kadmy | Fotolia

Vor dem Spülen der Heizungsanlage

Damit die bevorstehenden Arbeiten sicher und problemfrei ablaufen, ist vor dem Beginn ein sogenannter Spülplan zu erstellen. Bei diesem nimmt der Installateur die Anlage zunächst genau unter die Lupe. Er dokumentiert Leitungsverläufe, Nennweiten und Ventileinstellungen, bevor er das Schema individuell plant. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass alle Leitungsabschnitte von den Reinigungsarbeiten erfasst werden und keine Rückstände im System bleiben. Darüber hinaus öffnet er alle Ventile, damit die Spülflüssigkeit ungehindert zirkulieren kann.

Die Norm empfiehlt außerdem, das Spülen der Heizungsanlage von einem Fachmann überwachen zu lassen, um Probleme oder schwerwiegende Schäden zu vermeiden.

Der eigentliche Spülvorgang

Sind die Vorarbeiten abgeschlossen, erfolgt das eigentlich Spülen der Heizungsanlage. Dazu schließt ein Heizungsmonteur ein Gerät an, das die Leitungen zum Beispiel mit einem Luft-Wasser-Gemisch reinigt. Um Probleme mit installierten Pumpen zu vermeiden, sollte jede Heizungspumpe entfernt oder mit einem Bypass überbrückt werden. Gleiches betrifft auch Leitungsabschnitte oder Bauteile, die Druckschläge verursachen könnten.

Das Spülen der Heizungsanlage erfolgt dann vom höchsten zum niedrigsten Punkt der Anlage. Je nach der Größe des Systems ist das Rohrnetz dabei in unterschiedliche Teilbereiche zu trennen. Diese müssen einzeln absperr- und entleerbar sein.

Unter Umständen kann auch eine chemische Reinigung der Anlage nötig sein. In diesem Fall empfiehlt die Verordnung, nur geprüfte Produkte einzusetzen. Außerdem ist dabei eine genaue Dokumentation zu erstellen. Aus dieser muss hervorgehen, wann und von wem die Arbeiten durchgeführt wurden und welche Chemikalien in welcher Dosis zum Einsatz kamen.

Nach dem Spülen der Heizungsanlage

Ist die Reinigung abgeschlossen, füllt der Fachmann neues Heizungswasser in die Anlage. Wichtig ist, dass dieses eine hohe Qualität hat und den Anforderungen der Kesselhersteller entspricht. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Anlage nicht lange leer bleibt. Denn das kann Korrosionserscheinungen, neue Verschmutzungen und Anlagenschäden hervorrufen.

Ist das System befüllt und entlüftet, stellt der Heizungsbauer alle Ventile und Armaturen wieder optimal ein und nimmt die Heizung in Betrieb. In einem Bericht dokumentiert er außerdem die durchgeführten Arbeiten.

Um erneute Probleme zu vermeiden, können Hausbesitzer außerdem auch sogenannte Schlammabscheider einbauen lassen. Diese haben einen deutlich größeren Durchmesser als das übrige Heizungsnetz, wodurch die Fließgeschwindigkeit des Heizwassers stark sinkt. Partikel und Schwebstoffe fallen dabei auf den Grund und entlasten das übrige Netz.

Übrigens: Nach dem Spülen der Heizungsanlage empfiehlt sich ein hydraulischer Abgleich. Dabei stellen Experten das Wärmeverteilsystem optimal ein und sorgen so für einen hohen Komfort und niedrige Kosten.

Kosten und Vorteile vom Spülen der Heizungsanlagen

Die Kosten der Reinigungsarbeiten können sehr unterschiedlich ausfallen. Denn sie richten sich nach der Größe und der Art der Heizung sowie der Menge des enthaltenen Heizungswassers. Ein Installateur kann die Technik prüfen und schnell ein zuverlässiges Angebot erstellen. Überschlägig können Einfamilienhausbesitzer mit Ausgaben von 500 bis 1.500 Euro rechnen.

Auch wenn die Arbeiten das eigene Budget erst einmal belasten, sind sie mit vielen Vorteilen verbunden. So kann der Energieverbrauch durch das Spülen der Heizungsanlage sinken. Außerdem steigen der Wohnkomfort und die Lebensdauer der Heizungsanlage. Weitere wertvolle Tipps zur Heizkostensenkung finden Sie auch im Beitrag "Optimierung der Heizungsanlage". 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Das Spülen der Heizungsanlage ist nötig, wenn das Verteilsystem von Schwebstoffen und Partikeln belastet ist. Denn diese können Leitungen zusetzen, den Wärmetransport stören oder ernsthafte Schäden hervorrufen. Die Reinigungsarbeiten erfolgen in der Regel unter Hochdruck mit warmem Wasser. Sie sollten von einem Fachmann überwacht werden und laufen nach einem immer gleichen Ablauf ab. Die Anforderungen an diesen gibt die DIN EN 14336.
Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon
Neueste Artikel
Artikelbewertung