Schimmel entfernen und richtig vorbeugen 

Vor allem in der kalten Jahreszeit klagen viele Hausbesitzer über Schimmel in den eigenen vier Wänden. Die giftigen Pilze siedeln sich zum Beispiel an kalten Außenwänden an, machen Tapeten unbrauchbar und schaden sogar der Gesundheit. Aber woher kommt der ungebetene Hausgast und vor allem: Wie lässt sich Schimmel entfernen?

Ursachen und Folgen der Schimmelpilze

Die giftigen Pilze verbreiten sich über Sporen. Diese schweben durch die Luft und siedeln sich überall dort an, wo feuchte Umgebungen auf organische Substanzen treffen. Im eigenen Zuhause sind das zum Beispiel Bereiche in Bädern und Küchen wie auch an Wärmebrücken. Denn hier ist der Feuchtegrad hoch und Tapeten, Staubpartikel, Haare oder Schuppen bilden einen optimalen Nährboden. Auch Wasserschäden im Haus sind häufig eine Ursache für den Schimmelbefall.

Giftige Sporen Schaden Haus und Menschen

Haben sich die Pilze einmal angesiedelt, ist schnelles Handeln gefragt. Denn in ausreichender Konzentration können sie neben Schäden am Bauwerk auch die Gesundheit beeinflussen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Sporen in Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmern zu finden sind. Experten teilen den Befall in vier Kategorien ein. Diese symbolisieren das Ausmaß des Schadens und zeigen, wann Bewohner Schimmel entfernen müssen.

Kategorie 0: Schimmelpilze oder Stockflecken an weniger als 100 cm²; keine Gefahr für Bauwerk und Gesundheit

Kategorie 1: Schimmelbefall an mehr als 100 cm²; Gesundheitsgefahren sind möglich; Verbraucher sollten Schimmel entfernen, um seine Ausbreitung zu unterbinden

Kategorie 2: Schimmelpilze in tieferen Wandschichten oder verteilt an mehr als 10 m² Fläche und moderiger Geruch; Gefahr für Bauwerk und Gesundheit; zeitnahes Handeln ist nötig

Kategorie 3: Dichter Schimmelbewuchs an über 2 m²; hohe Gefahr für die Gesundheit; Räume nur mit Schutzkleidung betreten; Schimmel professionell entfernen lassen

Schimmel entfernen in einem Wohnzimmer
© Mediaparts | Fotolia

Schimmel entfernen – so wird es gemacht

Haben Hausbesitzer die giftigen Pilze in den eigenen vier Wänden entdeckt, sollten sie schnell reagieren. Denn nur so lässt sich die Ausbreitung der Sporen stoppen und größere Schäden bleiben aus. Geht es darum, wie Verbraucher den Schimmel entfernen können, kommt es zunächst auf die betroffenen Flächen und die Ausbreitung des Befalls an.

Unser Tipp: Vor allem wenn der Schimmelbefall fortgeschritten ist, schützen Handschuhe, Masken und Brillen die Gesundheit, wenn Hausbesitzer den Schimmel selbst entfernen. 

Schimmelbefall in Bädern und Küchen beseitigen

Fliesen oder andere feste Oberflächen lassen sich mit hochprozentigem Alkohol vom Schimmelbefall befreien. Die Mittel, die es unter anderem in Apotheken gibt, sollten dabei einen Alkoholgehalt von mindestens 80 Prozent haben. Denn nur so können sie desinfizierend wirken und den Schimmel entfernen. Sind auch Fugen betroffen, müssen Hausbesitzer diese entweder ausschleifen oder komplett erneuern.

Im Wohnraum den Schimmel entfernen

Haben die Schimmelpilze auch Tapeten oder Holzbeläge befallen, sind diese oft auszutauschen. Denn nur so lässt sich sicherstellen, dass auch in tieferen Schichten der Wand keine giftigen Sporen zu finden sind. Diese könnten sich bereits kurz nach einer Reinigung neu ausbreiten und neben der Gesundheit auch der Bausubstanz ernsthaft schaden.

Haben die Sporen auch Möbel und Einrichtungsgegenstände befallen, sollten Hausbesitzer beim Schimmelentfernen ähnlich vorgehen. Während sich feste Oberflächen dabei mit Alkohol reinigen lassen, sind stark befallene Polstermöbel in der Regel zu ersetzen. 

Dem Schimmelbefall richtig vorbeugen

Bevor Hausbesitzer den Schimmel entfernen müssen, sollten sie dem Befall der giftigen Pilze vorbeugen. Wichtig ist dabei das richtige Lüften und Heizen. Auf diese Weise halten sie die Luftfeuchtigkeit in einem akzeptablen Bereich. Wann das Öffnen der Fenster nötig ist, können Verbraucher bereits an einem einfachen Hygrometer ablesen. Neben dem regelmäßigen Lüften sollten auch die Temperaturen in Häusern und Wohnungen nicht zu weit fallen. Denn dabei kühlen Bereiche der Außenwände ab und der Wasserdampf aus der Luft kondensiert. 

Bäder und Küchen trocken halten

Vor allem in Bädern und Küchen können Hausbesitzer dem Schimmelbefall vergleichsweise einfach vorbeugen. Denn hier reicht es aus, nasse Fliesen und Einrichtungsgegenstände nach dem Duschen, Baden oder Kochen mit einem Handtuch zu trocknen. Zusätzlich hilft regelmäßiges Stoßlüften, um die relative Luftfeuchtigkeit nach der Nutzung der Räume schnell wieder zu senken. Die Maßnahmen entziehen den Sporen ihren Nährboden und Hausbesitzer müssen keinen Schimmel entfernen. 

Wärmebrücken erkennen und beseitigen 

Müssen Hausbesitzer den Schimmel entfernen, obwohl sie sich an die Tipps gehalten haben, sollten sie einen Energieberater zurate ziehen. Dieser untersucht dabei das Bauwerk auf Wärmebrücken. Diese Stellen der Außenwand verlieren mehr Wärme als umliegende Bereiche. Sie sind daher kälter und begünstigen die Kondensation des Wasserdampfes aus der Luft. Abhilfe schafft hier nur eine entsprechende Dämmung. Typische Wärmebrücken sind Raumecken, Anschlüsse von Balkonplatten, Heizkörpernischen, Rollladenkästen oder die Anschlüsse von Fenstern.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Schimmelpilze entstehen immer dann, wenn feuchte Luft auf nährstoffreiche Oberflächen trifft. Vor allem dann, wenn der Befall weit fortgeschritten ist, schaden die feinen Sporen dabei sogar dem Bauwerk und der Gesundheit. Während sich feste Oberflächen mit hochprozentigem Alkohol reinigen lassen, sind Tapeten, Holzbeläge oder Möbel häufig zu ersetzen, wenn Hausbesitzer den Schimmel entfernen möchten. Mit einem optimalen Heiz- und Lüftungsverhalten lässt sich der Befall der giftigen Pilze oft von vornherein vermeiden. 

Beratung durch Ihren Heizungsinstallateur vor Ort

Sie benötigen eine individuelle Beratung oder ein Angebot für Ihre neue Heizung?

news-icon

Neueste Artikel

Vom 17. November 2017

Vor allem als Zusatzheizung kann die Infrarotheizung punkten. Die erzeugte Strahlungswärme wird als sehr angenehm empfunden. Doch das Heizen mit Infrarot sollte gut überlegt sein. Auf was sollten Sie achten? weiterlesen

Vom 13. November 2017

Giftige Schimmelpilze schaden dem Haus und der Gesundheit. Aber was ist zu tun, wenn Hausbesitzer die Sporen in den eigenen vier Wänden entdecken? Der Beitrag erklärt, wie sie den Schimmel entfernen können.  weiterlesen

Vom 07. November 2017

Im Neubau oder sanierten Haus reicht es für eine ausreichende Frischluftzufuhr oft nicht, die Fenster manuell zu öffnen. Testen Sie Ihr Wissen zur Wohnraumlüftung und machen Sie mit bei unserem heizung.de Quiz! weiterlesen

Vom 06. November 2017

Wer eine Lüftungsanlage im Bestand nachrüsten möchte, profitiert heute von hohen staatlichen Fördermitteln. Wir zeigen, wie diese die Lüftungs-Kosten senken und welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen sind. weiterlesen

News article img

Artikelbewertung