Richtig Lüften: Kosten sparen und Raumluft verbessern

Durch richtiges Lüften lässt sich nicht nur die Raumluft verbessern. Durch regelmäßiges und richtiges Lüften können Verbraucher Schimmel vorbeugen und im Winter sogar die Heizkosten senken. Doch was genau bedeutet richtig Lüften? Wir informieren über die besten Lüftungsmethoden und -strategien für die Heizperiode, den Sommer und die übrige Zeit im Jahr.

Warum ist richtiges Lüften so wichtig?

Wird zu wenig gelüftet, sinkt die Luftqualität in Innenräumen. Sauerstoffmangel und ein höherer Schadstoffgehalt, zum Beispiel durch Kochdunst oder Zigarettenrauch, wirken sich langfristig nachteilig auf die Gesundheit aus. Durch falsches Lüften kann sogar die Schimmelbildung gefördert werden. Im Winter ist es ebenfalls wichtig, richtig zu lüften, da so Heizkosten gespart werden können. 

Allgemeine Empfehlungen, die das ganze Jahr über gültig sind, gibt es nicht. Denn das Lüftungsverhalten muss immer an die Außentemperatur und die Luftfeuchtigkeit angepasst werden. Im Sommer soll die Wohnung möglichst kühl bleiben. Im Winter geht es hingegen um das Heizkosten Sparen und eine gleichzeitige gute Luftqualität in Haus oder Wohnung. Auch die Feuchtigkeitsbildung durch Kondenswasser am Fenster ist ein Problem, das meistens im Winter auftritt.

Hand öffnet Fenster, um richtig zu lüften
© Gina Sanders | Fotolia

Tatsächlich hat das Thema "richtiges Lüften" in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, da unsere Häuser immer besser gedämmt und die Fenster besser abgedichtet sind. Eine dichte Gebäudehülle verringert den natürlichen Luftaustausch mit der Umgebung. Richtig zu lüften ist in gedämmten Gebäuden noch wichtiger, als beispielsweise in unsanierten Altbauten, in denen quasi permanent ein Luftaustausch stattfindet. Mit einem Hygrometer (Feuchtemesser) lässt sich die Luftfeuchtigkeit im Raum permanent überwachen. Steigt die relative Feuchte über 65 %, muss gelüftet werden.

Lüftungsmöglichkeiten im Überblick

Geht es um das richtige Lüften, stehen Verbrauchern heute verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Grundsätzlich unterscheiden Experten dabei das Kipp- und das Stoßlüften. Welche Variante ist eigentlich besser geeignet? 

Kipplüftung sorgt dauerhaft für geringen Luftaustausch

Bei der Kipplüftung werden die Fenster auf Kipp gestellt. Dabei entsteht eine kontinuierliche, aber geringe Luftzirkulation in der gesamten Wohnung. Die Kipplüftung ist während der Heizperiode nicht empfehlenswert. Denn sie lässt viel Heizwärme nach außen verschwinden und sorgt somit für höhere Kosten. Ein weiterer Grund: Stehen die Fenster in der kalten Jahreszeit lange Zeit auf Kipp, kühlen die Laibungen der Fenster aus. Wasserdampf aus der Luft kann an diesen kondensieren, Wände oder Fensterflächen durchfeuchten und letztlich auch  zu Schimmel führen. 

Aber auch bei hohen Temperaturen im Sommer  ist die Kipplüftung keine gute Wahl. Denn mit der Außenluft dringt dann viel Wärme in das Haus ein. Die Raumtemperaturen steigen und der Wohnkomfort sinkt immer weiter. 

Nur wenn es draußen nicht wärmer als drinnen ist und nicht geheizt wird, können die Fenster tagsüber oder nachts permanent auf Kipp gelassen werden.

Richtiges lüften: Stoßlüftung und Querlüftung

Die Stoßlüftung wird heute von Experten empfohlen. Bei dieser Methode bleiben die Fenster geschlossen und werden mehrmals täglich für 5-15 Minuten (je höher die Differenz zur Außentemperatur, desto kürzer) weit geöffnet. Bei der Querlüftung werden einander gegenüberliegende Fenster gleichzeitig geöffnet. Auch die Türen sollten dabei geöffnet werden, damit die Luft einmal durch die gesamte Wohnung strömen kann. Die Querlüftung ist also nur eine Variante der Stoßlüftung.

Richtig lüften zu jeder Jahreszeit
© heizung.de

Auch bei Hitze im Sommer richtig Lüften

Sobald es im Sommer draußen wärmer ist als drinnen, sollten die Fenster geschlossen gehalten werden. In den warmen Monaten wird empfohlen, tagsüber die Fenster geschlossen zu halten und nur in den frühen Morgenstunden und am Abend, wenn es draußen kühler ist, richtig zu lüften (Querlüften empfohlen). Nachts können die Fenster hingegen offen bleiben. Auf diese Weise tauschen Verbraucher die warme Raumluft durch frische Außenluft. Sie kühlen Häuser oder Wohnungen herunter und schaffen so einen Puffer für den nächsten Sommertag. 

Im Sommer gibt es außerdem das Problem der Kondenswasserbildung in Kellerräumen. Wenn die Temperatur im Inneren deutlich kühler ist als außen, kondensiert Wasserdampf aus der Luft an den kalten Wandflächen. Das kann zur Schimmelbildung führen. Halten Sie daher bei höheren Außentemperaturen die Kellerfenster im Sommer grundsätzlich geschlossen. Ausführliche Information zum Thema Lüften zu jeder Jahreszeit finden Sie in den Beiträgen "Lüften im Frühling" und "Lüften im Winter".  

Richtig lüften, um Heizkosten zu sparen

Während der Heizperiode bietet sich die Stoßlüftung bzw. Querlüftung an. Hierbei ist es vor allem wichtig, richtig zu lüften, um Schimmelbildung vorzubeugen und das Raumklima zu verbessern. Gleichzeitig sollte keine Heizenergie verschwendet werden. In der kalten Jahreszeit werden die Fenster grundsätzlich geschlossen gehalten. Mehrmals täglich werden die Fenster für wenige Minuten weit geöffnet. Dabei reichen auch schon fünf Minuten. So geht kaum Heizwärme verloren.

Weitere Tipps zum richtigen Lüften und Heizen gibt es auch in unserem Video 5 Tipps zum richtigen Heizen.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Durch richtiges Lüften verbessert sich das Raumklima, Schimmel lässt sich verhindern und die Heizkosten sinken. Regelmäßiges, kräftiges Stoßlüften ist während der Heizperiode empfehlenswert. Bei Hitze sollten die Fenster tagsüber ganz geschlossen bleiben, dafür empfiehlt es sich, nachts zu lüften.
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