Richtig Heizen in der Übergangszeit

Wird es nach einem kalten Winter langsam wieder Frühling oder rollt die kalte Jahreszeit mit dem Herbst überhaupt erst an, wird Heizen immer zu einem kleinen Drahtseilakt. Einerseits ist es längst nicht so kalt wie im Winter, andererseits aber zu kalt, um die Heizung ganz abgeschaltet zu lassen. Mit diesen Tipps nutzen Sie die Heizung in der Übergangszeit richtig.

Heizung in der Übergangszeit ausschalten oder aufdrehen?

Diese Frage stellen sich in Deutschland jährlich zahlreiche Menschen. Einerseits möchte man die Heizung in der Übergangszeit so wenig wie möglich nutzen, andererseits sind vor allem die Morgen- und Abendstunden im Frühling und im Herbst sehr kühl. Einfache Faustregeln, die eine gewisse Außentemperatur vorgeben, ab welcher man die Heizung in der Übergangszeit aufdreht, sind nur eine geringe Hilfe.

Jeder Mensch empfindet Temperaturen schließlich etwas anders, zudem ist auch entscheidend, was man in der Wohnung macht: wer am Schreibtisch sitzt oder TV schaut, wird eher frieren als jemand der sich viel bewegt oder mit den Kleinen spielt. Wichtig ist das Wetter aber dennoch und sollte folglich beim Heizen im Herbst und Frühling berücksichtigt werden. Vor allem, wenn eine sonnige Wetterprognose vorgegeben wird, müssen Räume tagsüber nicht beheizt werden, wenn die Sonne an diese gelangt. Die Sonne übernimmt dann einen natürlichen wärmenden Effekt und heizt die Räume oft selbst schon ausreichend stark auf.

Werte unter den Mindesttemperaturen verhindern

Anders ist es bei Räumen, die keine warme Mittags- oder Nachmittagssonne abbekommen. Hier sollte die Heizung in der Übergangszeit noch regelmäßig eingesetzt werden. Anderenfalls droht eine vollständige Abkühlung des Raumes. Dabei verlieren unter anderem die Möbel, Wände und der Boden die gespeicherte Wärme. Wenn dann doch geheizt wird, müssen sich diese erst wieder erwärmen: das wird jedoch teuer, da hierfür mehr Energie benötigt wird.

Thermometer in den Innenräumen helfen bei der Überprüfung

Das Bild zeigt eine Frau auf der Frühlingswiese - ein Symbol für die Übergangszeit und das Heizen während dieser. 
© Subbotina Anna / Fotolia

Von einer vollständigen Abkühlung im Raum spricht man dann, wenn sich die Temperaturen unter 15 Grad Celsius bewegen. Fallen die Temperaturen unter diesen Wert, steigt zudem das Risiko für Schimmelbildung. Denn dann könnte sich Wasserdampf aus der Luft an den kühlen Oberflächen der Wände anlagern, wie an einer kalten Flasche aus dem Kühlschrank. Mit dem richtigen Heizen in der Übergangszeit wird diesem Schimmel vorgebeugt

Es ist daher empfehlenswert, ein Thermometer in den Innenräumen zu installieren, um deren Temperaturen regelmäßig zu überprüfen. Geht es langsam in Richtung der 15 Grad, weil es draußen noch immer recht frisch ist, sollte die Heizung in der Übergangszeit kurzfristig genutzt werden. Wurde eine Temperatur von angenehmen 20 Grad erreicht, kann sie hingegen wieder herunter gedreht werden.

Folgende Faktoren spielen eine Rolle

Ob die Heizung in der Übergangszeit völlig abgestellt oder lediglich reduziert wird, hängt vor allem von Faktoren wie der Fassade und der Dämmung der Fenster ab. Also wie schnell ein Raum ohne heizende Elemente wieder abkühlt. Ist Ihnen bereits bekannt, dass der Raum schnell abkühlt, empfiehlt sich die Heizung eher auf "Sparflamme" zu stellen. Damit vermeiden Sie eine vollständige Abkühlung des Raumes. Wie häufig und von wie vielen Personen wird der Raum genutzt? Wie viel Geräte, die selber Wärme abgeben, beispielsweise ein PC oder ein großer TV, befinden sich im Raum? Diese können, solange sie genutzt werden, ebenfalls zur Stabilisierung der Temperatur beitragen, wenn die Heizung in der Übergangszeit häufiger abgestellt wird.

Die Reglung hilft beim Heizen in der Übergangszeit

Eine witterungsgeführte Regelung hilft beim sparsamen Heizen in der Übergangszeit. Denn sie dreht die Vorlauftemperatur der Heizung automatisch herunter, wenn es draußen wärmer wird. Wann welche Heizmitteltemperaturen erforderlich sind, um die Wärmeverluste über die Gebäudehülle auszugleichen, erfährt die Heizungsanlage dabei von der sogenannten Heizkurve. Darunter verstehen Experten eine mathematische Funktion, die jeder Außentemperatur eine bestimmte Vorlauftemperatur zuweist. Wichtig: Sparsam Heizen in der Übergangszeit funktioniert nur dann, wenn die Heizkurve optimal für das eigene Haus eingestellt ist. Ein Heizungsfachmann kann das überprüfen und die Kurve bei Bedarf korrekt einstellen.

Vorhänge oder Jalousien abends zuziehen

Weiterhin sollten Sie darauf achten, die Wärme nach Sonnenuntergang zu behalten. Idealerweise wird also am späten Nachmittag noch einmal gelüftet. Nach Sonnenuntergang empfiehlt es sich, Vorhänge oder die Jalousien zu schließen. So verhindern Sie ein Austreten der Wärme. Dadurch muss die Heizung in der Übergangszeit nicht ganz so intensiv genutzt werden. 

Übrigens ist der Jahresbeginn ein guter Zeitpunkt, um die Heizung auf Funktion und Effizienz zu überprüfen. Ausführliche Informationen dazu lesen Sie im Beitrag "Frühling nutzen und Heizung optimieren".  

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Energiekosten lassen sich auch bei gleichbleibendem und angenehm warmen Komfort reduzieren, indem die Heizung in der Übergangszeit durchdacht und bewusst genutzt wird. Berücksichtigen Sie Außentemperaturen, Wettervorhersagen und Ihr eigenes Verhalten, um ein zu starkes Absenken der Temperaturen zu verhindern.
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