Praktische Tipps zum Schimmel vorbeugen

Sie sollten der Entstehung von Schimmel vorbeugen, denn Schimmel kann die Gesundheit beeinträchtigen. Schimmel ist tatsächlich kein seltenes Problem in Häusern und Wohnungen. Dabei tritt Schimmel nicht nur in Altbauten auf, sondern auch in modernen Wohnhäusern. Zur Verbesserung der Energieeffizienz wurden viele Wohnungen in den letzten zehn Jahren in Deutschland aufwendig saniert und mit einer zusätzlichen Dämmung von außen versehen. Der Feuchtigkeitsaustausch des Gemäuers verringerte sich auf diese Weise, es ist umso wichtiger, richtige Maßnahmen zu treffen, um Schimmel vorzubeugen. 

Wie entsteht Schimmel?

Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit im Gebäude. Durch die menschliche Atemluft, das Schwitzen und durch Wasserdampf, zum Beispiel aus dem Badezimmer oder der Küche, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Steigt diese über 60 bis 65 Prozent, erhöht sich auch das Schimmelrisiko. Schimmel vorbeugen bedeutet also immer, die Luftfeuchtigkeit konstant unter diesem Wert zu halten. Mit einem Luftfeuchtemesser lässt sich die Raumluft permanent überwachen. 

Doch neben der Feuchtigkeit sind auch die entsprechenden Temperaturen und das Nährstoffangebot für die Schimmelpilze entscheidend, ob sie sich vermehren oder nicht. Dabei ist hervorzuheben, dass dieses Lebewesen anpassungsfähig und sehr genügsam ist.

Die optimale Grundlage für die Schimmelbildung sind dabei Temperaturen zwischen 15 und 30 Grad Celsius. Als Nahrungsquelle kommen sehr unterschiedliche Materialien infrage. So können sich die Pilzsporen auf Beton ebenso ausbreiten wie auf Zement, Holz Tapete oder Kunststoff. 

Schimmel an der Wand neben einem Heizkörper - Schimmel vorbeugen
© wabeno / Fotolia

Zu kalte Räume neigen zur Schimmelbildung

Eine weitere Schimmelquelle ist die Kondenswasserbildung. Wenn es im Sommer draußen wärmer ist als drinnen, kann sich Kondenswasser in der Wohnung oder im Keller bilden. Auch umgekehrt kann sich während der Heizperiode an kühleren Bereichen der Wohnung, zum Beispiel an den Rollladenkästen oder in den Zimmerecken, Kondenswasser bilden. Um Schimmel an der Wand zu vermeiden, sollte außerdem jeder Raum ausreichend geheizt werden. Denn zu kalte Räume neigen ebenfalls zur Schimmelbildung.

Hierbei muss es nicht immer das Kondenswasser sein. Meist reicht es bereits, wenn sich feuchte Luft auf einer kalten Oberfläche niederschlägt. Hier genügt eine relative Feuchtigkeit auf der Oberfläche von 85 Prozent. Das passiert im Übrigen häufig in Räumen, die eine Wand nach außen besitzen. 

Bauliche Mängel sind manchmal Grund für die Schimmelbildung

Wer Schimmel vorbeugen möchte, sollte die Ursachen kennen. Manchmal sind auch bauliche Mängel Grund für die Schimmelbildung. Leider machen sich diese häufig erst bemerkbar, wenn der Schimmel schon zu einem Problem geworden ist. Vor allem in Altbauten oder auch in nicht fachgerecht gebauten Häusern kann Schimmel zum Beispiel im Badezimmer oder entlang der Wasserleitungen durch Feuchtigkeit entstehen.

Das Wichtigste zur Schimmelentstehung zusammengefasst:

  • Schimmel wird durch eine hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt
  • Falsches Lüften und falsches Heizen können die Schimmelbildung fördern
  • Auch Baumängel können die Ursache für Schimmel sein

Schimmel vorbeugen durch richtiges Lüften

Ein zentraler Punkt, um der Schimmelbildung vorzubeugen ist das richtige Lüften. Experten empfehlen zum einen die Nutzung eines Luftfeuchtemessers (Hygrometer). Steigt die relative Luftfeuchte über 65 Prozent, muss immer gelüftet werden. Zum anderen ist die Art der Lüftung entscheidend. Dabei ist die Kipplüftung wenig effizient, zu empfehlen ist das Stoßlüften, um Schimmel vorzubeugen. Das gilt im Übrigen sowohl für den Sommer als auch für den Winter. Bestenfalls öffnen Sie die Fenster zwei- bis dreimal täglich für mehrere Minuten. Um den Effekt zu verstecken, können Sie auch querlüften, also gegenüberliegende Fenster öffnen. Auf diese Weise kann die Feuchtigkeit schnell nach außen abgeführt werden.

Daneben gibt es noch die Möglichkeit für schlecht zu belüftende Räume einen Raumentfeuchter einzusetzen. Darüber hinaus können auch dezentrale Lüftungsanlagen eingesetzt werden. Generell ist darüber nachzudenken, ob sich eine kontrollierte Wohnraumlüftung für das eigene Haus lohnen kann. 

Durch ausreichendes Heizen Schimmel vorbeugen

Es ist verständlich, dass Verbraucher Heizkosten sparen möchten. Doch leider erhöht sich durch unzureichendes Heizen die Gefahr der Schimmelbildung. Wer Schimmel vorbeugen möchte, sollte darauf achten, alle Räume ausreichend zu beheizen und die komplette Auskühlung von Zimmern zu vermeiden beziehungsweise dafür zu sorgen, dass die Temperaturunterschiede nicht zu groß sind. Vor allem in Küche und Bad stellt dies häufig ein Problem dar. Denn im Badezimmer ist die Heizung meist nur während des Duschens oder Badens eingeschaltet. 

Die Temperatur in der Wohnung nicht unter 14 Grad Celsius

Experten empfehlen für jedes Zimmer eine ideale Temperatur, in Wohnräumen sollte die Zimmertemperatur grundsätzlich etwa bei 20 Grad Celsius liegen. Für das Badezimmer werden 23 Grad Celsius empfohlen. Im Schlafzimmer und in der Küche hingegen beträgt die ideale Temperatur etwa 16 Grad Celsius. Um Schimmel vorzubeugen, darf die Temperatur in der Wohnung nicht unter 14 Grad Celsius sinken.

In der nachstehenden Infografik finden Sie noch einmal alle Richtwerte zusammengefasst:

Infografik zur optimalen Raumtemperatur für die jeweiligen Zimmer.
© heizung.de

Weitere Tipps, um Schimmel vorzubeugen

Doch neben dem richtigen Verhalten beim Lüften und Heizen helfen auch andere Tipps, dem Schimmel keine Chance zu geben, sich auszubreiten. So sollten immer darauf achten, dass gerade bei sehr kalten Wänden, die nach außen gehen Möbel, Gardinen oder andere Einrichtungsgegenstände nie zu dicht an den wänden stehen. Andernfalls staut sich dahinter die Feuchtigkeit. Der Schimmel breitet sich dann nicht nur an Wänden oder Decken aus, sondern auch den Möbelstücken selbst. Deshalb sollte Sie darauf achten, was Sie in solchen Räumen lagern. Gleiches gilt im Übrigen für den Keller. Ein Abstand von fünf bis zehn Zentimeter kann die Schimmelgefahr reduzieren. 

Helfen kann auch eine Schimmelimprägnierung bestimmter Flächen und Wände. Lassen Sie sich hier umfassend von einem Experten beraten. Auch sogenannte alkalische Wandfarbe kann bei der Vorsorge gegen Schimmel helfen. Denn für die Sporen ist der ph-Wert dieses Untergrunds zu hoch, was deren Ausbreitung verringert. Zudem nimmt der in der Farbe enthaltene Kalk die Feuchtigkeit auf. Diese kann dann nach außen abgeführt werden. Das Streichen mit einer solchen Wandfarbe lohnt sich vor allem bei schimmelanfälligen Wänden im Haus. 

Gerade in der kalten Jahreszeit kommt es darauf an, aktiv auf Schimmelbefall zu achten. Worauf es dabei besonders ankommt, erfahren Sie im Tipp des Monats: Schimmelbildung im Winter vermeiden

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Wer Schimmel vorbeugen möchte, sollte die Luftfeuchtigkeit mit einem Luftfeuchtemesser überwachen. Durch das richtige Lüften und ausreichendes Heizen lässt sich Schimmel vermeiden. Baumängel als Ursache für die Schimmelbildung sollten ausgeschlossen werden.

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