Normale Raumtemperatur für gutes Klima

Was ist optimal?

Eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius bei einer relativen Feuchte von 50 Prozent.

Mit jedem Grad Celsius weniger können die Bewohner eines Altbaus rund sechs Prozent ihrer Heizkosten sparen. Stellen sie die Temperaturen jedoch zu niedrig ein, riskieren sie nasse Wände und Schimmel in der Wohnung. In den folgenden Abschnitten geben wir einen Überblick über die Faktoren der Behaglichkeit und zeigen, in welchem Bereich die normale Raumtemperatur liegt.

Thermische Behaglichkeit und normale Raumtemperatur  

Geht es um die optimale Temperatur in einem Raum, spielt die thermische Behaglichkeit eine wichtige Rolle. Denn der Begriff steht für das Wärmewohlbefinden in Innenräumen und beschreibt den Zusammenhang verschiedener Größen. So empfinden Menschen die normale Raumtemperatur in Abhängigkeit von ihrer Aktivität, ihrer Kleidung, der Temperatur der Umschließungsflächen und der relativen Feuchte im Raum.   

Normale Raumtemperatur im Feld der Behaglichkeit  

Forscher haben all diese Faktoren in Zusammenhang gebracht und sogenannte Behaglichkeitskriterien entwickelt. Aus einem speziellen Behaglichkeitsfeld lässt sich dabei die optimale Temperatur bei unterschiedlichen Feuchtegraden der Luft ablesen. Das Diagramm zeigt, dass sich Menschen in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit auch bei niedrigeren Temperaturen wohlfühlen. Je niedriger der Grad der relativen Feuchte ist, umso höher sollte die Raumtemperatur sein.

Selbstverständlich empfinden Menschen die normale Raumtemperatur anders, wenn sie sich viel bewegen oder besonders dick angezogen sind. In diesen Fällen können die Werte auch etwas niedriger ausfallen. Als optimal wird aber eine Raumtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius bei einer relativen Feuchte von 50 Prozent empfunden. 

Niedrigere Lufttemperaturen durch Flächenheizung  

Ähnlich verhält sich das auch bei einer Flächenheizung. Denn die empfundene Temperatur setzt sich aus dem Mittel der Luft- und der Oberflächentemperatur der Umschließungsflächen zusammen. Sind Letztere bei einer Wand-, Decken- oder Fußbodenheizung besonders hoch, können Verbraucher die normale Raumtemperatur niedriger einstellen. Sie spüren keine Einbußen im Komfort und sparen durch eine geringere Vorlauftemperatur der Heizung sogar bares Geld.

Frau stellt normale Raumtemperatur am Heizkörper ein
© agnieszka_marcinska | Fotolia

Zu hohe Temperaturen schaden Mensch und Umwelt

Wer die Temperatur im Raum zu hoch wählt, schadet nicht nur sich, sondern auch der Umwelt. So haben Forscher herausgefunden, dass die Konzentrationsfähigkeit abnimmt, je wärmer es in einem Raum ist. Gleichzeitig muss auch die Heizung mehr leisten. Sie hat einen höheren Verbrauch und stößt mehr Abgas aus, wenn Verbraucher die normalen Raumtemperaturen überschreiten.

Zu niedrige Temperaturen steigern das Schimmelrisiko  

Ist es in geschlossenen Räumen zu kalt, steigt hingegen das Risiko für Schimmel in der Wohnung. Grund dafür ist, dass kalte Luft weniger Wasser transportieren kann. Dieses kondensiert dabei an Möbeln, Wänden oder Fenstern und bildet einen optimalen Nährboden für die Sporen der giftigen Pilze.

Normale Raumtemperatur in verschiedenen Räumen  

Die optimale Raumtemperatur in einem Zimmer hängt in der Regel von seiner Nutzung ab. Während Wohn- oder Arbeitsräumen etwa 20 bis 22 Grad Celsius haben sollten, darf es in Bädern und Kinderzimmern gern auch etwas wärmer sein. Zu Zeiten der Nutzung empfehlen Experten hier einen Wert von 22 bis 24 Grad Celsius. Während Schlafzimmer bei 16 bis 19 Grad einen angenehmen Schlaf versprechen, reicht in Küchen eine Temperatur von 18 bis 20 Grad Celsius. Flure, Abstellräume und andere untergeordnete Räume kommen auch mit einer normalen Raumtemperatur von 15 bis 18 Grad Celsius ohne Einbußen im Komfort aus.

Die folgende Tabelle zeigt typische Werte noch einmal im Überblick:

Art des RaumesNormale Raumtemperatur
Wohnzimmer20 bis 22 Grad Celsius
Arbeitszimmer20 bis 22 Grad Celsius
Kinderzimmer22 bis 24 Grad Celsius
Küchen18 bis 20 Grad Celsius
Schlafzimmer 16 bis 19 Grad Celsius
Badezimmer22 bis 24 Grad Celsius
Flure15 bis 18 Grad Celsius
Abstellräume15 bis 18 Grad Celsius

Digitale Thermostate sparen komfortabel Heizkosten  

Um Energie und Kosten zu sparen, können Verbraucher die normale Raumtemperatur absenken, wenn sie schlafen oder nicht zu Hause sind. Problematisch dabei ist jedoch, dass:

  • das Auf- und Zudrehen der Thermostate aufwendig ist
  • es immer etwas dauert, bis die Räume angenehm warm sind

Abhilfe verschaffen dabei digitale Thermostate. Denn diese lassen sich einfach nachrüsten und steuern die Temperaturen im Raum nach einem voreingestellten Zeitprogramm. Intelligente Geräte überwachen darüber hinaus auch den Wetterbericht, das thermische Verhalten des Gebäudes und den Standort seiner Nutzer. Auf diese Weise lernen sie, wann die Heizungen auf und zu sein müssen und sparen ganz von allein viel Geld.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wie hoch die normale Raumtemperatur ist, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der relativen Feuchte und der Art der Heizung wirken sich auch die Wahl der Kleidung und die Aktivität der Nutzer darauf aus. Während Aufenthaltsräume generell zwischen 20 und 24 Grad Celsius haben sollten, genügen in untergeordneten Räumen und Schlafzimmern auch 15 bis 19 Grad Celsius. Wer noch weniger heizt, riskiert hingegen Feuchteschäden wie Schimmel in der Wohnung.

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