Neue Heizung kaufen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bevor der Entschluss feststeht, sich eine neue Heizung zu kaufen, spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Die Machbarkeit in wirtschaftlicher Hinsicht ist hier ganz oben zu nennen, es kann hin und wieder aber auch Zwang dahinterstecken (wie etwa bei einem Defekt). Außerdem gibt es Zeitpunkte, zu denen die Heizungserneuerung sehr viel sinnvoller ist. Welche das sind und was für weitere Faktoren entscheidend sind, zeigt dieser Ratgeber.

Frau guckt sich verschiedene Heizungen an um herauszufinden, welche neue Heizung sie kaufen möchte

Zu Beginn gilt es zu beachten, dass es einen klar definierten Zeitraum gibt, der sich für einen Neukauf am besten eignet: der Sommer. Während dieser Jahreszeit ist die Heizung deutlich weniger im Betrieb. Im Juni, Juli und August heizen deutsche Bürger nur in Ausnahmefällen. Im Winter würden Mieter oder Eigentümer eines Hauses sehr viel deutlicher unter einem Ausfall mit einer Länge von vielleicht ein bis drei Tagen leiden.

Eine neue Heizung kaufen

Wer den Luxus hat, sich den Zeitraum frei aussuchen zu können, sollte daher in den heißesten Monaten des Jahres eine neue Heizung kaufen. Die typische Heizperiode in Deutschland beginnt erst im Oktober. Wenn die neue Heizung bis dahin in Betrieb ist, kann sie sofort von Beginn an ohne „Altlasten“ mit maximaler Effizienz arbeiten. Mehr Informationen zum bestmöglichen Zeitpunkt der Heizungsmodernisierung finden Sie im Beitrag: Wann die Heizung erneuern? Unabhängig von der Jahreszeit spielen aber vor allem die folgenden Faktoren eine Rolle:

Zwang durch Verordnungen

Die Energiesparverordnung 2014, kurz EnEV 2014, soll zu alte, ineffiziente und nicht ökologisch arbeitende Heizungen aussortieren. Ölkessel beispielsweise, die älter als 30 Jahre sind, müssen dann unbedingt ausgebaut und erneuert werden – andernfalls drohen Strafen. Ausnahmen von dieser Regelung gibt es jedoch ebenfalls, die sich vor allem nach der Art der verbauten Kessel richten. Bei Interesse hilft ein Blick in die EnEV 2014, wie die Energiesparverordnung offiziell heißt.

Erneuerung bei veralteten Kesseln

Auch ohne Zwang durch Verordnungen kann es rentabel sein, eine neue Heizung zu kaufen. Die deutlich modernere Brennwerttechnik beispielsweise ist für Öl- und Gasheizungen gleichermaßen verfügbar. Sie spart durchschnittlich 33 % der Energiekosten ein (im Vergleich zur älteren Heizung unter denselben Bedingungen). Eine Kombination mit Solarthermie vergrößert das Einsparpotenzial noch weiter. Langfristig folgt dadurch eine enorme Senkung der Heizkosten – und je mehr geheizt wird, desto größer fallen auch die Einsparungen aus. Ein angenehmer Nebeneffekt ist natürlich die Tatsache, dass moderne Heizungen auch umweltfreundlicher arbeiten.

Beim geplanten Verkauf

Die Modernisierungskosten für eine ältere Ölheizung, die auf Brennwerttechnik umgestellt werden soll, halten sich in Grenzen. Mit einigen Tausend Euro lässt sich dieser Prozess vollständig abschließen. Es lohnt sich daher vor allem bei einem geplanten Verkauf einer Immobilie, eine neue Heizung zu kaufen. Eine moderne Heizung steigert den Wert einer Immobilie drastisch und wird daher dabei helfen, einen möglichst hohen Verkaufswert zu erzielen. Die Umstellung auf die neue Technik sollte daher vor allem als Investition betrachtet werden, die sich für gewöhnlich innerhalb kurzer Zeit auszahlt. Neben diesen drei Punkten ist ein weiterer Faktor von zentraler Bedeutung: die Finanzierung.

Die Wirtschaftlichkeit des Umbaus

Auch, wenn der Wechsel auf eine moderne Heizung „nur“ einige Tausend Euro kosten mag: Das Geld muss natürlich zuerst vorhanden sein. Um eine neue Heizung zu kaufen, ist also eine Prüfung der eigenen Finanzen notwendig. Eine möglichst frühe Planung der neuen Heizung hilft dabei, Geld zu sparen.

Wer sich eine neue Heizung kaufen und sparen möchte, kann dies nämlich sehr viel schlechter erledigen, wenn ein plötzlicher Defekt die Heizung komplett ausfallen lässt. Bei einem solchen Totalausfall im November, Dezember oder Januar heißt es, schnell zu handeln. Die längere Suche nach Angeboten ist dann nicht möglich. Indem die Planung möglichst früh erfolgt, können Angebote lokaler Unternehmen untersucht und verglichen werden – die Kosten sinken. Außerdem ist es nicht immer unbedingt notwendig, ältere Heizungen zu ersetzen, wenn die Kosten für die Modernisierung über den voraussichtlichen Einsparungen liegen.

Niedertemperaturkessel schnellstmöglich austauschen

Fast immer lohnt es sich, eine neue Heizung zu kaufen. Vor allem dann, wenn das bestehende Modell beispielsweise aus einem sehr alten Konstanttemperaturkessel besteht. Auch bei Niedertemperaturkesseln handelt es sich um geeignete Kandidaten, die so schnell wie möglich ausgetauscht werden sollten. Aktuelle Brennwerttechnik ist diesen Systemen so weit überlegen, dass sich die Kosten für den Wechsel schneller amortisieren. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Hilfe vom örtlichen Versorger (in Form eines Energieberaters) oder von einem Heizungsinstallateur notwendig ist, um die Kosten für den Umstieg genau zu kalkulieren.

Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Um eine neue Heizung zu kaufen und dabei Geld zu sparen, ist vor allem eine Sache wichtig: Planung. Abgesehen davon sind die Sommermonate immer vorzuziehen, um die Ausfallzeiten möglichst kurz zu halten - unabhängig von der letztendlich gewählten Heizungstechnologie.

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