Luft in der Heizung - was ist zu tun?

Befindet sich zu viel Luft in der Heizung, geben Heizkörper seltsame, teils störende Geräusche von sich. In den meisten Fällen führt es auch zur Minderung der Heizleistung. Im nachstehenden Artikel erklären wir, wie die Luft in die Heizung gelangt, was man dagegen tun kann und ob es möglich ist, die Anlage dauerhaft luftdicht zu halten.

Wie gelangt Luft in die Heizung? 

Eine Heizungsanlage ist zwar ein geschlossenes System, 100-prozentig luftdicht ist sie aber nicht. Dabei kann die Luft auf unterschiedlichen Wegen in das System eindringen, etwa beim ersten Befüllen mit Heizwasser oder durch nicht diffusionsdichte (selbstständig durchmischbare) Kunststoffrohre. Letztere sind vor allem bei alten Fußbodenheizungen zu finden. Im Optimalfall sorgen Schnellentlüfter oder Luftstopfen dafür, dass die Luft gleich danach entweicht. Doch spätestens beim Nachfüllen des Heizkessels besteht wieder die Möglichkeit, dass Luft in die Heizung eindringt. Doch nicht nur beim Be- und Nachfüllvorgang wird Luft durch die Wasserströmung über das Rohrnetz bis in die Heizkörper transportiert. Auch die porös gewordene Membran in einem Druckausdehnungsgefäß könnte der Grund dafür sein, warum sich zu viel Luft in der Heizung befindet.    

Lufteintritt während des Betriebs

Beim Erwärmen innerhalb des Heizkessels löst sich der Sauerstoff aus dem Wasser und bildet Bläschen. Mit der Zeit schließen sich die Bläschen zusammen zu Luftpolstern und gelangen im ungünstigen Fall in den Heizungskreislauf. Auf diese Weise kann Luft auch während des Betriebs in die Heizung gelangen. Eine Heizungsanlage bleibt aus diesen Gründen nie komplett luftdicht. 

Ein Handwerker will die Luft in der Heizung rauslassen
©Ivan Kruk | Fotolia

Luft in der Heizung – Was sind die möglichen Folgen?

Damit die Räume warm werden, wird das Heizwasser zunächst im Kessel erhitzt. Eine Heizungspumpe fördert es anschließend zu den Heizkörpern. Für den reibungslosen Betrieb ist es wichtig, dass sich das Heizwasser optimal verteilen kann. Nur so werden alle Heizkörper gleichmäßig warm. Ist aber Luft in der Heizung, führt es zu einer unregelmäßigen Wärmeverteilung. Die Folgen sind zum einen geminderte Heizleistung und zum anderen störende Geräusche wie Klackern, Gluckern oder Rauschen. 

Geminderte Heizleistung und störende Geräusche

Arbeitet eine Heizungsanlage aufgrund einer hohen Luftmenge nicht optimal, verursacht sie in erster Line unnötig viel Heizkosten. Das belastet sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt. Denn die beste Energie ist bekanntlich die, die erst gar nicht erzeugt werden muss. Darüber hinaus verursacht Luft in der Heizung häufig Geräusche, die teils sehr nervenaufreibend sein können. Von Pfeifen über Klackern bis hin zum Brummen ist alles möglich.  

Wie lässt sich die Luft aus dem System entfernen?

Befindet sich zu viel Luft in der Heizung, hilft nur das Entlüften der Anlage. Dabei können Anlagenbesitzer sowohl händisch als auch technisch vorgehen.  

Die Heizung manuell entlüften

Für die Entlüftung einer Heizung sind folgende Utensilien notwendig:

  • Ein Entlüftungsschlüssel (erhältlich im Baumarkt oder im Fachhandel)
  • Eine Schüssel (um das herauslaufende Heizwasser aufzufangen)
  • Ein Lappen (mit dem die Austrittstelle getrocknet wird)

Als erstes sind die Umwälzpumpe abzuschalten und das Heizungsthermostat voll aufzudrehen. Anschließend setzen Sie den Entlüftungsschlüssel an das Ventilende an und drehen Sie es langsam gegen den Uhrzeigersinn - und zwar solange, bis es zischt. Sobald Wasser austritt, den Schlüssel umdrehen und den Lappen zum Abtrocknen nehmen. Worauf Sie beim Entlüften achten sollten, zeigt auch der Beitrag Heizung entlüften. Darin erfahren Sie auch, wie oft Sie die Heizung entlüften sollten. 

Die Heizung technisch entlüften

Neben der manuellen Möglichkeit gibt es auch technische Geräte, die die Luft aus der Heizung befördern. Sogenannte automatische Entlüfter erledigen dieselbe Arbeit, nur automatisch. Der Einbau eines solchen Geräts erfordert allerdings ein wenig handwerkliches Geschick. Wer sich unsicher fühlt, sollte hierfür einen Installateur kontaktieren.     

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Eine Heizungsanlage ist nie komplett luftdicht. Auf unterschiedliche Weise gelangt Luft in die Heizung und mindert deren Leistung. Was hilft, ist die Entlüftung der Anlage. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Maßnahme händisch oder mit technischen Mitteln in Form von automatischen Entlüftern durchgeführt wird. 
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