Hydraulischer Abgleich und seine Kosten

Daran die Heizung zu optimieren, denken nur die Wenigsten. Obwohl eine gut eingestellte Heizung bares Geld sparen kann. Wichtige Komponente dabei ist ein hydraulischer Abgleich, der zunächst Kosten verursacht. Denn die Heizungsanlage sollte von einem Fachmann geprüft werden. Im folgenden Artikel erfahren Sie, was einen solchen Abgleich kennzeichnet und mit welchem finanziellen Aufwand dabei zu rechnen ist.

Die Themen im Überblick:

Hydraulischer Abgleich: Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Ein sogenannter hydraulischer Abgleich ist in jedem Falle dann notwendig, wenn die Heizkörper beim Einschalten unterschiedlich warm sind. Die Heizwärme verteilt sich sehr ungleichmäßig. Unter Umständen werden manche Heizkörper nicht ausreichend oder gar nicht erst warm. Manchmal passiert es auch, dass die Heizflächen zu heiß werden. Die Temperaturen sind demnach nur schwer zu regulieren. Das sorgt nicht nur für einen großen Verlust im Wohnkomfort. Infolgedessen geht auch Wärme ungenutzt verloren und die Anlage arbeitet ineffizient.

Kern dieses Phänomens ist, dass Druckverhältnisse und Volumenströme des Heizwasser nicht richtig reguliert sind. Dazu sei erwähnt, dass sich das Wasser immer den Weg des geringsten Widerstands sucht. Dabei sorgt ein hydraulischer Abgleich grundsätzlich dafür, dass die richtige Wassermenge zum richtigen Zeitpunkt am gewünschten Ort zur Verfügung steht. Um dies gewährleisten zu können, müssen Ventile, Pumpen und Leitungen durch einen Fachmann aufeinander abgestimmt werden. Somit verursacht ein hydraulischer Abgleich Kosten.

Das Bild symbolisiert, wie ein hydraulischer Abgleich Kosten verursacht.

Kostenfaktoren für einen Abgleich

Ein hydraulischer Abgleich verursacht Kosten, die je nach Situation ausfallen. Dabei spielen vielerlei Faktoren eine Rolle. Grundsätzlich ist ein hydraulischer Abgleich eine Dienstleistung. Die entsprechenden Firmen veranschlagen individuell ihre Kosten und richten sich dabei nach dem vor Ort herrschenden Markt. Das heißt, es gibt zunächst große regionale Unterschiede. Daneben wirken sich auch andere Faktoren auf die Preise aus. Ein hydraulischer Abgleich und dessen Kosten richten sich nämlich vor allem nach dem Umfang: Wie viele Heizkörper und Thermostatventile müssen betrachtet werden? Es ist also eine Frage danach, wie groß das Gebäude und die Heizungsanlage sind. Aber auch Aspekte wie das generelle Alter der Heizungsanlage wirken bei der Berechnung des finanziellen Aufwands mit hinein. Schließlich ist auch das Alter der Ventile und die Bauart der Pumpen zu berücksichtigen.

Hydraulischer Abgleich: Höhe der Kosten und Fördermöglichkeiten

Im Schnitt ist ein hydraulischer Abgleich mit Kosten in Höhe von 650 bis 1250 Euro zu veranschlagen. Dies gilt jedoch lediglich für ein Einfamilienhaus. Bei einem Gebäudekomplex mit weit mehr Heizkörpern ist der finanzielle Aufwand wesentlich höher. Grundsätzlich kann ein hydraulischer Abgleich nur bei Heizkörpern mit voreinstellbaren Thermostatventilen erfolgen. Vor allem bei älteren Heizungsanlagen fehlen diese jedoch häufig. Das heißt, Anlagenbesitzer müssen zunächst für deren Einbau bezahlen. Im Schnitt bedeutet das einen finanziellen Mehraufwand von circa 30 Euro pro Heizkörper. Ein Abgleich kostet in diesem Falle insgesamt etwa 900 Euro.

Unter Umständen ist zusätzlich die Heizungspumpe auszutauschen. Denn nicht selten sind diese veraltet oder überdimensioniert. Sie arbeiten mit einer zu hohen Leistung und treiben damit den Stromverbrauch unnötig in die Höhe. Ein hydraulischer Abgleich verursacht hierbei Kosten in Höhe von 900 bis zu 1250 Euro, wenn die Heizungspumpe (Kosten für den Pumpenaustausch selbst: circa 300 bis 400 Euro) erneuert wird.

Wie kann ein hydraulischer Abgleich die Kosten senken?

Mittel- und langfristig senkt ein hydraulischer Abgleich die Kosten. Je nach Aufwand und Ausgangsinvestition liegt die Amortisationszeit zwischen dreieinhalb und sechs Jahren. Die Amortisierung drückt aus, wann sich die Kosten für den Anlagenbesitzer rechnen. Dabei spielen mehrere Faktoren wiederum eine Rolle. Handelt es sich um einen einfachen hydraulischen Abgleich, bei dem keine Systemteile ausgetauscht oder eingebaut werden müssen, rechnet sich die Investition von 300 bis 500 Euro nach etwas mehr als drei Jahren.

Sind voreinstellbare Thermostatventile einzubauen, rechnet sich die Investition von 600 bis 900 Euro erst nach sechs Jahren. Beim Wechsel zu Hocheffizienzpumpen geschieht dies bereits nach fünfeinhalb Jahren. Das hängt mit der Reduzierung der Stromkosten zusammen. Ein Abgleich ist im Rahmen einer Heizungsoptimierung förderfähig. Dies gilt für den Einbau der neuen Pumpen sowie für die Maßnahmen infolge eines hydraulischen Abgleichs und für diesen selbst. Die Förderung beträgt 30 Prozent der Nettoinvestitionskosten und maximal 25.000 Euro je Standort.

Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Ein hydraulischer Abgleich verursacht Kosten und gleichzeitig senkt dieser die Energiekosten. Eine Amortisation tritt bereits nach wenigen Jahren ein. Neben dem Kostenfaktor reduziert ein Abgleich auch störende Fließgeräusche des Heizwassers in der Anlage und sorgt letztlich für eine höhere Energieeffizienz. Das kommt wiederum auch der Umwelt zugute.

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