Hilfe! Meine Fußbodenheizung geht nicht

Meine Fußbodenheizung geht nicht! Was kann ich nun tun? Bleibt die Flächenheizung kalt, sind viele Hausbesitzer erst einmal hilflos. Denn sie fürchten hohe Kosten und aufwendige Reparaturen. In vielen Fällen lassen sich die Probleme jedoch schnell aufspüren und beseitigen. Wir zeigen, wie das funktioniert und wann ein Heizungsfachmann nötig ist. 

Lösung 1: Heizkessel steht auf Störung  

Die Fußbodenheizung geht nicht? Dann sollten Hausbesitzer zuerst einen Blick auf den Kessel werfen. Denn hier lassen sich die ersten Fehlerquellen ausschließen. Möglich ist unter anderem eine Störung der Heizung, eine defekte Pumpe oder eine verstellte Regelung.

Bedienfeld der Heizungsanlage zeigt eine Störung  

Liegen ernsthafte technische Defekte vor, verrät das die Anzeige am Wärmeerzeuger selbst. Zeigt diese eine Störung an, sollten Hausbesitzer einen Heizungsfachmann rufen. Vor allem bei digitalen Heizungen kann dieser die Fehler bereits aus der Ferne auslesen und die nötigen Ersatzteile beim ersten Besuch mitbringen.

Defekte Heizungspumpe verteilt das Heizwasser nicht  

Ein typisches Problem ist dabei eine defekte Heizungspumpe. Das Bauteil hat die Aufgabe, Heizungswasser vom Wärmeerzeuger zu allen Kreisen der Flächenheizung zu fördern. Fällt sie aus, ist der Wärmetransport gestört und die Fußbodenheizung geht nicht.

Unser Tipp: Der Staat fördert den Einbau neuer, energiesparender Heizungspumpen. Beantragen Hausbesitzer die Mittel vor dem Einbau der neuen Technik, übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 30 Prozent der Kosten.

Regelung verstellt und Fußbodenheizung geht nicht  

Auch eine verstellte Regelung kann für eine Störung der Flächenheizung verantwortlich sein. Besonders typisch: Die Heizung steht auf Sommerbetrieb und erwärmt nur das Trinkwasser. Während Hausbesitzer die Einstellung einfach korrigieren können, lohnt es sich die Heizkennlinie zu überprüfen, wenn das Haus im Winter immer etwas zu kalt ist.

Rohre der Flächenheizung sind verstopft und die Fußbodenheizung geht nicht
© jörn buchheim | Fotolia

Lösung 2: Zu wenig Wasser im System  

Auch für Lösung Nummer zwei müssen Hausbesitzer einen Blick auf den Kessel werfen. Genauer gesagt auf das Manometer, das den Druck im System anzeigt. Ist dieser zu niedrig, verteilt sich die Heizwärme nicht mehr richtig und die Fußbodenheizung geht nicht. Liegt der angezeigte Druck im Einfamilienhaus unter einem bar, müssen Hausbesitzer in der Regel Heizwasser nachfüllen.

Lösung 3: Probleme mit der Verteilung  

Neben dem zu geringen Druck können auch weitere Probleme die Wärmeverteilung stören. Häufig sind dabei Thermostate oder Ventile defekt. Auch Luft oder Ablagerungen in den Leitungen stören den Heizwasserdurchfluss und die Fußbodenheizung geht nicht mehr richtig. Wurde noch kein hydraulischer Abgleich durchgeführt, kann auch das ein Grund für vorhandene Probleme sein. 

Thermostate oder Motorventile funktionieren nicht mehr  

Geht es um die Regelung einer Flächenheizung, arbeiten Thermostate und Motorventile Hand-in-Hand. Thermostate ermöglichen dabei eine Einstellung der gewünschten Temperatur. Sie überwachen den Zustand im Raum und leiten die Informationen an die Regelung. Dieses wertet alles aus und informiert die Ventile, die die entsprechenden Heizkreise öffnen oder schließen. Bei einem Defekt in einem Bauteil ist die Kette gestört und die Fußbodenheizung geht nicht mehr. Ist das der Fall, hilft in der Regel nur ein Installateur.

Verstopfte Leitungen und die Fußbodenheizung geht nicht  

Vor allem in alten Gebäuden können sich Ablagerungen in den dünnen Rohren bilden. Diese verengen den freien Querschnitt und lassen weniger Heizungswasser zirkulieren. In der Folge gelangt weniger Wärme in die Räume und die Fußbodenheizung geht nicht mehr richtig. Liegt dieses Problem vor, hilft meist ein ordnungsgemäßes Spülen der Leitungen.

Unser Tipp: Werkstoffe für Fußbodenheizungen halten in der Regel länger als 50 Jahre. Eine Innensanierung, bei der Monteure die Leitungen chemisch reinigen und neu beschichten, ist nach Angaben des Bundesverbandes Flächenheizung und -kühlung nicht zu empfehlen. Defekte Kreise sind stattdessen mit einem Wärmeübertrager vom übrigen Netz zu entkoppeln.

Hydraulischer Abgleich für gleichmäßige Wärmeverteilung  

Heizsysteme bestehen aus einem verzweigten Rohrnetz und zahlreichen Armaturen. Das Heizungswasser, das die Wärme des Kessels transportiert, wählt dabei immer den Weg des geringsten Widerstandes. Ist das System nicht optimal eingestellt, werden einige Kreise unterversorgt und die Fußbodenheizung geht nicht richtig. Für Abhilfe sorgt hier ein hydraulischer Abgleich, bei dem Experten alle Fließwege aufeinander abgleichen.

Lösung 4: Fußbodenheizung ist undicht und geht nicht  

Dass eine Flächenheizung Wasser verliert, ist ein eher seltenes Problem. Es ist meist auf eine manuelle Beschädigung zurückzuführen und lässt sich in der Praxis einfach beheben. Dazu müssen Experten einen kleinen Bereich des Bodens um das Leck herausstemmen. Anschließend trennen sie den defekten Abschnitt heraus und bauen ein neues Rohr ein. Wer eine undichte Stelle im Boden vermutet, aber keine Wasserflecken oder Ähnliches findet, kann die Fläche mit einer Wärmebildkamera untersuchen lassen. Diese zeigt den Verlauf der Leitungen im Boden ganz deutlich und macht sogar versteckte Schäden sichtbar.

Unser Tipp: Vor Bohr- oder Stemmarbeiten am Fußboden sollten Hausbesitzer die Lage der Heizleitungen feststellen. Möglich ist das mit speziellen Folien, die sich über den warmen Rohren verfärben.

Lösung 5: Neuer Belag und Fußbodenheizung geht nicht  

Haben Hausbesitzer bei einer Sanierung einen neuen Bodenbelag aufgebracht, kann dieser isolierend wirken und die Fußbodenheizung geht nicht. Ist das der Fall, lässt sich die Vorlauftemperatur der Heizung unter Umständen etwas anheben.

Unser Tipp: Während Fliesen auf Fliesen über der Fußbodenheizung kein Problem darstellen, sollten Hausbesitzer alle anderen Änderungen zuvor mit einem Installateur absprechen.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Viele Probleme können zu einer Störung der Heiztechnik führen und die Fußbodenheizung geht nicht mehr richtig. Liegt keine Störung am Kessel selbst vor, können Hausbesitzer zunächst den Wasserdruck prüfen. Ist auch dieser in Ordnung, liegt der Grund unter Umständen in der Verteilung. Hier können defekte Bauteile, Ablagerungen oder Luftblasen dafür sorgen, dass zu wenig Wärme vom Kessel im Raum ankommt. Eine weitere Ursache: Ein neuer Bodenbelag stört die Wärmeübertragung vom Boden an die darüber liegenden Zimmer.

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