Herbstanfang - Jetzt Heizung startklar machen!

Meteorologisch ist der Herbstanfang an jedem 01. September des Jahres. Astronomisch bzw. kalendarisch ist er aber erst am 23. September, wobei eine Verschiebung um einen Tag nach vorne möglich ist. In jedem Fall ist es ratsam, schon zu diesem Zeitpunkt die Heizung startklar zu machen. Denn eine einwandfreie Anlage arbeitet sparsam und sicher. Wir stellen Ihnen 5 Tipps vor, mit denen Sie Ihre Heizung winterfit machen.

Herbstanfang - optimaler Zeitpunkt für den Heizkörper-Check

Wer seine Heizung startklar machen möchte, fängt am besten mit den Heizkörpern an. Diese sind meist leicht zugänglich, und der Check lässt sich schnell umsetzen. Als Erstes kommt die Sichtprüfung. Sind die Heizkörper verstaubt, ist eine Reinigung vorzunehmen, denn der Staub kann eine optimale Wärmeverteilung verhindern. Kommt noch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu, etwa in Nassräumen wie Bad oder Küche, kann sich eine feste isolierende Schicht bilden. Eine Verringerung der Heizleistung von bis zu 30 Prozent kann die Folge sein. Wie Sie in so einem Fall am besten vorgehen, lesen Sie im Beitrag “Heizkörper reinigen”.

Heizkörper bei Bedarf neu lackieren

Sind die Heizkörper nicht nur verstaubt, sondern sogar verrostet, hilft nur eines: entrosten und neu lackieren. Das geht am besten in folgenden Schritten:

  • Die Roststellen mit Schleifpapier solange schleifen, bis sie metallisch glänzen
  • Als Nächstes werden die Stellen mit Seifenlauge gesäubert und entfettet
  • Abschließend folgt die Lackierung der Heizkörper

Worauf Sie beim Lackieren unbedingt achten sollten und warum die Wahl des passenden Lackes sehr wichtig ist, lesen Sie im Beitrag “Heizung lackieren”.

Bild zeigt die 5 besten Tipps zum Heizung fit machen
©heizung.de

Wasserdruck überprüfen

Zum Herbstanfang empfiehlt es sich auch, den Wasserdruck der Heizungsanlage zu überprüfen. Dieser ist ein Indiz dafür, ob der Wärmeerzeuger in der Lage ist, das erhitzte Heizwasser auch zu den entfernt liegenden Heizkörpern zu transportieren. Ist der Wasserdruck zu niedrig, gelangt das Heizwasser nur zu den Heizkörpern, die sich unweit vom Wärmeerzeuger befinden. Die Folge sind kalte Räume.

Heizungswasser nachfüllen

Wie hoch der Wasserdruck sein muss, ist von Anlage zu Anlage unterschiedlich. Der richtige Druck lässt sich anhand des sogenannten Manometers erkennen. Hinter der Schutzscheibe sollte der Pfeil im grünen Bereich liegen. Ist das nicht der Fall, besteht Handlungsbedarf. Wer Heizungswasser nachfüllen möchte, kann es entweder selbst oder von einem Heizungsfachmann machen lassen. Letzteres ist ratsam, da die Gefahr besteht, dass beim falschen Befüllen das Heizungswasser in das Trinkwassernetz gedrückt wird.

Wer nur zur Miete wohnt, muss diesen Schritt überspringen. Denn der Zugang zum Manometer haben in der Regel nur Hausbesitzer oder die zuständige Hausverwaltung.

Herbstanfang - Zeit, die Heizung zu entlüften

Eine Heizungsanlage ist theoretisch ein geschlossenes System. In der Praxis dringt aber immer wieder Luft hinein und sorgt dafür, dass das Heizwasser nicht optimal zirkulieren kann. Die Folgen sind zum einen verminderte Heizleistung und zum anderen nervige Geräusche. Damit die Heizung die ganze Heizsaison über zuverlässig und lautlos arbeitet, lohnt es sich, sie schon zu Herbstanfang zu entlüften.

Heizung entlüften - so geht!

Zum Entlüften einer Heizung, genauer der Heizkörper, werden folgende Werkzeuge benötigt: Entlüftungsschlüssel, Behälter und Lappen. Der Entlüftungsvorgang kann wie folgt ablaufen:

  • Behälter unter den Heizkörper halten, um austretendes Wasser aufzufangen
  • Entlüftungsschlüssel ansetzen und vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn drehen
  • Nach dem Zischen und Austreten des Heizwassers den Entlüftungsschlüssel zudrehen
  • Die behandelte Stelle mit dem Lappen abtrocknen und den Wasserdruck überprüfen

Ist der Wasserdruck nach dem Entlüftungsvorgang zu niedrig, muss das Heizwasser nachgefüllt werden.

Thermostate auf Funktion testen

Die Heizung startklar machen heißt auch, alle Thermostate auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Denn nach längerem Stillstand kann es vorkommen, dass das im Thermostat verbaute Ventil durch Ablagerungen klemmt. Dadurch reagiert es nicht mehr auf die Befehle und die Heizkörper bleiben trotz Aufdrehens auf die höchste Stufe kühl.

Thermostate reinigen und gegebenenfalls austauschen

Ist das Thermostatventil, auch Heizungsventil genannt, verdreckt, sollte es gelockert werden. Schrauben Sie dafür den kompletten Thermostatkopf ab und fassen Sie das Ventil mit einer Zange an. Schieben Sie es leicht vor und zurück. Dadurch sollte sich das Thermostatventil wieder bewegen lassen. Falls nicht, ist der komplette Austausch ratsam.

Herbstanfang ist Wartungszeit

Die bisherigen genannten Tipps sind theoretisch in Eigenregie umsetzbar. Der letzte Tipp lässt sich hingegen nur von einem Fachmann durchführen. Dafür sorgt er langfristig für eine hohe Betriebssicherheit.

Experten raten zum Abschluss eines Wartungsvertrags

Bei einer Heizungswartung prüft ein Fachmann die komplette Anlage auf Herz und Nieren. Bei Bedarf ersetzt er Verschleißteile und holt das Optimum aus der Anlage heraus. In einigen Fällen ist die Heizungswartung auch Teil der gesetzlichen Gewährleistung. Je nach Heizungssystem bewegen sich die Wartungskosten zwischen 90 und 500 Euro. Experten empfehlen den Abschluss eines Wartungsvertrags. Dieser reduziert die Kosten zwar nicht, dafür müssen Anlagenbesitzer nicht jährlich nach einem passenden Handwerksbetrieb suchen und neu verhandeln.    

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Der Herbstanfang bietet den optimalen Zeitpunkt, um die Heizung für den folgenden Winter startklar zu machen. Neben der Reinigung und Entlüftung der Heizkörper empfehlen Experten den Abschluss eines Wartungsvertrags. Denn dieser sieht eine regelmäßige Überprüfung der Heizungsanlage durch einen Heizungsfachmann vor und erhöht dadurch die Betriebssicherheit.  

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