Heizungsrohre isolieren senkt Heizkosten

Wenn Hausbesitzer ihre Heizungsrohre isolieren, sinken die Heizkosten meist spürbar. Denn die Maßnahme verhindert unnötige Wärmeverluste und sorgt dafür, dass die Heizwärme da ankommt, wo sie benötigt wird. Worauf es bei der Isolierung der Heizungsrohre ankommt und wie viel es zur Senkung der Heizkosten tatsächlich beiträgt, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Energieverlust minimieren: Heizungsrohre isolieren

Geht es um Einsparungen durch eine energetische Sanierung, denken viele zuerst an dicke Dämmung oder einen Heizungstausch. Dabei haben auch günstigere Maßnahmen große Potenziale. Ein Beispiel dafür ist die Isolierung der Heizungsrohre. Die Heizleitungen führen warmes Wasser vom Kessel zu den Heizflächen und transportieren wertvolle Wärme durch das gesamte Gebäude. Ohne das Dämmen der Heizungsrohre wirken sie aber selbst als Heizflächen und geben einen Teil der Wärme an nicht beheizte Räume ab. Im Durchschnitt steigt der Jahresverbrauch auf diese Weise um circa 100 Kilowattstunden oder umgerechnet rund zehn Liter Heizöl je Meter Rohr. Wenn Haubesitzer die Heizungsrohre isolieren, können sie den Mehrkosten von etwa 200 Euro entgegenwirken

Dämmschale für die Isolierung der Heizungsrohre
© rdnzl | Fotolia

Isolierung der Heizungsrohre ist günstig und sinnvoll

Abhilfe gegen zu hohe Heizkosten schafft die Isolierung der Heizungsrohre. Denn auf diese Weise geht kaum Energie verloren und die Wärme des Kessels kommt da an, wo sie benötigt wird. Da Hausbesitzer mit etwas handwerklichem Geschick einfach selbst die Heizungsrohre isolieren können, sind die Ausgaben dafür eher niedrig. So können sie je Meter Rohr mit Kosten von rund zehn Euro rechnen. Kleines Geld hohe Wirkung: Durch hohe Einsparungen von durchschnittlich fünf Euro je Meter rechnet sich die Maßnahme oft schon nach zwei bis drei Jahren.  

EnEV macht Isolierung der Heizungsrohre zur Pflicht

Die Isolierung der Heizungsrohre ist aber nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben. So besagt §10 Abschnitt 2 der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung, dass frei zugängliche Heizleitungen in unbeheizten Räumen zu dämmen sind. Die Anforderung betrifft sowohl Rohre zur Wärme- als auch zur Warmwasserverteilung und gilt als Nachrüstpflicht für Gebäude im Bestand.

Ausgenommen sind Hausbesitzer nur, wenn:

  • die Maßnahme nachweisbar unwirtschaftlich ist
  • ihnen ein Gebäude mit maximal zwei Wohnungen gehört, von denen sie eine bereits seit dem 01. Februar 2002 bewohnen.

Wie stark Hausbesitzer die Heizungsrohre isolieren müssen, hängt von der Qualität der Materialien und dem Durchmesser der Rohre ab. Mit Dämmung der Wärmeleitgruppe 035 (WLG 035) sollten:

  • Rohre mit einem Durchmesser von bis zu 22 mm mit 20 mm gedämmt werden
  • 22 bis 35 mm starke Rohrleitungen mit 30 mm gedämmt werden
  • 35 bis 100 mm starke Rohrleitungen mit 100 mm gedämmt werden

In Hinblick auf die EnEV 2017 werden sich die Anforderungen nicht mehr auf die Dämmstärke, sondern die längenbezogene Wärmedurchgangszahl beziehen. Diese gibt an, wie hoch der Wärmeverlust aller gesamten Rohrleitungen im Durchschnitt sein darf. 

Heizungsrohre isolieren: So funktioniert es

Geht es um die Isolierung der Heizungsrohre, stehen Hausbesitzern verschiedene Materialien zur Auswahl. Möglich sind:

  • Dämmhülsen aus Kunststoff
  • Dämmschläuche aus Kautschuk
  • Dämmhülsen aus Mineral- oder Steinwolle

Dämmhülsen aus Kunststoff bestehen aus vorgefertigten Schalen. Diese werden meist in Meter-Stücken verkauft und können einfach über die vorhandenen Leitungen gestülpt werden. Geht es um die Isolierungen der Heizungsrohre sowie von Bögen oder T-Stücken, müssen die Hülsen mit Gärungsschnitten zurecht gesägt werden. Alternativ gibt es auch vorgefertigte Formstücke für Bögen, Winkel oder T-Stücke.

Dämmschläuche aus Kunststoff sind flexible Materialien, um Heizungsrohre  zu isolieren. Sie lassen sich einfach über gerade Leitungen oder Bögen führen, sind aber etwas teurer als starre Kunststoff-Schalen.

Dämmhülsen aus Mineral- oder Steinwolle bestehen genau wie Kunststoff-Dämmhülsen aus starren Schalen. Sie lassen sich ähnlich verarbeiten, sind im Vergleich aber teurer. Die Mineral- oder Steinwolle-Dämmung hat gute Brandschutzeigenschaften und im Vergleich zu anderen Materialien auch eine bessere Ökobilanz.

Sind Hausbesitzer selbst unsicher, um die Heizungsrohre zu isolieren, hilft ein erfahrener Installateur. Dieser weiß genau, welche Materialien benötigt werden und wie diese richtig anzubringen sind. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Wenn Hausbesitzer ihre Heizungsrohre isolieren, können sie ihre Energiekosten oft spürbar senken. Durch die niedrigen Kosten und die hohen Einsparungen rechnet sich die Isolierung der Heizungsrohre dabei schon nach zwei bis drei Jahren. 

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