Heizungsrohre dämmen und Energie sparen

Heizungsanlagen sind komplexe Systeme, die oft eine Reihe von Einsparpotentialen bieten. Eine besonders günstige Lösung ist die Dämmung der Heizungsrohre. Denn ohne entsprechende Isolierung wirken diese selbst wie Heizkörper und heizen eigentlich unbeheizte Kellerräume auf. Wie hoch die Einsparmöglichkeiten sind, wie das Heizungsrohre dämmen funktioniert und welche Materialien sich dafür eignen, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Was kosten ungedämmte Heizungsrohre?

Über die Rohre wird die Wärme aus der Heizung an Heizflächen im ganzen Gebäude transportiert. Steht der Wärmeerzeuger dabei im Keller, führen die Rohrleitungen oft auch durch unbeheizte oder nur gering beheizte Räume wie Abstellzimmer, Flure oder Garagen. Ohne entsprechende Dämmung geht dabei ein Teil der transportierten Wärme an diese Räume verloren und der Kessel muss mehr leisten, um das Haus zu heizen.

Wie viel der Wärme dabei tatsächlich verloren geht, hängt unter anderem von der Temperatur des Heizungswassers und der Länge der Rohrleitungen ab. Überschlägig kann man davon ausgehen, dass in einem Altbau je Rohrmeter jährlich rund 100 Kilowattstunden eingespart werden können. Ohne die Heizungsrohre zu dämmen, zahlen Hausbesitzer damit Jahr für Jahr etwa 5 bis 7 Euro zu viel – und das für jeden Meter Rohr, das durch einen unbeheizten Raum führt.

Heizungsrohre dämmen: Ist das gesetzlich vorgeschrieben?

Werden die Heizungsrohre gedämmt, können Hausbesitzer aber nicht nur Geld sparen. So hilft die Maßnahme auch dabei fossile Rohstoffe zu schonen und das Klima zu entlasten. Gründe, aus denen die Dämmung auch in der Energieeinsparverordnung 2014 (EnEV 2014) als Pflicht aufgenommen wurde. Im Neubau oder bei einer Sanierung sind dabei folgende Dämmstärken einzuhalten:

  • Leitungen mit einem Durchmesser von bis zu 22 mm: 20 mm Dämmung
  • Jene mit einem Durchmesser von 22 bis 35 mm: 30 mm Dämmung
  • Leitungen mit einem Durchmesser von 35 bis 100 mm: 100 mm Dämmung

Wichtig zu wissen ist, dass die vorgegebenen Dämmstärken mit einer Wärmedämmung der Wärmeleitgruppe 035 (kurz: WLG 035) zu erreichen sind. Je besser die Eigenschaften des verwendeten Materials sind (dafür steht eine kleine Wärmeleitgruppe), desto dünner können die Heizungsrohre gedämmt werden.

Heizungsrohre dämmen mit Mineralwolle, Kunststoff oder Kautschuk
© photocrew | Fotolia

Was spart die Dämmung der Heizungsrohre?

Um die Heizungsrohre zu dämmen, werden spezielle Schläuche oder Hülsen über alle frei zugänglichen Rohre gestülpt. Das verhindert, dass die transportierte Wärme ungewollt abgegeben wird und spart etwa 5 Euro im Jahr für jeden Meter Rohr. Da die Maßnahme selbst meist nicht mehr als 5 bis 10 Euro je Meter kostet, lohnt sie sich in der Regel schon nach ein bis zwei Jahren.

Damit die Dämmung der Heizungsrohre besonders wirksam ist, sollten die einzelnen Elemente an ihren Stößen verklebt und neben den Rohren auch Armaturen wie Pumpen und Ventile mit speziellen Dämmschalen versehen werden.

Heizungsrohre dämmen: Diese Materialien gibt es

Planen Hausbesitzer die Heizungsrohre zu dämmen, stehen dafür unterschiedliche Materialien zur Auswahl. Diese sind:

  • Dämmhülsen aus Kunststoff
  • Dämmschläuche aus Kautschuk
  • Dämmhülsen aus Mineral- oder Steinwolle

Kunststoff-Hülsen sind eine besonders günstige Möglichkeit die Heizleitungen zu dämmen. Sie sind in der Regel als formstabile Meterstücke zu haben und werden einfach über die Rohre gestülpt. Etwas komplizierter ist dabei die Dämmung von Bögen, Winkeln oder anderen Fittings. Denn ohne Formstücke müssen die Hülsen dazu mit Gärungsschnitten versehen werden.

Dämmschläuche aus Kautschuk sind zwar etwas teuer, eigenen sich durch ihre Flexibilität aber sehr gut zur Dämmung verzweigter Rohrnetze. Die Materialien können dabei ohne besondere Formstücke einfach über Bögen oder andere Formstücke geführt werden.

Hülsen aus Mineral- oder Steinwolle sind die teuerste Alternative, die Heizleitungen zu dämmen. Wie die Kunststoffdämmung werden auch diese als Rohrschalen verkauft, die ringsum mit Aluminium beschichtet sind. Die Vorteile dieser Materialien liegen neben einem besseren Brandschutz auch in einer besseren Ökobilanz.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die Dämmung der Heizungsrohre ist eine einfache, günstige und effektive Möglichkeit, unnötige Heizkosten zu vermeiden. Sie lohnt sich vor allem dann, wenn die Verteilung der Heizungsanlage durch unbeheizte Keller-Räume führt.

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