Heizung lackieren selbstgemacht: Darauf kommt es an

Wer sich die Mühe macht und seine Heizung selbst lackiert, der will auch, dass das Ergebnis lange hält. Daher ist es wichtig, sowohl den richtigen Lack auszuwählen, als auch auf die richtige Technik zu achten. Hobbyhandwerker, die sofort einen hochwertigen, stoß- und kratzfesten Lack wählen sowie diesen sorgfältig auftragen, sparen Zeit, Geld und Nerven.

Auf den richtigen Lack kommt es an

Natürlich muss der Lack überhaupt geeignet sein, um die Heizung zu lackieren. Alles, was kein Heizkörperlack ist, könnte schädliche Dämpfe absondern oder die Heizleistung mindern. Außerdem neigt gerade weißer Lack, der nicht hitzebeständig ist, dazu, sich gelblich zu verfärben. Bei weißen oder anderen hellen Tönen zum Heizung lackieren ist ein Acryllack zu empfehlen, der Temperaturen bis zu 180°C standhält. Bei bunten Farben greifen viele Freizeithandwerker ebenfalls auf einen Acryllack auf Wasserbasis zurück, der keine Lösungsmittel enthält.

Die Auswahl an Heizkörperlacken im Baumarkt kann schon überfordern, bevor überhaupt der erste Pinselstrich getan ist. Der große Unterschied, wenn Sie die Heizung lackieren möchten, liegt daher in der Wahl zwischen Sprühlack und dem gewöhnlichen Lack aus der Dose, den man mit einem Pinsel aufträgt. Bei der Verwendung von Sprühlack muss beim Lackieren eine andere Technik angewendet werden, aber im Ergebnis sind beide Produkte ähnlich. Ob der Lack seidenmatt oder glänzend sein soll, ist dabei wohl eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ebenso wie die Farbe, die der Heizkörper am Ende haben soll: Von bunt bis klassisch weiß gibt es inzwischen viele Farblacke. Mit einem bunten Anstrich könnte der Vermieter allerdings nicht einverstanden sein, deshalb sollten Mieter unbedingt vorher Rücksprache mit diesem halten. 

Um die Heizung zu lackieren, gibt es mehrere Möglichkeiten zum Beispiel mit einem Pinsel wie auf dem Bild.
© ronstik | Fotolia

In 3 einfachen Schritten zum neuen Anstrich

Eine Heizung zu lackieren ist nicht so schwer, wie viele glauben: Es gelingt sogar in drei einfachen Schritten. Was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Die Vorbereitung 

  • Die Heizung muss zum Lackieren kalt sein, deshalb sollten Sie das Thermostat rechtzeitig herunterdrehen. Nur so bleibt der Heizkörperlack gut haften.
  • Die Umgebung, also Wand und Boden, sollten großzügig und gut abgedeckt werden, falls beim Anstrich etwas spritzt oder tropft.
  • Anschließend müssen Hobbyhandwerker den Heizkörper abschleifen und so den alten Lack anrauen. Hierzu eignet sich am besten Schleifpapier mit mindestens 120er-Körnung oder Schleifvlies. Abgeplatzter Lack und rostige Stellen müssen unbedingt entfernt werden.
  • Abschließend wird die Heizung sorgfältig von Staub und Schmutz befreit. Hierzu ist ein feuchtes Tuch am besten geeignet. Nicht vergessen auch unter und hinter dem Heizkörper sauber zu machen!

Die Grundierung

  • Blanke Stellen sollten Sie mit einer Rostschutzgrundierung vorbehandeln und hierbei darauf achten, dass die Grundierung nicht zu dick aufgetragen wird. Anschließend dauert es 12 Stunden, bis alles getrocknet ist.
  • Rostschutzgrundierungen sind äußerst wichtig. Besonders bei zu Rostbildung neigenden Heizkörpern kann es zu erheblichen Schäden kommen, sofern man zu lange mit dem neuen Anstrich bei einem großflächigen Rostbefall wartet. Im schlimmsten Fall tritt sogar Wasser aus der Heizung aus. 

Die Lackierung

  • Vertiefungen sowie enge Ecken und Kanten am Heizkörper streichen Hobbyhandwerker mit einem angewinkelten Pinsel vor.
  • Am besten von oben nach unten vorgehen, damit keine Stelle ausgelassen wird und ein gleichmäßiger Anstrich gelingen kann. Für die größeren Flächen eignet sich eine kleine Lackrolle aus Schaumstoff.
  • Um den Lack langlebiger und widerstandsfähiger zu machen, wird die Heizung noch einmal leicht angeschliffen, saubergemacht und erneut lackiert.

Sprühen statt streichen

Anstatt beim Heizung lackieren den klassischen Weg zu gehen und zum Pinsel zu greifen, können Sie auch einen Sprühlack verwenden. Dabei ist das Vorgehen nach den oben genannten Vorarbeiten allerdings etwas anders. 

Tipps: Heizung lackieren mit der Sprühdose 

  • Zuerst einmal ist es wichtig, die Fenster zu schließen, da Zugluft oder ein Luftstoß den Sprühnebel verwirbeln könnten. Der Lack verteilt sich so schlimmstenfalls im ganzen Raum. Hierbei sollte man zudem eine Schutzmaske tragen, um sich vor den Dämpfen schützen zu können, da ja die Fenster geschlossen sein müssen. Generell ist immer darauf zu achten, dass es ausreichend Möglichkeiten gibt, die Räume mit den frisch lackierten Heizkörpern zu lüften!
  • Sie sollten die Lacksprühdose stets gut schütteln, bevor sie mit dem Auftragen des Lackes beginnen. Die optimale Entfernung liegt etwa bei 20 Zentimeter zwischen Sprühkopf und Heizung.
  • Während des Sprühens ist eine gleichmäßige Verteilung der Farbe unerlässlich, um die Bildung von unschönen sogenannten „Nasen“ beim Heizung lackieren zu vermeiden. Dies geht am besten mit der Kreuztechnik. Das bedeutet, Sie müssen die die Richtung immer wieder im gleichen Rhythmus wechseln: erst vertikal, dann horizontal, diagonal und dann erneut von vorn.
  • Zwischendurch legen Hobbyhandwerker am besten immer wieder Pausen ein und begutachten das Ergebnis, damit der Sprühnebel sich legen kann und der Lack keine „Nasen“ bildet und tropft.
  • Erst wenn der Lack komplett getrocknet ist, können die Fenster wieder geöffnet werden. 
Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Mit der richtigen Vorbereitung und dem ausreichenden Know-how gelingt auch einem Laien, die Heizung zu lackieren. Entscheidend ist die Wahl des richtigen Lacks. Ausschließlich Heizkörperlacke dürfen zum Einsatz kommen. Mit etwas Übung und Geduld geht das Lackieren sowohl mit dem Pinsel als auch der Sprühdose leicht von der Hand. Letztendlich sind die richtige Wahl der Technik, des Lackes selbst sowie eine ausreichende Vorbereitung das A und O, wenn Sie die Heizung selbst lackieren möchten.

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