Heizung entlüften: So geht es ganz einfach!

Auch eine Heizung benötigt ein Mindestmaß an Pflege. Die Heizung zu entlüften, ist dann notwendig, wenn zum Beispiel die Heizung nicht warm wird oder beim Einschalten gluckernde Geräusche von sich gibt. Wenn die Heizung streikt oder zumindest nicht mehr effizient arbeitet, muss deshalb nicht immer sofort ein Fachmann gerufen werden. Beim Entlüften der Heizung sind meist nur etwas Geschick und einfache Werkzeuge nötig. Mit den folgenden Schritten können Sie Ihre Heizung leicht selbst entlüften. 

Kurz & knapp: Heizung entlüften in wenigen Schritten

  1. Umwälzpumpe abstellen 
  2. 30 bis 60 Minuten warten
  3. Thermostat auf höchste Stufe stellen
  4. Gefäß unter dem Entlüftungsventil platzieren und Entlüftungsschlüssel ansetzen
  5. Ventil vorsichtig aufdrehen und Luft entweichen lassen
  6. Ventil zudrehen, sobald Wasser austritt
  7. Umwälzpumpe wieder einschalten und Wasserdruck prüfen

Bevor Sie die Heizung entlüften - Symptome

Eine Heizung wird mit heißem Wasser (dem Heizungswasser) betrieben, welches durch die gesamten Heizkörper eines Hauses oder einer Wohnung fließt. Dieser Kreislauf des Wassers wird als Heizkreislauf bezeichnet und sorgt für eine optimale Verteilung der Wärme im Gebäude. Macht die Heizung jedoch im laufenden Betrieb Geräusche oder werden die Heizkörper nicht mehr gleichmäßig warm, hat sich in der Regel Luft im Heizkreislauf angesammelt. Sie nimmt einen zu großen Raum im System ein. Dadurch können sich unter Umständen nicht mehr alle Heizkörper ausreichend erhitzen. Das ist kein Problem und meist vollkommen normal, sollte aber möglichst schnell behoben werden. 

Ist die Luft erst einmal entfernt, kann sich das beim Aufheizen benötigte Wasser wieder optimal verteilen. Das zeigt sich wiederum in schneller warm werdenden Heizkörpern und allgemein höheren Temperaturen. Infolgedessen sparen Sie effektiv auch Heizkosten. Denn damit die gewünschte Raumtemperatur erreicht werden kann, muss wieder weniger Energie eingesetzt werden. 

Heizung entlüften: Die richtigen Vorbereitungen

Um die Heizung entlüften zu können, sollten Sie sich nun wahlweise eine robuste Zange oder einen Vierkantschlüssel (oder beides) bereitlegen. Beide Hilfsmittel finden sich normalerweise in jedem Werkzeugkoffer oder werden notfalls vom Nachbarn ausgeliehen. Daneben können Sie sich im Fachgeschäft oder im Baumarkt ebenso einen Entlüftungsschlüssel besorgen. Dieser wurde speziell entwickelt, um eine Heizung zu entlüften. Er kostet nur wenige Euro. Empfehlenswert sind zudem Behälter, die eventuell ausgetretenes Wasser auffangen können. Aus dem selben Grund sind Lappen oder Handtücher sinnvoll. 

Hier die Utensilien im Überblick:

  • Zange oder Entlüftungsschlüssel
  • Schüssel
  • Lappen

Voraussetzung - Entlüften bei ruhendem Heizbetrieb

Um die Heizung zu entlüften, sollten Sie die Technik zunächst abschalten und alle Thermostate voll aufdrehen. Auf diese Weise kommt das Heizsystem zur Ruhe. Die enthaltenen Luftbläschen können sich an höher gelegenen Stellen absetzten und im nächsten Schritt erfolgreich aus der Anlage entnommen werden.

Infografik mit allen Schritten und Hilfsmitteln zum Heizung entlüften
© heizung.de

Heizung entlüften: Vorsichtig und gewissenhaft vorgehen

So wird es gemacht - wie Sie die Heizung richtig entlüften:

  1. Bevor an der Heizung herumgedreht wird, sollte erst einmal die Umwälzpumpe abgestellt werden. Auf diese Weise kommt das System zur Ruhe und die Luft kann sich an höhergelegenen Stellen sammeln. 
  2. Im Anschluss überprüfen Sie den aktuellen Wasserdruck Ihrer Anlage. Das geht mit einem Manometer, welches einen Wert im grünen Spektrum angibt, wenn der Wasserdruck ausreichend ist. Der maximale Druck zeigt sich im Übrigen durch eine rote Nadel. Fehlt es an Wasser, müssen sie die Heizung nachfüllen. 
  3. Wenn Sie die Heizung entlüften möchten, müssen Sie dafür das entsprechende Ventil (an der oberen linken oder rechten Seite des Heizkörpers) lockern. Das Ventil können Sie entweder vorsichtig mit der Zange oder dem Vierkantschlüssel lösen. 
  4. Um das Entlüftungsventil zu öffnen, muss der Schlüssel entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht werden.
  5. Durch das Öffnen des Ventils können Sie die Heizung entlüften. Das zeigt sich normalerweise durch ein geringes Pfeifen, welches das Signal gibt, dass aktuell Luft abgelassen wird. 
  6. Das Ventil wird so lang offen gelassen, bis das Zischen beziehungsweise Pfeifen aufgehört hat und stattdessen Wasser austritt. Sobald Wasser aus dem Ventil kommt, befindet sich keine überschüssige Luft mehr in den Heizkörpern, weshalb das Ventil wieder verschlossen werden kann.

Achtung: Zwar tritt am Anfang nur Luft aus, doch wird diese nach und nach durch das heiße Heizungswasser ersetzt. Es besteht die Gefahr sich zu verbrühen. Aus diesem Grund sollte Sie zum Schutz ein Handtuch parat halten und das auslaufende Wasser nach Möglichkeit mit einem Gefäß auffangen. 

Tipps: Worauf Sie achten sollten

Neben den genannten Hinweisen haben wir im Folgenden für noch einige Tipps, sodass Sie problemlos die Heizung entlüften können:

  • Wer die eigene Heizung richtig entlüften möchte, sollte dies in der Regel zu Beginn der Heizperiode tun. So können Sie sicherstellen, dass die Heizungsanlage optimal läuft und sich keine Luft im System befindet, wenn Sie auf die Heizwärme angewiesen sind.
  • Um eine Heizungsanlage richtig entlüften zu können, sollten Sie den Vorgang bei allen Heizkörpern des Heizkreislaufs durchführen. Bei einer Heizanlage, welche über mehrere Etagen läuft, sollten Sie die Heizkörper im Erdgeschoss zuerst entlüften. Da Luft nach oben aufsteigt, können Sie sich somit nach und nach durch die Etagen arbeiten und somit eine vollständige Entlüftung erreichen. 
  • Damit die Heizkosten möglichst gering bleiben, empfehlen Experten, die Temperaturen nicht zu hoch zu drehen. Während in Fluren, Küchen und Abstellräumen oft schon Werte von 16 bis 18 Grad Celsius ausreichen, sind Wohnzimmer mit 20 Grad Celsius bereits wohlig warm. Bäder und Kinderzimmer können dagegen mit 23 bis 24 Grad Celsius auch etwas höher geheizt werden. 

Nach dem Entlüften das Heizwasser nachfüllen

Damit die Heizung nach der Maßnahme zuverlässig läuft, empfiehlt es sich, auch den Druck im System zu überprüfen. Dieser sollte in typischen Einfamilienhäusern zwischen 1,0 und 1,5 bar liegen. Er ist am Manometer zu erkennen und kann sinken, wenn Hausbesitzer die Heizungsanlage entlüften. Grund dafür ist der Wasserverlust, der unter Umständen beim Öffnen der Entlüftungsventile passiert. Was zu tun ist, wenn das Manometer einen zu geringen Wert anzeigt, erklärt der Beitrag „Heizwasser nachfüllen“. 

Automatische Entlüfter können eine Alternative sein

Wer sich das nicht zutraut, kann auch sogenannte automatische oder Schnellentlüfter an die Heizkörper anbauen. Diese arbeiten weitestgehend selbständig und werden da angeschraubt, wo sich normalerweise der traditionelle Entlüfter beziehungsweise das Ventil hierfür befindet. Um die Heizung zu entlüften, sind diese kleinen Instrumente ideal, da sie, wie der Name schon verrät, automatisch entlüften, sobald Luft in die Heizkörper gelangt. Nachteilig ist hingegen, dass er bei einem Defekt der Heizung oder bei zu wenig Wasser relativ laut wird. Dies sind aber eher Sonderfälle.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Die Heizung zu entlüften ist manchmal schlicht notwendig. Das ist auch nicht auf ein defektes Gerät oder schlechte Pflege zurückzuführen. Da die Entlüftung schnell von Hand geht und keine speziellen Instrumente benötigt, kann dies auch selbst vorgenommen werden. Sollte die Entlüftung nicht funktionieren oder sich das Ventil nicht aufdrehen lassen, sollte jedoch der Heizungsinstallateur kontaktiert werden, um Schäden an Ihrer Heizung zu vermeiden und das Problem schnellstmöglich zu beheben.
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