heizung.de Tipps des Monats: Heizung digitalisieren

Laut einer von der ARD und dem ZDF in Auftrag gegebenen Studie sind über 90 Prozent der Deutschen online (Stand: September 2019). Natürlich gibt es große Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Der Trend ist aber deutlich: Die Digitalisierung ist längst Realität geworden und macht auch nicht vor der Heizungsanlage Halt. Und weil die Digitalisierung viele Vorteile mit sich bringt, lautet der heizung.de Tipp des Monats: Heizung digitalisieren.

Einsparpotenzial bei einer Digitalisierung

Viele Hersteller von Thermostaten versprechen Brennstoffersparnisse von mehr als 30 Prozent, wenn Verbraucher ihre Produkte einsetzen. Und tatsächlich: Das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) hat anhand von realisierten Praxisbeispielen beachtliche Zahlen ermittelt. Demnach verbraucht eine Familie in einem Neubau bis zu 17 Prozent weniger Energie, indem sie auf die Digitalisierung der Heizung setzen. Im Bestandsbau erhöht sich das Einsparpotenzial auf 18 Prozent.

Bis zu 40 Prozent weniger Verbrauch

Einen besseren Wert erzielen Wohnungen, die von Senioren bewohnt werden. Die Ersparnis beträgt 22 im Neubau und 20 Prozent im Bestand. Das größte Einsparpotenzial hat nach den Ermittlungen des IBP Singlehaushalte. Im Neubau kann eine Verbrauchsminimierung von bis zu 40 Prozent erreicht werden. Im Bestand sind es immerhin noch 35 Prozent.

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Wie funktioniert die Digitalisierung der Heizung?

Das Geheimnis der Digitalisierung liegt in der Einbindung der Heizung in ein Kommunikationsnetz wie das Internet. In der Praxis verkörpert ein elektronisches Thermostat diese Einbindung. Es ist sozusagen die Schnittstelle zwischen der Heizung und dem Internet. Das Thermostat selbst lässt sich meist ohne Aufwand anbringen und kann je nach Funktionsumfang Betriebszustände und Parameter in Echtzeit ermitteln und visualisieren. Dazu gehören unter anderem Verbrauch, System- und Außentemperatur, Nachtabsenkung oder Zeitprogramme.

Einfache Geräte bereits unter 20 Euro erhältlich

In der einfachsten Ausstattung sind elektrische Thermostate ähnlich wie eine Zeitschaltuhr aufgebaut. Per Knopfdruck können die Benutzer festlegen, wann, wie lange und auf welche Temperatur ihre Heizung die Räume erwärmen soll. Vor allem für Berufstätige bietet die Digitalisierung viel Einsparpotenzial. Denn sie können die Heizung so einstellen, dass sie in ihrer Abwesenheit etwas weniger Leistung aufbringt und erst gegen Abend wieder auf Hochtouren läuft. Die meisten Geräte sind bereits ab Werk mit Standardprogrammen installiert.

Programmierbare Thermostate bieten mehr Funktionen

Je teurer das Gerät, desto größer der Funktionsumfang. Das gilt natürlich auch für Thermostate. In diesem Fall sind es programmierbare Thermostate, die mehr als nur die Standardeinstellungen können. Ob automatische Temperaturabsenkung beim Lüften, Boost-Funktion für schnelles Aufheizen oder Urlaubsmodus: Die meisten Zusatzfunktionen sollten nicht nur den Verbrauch messbar machen und senken, sondern auch den Bedienkomfort erhöhen.

Digitale Regelung direkt an der Heizungsanlage

Die Digitalisierung der Heizung funktioniert auch ohne programmierbare Thermostate. Stattdessen wird die intelligente Regelung direkt in die Heizungsanlage eingebaut. Die Anlage ist sozusagen von Anfang an digital. Diese Möglichkeit steht allerdings nur Hausbesitzern bzw. Eigentümern zur Wahl. Mieter haben in der Regel keinen Zugriff auf die Anlage.

Die Vorteile zusammengefasst

In erster Linie soll die digitale Heizung die Heizkosten senken und für mehr Komfort sorgen. Schließlich können Verbraucher ihre Heizung auch von unterwegs aus so steuern, dass sie kurz vor ihrem Eintreffen anspringt. Manche Geräte sind sogar in der Lage, das Heizverhalten der Bewohner zu erfassen und Rückschlüsse daraus zu ziehen. Die Heizung lernt sozusagen automatisch dazu und agiert dementsprechend benutzerdefiniert.

Optimale Brennstoffnutzung

Die Optimierung des Heizverhaltens geht noch weiter, wenn Hausbesitzer ihre Thermostate mit Wetterdaten füttern. Dann nämlich reagiert die digitale Heizung automatisch auf Wetterprognosen. Besonders für Besitzer einer Hybridheizung ist diese intelligente Steuerung hilfreich. Denn die smarte Heizung greift immer auf den Energieträger zurück, der gerade am günstigsten ist.

Fernsteuerung für Fachbetriebe und Hersteller

Auch in puncto Betriebssicherheit bietet die Digitalisierung der Heizung viele Möglichkeiten. So können Verbraucher die Daten ihrer Heizung auch für den Fachbetrieb oder den Hersteller freigeben. Dieser kann bei ungewöhnlichen Verbräuchen oder Störungen direkt reagieren und den Fehler schnell beheben – teilweise aus der Ferne.

Die Nachteile beim Digitalisieren der Heizung

Die Digitalisierung der Heizung verursacht natürlich Kosten. Je nach Anzahl der Heizkörper und Art der Thermostate können diese schnell und durchaus merklich ins Gewicht fallen. Der andere Nachteil ist zwar nur theoretisch, darf dennoch nicht unerwähnt bleiben. Schließlich gibt es unter Verbrauchern viele Bedenken bezüglich der Datensicherheit. Vor allem dann, wenn die Heizung per App gesteuert wird, fürchten Nutzer, dass sie ausspioniert werden können. Wie groß das Risiko wirklich ist, hängt von vielen Faktoren ab. Darunter vom Thermostathersteller und seinen Schutzmaßnahmen. Die Politik hat die Bedenken vieler Verbraucher ernst genommen und strebt nun nach verbindlichen Standards auf EU-Ebene sowie IT-Gütesiegeln an. Auch über eine Produkthaftung für Hersteller wird diskutiert.

Bild unseres Autoren Minh Duc Nguyen
Fazit von Minh Duc Nguyen
Wer seine Heizung digitalisieren möchte, dem stehen heute zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl. Bei optimaler Nutzung kann die intelligente Heizung den Verbrauch deutlich senken. Frei von Nachteilen ist die digitale Heizung zwar nicht. Die Gefahren sind jedoch meist theoretischer Natur.
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