heizung.de Tipp des Monats: Sonnenenergie mit Solartechnik nutzen!

Die Zeiten, in denen die deutsche Solarindustrie im Krisenmodus verharrt, scheinen vorbei. Dank des hohen Preisverfalls bei Modulen und Stromspeichern lohnt sich die Investition in eine Photovoltaik oder Solarthermieanlage wieder. Unser heizung.de Tipp des Monats April lautet daher auch: Die vorhandene Heizungsanlage mit Solartechnik ergänzen und Strom- sowie Heizkosten senken!

Das sind die Gründe für den Umstieg auf Solartechnik

Die Solartechnik gehört nach wie vor zu den saubersten Technologien, vorhandene Energie nutzbar zu machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sonnenenergie mit der Photovoltaik in Strom oder mit der Solarthermie in Wärme umgewandelt wird. In Zeiten knapp werdender Ressourcen und eines zunehmenden Umweltbewusstseins kommt die Solartechnik in der gesellschaftlichen Wahrnehmung immer mehr zum Vorschein. Vor allem bei einer Heizungsmodernisierung oder energetischen Sanierung ziehen Hausbesitzer häufig den Einsatz einer Solaranlage in Betracht – erst recht, wenn folgende Gründe für den Kauf sprechen:

Sinkende Preise für Module und Stromspeicher

Zu Beginn des neuen Jahrtausends waren Solarstromanlagen kaum erschwinglich. Die Preise sind aber in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Einer der Hauptgründe dafür ist der zunehmende Wettbewerb. Vor allem China produziert mittlerweile so viel und so günstig, dass die Hersteller in Deutschland, Japan und Kanada ihre Preise nach unten korrigieren müssen, um überhaupt mithalten zu können. Zwei weitere Faktoren haben direkt zur Preissenkung beigetragen: Der sogenannte Skaleneffekt und die technische Entwicklung. Der Skaleneffekt beschreibt die sinkenden Stückkosten durch Automatisierung des Arbeitsprozesses und zunehmende Produktionsmenge. Mit der technischen Entwicklung steigt auch der Wirkungsgrad. Für eine Solaranlage werden immer weniger einzelne Module benötigt, was sich auch im Preis widerspiegelt.

Das EEG und die sinkende Einspeisevergütung

Das sogenannte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt den Umgang mit Strom aus nachhaltigen Quellen und sieht unter anderem diese beiden Ziele vor:

  • Bis zum 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des Strombedarfs in Deutschland mit erneuerbaren Energien gedeckt werden.
  • Bis zum Jahr 2035 sollen es 55 bis 60 Prozent sein.

Zwei Grundprinzipien des im Jahre 2000 verabschiedeten Gesetzes besagen, dass Netzbetreiber Strom aus nachwachsenden Energiequellen abnehmen müssen. Außerdem bekommen Anlagenbetreiber für den eingespeisten Strom eine Vergütung, die sogenannte Einspeisevergütung. Letztere ist in den vergangenen Jahren aber immer weiter gesunken. Die Einspeisung in das öffentliche Stromnetz lohnt sich heute kaum noch, weshalb die Hersteller von Solaranlagen ihre Produkte nur durch Anpassung der Preise attraktiv gestalten können.

Batteriespeicher werden leistungsfähiger

Eine Solarstromanlage arbeitet in Kombination mit einem Batteriespeicher besonders sparsam. Dieser bevorratet den tagsüber gewonnenen Strom und stellt ihn bei Bedarf zur Verfügung. Anlagenbetreiber haben auch dann Strom, wenn die Sonne längst untergegangen ist. Angesichts der niedrigen Einspeisevergütung von 12,30 Cent pro Kilowattstunde (Stand: April 2017) und des recht hohen regulären Strompreises von ungefähr 27 Cent pro Kilowattstunde raten Experten seit Langem zur Eigennutzung von Solarstrom. Erst recht, wenn die Speichertechnologien immer erschwinglicher werden.

Solarwärme zur Warmwassererwärmung und Heizungsunterstützung

Neben der Stromerzeugung kann die Sonnenenergie auch dafür genutzt werden, das im Haus benötigte Warmwasser zu erwärmen. Im Winter unterstützt eine Solarthermieanlage auch die Heizung beim Erwärmen der Räume. Aufgrund der geografischen Lage kann eine Solarthermieanlage nur in sehr energieeffizienten Gebäuden und mit besonders großer Auslegung als alleiniger Wärmeerzeuger funktionieren. In der Regel wird die bivalent betrieben, also durch eine zweite Wärmequelle unterstützt.

Kosten bei einem Umstieg auf Solartechnik – Photovoltaik

Der Umstieg auf Solartechnik ist immer mit Investitionskosten verbunden. Wie viel eine Anlage letztendlich zu Buche schlägt, hängt maßgeblich von ihrer Größe ab. Auch die Technologie, der Hersteller sowie die Region haben Einfluss auf den finalen Preis. Interessenten können sich jedoch an folgenden Richtwerten orientieren: Für eine Solarstromanlage mit einer Spitzenleistung von fünf Kilowatt und einem passenden Batteriespeicher müssen Hausbesitzer mit Kosten von 13.000 bis 15.000 Euro rechnen. Da diese Technologie wie eingangs erwähnt zu den saubersten gehört, wird der Kauf vom Staat finanziell unterstützt.

Staatliche Förderungen für Photovoltaik

Konkret fördert die KfW über das Programm 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ Hausbesitzer mit einem Darlehen in Höhe von 100 Prozent der Investitionskosten. Der Zinssatz beginnt bei 1,05 Prozent und richtet sich nach der wirtschaftlichen Situation des Antragstellers, dem Standort und den vorhandenen Sicherheiten. Interessenten können die Förderung bei ihrer Hausbank beantragen.

Vergünstigungen bekommen Interessenten nicht nur für die Anlage selbst. Auch der Kauf eines Stromspeichers wird von der KfW gefördert. Das dazugehörige Programm 275 „Erneuerbare Energien – Speicher“ gewährt hohe Tilgungszuschüsse, die den zurückzuzahlenden Betrag erheblich reduzieren. Die Höhe hängt jedoch vom Installationsdatum ab und sieht wie folgt aus:

Zuschusshöhe Installationszeitraum
19 Prozent 01.01.2017 – 30.06.2017
16 Prozent 01.07.2017 – 31.12.2017
13 Prozent 01.01.2018 – 30.06.2018
10 Prozent 01.07.2018 – 31.12.2018

Fördermittel werden voraussichtlich nach dem 31.12.2018 gestrichen.

Kosten bei einem Umstieg auf Solartechnik – Solarthermie

Etwas günstiger sind die Kosten für eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung. Für ein Einfamilienhaus werden in der Regel eine Kollektorfläche von vier bis fünf Quadratmetern sowie ein 300 Liter großer Warmwasserspeicher benötigt. Die Kosten belaufen sich hierbei auf 3.500 bis 5.000 Euro.

Staatliche Förderungen für Solarthermie

Anders als bei der Photovoltaik unterstützt nicht die KfW, sondern das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Einbau einer Solarthermie. Kommt die Anlage in einem Altbau zum Einsatz, gibt es einen Zuschuss von 50 Euro je Quadratmeter, mindestens jedoch 500 Euro. Eine Kollektorfläche von 3 bis maximal 40 Quadratmetern wird hier vorausgesetzt. Außerdem muss der Antrag spätestens neun Monate nach Inbetriebnahme gestellt sein. Mehr zu den Vor- und Nachteilen von Solarthermie haben wir im Artikel Solar Warmwasser zusammengefasst.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Im Rahmen einer Heizungsmodernisierung empfiehlt es sich, auch den Einsatz einer Photovoltaikanlage oder Solarthermieanlage in Betracht zu ziehen. Vor allem in Kombination mit einem Stromspeicher rechnet sich die Investition in eine Solarstromanlage schnell, da der Preis für den regulären Strom in absehbarerer Zeit höchstwahrscheinlich nicht sinken, sondern steigen wird. Wer sein Warmwasser mithilfe einer Solarthermieanlage erwärmen möchte, profitiert ebenfalls von den aktuell sinkenden Preisen für Module.

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