heizung.de Tipp des Monats: Optimales Lüften im Sommer

Richtiges Lüften im Sommer will gelernt sein. Denn im Hochsommer scheint die Sonne in der Regel mehrere Stunden am Tag unerbittlich und der Wohnraum heizt sich auf. Viele lassen deshalb die Fenster gekippt offen. Doch das lässt nur noch mehr Wärme in die Räume. In unserem Tipp des Monats erfahren Sie, wie Sie auch während der wärmsten Phase des Jahres richtig lüften und welche Vorkehrungen zu treffen sind, damit in der Wohnung ein angenehmes Raumklima herrscht. 

Das Bild zeigt den heizung.de Tipp des Monats zum optimalen Lüften im Sommer.
© dehweh | Fotolia

Die wichtigsten Regeln zum Lüften im Sommer

Das richtige Lüften im Sommer heißt nicht nur, die Wärme draußen zu lassen, sondern auch für ein angenehmes Wohnklima zu sorgen. Neben ausreichend Sauerstoff bedeutet dies auch, die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Es muss deshalb ein Luftaustausch stattfinden. Das ist jedoch nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Vermeidung von Schimmel. Zu erreichen, sind diese Faktoren nicht nur durch das händische Lüften, sondern auch mit einer entsprechenden technischen Ausstattung.

1. Wann ist der beste Zeitpunkt zum Lüften im Sommer?

Hausbesitzer und Mieter sollten grundsätzlich im Hochsommer nur abends, in der Nacht sowie in den frühen Morgenstunden die Fenster öffnen. So wird sichergestellt, dass auch wirklich kühlere und frische Luft in den Innenraum gelangt.

Richtig lüften zu jeder Jahreszeit
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2. Stoß- und Querlüften

Beim Lüften sollte besser auf das Ankippen der Fenster verzichtet werden. Dabei sollte möglichst viel Luft auf einmal in die Räume gelassen werden, damit ein vollständiger Austausch der Luft von innen nach außen erfolgen kann. Stoßlüften und Querlüften sind in diesem Zusammenhang zwei Schlüsselbegriffe. Im besten Falle kann nämlich bereits ab einer Dauer von 20 bis 25 Minuten ein optimaler Luftaustausch stattfinden. 

Um diesen Vorgang zu beschleunigen, sollte die Lüftung von einer Seite der Wohnung zur anderen erfolgen. Werden gegenüberliegende Fenster geöffnet, kommt es zum sogenannten Durchzug. Querlüften lohnt sich vor allem dann, wenn die Luft im Innenbereich mit viel Feuchtigkeit, wie etwa nach dem Duschen oder Kochen, angereichert ist.

3. Tagsüber Räume abdunkeln

Umso mehr Sonnenlicht in die Räume gelangt, desto stärker heizen sich diese auf. Deshalb sollten nicht nur die Fenster tagsüber geschlossen, sondern auch die Rollladen oder Jalousien heruntergelassen werden.

Keller lüften im Sommer

Selbst im Hochsommer sind die Kellerräume in der Regel der kühlste Ort in einem Haus. Die Außenmauern des Untergeschosses erwärmen sich nur langsam. Deshalb ist beim Lüften besondere Vorsicht geboten. Denn wird warme, feuchte Luft eingelassen, kühlt diese zu rasch ab und kondensiert an den noch kalten Wänden. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit im Keller rapide an. Das erhöht die Gefahr der Schimmelbildung. Um dem entgegenzuwirken, sollten Sie folgende Punkte beachten: 

  • Beim Lüften im Sommer darf der Feuchtigkeitsgehalt der Außenluft nicht höher sein als jener im Kellerraum.
  • Deshalb eignen sich auch hier insbesondere die frühen Morgenstunden zum Stoß- und Querlüften.
  • Das Lüften des Kellers im Sommer ist bei sehr hohen Außentemperaturen ein Mal am Tag durchzuführen.

Nachtkühlung mithilfe eines Bypasses bei Lüftungsgeräten

Eine Alternative oder Ergänzung zu den bereits genannten Maßnahmen für das angemessene Lüften im Sommer ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Diese erhöht die Lebensqualität und schaffen ein angenehmes Raumklima, da ein optimaler Luftaustausch stattfindet. Sie sind gerade in sehr luftundurchlässigen Neubauten sehr sinnvoll. Eine Prüfung durch einen Fachmann sollte dem auf jeden Fall vorangestellt sein. Zentral ist dabei der benötigte Luftaustausch, damit sich Schimmel erst gar nicht bilden kann. Doch wie können diese Anlagen dabei helfen, die Räumlichkeiten abzukühlen?

Grundsätzlich entziehen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung der Abluft Wärme, um sie dann indirekt auf die herein strömende Außenluft zu übertragen. Das ist vor allem in den Wintermonaten wichtig. Doch für den Sommer erscheint dies wenig sinnvoll. Deshalb verfügen die Anlagen in der Regel über einen sogenannten integrierten Sommerbypass. Die kühle Außenluft strömt durch diesen Bypass und von dort in die Räume. Damit wird der Wärmetauscher umgangen, der normalerweise die Luft von außen leicht erwärmt. So kann das Aufheizen des Gebäudes reduziert werden. auf diese Weise kann eine Lüftungsanlage auch effektiv kühlen.

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Beim richtigen Lüften im Sommer sind die kühleren Nachttemperaturen entscheidend. Zudem sollte das Sonnenlicht ausgesperrt werden, damit sich die Wohnräume tagsüber nicht aufheizen. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und integriertem Sommerbypass können zusätzliche Abhilfe gegen stickige Luft im Innenraum schaffen.

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