heizung.de Tipp des Monats: in Stromspeicher investieren

Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, gewinnt aus der kostenlosen Sonnenenergie nutzbaren Strom. Den kann er entweder gegen eine feste Vergütung in das öffentliche Netz einspeisen oder selbst nutzen. Angesichts sinkender Vergütungen raten Experten dazu, den selbst produzierten Strom zu speichern und ihn zeitversetzt nutzen. Warum und für wen das sinnvoll ist, erfahren Sie in unserem Tipp des Monats.

Die Themen im Überblick:

Warum den Strom speichern?

Eine Photovoltaikanlage gewinnt nur dann Strom, wenn die Sonne ihre Energie an die Photovoltaikmodule abgibt. Das ist dem Lauf der Erde bedingt nur tagsüber möglich. Strom wird aber häufig dann benötigt, wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Eine Lösung hierfür bieten Speichersysteme, die den Strom bevorraten und ihn erst bei Bedarf freigeben. Je nach eingesetzter Technik und Größe variiert die Speicherdauer.

Zwei Hauptgründe für die Investition in Stromspeicher

Wer den Strom selbst erzeugt, vermeidet unnötig lange Transportwege von den konventionellen Kraftwerken zu den Steckdosen innerhalb der Räume. Auch die Ökobilanz des selbst erzeugten Solarstroms ist in der Regel besser als die des konventionellen Stroms. Neben diesem Aspekt sprechen noch zwei Gründe für die Investition in Stromspeicher.

Steigende Autarkie und sinkende Vergütung

In den vergangenen Jahrzehnten ist das Umweltbewusstsein bei vielen Menschen immer ausgeprägter geworden. Nicht wenige wünschen sich mehr Unabhängigkeit von ihren Stromanbietern, indem sie energieautark werden. Das ist angesichts der steigenden Strompreise nachvollziehbar. Ein anderer Grund ist die sinkende Vergütung für den eingespeisten Strom. Bekamen die ersten Anlagenbetreiber vor 2010 noch knapp 30 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde, sind es aktuell gerademal 12,21 Cent. (Stand: Juli 2017).

Bei nüchterner Betrachtung dieser beiden aneinander vorbeilaufenden Entwicklungen ist die Investition in Stromspeicher ein folglich logischer Schritt. Denn dann müssen Anlagebesitzer nur noch wenig Strom einkaufen, der aktuell bei 27 Cent pro Kilowattstunde liegt.

Sinkende Fördermittel durch den Staat

Ein weiterer wichtiger Grund für die Investition in Stromspeicher sind die (noch) recht attraktiven Fördermittel vom Staat. So gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) neben zinsgünstigen Darlehen noch Tilgungszuschüsse in Höhe von bis zu 16 Prozent. Das dazugehörige Programm hat die Nummer 275. Als Voraussetzung darf die Spitzenleistung der Photovoltaikanlage einerseits nicht über 30 kWp betragen. Andererseits muss der Stromspeicher mindestens fünf Jahre lang betrieben werden.

Die Höhe der Darlehenszinsen richtet sich wie üblich nach der Bonität und der Laufzeit. Die Höhe für die Tilgungszuschüsse ist hingegen an dem Zeitraum des Antrags gebunden. Wer den Antrag im:

  • Antragszeitraum vom 01.07. – 30.09. 2017 stellt, bekommt 16 Prozent Zuschuss
  • Antragszeitraum vom 01.10. – 31.12. 2017 stellt, bekommt 13 Prozent Zuschuss
  • Antragszeitraum vom 01.01.2018. – 31.12. 2018 stellt, bekommt 10 Prozent Zuschuss

Das Programm soll Ende 2018 beendet werden. Wer bis dahin noch vom hohen Tilgungszuschuss profitieren möchte, sollte sich deshalb beeilen. Denn je weiter der Termin nach hinten rückt, desto weniger Prozente gibt es. Die Fördermittel sind über die eigene Hausbank zu beantragen. Wichtig ist, den Antrag unbedingt vor dem Beginn der Maßnahme zu stellen.

Für wen eignen sich Stromspeicher?

Auch wenn es zahlreiche gute Gründe für den Kauf von Stromspeichern gibt, so ist ein effizienter und wirtschaftlicher Betrieb nur dann möglich, wenn viele Punkte aufeinander abgestimmt sind. Der erste Punkt betrifft die vertraglichen Bedingungen. Wie bereits erwähnt, gibt es noch Anlagenbesitzer, die für jede in das Stromnetz eingespeiste Kilowattstunde bis zu 30 Cent bekommen. Für sie lohnt sich die Anschaffung eines Stromspeichers kaum. Wer hingegen in absehbarer Zukunft in die Solartechnik investiert und den Strom selbst verbraucht, für den lohnt sich der Betrieb einer Photovoltaikanlage mit dem dazu passenden Stromspeicher. In vielen Fällen bieten Hersteller Komplettpakete an, die preislich attraktiver sind als der Kauf einzelner Geräte.

Der andere Punkt betrifft die richtige Auslegung und Größe der Anlage. Diese muss zum Haus, Strombedarf und zu örtlichen Gegebenheiten passen. Welche weiteren Punkte für einen wirtschaftlichen Betrieb wichtig sind, haben wir im Beitrag „Photovoltaik kaufen“ ausführlich beschrieben.

Minh Duc Nguyen

Fazit von Minh Duc Nguyen

Wer mithilfe einer Photovoltaikanlage seinen Strom produzieren und nutzen möchte, für den ist der Einsatz eines Stromspeichers sinnvoll. Die Investition wird vom Staat finanziell gefördert. Die Förderhöhe nimmt aber ab, je weiter der Antragszeitraum in die Ferne rückt. Wer vom Tilgungszuschuss in Höhe von 16 Prozent profitieren möchte, sollte sich beeilen.

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