Heizsysteme der Zukunft: Wie heizen wir? 

Die Erde heizt sich immer weiter auf, fossile Energieträger gehen langsam aber sicher zur Neige und die Energiepreise steigen langfristig an. Wer sich heute für eine neue Heizung entscheidet, sollte besser gleich auf Heizsysteme der Zukunft setzen. Denn diese sorgen langfristig für ausreichend Wärme und niedrige Kosten. Aber welche Technologien lohnen sich zukünftig überhaupt noch?  

Heizen mit Gas und Öl: Auch in der Zukunft günstig?

Wer billig heizen möchte, entscheidet sich heute oft für eine Öl- oder Gasheizung mit Brennwerttechnik. Diese ist günstig in der Anschaffung und im Betrieb. Denn sie macht fast 100 Prozent der eingesetzten Energie zum Heizen nutzbar. Aber: Öl und Gas sind endlich. Die Rohstoffe gehen früher oder später zur Neige und werden schon lange vorher kaum zu bezahlen sein.

Power-to-Gas für bezahlbare Wärme in Zukunft  

Während das nicht gerade für ein Heizsystem der Zukunft spricht, könnten Power-to-Gas-Technologien Abhilfe schaffen. Denn diese erzeugen synthetisches Gas aus erneuerbarem Strom. Der Rohstoff ist unerschöpflich. Er lässt sich über die bestehende Infrastruktur verteilen und in vorhandenen Gaskesseln verbrennen. Aktuell befindet sich die Technik jedoch noch in der Entwicklung, weshalb die Herstellungskosten für das synthetische Gas recht hoch sind. Ob sich das in Zukunft ändert, bleibt abzuwarten. 

Heizsysteme der Zukunft sind erneuerbar und schonen die Umwelt
© Romolo Tavani | Fotolia

Heizsysteme der Zukunft: Erneuerbar und umweltfreundlich 

Die Heizung unserer Zukunft muss zumindest zu einem großen Teil auf erneuerbaren Energien beruhen. Denn diese gehen nicht zur Neige und schonen das Klima. Zur Auswahl stehen dabei heute vor allem Holzheizungen und Wärmepumpen. 

Die Holzheizung mit Holzscheiten oder Pellets

Die Holzheizung verbrennt nachwachsende Rohstoffe aus der eigenen Region. Diese geben bei der Verbrennung nur so viel CO2 ab, wie sie im Laufe ihres Lebens in Sauerstoff umgewandelt haben. Zur Auswahl stehen dabei effiziente Holzvergaser und komfortable Pelletkessel. Während ein Holzvergaserkessel manuell mit Stückholz zu beschicken ist, arbeitet die Pelletheizung vollautomatisch.

Aber: Soll Holz nachhaltig für warme Häuser sorgen, dürfen wir nicht mehr verbrauchen, als im gleichen Zeitraum nachwächst. Als Heizsystem der Zukunft ist die Holzheizung dabei zwar interessant, jedoch keine massentaugliche Lösung.

Wärmepumpen nutzen kostenfreie Umweltwärme 

Eine interessante Alternative bietet die Wärmepumpe. Die Technik gewinnt thermische Energie aus der Umwelt und macht diese für die Heizung nutzbar. Möglich ist das mit einem komplizierten technischen Prozess, den wir im Beitrag „Funktion der Wärmepumpe“ näher erläutern. Damit sich die Wärmepumpenheizung lohnt, müssen Gebäude energiesparend gebaut oder saniert sein. 

Solarenergie mit Langzeitspeicher ganzjährig nutzen  

Geht es um das Heizsystem der Zukunft, darf auch die Solaranlage nicht fehlen. Experten unterscheiden hier die Photovoltaik Heizung und die Heizung mit Solarthermie. Während die Photovoltaik Solarstrom gewinnt, wandeln thermische Solaranlagen die kostenfreie Energie der Sonne in Wärme um. Langzeitwärmespeicher nehmen diese im Sommer auf und machen sie bis in den Winter hinein zum Heizen nutzbar. Anders als Wärmepumpen, Gas- oder Holzheizungen verursacht die Solarthermie dabei nahezu keine Heizkosten. Sie kommt ohne klimaschädliche Emissionen aus und schont fossile Ressourcen.

Stromerzeugende Heizsysteme der Zukunft  

Mit der Brennstoffzelle gibt es heute auch stromerzeugende Heizsysteme der Zukunft. Die Geräte gewinnen Wasserstoff aus Erdgas und lassen dieses kontrolliert mit Sauerstoff reagieren. Als Endprodukte entstehen dabei Wasser, Wärme und Strom. Während die thermische Energie das Heizsystem versorgt, lässt sich die selbst erzeugte elektrische Energie im eigenen Haus verbrauchen. Das macht Anlagenbesitzer unabhängiger von großen Energieversorgern und sorgt langfristig für niedrige Heiz- und Stromkosten. Da die Technik noch nicht lange am Markt verfügbar ist, sind die Anschaffungskosten heute vergleichsweise hoch. Abhilfe versprechen jedoch staatliche Fördermittel: Denn diese senken den Preis der Brennstoffzellenheizgeräte um über 40 Prozent.

Intelligente Steuerung spart Energie und schont das Klima  

Die beste Energie ist bekanntlich die, die überhaupt nicht verbraucht wird. Neben dem Heizsystem der Zukunft spielt dabei auch dessen Regelung eine immer wichtigere Rolle. Digitale und intelligente Systeme passen die Betriebsweise der Heizgeräte optimal an die Bedürfnisse von Häusern und ihren Nutzern an. Sie sparen Energie ganz nebenbei und sorgen so für sinkende Heizkosten. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Heizsysteme der Zukunft sind energiesparend, einfach zu bedienen und arbeiten mit erneuerbaren Energien. Während die beliebten Gas-Brennwertkessel durch Power-to-Gas-Technologien weiterhin als günstig gelten, bilden Holzheizungen und Wärmepumpen nachhaltige Alternativen. Wer sich energetisch selbst versorgen möchte, kann hingegen auf Solartechnik oder stromerzeugende Brennstoffzellen setzen. Unabhängig von den eingesetzten Rohstoffen sorgen digitale Reglungen schon heute für eine hohe Effizienz.

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