Heizölverbrauch berechnen und sparen

Bei einer Berechnung des Heizölverbrauchs werden die Kostenpositionen des Heizöls erst einmal vernachlässigt. Dennoch gibt der errechnete Wert Auskunft darüber, mit welchen Kosten künftig zu rechnen ist. Schließlich zeigt sich eine reduzierte Abnahmemenge auch in geringeren Ausgaben. Weiterhin können Sie durch die Berechnung des Heizölverbrauchs ermitteln, ob mitunter eine Modernisierung des Heizsystems lohnenswert ist und falls ja, wie schnell sich die Investitionskosten dann wiederum amortisiert haben.

Wie lässt sich der Heizölverbrauch berechnen?

Die Berechnung des Heizölverbrauchs kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen. Für die meisten Verbraucher ist ein ungefährer Wert mit lediglich leichten Abweichungen absolut ausreichend. Denn diese Abweichungen lassen sich aufgrund einer insgesamt eher geringeren Abnahmemenge nicht in große Unterschiede bei den finalen Kosten ummünzen. 

Übrigens: Wer bereits eine Ölheizung besitzt, kann den Verbrauch mit einem Ölzähler einfach und genau bestimmen. 

Heizölverbrauch berechnen: Welche Faktoren sind einzubeziehen?

Zahlreiche Aspekte sind zu berücksichtigen, wenn Sie den durchschnittlichen Heizölverbrauch ermitteln möchten. Ein zentraler Faktor ist dabei die Wohnfläche selbst. Aber eine Berechnung geht darüber hinaus. Doch welche Einflussfaktoren sollten Sie bestenfalls kennen?

  • Wohnfläche
  • Baujahr des Hauses
  • Baujahr der heizung
  • Anzahl der Personen
  • Gebäudeart

Neben diesen Eckdaten ist unter anderem auch der Dämmzustand entscheidend, wie der Heizölverbrauch aussieht. Denn geht viel Wärme verloren, ist der Verbrauch entsprechend hoch. Doch nicht nur das Gebäude selbst ist hier zu berücksichtigen, sondern auch das eigene Heizverhalten. Vor allem ein permanentes Kipplüften oder das Heizen auch bei Abwesenheit erhöhen den zu berechnenden Heizölverbrauch. Schließlich darf nicht außer Acht gelassen werden, dass eine zentrale Anlage neben der Heizwärme auch Warmwasser bereitstellt.

Richtwerte für die Berechnung des Heizölverbrauchs

Eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren fließen in diese Berechnung ein. Ein ganz besonders wichtiger Faktor ist die Art und das Baujahr der Immobilie. Denn dadurch lassen sich konkret Rückschlüsse auf die Qualität der Dämmung ziehen. Je besser eine Immobilie gedämmt ist, desto weniger Wärme entweicht in die Umwelt, während zugleich weniger Kälte in die Innenräume eindringt. Dadurch wird automatisch auch der Heizverbrauch reduziert. Es existieren grobe Richtwerte, welche sich wie folgt gliedern:

  • Immobilie mit Baujahr bis 1977: Quadratmeterzahl mal 20 Liter
  • Immobilie mit Baujahr bis 2002: Quadratmeterzahl mal 10 Liter
  • Passiv-Haus: Quadratmeterzahl mal 20 Liter mal 1,5 Liter
  • KfW-Effizienzhaus Standard 70: Quadratmeterzahl mal 20 Liter mal 6 Liter

Bei der Berechnung des Heizölverbrauchs sollten Sie berücksichtigen, dass Abweichungen nach oben oder unten in Höhe von 20 Prozent nicht selten sind. Das liegt einerseits daran, dass nicht jede Immobilie die exakt gleiche Dämmung besitzt. Andererseits verhalten sich die Bewohner nie normgerecht. Wer es kuscheliger mag und häufiger heizt, muss das bei der Berechnung des Heizölverbrauchs berücksichtigen. Sparsame Bewohner hingegen können etwas abziehen, wenn sie den Heizölverbrauch berechnen.

Mithilfe von Onlineprogrammen können Hausbesitzer ihren Heizölverbrauch berechnen
© fotofabrika | Fotolia

Weitere Variablen bei der Berechnung des Heizölverbrauchs

Wer seinen Heizölverbrauch berechnen möchte und dabei ganz exakte Ergebnisse wünscht, muss entweder viele Zahlen eigenmächtig erheben oder solche Berechnungen vom Heizungsfachmann durchführen lassen. Der Grund sind die zahlreichen Variablen, welche bei der Berechnung des Heizölverbrauchs eine Schlüsselrolle einnehmen. Faktoren wie die Heizgewohnheiten der Bewohner und die Qualität der Dämmung wurden bereits angesprochen. Dazu gesellen sich noch die Größe des Objektes, also die Quadratmeterzahl, sowie die Anzahl der Bewohner. Wer alleine wohnt, wird weniger Warmwasser erhitzen müssen als eine mehrköpfige Familie, was beim Heizölverbrauch Berechnen berücksichtigt gehört.

Beim Gesamtverbrauch pro Saison die Witterung berücksichtigen

Zudem ist die Heizungsanlage selbst natürlich entscheidend. Denn bei der Berechnung des Heizölverbrauchs spielt es auch eine Rolle, wie effektiv diese in der Praxis arbeitet. Veraltete Anlagen arbeiten in der Regel ineffizient und müssen folglich einen höheren Verbrauch als moderne Kessel abrufen, die sogar noch die entstandenen Abgase in Wärmeenergie umwandeln können. Hier ist es hilfreich, wenn Sie sich über die Leistung Ihres Brenners informieren, bevor Sie den Heizölverbrauch berechnen. Entspricht die Leistung beispielsweise 20 kWh (Kilowattstunden), beziffert sich der Verbrauch pro Stunde auf etwa zwei Liter. Das liegt daran, da ein Liter Heizöl ungefähr zehn kWh Energieleistung liefert.

Zuletzt sollte speziell beim Gesamtverbrauch pro Saison die Witterung berücksichtigt werden. Wer seinen Heizölverbrauch berechnen möchte, diesen dann insgesamt addiert und das bei einem sehr kalten und langen Winter macht, wird immer höhere Werte als bei einem eher milden Winter erhalten.

Durchschnittswerte zum Vergleich

Wer seinen Heizölverbrauch berechnen möchte, plant diesen in den meisten Fällen auch mit anderen Werten zu vergleichen. Statistiken geben an, dass der durchschnittliche Verbrauch pro Einfamilienhaus mit vier Bewohnern bei etwa 15 Litern pro Quadratmeter liegt, wenn das Objekt selbst in etwa 150 Quadratmeter groß ist. Jährlich würde die Ölheizung also rund 2.250 Liter verbrauchen. Dazu muss noch der Verbrauch für die Warmwasseraufbereitung addiert werden. 

Wer die Kosten mit Hinblick auf den Heizölverbrauch berechnen möchte, muss außerdem die Stromkosten einrechnen. Schließlich sind diese notwendig, damit die Anlage überhaupt läuft. Denn unter anderem sind die Heizungspumpen strombetrieben. Immer sollte bei der Recherche nach Orientierungswerten darauf geachtet werden, dass ungefähr gleiche Bedingungen, beispielsweise hinsichtlich der Zahl der Bewohner und der Dämmung, miteinander verglichen werden.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Den Heizölverbrauch zu berechnen kostet nicht viel Zeit, zumal kostenfreie Rechner dabei helfen, wenigstens grob einen Überblick zu erhalten. Ganz exakt arbeiten diese natürlich dennoch nicht. Schließlich sind es einfach zu viele Variablen und persönliche Umstände, die für solch eine Berechnung des Heizölverbrauchs berücksichtigt gehören. Zur ersten Orientierung reicht das aber allemal.
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