Heizung entlüften – Was tun, wenns gluckert?

Ihre Heizung bleibt kalt oder gluckert, obwohl Sie die Thermostatventile voll aufdrehen, wenn die Heizperiode beginnt? Oder Sie hören störende Geräusche, wenn Sie das Thermostat aufdrehen? Häufig ist der Heizkreislauf gestört, in dem das Heizungswasser sich bewegt, gestört, da sich Luft im System befindet. In diesen Fällen sind die Heizkörper zu entlüften. Mit unserer Schritt für Schritt Anleitung können Sie das ganz einfach selbst machen. Was es außerdem zu beachten gilt, lesen Sie in diesem Artikel.

Wann sollten Sie die Heizung entlüften?

Heizkörper entlüften mit einem Thermostatventil
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Grundsätzlich sollten Sie die Heizung entlüften, sobald es notwendig wird. Dabei kann das routinemäßige Entlüften der Heizkörper zum Beginn der Heizperiode nicht schaden. Auf diese Weise können Sie sichergehen, dass die Heizkörper mit den ersten niedrigen Außentemperaturen voll einsatzfähig sind. Sie gewährleisten auf diese Weise die optimale Funktion der Heizflächen und sorgen gleichzeitig für einen hohen Komfort.

Darüber hinaus bedeutet Luft in der Heizung, dass sich die Wärme nicht optimal durch die Heizungsrohre verteilt. Es kann zu einem erheblichen Leistungsabfall kommen. Häufig muss die Heizungsanlage dann mehr Wärme erzeugen. Das heißt auch, dass die Heizkosten steigen.

Es besteht also Handlungsbedarf, wenn:

  • die Heizflächen nicht mehr richtig funktionieren oder vollkommen kalt bleiben.
  • die Heizkörper unten kalt bleiben und der Raum nicht warm wird.
  • die Heizkörper gluckern, blubbern, pfeifen oder andere merkwürdige Geräusche von sich geben.
  • Hausbesitzer alte Heizkörper durch neue austauschen. 

Wie entlüftet man eine Heizung richtig?

Man befolgt für das Heizung Entlüften 7 Schritte. Alles, was dafür benötigt wird, sind ein Vierkantschlüssel, ein Auffangbehälter und ein Tuch oder Lappen. Alternativ können Sie die Heizungsentlüftung auch durch einen Heizungsfachmann durchführen lassen.

Die infografik zeigt eine schrittweise Anleitung und die benötigten Utensilien zum Entlüften der Heizung
© heizung.de

Heizung entlüften selbst machen – Welche Utensilien?

Möchten Sie Heizungsentlüftung selbst machen, sollten Sie ein paar Minuten Zeit für das Entlüften jedes einzelnen Heizkörpers einplanen. Die Arbeiten selbst gehen einfach und schnell. Doch wenn Probleme auftreten oder Sie unsicher sein sollten, kontaktieren Sie einen Installateur in Ihrer Nähe.

Um die Heizung zu entlüften, legen Sie folgende Utensilien bereit:

  • Schüssel Becher oder sonstigen Auffangbehälter, um das Heizungswasser aufzufangen
  • einen Lappen, um Wasser, das entweicht, aufzuwischen
  • einen Entlüftungsschlüssel, meist ein Vierkantschlüssel

Heizung entlüften – Anleitung im Detail

Um die Heizung optimal entlüften zu können, sollten nicht nur die passenden Instrumente und Utensilien bereit liegen. Sie müssen bei diesem Vorgang auch einige Schritte beachten. Die folgenden Abschnitte erklären, wie die Arbeiten im Einzelnen durchzuführen sind.

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Die Vorbereitung

Zunächst sollte die Heizungsanlage optimal vorbereitet werden. Zu diesem Zweck stellen Sie die Heizungspumpe ab und drehen Sie alle Thermostatventile voll auf. Nur so beruhigt sich das System und Sie können die Heizung richtig entlüften. Bleibt die Pumpe eingeschaltet, wird die Luft im System herumgewirbelt. Der Vorgang kann auf diese Weise nicht vollständig durchgeführt werden. Nach einer Wartezeit von etwa einer Stunde können dann die weiteren Schritte erfolgen. In der Regel hat sich dann die Luft in den Heizkörpern gesammelt. Die Heizkörper können Sie nun auf die maximale Stufe aufdrehen.

Möchten Mieter die Luft aus den Heizkörpern ihrer Wohnung lassen, haben sie selten eine eigene Heizungspumpe oder einen freien Zugang zur Umwälzpumpe. Sie können diese Vorbereitung überspringen.

Der Entlüftungsvorgang

Öffnen Sie vorsichtig das Entlüftungsventil am Heizkörper. Dieses befindet sich vom Thermostat aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite. Das Entlüftungsventil kann mit dem Entlüftungsschlüssel aufgedreht werden. Das Ventil dreht sich gegen den Uhrzeigersinn. Eine Viertel- bis halbe Drehung reicht bereits vollkommen aus. Um zu verhindern, dass übermäßig Wasser austritt, sollten Sie die Schüssel möglichst dicht an den Heizkörper halten.  Sobald Sie ein Zischen vernehmen, ist die Luft aus dem Heizkörper entwichen. Das Ventil muss nicht weiter aufgedreht werden. Tritt Wasser aus, war das Entlüften des Heizkörpers erfolgreich. Sie können das Ventil nun wieder schließen. Die Arbeiten sind im Anschluss an allen betroffenen Heizflächen zu wiederholen.

Die Nachbereitung

Nach dem Entlüften können Sie die Pumpe wieder starten und alle Thermostate auf den gewünschten Wert stellen. Um Probleme von Vornherein ausschließen zu können, prüfen Sie den Druck der Heizungsanlage. Ist dieser stark gesunken, müssen Sie Heizwasser nachfüllen. Doch beim Nachfüllen des Heizwassers ist Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall hilft ein fachkundiger Experte in Ihrer Nähe. Der Druck wird am Manometer des Heizsystems abgelesen. Der Idealdruck ist bei den meisten Modellen farblich gekennzeichnet. Befinden sich die Zeiger unterhalb des markierten Bereichs, besteht Handlungsbedarf. 

Hier alle Schritte auf einen Blick, wenn Sie Ihre Heizkörper entlüften möchten:
  1. Umwälzpumpe abstellen
  2. 30 bis 60 Minuten warten
  3. Thermostat auf höchste Stufe stellen
  4. Gefäß unter dem Entlüftungsventil platzieren und Entlüftungsschlüssel ansetzen
  5. Ventil vorsichtig aufdrehen und Luft entweichen lassen
  6. Ventil zudrehen, sobald Wasser austritt
  7. Umwälzpumpe wieder einschalten und Wasserdruck prüfen

Heizkörper entlüften: Zusätzliche Tipps

Abschließend haben wir noch ein paar zusätzliche Tipps für Sie, damit es gelingt, den Heizkörper optimal zu entlüften:

  • Das Heizungsventil darf auf keinen Fall zu weit aufgedreht werden. Dabei muss vorsichtig vorgegangen werden, da das heiße Wasser unerwartet austreten kann.
  • Gleiches gilt für das Festdrehen. Ein moderates Zudrehen reicht bereits vollkommen aus.
  • Wer sämtliche Heizkörper im Gebäude entlüften möchte, sollte im untersten Stockwerk beginnen und sich langsam nach oben vorarbeiten.

Spartipp: Stellen Sie die Thermostate nicht höher ein als nötig, können Sie einfach Energiekosten sparen. Experten empfehlen einen Wert von 20 Grad Celsius in Wohnzimmern. Während Bäder zeitweise auch wärmer sein können, spart es Geld, wenn Flure und Küchen kühler sind. Temperaturen unter 16 Grad Celsius sollten Sie jedoch vermeiden. Denn diese könnten das Wachstum von Schimmel begünstigen.

Wenn die Heizkörper dennoch kalt bleiben

Wenn Sie die Heizkörper richtig entlüften, sollte es eigentlich wieder kuschelig warm werden. Ist das nicht der Fall, liegt weiterhin ein Fehler im System vor. Steht die Heizung nicht auf Sommerbetrieb, könnte das zum Beispiel ein verstopfter Ventilstift im Thermostat sein. Darüber hinaus kann auch ein defektes Ausdehnungsgefäß eine mögliche Ursache für den Fehler darstellen. So kann ein zu geringer Vordruck im Gefäß zu einem Unterdruck in der Anlage führen. Auf diese Weise kann Luft über die Verschraubungen in das System gelangen. Wie Sie die Probleme erkennen und was Sie dagegen tun können, erklären wir im Beitrag Hilfe! Mein Heizkörper wird nicht warm.

In welchem Intervall Sie hingegen die Luft rauslassen müssen, lesen Sie im Beitrag "Wie oft müssen Sie die Heizung entlüften?".

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Wer seine Heizung entlüftet, kann bei Heizkosten bis zu 15 Prozent einsparen. Die Heizungsentlüftung dauert nur wenige Minute,, einen Vierkantschlüssel vorausgesetzt. Wir empfehlen das Heizkörper Entlüften jedes Jahr. Folgen Sie einfach den oben angegeben Schritten.
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