Heizkörper entlüften - so funktioniert es!

Wer einen Heizkörper entlüften möchte, benötigt einiges an Grundwissen. Wenn die Heizkörper beginnen zu gluckern, sollte schnell gehandelt werden. Die Geräusche lassen auf einen ganz erheblichen Leistungsabfall schließen. Dies führt zu Heizkosten, die um bis zu 15 Prozent höher ausfallen. Experten empfehlen das Entlüften von Heizkörpern einmal pro Jahr vor Beginn der Heizperiode. Erfahren Sie im folgenden Artikel, wie Sie den Heizkörper selbst entlüften können und was es dabei unbedingt zu beachten gilt.

Vorbereitung zum Heizkörper entlüften

Wenn der Heizkörper mit einem "Gluckern" beginnt, sollte dieser umgehend entlüftet werden. Eine routinemäßige Kontrolle vor Beginn der Heizperiode kann nicht schaden. Die Entlüftung ist vollkommen ungefährlich, weshalb man nichts zu verlieren hat. Der Zeitaufwand beläuft sich auf circa fünf Minuten pro Heizkörper.

Ein Entlüftungsschlüssel wird benötigt

Beim Entlüften wird eine Schüssel oder ein dünnwandiger Becher benötigt. Damit kann eventuell austretendes Heizwasser aufgefangen werden. Falls Wasser daneben tropft, kann dieses mit einem Lappen aufgewischt werden. Für das eigentliche Entlüften wird ein Entlüftungsschlüssel benötigt. Dieser kann in Sanitär-Fachgeschäften oder Baumärkten erstanden werden. Die Kosten sind relativ niedrig, weshalb nahezu jeder Haushalt einen solchen Schlüssel vorweisen kann. Der Schlüssel ist normalerweise ein standardisierter Vierkantschlüssel. Einige Ablassventile lassen sich auch mit einem Schlitzschraubenzieher öffnen.

Heizkörper entlüften mit einem Thermostatventil
© vege / Fotolia

Anleitung: Wie Sie den Heizkörper richtig entlüften

Wer einen Heizkörper entlüften möchte, muss zuvor die sogenannte Umwälzpumpe abstellen. Wenn die Pumpe eingeschaltet ist, wird die Luft im System herumgewirbelt. Dies führt dazu, dass die Entlüftung nicht vollständig durchgeführt werden kann. Daher muss die Umwälzpumpe vorher abgestellt werden. Wer Untermieter ist oder keinen Zugang zur Umwälzpumpe hat, kann auch einfach den Heizkreislauf der Wohnung schließen. Nach einer Wartezeit von einer Stunde hat sich die Luft in den Heizkörpern gesammelt. Die Heizkörper sollten nun auf die maximale Stufe aufgedreht werden.

Sobald ein "Zischen" vernommen wurde, ist die Luft aus dem Heizkörper entwichen

Die Luft wird am Entlüftungsventil abgelassen. Dieses befindet sich vom Thermostat aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite. Das Entlüftungsventil kann mit einem Entlüftungsschlüssel aufgedreht werden. Das Ventil dreht sich gegen den Uhrzeigersinn. Eine Viertel- bis halbe Drehung reicht bereits vollkommen aus. Es kann jederzeit Wasser austreten. Daher sollte das Auffanggefäß so nahe wie möglich unter das Ventil gehalten werden. Ein Lappen sollte bereit liegen. Bei Heizkörpern im Bad kann sich das Ventil im oberen Bereich befinden. Sobald ein "Zischen" vernommen wurde, ist die Luft aus dem Heizkörper entwichen. Das Ventil muss nicht weiter aufgedreht werden. Sobald Wasser aus der Öffnung entweicht, war das Heizkörper entlüften erfolgreich.

Heizkörper entlüften: Was ist zu beachten?

Beim Heizkörper entlüften sind verschiedene Aspekte zu beachten: Das Heizungsventil darf auf keinen Fall zu weit aufgedreht werden. Gleiches gilt für das Festdrehen. Ein moderates Zudrehen reicht bereits vollkommen aus. Beim Aufdrehen muss vorsichtig vorgegangen werden, ansonsten könnte der Arbeitende vom ausströmenden Wasser überrascht werden. Wer sämtliche Heizkörper im Gebäude entlüften möchte, sollte daher im untersten Stockwerk beginnen und sich langsam nach oben vorarbeiten.

Wasserdruck sollte überprüft werden

Nach erfolgreicher Entlüftung sollte der Druck in der Heizungsanlage kontrolliert werden. Wenn der Druck zu niedrig ist, muss Wasser nachgefüllt werden. Alternativ oder auch bei auftretenden Problemen kann und sollte ein Installateur um Hilfe gebeten werden. Der Druck wird am Manometer des Heizsystems angegeben. Der Idealdruck ist bei den meisten Modellen farblich gekennzeichnet. Wenn der Radiator nach dem Entlüften noch immer nicht warm wird, können die Ursache mitunter verkalkte oder verklemmte Thermostate sein.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Wer seinen Heizkörper entlüftet, kann seine Heizkosten um bis zu 15 Prozent absenken. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten und führt sofort zum Erfolg. Wir empfehlen ein jährliches Entlüften vor der Wintersaison - schaden kann es nicht!

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