Heizkörper entlüften - so funktioniert es!

Wenn die Heizkörper zu gluckern beginnen oder andere Geräusche auftreten, sobald Sie die Heizung aufdrehen, sollte schnell gehandelt werden. Denn das weist in der Regel auf Luft in der Heizungsanlage hin. Das kann nicht nur störend sein, sondern deutet auch auf einen Leistungsabfall hin. Die Lösung in einem solchen Fall: die Heizkörper entlüften. Wer dies tun möchte, benötigt einiges an Grundwissen. Erfahren Sie im folgenden Artikel, was Sie dazu unbedingt wissen sollen, wann die Maßnahme nötig ist und wie Sie dabei schrittweise vorgehen sollten. 

Wann sollte man die Heizkörper richtig entlüften?

Sie können Ihre Heizkörper selbst entlüften. Dabei sollten sie jedoch auf einiges achten und die Reihenfolge der einzelnen Schritte beachten. Grundsätzlich empfehlen Experten das Entlüften von Heizkörpern einmal pro Jahr bestenfalls noch vor Beginn der Heizperiode. Dieser Zeitpunkt ist so entscheidend, da bei Problemen noch Zeit zu handeln ist, ohne tagelang frieren zu müssen, weil die Heizung ausfällt. 

Folgende Umstände erfordern es, die Heizkörper richtig zu entlüften: 

  • Das Entlüften der Heizkörper lohnt sich immer dann, wenn die Heizflächen nicht mehr richtig funktionieren oder vollkommen kalt bleiben.
  • Der Vorgang ist ebenso erforderlich, wenn die Heizkörper seltsam gluckern, blubbern, pfeifen oder andere merkwürdige Geräusche produzieren und die Bewohner um den Schlaf bringen. 
  • Auch dann, wenn Hausbesitzer alte Heizkörper durch neue austauschen, sollten sie diese in jedem Fall entlüften. 

Des Weiteren lassen die Geräusche auf einen erheblichen Leistungsabfall schließen. Dies führt nicht nur dazu, dass mehr Heizwärme erzeugt werden muss, sondern auch zu hohen Heizkosten. Die können um bis zu 15 Prozent höher ausfallen. 

Was spricht also dafür, die Heizkörper richtig zu entlüften? Sie gewährleisten auf diese Weise die optimale Funktion der Heizflächen und sorgen gleichzeitig für einen hohen Komfort. 

Infografik mit allen Schritten und Hilfsmitteln zum Heizung entlüften

Vorbereitung zum Heizkörper entlüften

Wenn der Heizkörper Sie mit einem "Gluckern" beim Einschalten begrüßt, sollte dieser umgehend entlüftet werden. Eine routinemäßige Kontrolle vor Beginn der Heizperiode kann nicht schaden. Die Entlüftung ist vollkommen ungefährlich, weshalb man nichts zu verlieren hat. Möchten sich Hausbesitzer selbst um die Entlüftung der Heizflächen kümmern, sollten sie für jeden Heizkörper etwa fünf bis zehn Minuten Zeit einplanen. Die Arbeiten selbst sind dabei einfach und schnell erledigt. Doch wenn Probleme auftreten, bietet ein Installateur aus der eigenen Region, der die Arbeiten zum Beispiel auch bei der Wartung der Heizungsanlage übernimmt, Hilfe.

Ein Entlüftungsschlüssel wird benötigt

Folgende Utensilien sollten bereit liegen:

  • Beim Entlüften wird eine Schüssel oder einen Becher benötigt. Damit kann eventuell austretendes Heizwasser aufgefangen werden. 
  • Falls Wasser daneben tropft, kann dieses mit einem Lappen aufgewischt werden. 
  • Für das eigentliche Entlüften wird ein Entlüftungsschlüssel benötigt. Dieser kann in Sanitär-Fachgeschäften oder Baumärkten erstanden werden. Die Kosten sind relativ niedrig, weshalb nahezu jeder Haushalt einen solchen Schlüssel vorweisen kann. Der Schlüssel ist normalerweise ein standardisierter Vierkantschlüssel. Einige Ablassventile lassen sich unter Umständen auch mit einem Schlitzschraubenzieher öffnen.

Anleitung: Schritt für Schritt den Heizkörper entlüften

Um die Heizkörper optimal entlüften zu können, sollten nicht nur die passenden Instrumente und Utensilien bereit liegen. Sie müssen bei diesem Vorgang auch einige Schritte beachten. Die folgenden Abschnitte erklären, wie die Arbeiten im Einzelnen durchzuführen sind.

Schritt 1: Die Heizungspumpe abstellen

Zu Beginn müssen Heimwerker die Heizungsanlage vorbereiten. Dabei geht es darum, die Heizungspumpe abzustellen und alle Thermostatventile voll aufzudrehen. Nur so beruhigt sich das System und sie können die Heizkörper richtig entlüften. Denn wenn die Pumpe eingeschaltet ist, wird die Luft im System herumgewirbelt. So kann der Vorgang nicht vollständig durchgeführt werden. Daher ist die Umwälzpumpe abzustellen. Nach einer Wartezeit von etwa einer Stunde können dann die weiteren Schritte folgen. In der Regel hat sich dann die Luft in den Heizkörpern gesammelt. Die Heizkörper sollten nun auf die maximale Stufe aufgedreht werden.

Möchten Mieter die Luft aus den Heizkörpern ihrer Wohnung lassen, haben sie selten eine eigene Heizungspumpe oder einen freien Zugang zur Umwälzpumpe. Hier reicht es stattdessen, den eigenen Heizkreislauf abzudrehen.

Schritt 2: Der eigentliche Entlüftungsvorgang

Sind die Vorarbeiten erledigt, können Heimwerker die Heizkörper nun richtig entlüften. Dabei öffnen Sie vorsichtig das Entlüftungsventil am Heizkörper. Dieses befindet sich vom Thermostat aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite. Das Entlüftungsventil kann mit dem Entlüftungsschlüssel aufgedreht werden. Das Ventil dreht sich gegen den Uhrzeigersinn. Eine Viertel- bis halbe Drehung reicht bereits vollkommen aus. Um zu verhindern, dass übermäßig Wasser austritt, sollten Sie die Schüssel möglichst dicht an den Heizkörper halten.

Es kann jederzeit Wasser austreten. Daher sollte das Auffanggefäß so nahe wie möglich unter das Ventil gehalten werden. Ein Lappen sollte bereit liegen. Bei Heizkörpern im Bad kann sich das Ventil im oberen Bereich befinden. Sobald ein "Zischen" vernommen wurde, ist die Luft aus dem Heizkörper entwichen. Das Ventil muss nicht weiter aufgedreht werden. Sobald Wasser aus der Öffnung entweicht, war das Heizkörper entlüften erfolgreich. Sie können das Ventil nun wieder verschließen. Übrigens: Die Arbeiten sind dann an allen betroffenen Heizflächen zu wiederholen.

Heizkörper entlüften mit einem Thermostatventil
© vege / Fotolia

Schritt 3: Den Wasserdruck überprüfen

Nachdem keine Luft mehr austritt, schließen Sie das Ventil wieder. Ist das erledigt, können Sie die Pumpe starten und alle Thermostate wieder auf den gewünschten Wert stellen. Um Probleme von vornherein ausschließen zu können, sollten Sie an dieser Stelle auch den Druck der Heizungsanlage überprüfen. Ist dieser stark gesunken, müssen Hausbesitzer Heizwasser nachfüllen.

Der Druck wird am Manometer des Heizsystems abgelesen. Der Idealdruck ist bei den meisten Modellen farblich gekennzeichnet. Befinden sich die Zeiger unterhalb des markierten Bereichs besteht Handlungsbedarf. Doch beim Nachfüllen des Heizwassers ist Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall hilft ein fachkundiger Experte in Ihrer Nähe. 

Heizkörper entlüften: Was ist zusätzlich zu beachten?

Abschließend haben wir noch ein paar zusätzliche Tipps für Sie, damit es gelingt, den Heizkörper richtig zu entlüften:

  • Das Heizungsventil darf auf keinen Fall zu weit aufgedreht werden. Dabei muss vorsichtig vorgegangen werden, da das heiße Wasser unerwartet austreten kann. 
  • Gleiches gilt für das Festdrehen. Ein moderates Zudrehen reicht bereits vollkommen aus.
  • Wer sämtliche Heizkörper im Gebäude entlüften möchte, sollte im untersten Stockwerk beginnen und sich langsam nach oben vorarbeiten.

Energiekosten-Spartipp: Stellen Sie die Thermostate nicht höher als nötig, können sie einfach Energiekosten sparen. Experten empfehlen einen Wert von 20 Grad Celsius in Wohnzimmern. Während Bäder zeitweise auch wärmer sein können, spart es Geld, wenn Flure und Küchen kühler sind. Temperaturen unter 16 Grad Celsius sollten Sie jedoch vermeiden. Denn diese könnten das Wachstum von Schimmel fördern.

Wenn die Heizkörper dennoch kalt bleiben

Wenn Hausbesitzer die Heizkörper richtig entlüften, sollte es eigentlich wieder kuschelig warm werden. Ist das nicht der Fall, liegt weiterhin ein Fehler im System. Steht die Heizung nicht auf Sommerbetrieb, könnte das zum Beispiel ein verstopfter Ventilstift im Thermostat sein. Darüber hinaus kann auch ein defektes Ausdehnungsgefäß eine mögliche Ursache für den Fehler sein. Wie Hausbesitzer die Probleme erkennen und was sie dagegen tun können, erklären wir im Beitrag Hilfe! Mein Heizkörper wird nicht warm.

Heizung.de Autor Philipp Hermann

Fazit von Philipp Hermann

Wer seinen Heizkörper entlüftet, kann seine Heizkosten um bis zu 15 Prozent absenken. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten und führt sofort zum Erfolg. Wir empfehlen ein jährliches Entlüften vor der Wintersaison - schaden kann es nicht!

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