Heizkörper entlüften - so funktioniert es!

Ihre Heizung bleibt kalt, obwohl Sie sie aufgedreht haben? Oder hören Sie seit Kurzem ein Gluckern, wenn Sie das Thermostat hochdrehen? Häufig befindet sich dann zu viel Luft im Heizkörper. In diesen Fällen, sind die Heizkörper zu entlüften. Das können Sie ganz einfach auch selbst machen. Wie das geht, zeigen wir Ihnen in wenigen Schritten; inklusive ein paar Tipps, die Sie beachten sollten.  

Wann sollten Sie die Heizkörper entlüften?

Heizkörper entlüften mit einem Thermostatventil
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Grundsätzlich sollten Sie die Heizung immer dann entlüften, wenn es notwendig wird. Dabei kann das routinemäßige Entlüften der Heizkörper zum Beginn der Heizperiode aber nicht schaden. Auf diese Weise können Sie sichergehen, dass die Heizkörper mit den ersten niedrigen Außentemperaturen voll einsatzfähig sind. Sie gewährleisten auf diese Weise also die optimale Funktion der Heizflächen und sorgen gleichzeitig für einen hohen Komfort.

Darüber hinaus bedeutet zu viel Luft im Heizkreislauf, dass sich die Wärme nicht optimal verteilt. Es kann zu einem erheblichen Leistungsabfall kommen. Häufig muss die Heizungsanlage dann mehr Wärme erzeugen. das heißt auch, die Heizkosten könnten merklich steigen.

Es besteht also Handlungsbedarf, wenn:

  • die Heizflächen nicht mehr richtig funktionieren oder vollkommen kalt bleiben.
  • die Heizkörper seltsam gluckern, blubbern, pfeifen oder andere merkwürdige Geräusche produzieren.
  • Hausbesitzer alte Heizkörper durch neue austauschen. 

Wie entlüftet man eine Heizung richtig? - Schritt für Schritt

Die Heizung in nur wenigen Schritten einfach selbst entlüften:
  1. Umwälzpumpe abstellen
  2. 30 bis 60 Minuten warten
  3. Thermostat auf höchste Stufe stellen
  4. Gefäß unter dem Entlüftungsventil platzieren und Entlüftungsschlüssel ansetzen
  5. Ventil vorsichtig aufdrehen und Luft entweichen lassen
  6. Ventil zudrehen, sobald Wasser austritt
  7. Umwälzpumpe wieder einschalten und Wasserdruck prüfen

Die infografik zeigt eine schrittweise Anleitung und die benötigten Utensilien zum Entlüften der Heizung
© heizung.de

Heizung selbst entlüften - Die Vorbereitung

Möchten Sie sich selbst um die Entlüftung der Heizflächen kümmern, sollten Sie für jeden Heizkörper mindestens ein paar Minuten Zeit einplanen. Die Arbeiten selbst vergleichsweise einfach und schnell erledigt. Doch wenn Probleme auftreten oder unsicher sein sollten, kontaktieren Sie einen Installateur in Ihrer Nähe.

Um die Heizung zu entlüften, legen Sie folgende Utensilien bereit:

  • eine Schüssel oder einen Becher, um austretendes Wasser aufzufangen
  • einen Lappen, um Wasser, welches daneben tropft, aufzuwischen
  • einen Entlüftungsschlüssel 

Anleitung im Detail, um die Heizkörper zu entlüften

Um die Heizkörper optimal entlüften zu können, sollten nicht nur die passenden Instrumente und Utensilien bereit liegen. Sie müssen bei diesem Vorgang auch einige Schritte beachten. Die folgenden Abschnitte erklären, wie die Arbeiten im Einzelnen durchzuführen sind.

Schritt 1: Die Heizungspumpe abstellen

Zunächst sollte die Heizungsanlage optimal vorbereitet werden. Zu diesem Zweck stellen Sie die Heizungspumpe ab und drehen alle Thermostatventile voll auf. Nur so beruhigt sich das System und Sie können die Heizkörper richtig entlüften. Bleibt die Pumpe eingeschaltet, wird die Luft im System herumgewirbelt. Der Vorgang kann auf diese Weise nicht vollständig durchgeführt werden. Nach einer Wartezeit von etwa einer Stunde können dann die weiteren Schritte erfolgen. In der Regel hat sich dann die Luft in den Heizkörpern gesammelt. Die Heizkörper können Sie nun auf die maximale Stufe aufdrehen.

Möchten Mieter die Luft aus den Heizkörpern ihrer Wohnung lassen, haben sie selten eine eigene Heizungspumpe oder einen freien Zugang zur Umwälzpumpe. Sie können diese Vorbereitung überspringen.

Schritt 2: Die Luft aus den Heizkörpern entweichen lassen

Öffnen Sie vorsichtig das Entlüftungsventil am Heizkörper. Dieses befindet sich vom Thermostat aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite. Das Entlüftungsventil kann mit dem Entlüftungsschlüssel aufgedreht werden. Das Ventil dreht sich gegen den Uhrzeigersinn. Eine Viertel- bis halbe Drehung reicht bereits vollkommen aus. Um zu verhindern, dass übermäßig Wasser austritt, sollten Sie die Schüssel möglichst dicht an den Heizkörper halten.  Sobald Sie ein Zischen vernehmen, ist die Luft aus dem Heizkörper entwichen. Das Ventil muss nicht weiter aufgedreht werden. Tritt Wasser aus, war das Entlüften des Heizkörpers erfolgreich. Sie können das Ventil nun wieder schließen. Die Arbeiten sind im Anschluss an allen betroffenen Heizflächen zu wiederholen.

Schritt 3: Den Wasserdruck überprüfen

Nach dem Entlüften können Sie die Pumpe wieder starten und alle Thermostate auf den gewünschten Wert stellen. Um Probleme von Vornherein ausschließen zu können, prüfen Sie den Druck der Heizungsanlage. Ist dieser stark gesunken, müssen Hausbesitzer Heizwasser nachfüllen. Doch beim Nachfüllen des Heizwassers ist Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall hilft ein fachkundiger Experte in Ihrer Nähe. Der Druck wird am Manometer des Heizsystems abgelesen. Der Idealdruck ist bei den meisten Modellen farblich gekennzeichnet. Befinden sich die Zeiger unterhalb des markierten Bereichs, besteht Handlungsbedarf. 

Heizkörper entlüften: Zusätzliche Tipps

Abschließend haben wir noch ein paar zusätzliche Tipps für Sie, damit es gelingt, den Heizkörper optimal zu entlüften:

  • Das Heizungsventil darf auf keinen Fall zu weit aufgedreht werden. Dabei muss vorsichtig vorgegangen werden, da das heiße Wasser unerwartet austreten kann.
  • Gleiches gilt für das Festdrehen. Ein moderates Zudrehen reicht bereits vollkommen aus.
  • Wer sämtliche Heizkörper im Gebäude entlüften möchte, sollte im untersten Stockwerk beginnen und sich langsam nach oben vorarbeiten.

Spartipp: Stellen Sie die Thermostate nicht höher ein als nötig, können Sie einfach Energiekosten sparen. Experten empfehlen einen Wert von 20 Grad Celsius in Wohnzimmern. Während Bäder zeitweise auch wärmer sein können, spart es Geld, wenn Flure und Küchen kühler sind. Temperaturen unter 16 Grad Celsius sollten Sie jedoch vermeiden. Denn diese könnten das Wachstum von Schimmel begünstigen.

Wenn die Heizkörper dennoch kalt bleiben

Wenn Sie die Heizkörper richtig entlüften, sollte es eigentlich wieder kuschelig warm werden. Ist das nicht der Fall, liegt weiterhin ein Fehler im System vor. Steht die Heizung nicht auf Sommerbetrieb, könnte das zum Beispiel ein verstopfter Ventilstift im Thermostat sein. Darüber hinaus kann auch ein defektes Ausdehnungsgefäß eine mögliche Ursache für den Fehler darstellen. Wie Sie die Probleme erkennen und was Sie dagegen tun können, erklären wir im Beitrag Hilfe! Mein Heizkörper wird nicht warm.

Heizung.de Autor Philipp Hermann
Fazit von Philipp Hermann
Wer seinen Heizkörper entlüftet, kann seine Heizkosten um bis zu 15 Prozent absenken. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten und führt sofort zum Erfolg. Wir empfehlen ein jährliches Entlüften vor der Wintersaison - schaden kann es nicht!
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