Fußbodenheizung funktioniert nicht: Was tun?

Die Flächenheizung versorgt Räume mit angenehmer Strahlungswärme. Fällt sie einmal aus, sind viele Hausbesitzer jedoch erst einmal ratlos. Denn anders als bei Heizkörpern, die gut sichtbar vor der Wand installiert sind, befinden sich Bodenheizungen unter dem Estrich. Was können Hausbesitzer also tun, wenn sie feststellen: Die Fußbodenheizung funktioniert nicht? 

Fußbodenheizung funktioniert nicht nach Renovierung

Stellen Hausbesitzer nach einer Renovierung fest, dass die Fußbodenheizung nicht mehr richtig funktioniert, gibt es dafür oft einfache Gründe. So kann es sein, dass Möbel die Fußbodenflächen verstellen und die Wärme nicht mehr im Raum ankommt. Auch neue Bodenbeläge, die bei einer Renovierung einfach auf die bestehenden gelegt wurden, können die Wärmeübertragung stören und die Fußbodenheizung funktioniert nicht mehr. Während Hausbesitzer Möbel umstellen müssen, reicht es in Bezug auf den Bodenbelag oft aus, die Vorlauftemperatur der Heizung anzuheben. 

Unser Tipp: Während Fliesen auf Fliesen über der Fußbodenheizung kein Problem darstellen, sollten Hausbesitzer alle anderen Änderungen zuvor mit einem Installateur absprechen.

Fußbodenheizung funktioniert nicht
© Ingo Bartussek / Fotolia

Fehler an der Heizung finden und beseitigen

Fanden keine Renovierungsarbeiten statt, führt der erste Weg in der Regel zum Kessel. Hier können Hausbesitzer die Reglung und den Wasserdruck überprüfen, bevor sie weitere Maßnahmen in die Wege leiten.

Verstellte Regelung oder Störung der Heizung

Vor allem dann, wenn die Wärme der Böden zu Beginn der neuen Heizsaison ausbleibt, kann das an einer verstellten Heizungsregelung liegen. Nicht selten vergessen Hausbesitzer, den Sommerbetrieb abzustellen. Der Wärmeerzeuger erwärmt dabei nur das Warmwasser und die Fußbodenheizung funktioniert nicht. Steht die Heizung hingegen auf Störung, hilft oft nur der Anruf bei einem Installateur. Dabei lohnt es sich unter anderem auch, die Heizkennlinie zu überprüfen, um festzustellen, ob diese immer noch optimal eingestellt ist.

Liegen ernsthafte technische Defekte vor, verrät das die Anzeige am Wärmeerzeuger selbst. Zeigt diese eine Störung an, sollten Hausbesitzer einen Heizungsfachmann rufen. Vor allem bei digitalen Heizungen kann dieser die Fehler bereits aus der Ferne auslesen und die nötigen Ersatzteile beim ersten Besuch mitbringen.

Zu wenig Wasser in der Heizungsanlage

Befindet sich zu wenig Wasser im System, kann sich die Heizwärme nicht mehr gleichmäßig verteilen und die Fußbodenheizung funktioniert nicht. Ob das so ist, verrät bereits ein einfacher Blick auf das Manometer: Zeigt dieses einen Wert von weniger als einem Bar an, müssen Hausbesitzer in der Regel Heizwasser nachfüllen. Um weitere Probleme von vornherein ausschließen zu können, sollten sie dabei vor allem darauf achten, dass das Wasser für die Heizungsanlage geeignet ist.

Fällt der Druck immer wieder ab, ist das in der Regel ein Symptom für weitere Probleme. Möglich sind dann defekte Ausdehnungsgefäße oder undichte Rohrverbindungen. Ein Heizungsmonteur kann das vor Ort feststellen und für Abhilfe sorgen.

Eine defekte Heizungspumpe verteilt das Heizwasser nicht

Ein typisches Problem ist dabei eine defekte Heizungspumpe. Das Bauteil hat die Aufgabe, Heizungswasser vom Wärmeerzeuger zu allen Kreisen der Flächenheizung zu fördern. Fällt sie aus, ist der Wärmetransport gestört und die Fußbodenheizung geht nicht.

Unser Tipp: Der Staat fördert den Einbau neuer, energiesparender Heizungspumpen. Beantragen Hausbesitzer die Mittel vor dem Einbau der neuen Technik, übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 30 Prozent der Kosten.

Die Verteilung beeinflusst die Funktion der Heizung

Rohre der Flächenheizung sind verstopft und die Fußbodenheizung geht nicht
© jörn buchheim / Fotolia

Lassen sich die bereits erwähnten Ursachen ausschließen, liegt das Problem vermutlich an der Verteilung. Neben der Luft aus dem Heizsystem können sich dabei auch biologische Ablagerungen ansammeln. Beide beeinträchtigen den Heizwasserdurchfluss und die Fußbodenheizung funktioniert nicht mehr richtig. Für Abhilfe sorgt hier allein das fachgerechte Spülen der Heizleitungen. Dabei pumpen Experten Wasser unter hohem Druck durch die Rohre und spülen Ablagerungen einfach heraus. Luft- und Schlammabscheider filtern die Stoffe bereits vorher aus dem Heizungswasser und schützen vorbeugend vor einer Verschmutzung. 

Unser Tipp: Werkstoffe für Fußbodenheizungen halten in der Regel länger als 50 Jahre. Eine Innensanierung, bei der Monteure die Leitungen chemisch reinigen und neu beschichten, ist nach Angaben des Bundesverbandes Flächenheizung und -kühlung nicht zu empfehlen. Defekte Kreise sind stattdessen mit einem Wärmeübertrager vom übrigen Netz zu entkoppeln

Defekte Ventile können Wärmeverteilung stören

Auch defekte Ventile, Thermostate oder Regeleinrichtungen können dazu führen, dass ein Heizkreis von zu wenig Wasser durchflossen wird. Infolgedessen bleibt die Oberflächentemperatur zu gering und die Räume werden nicht warm. Für Abhilfe sorgt hier nur ein Experte vor Ort. Dieser kann alle Bauteile untersuchen und Defekte ersetzen.

Fußbodenheizung funktioniert nicht: Hydraulischer Abgleich hilft

Werden die Heizflächen mehrerer Räume unterschiedlich warm, kann das auch an einem fehlenden hydraulischen Abgleich liegen. Dabei strömt das Heizungswasser zunächst durch die Heizkreise, die ohne große Druckverluste erreichbar sind. Weiter entfernt angebundene Flächen bekommen hingegen zu wenig Wärme und die Fußbodenheizung funktioniert nicht. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkreise mit dem gleichen Druckverlust zu erreichen sind. Die Heizwärme verteilt sich dabei gleichmäßig und alle Räume erreichen wohlig warme Temperaturen. 

Fußbodenheizung geht nicht, weil sie undicht ist?

Dass eine Flächenheizung Wasser verliert, ist ein eher seltenes Problem. Es ist meist auf eine manuelle Beschädigung zurückzuführen und lässt sich in der Praxis einfach beheben. Dazu müssen Experten einen kleinen Bereich des Bodens um das Leck herausstemmen. Anschließend trennen sie den defekten Abschnitt heraus und bauen ein neues Rohr ein. Wer eine undichte Stelle im Boden vermutet, aber keine Wasserflecken oder Ähnliches findet, kann die Fläche mit einer Wärmebildkamera untersuchen lassen. Diese zeigt den Verlauf der Leitungen im Boden ganz deutlich und macht sogar versteckte Schäden sichtbar.

Unser Tipp: Vor Bohr- oder Stemmarbeiten am Fußboden sollten Hausbesitzer die Lage der Heizleitungen feststellen. Möglich ist das mit speziellen Folien, die sich über den warmen Rohren verfärben.

Welche sonstigen Gründe es gibt und welche Maßnahmen helfen, wenn die Fußbodenheizung nicht richtig heizt, erklären wir im Beitrag "Fußbodenheizung wird nicht richtig warm".

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Bleibt die Flächenheizung kalt, sorgt das in der Heizperiode schnell für Unmut bei Hausbesitzern. Dabei liegt das Problem oft an einer falsch eingestellten Regelung sowie Luft oder Ablagerungen im System. Die Wärme lässt sich dann nicht mehr gleichmäßig verteilen und die Fußbodenheizung funktioniert nicht. Während Hausbesitzer Regelung und Verteilung zunächst selbst überprüfen können, ist bei größeren Schäden ein Installateur zurate zu ziehen.

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