Erklärt: Die Berechnung der Heizkörper

Möchten Hausbesitzer ein Haus bauen oder sanieren, müssen sie auch eine Berechnung der Heizkörper durchführen lassen. Diese hilft, die passenden Heizflächen zu finden und sorgt somit für ein kuschelig warmes Zuhause. Im Folgenden geben wir einen Überblick darüber, wie die Berechnung der Heizkörper funktioniert und welche Folgen falsch ausgewählte Heizflächen haben können.

Die Heizlast zur Berechnung der Heizkörper

Geht es um die Auswahl neuer Heizflächen, sollten diese mehr Wärme in einen Raum bringen, als dieser über seine Hüllflächen verliert. Ausschlaggebend ist dabei die sogenannte Heizlastberechnung. Dabei ermittelt ein Installateur alle Wärmeverluste, die bei knackig kalten Außentemperaturen auftreten.

Junger Mann prüft die Einstellung nach der Berechnung der Heizkörper

Wärmeverluste über die Gebäudehülle

Den größten Anteil an der Heizlast haben die Wärmeverluste über die Gebäudehüllflächen. Sie sind besonders hoch, wenn ein Raum viele Außenwände oder Fenster und hohe Innentemperaturen hat. Zur Ermittlung der Werte stellt ein Experte dabei alle Außenflächen zusammen und multipliziert diese mit dem jeweiligen U-Wert. Dieser gibt an, wie viel Wärme bei einer bestimmten Temperaturdifferenz über einen Quadratmeter des jeweiligen Bauteils strömt. Neben dem U-Wert fließt auch ein Zuschlag für Wärmebrücken in die Berechnung ein.

Lüftungswärmeverluste und Reserven

Neben den Außenflächen eines Raumes hat auch die Art der Belüftung einen Anteil an der Heizlast. Entscheidend ist dabei vor allem, wie viel frische Luft von außen nach innen strömt. Hoch sind die Lüftungswärmeverluste dabei vor allem in Gebäuden mit alten und undichten Fenstern. Darüber hinaus sollten Verbraucher bei der Berechnung der Heizkörper auch eine Reserve einplanen. Diese ermöglicht zum Beispiel das schnelle Aufheizen der Räume nach Heizpausen.

Richtwerte für die Berechnung der Heizkörper

Einfacher als eine ausführliche Heizlastberechnung ist die Ermittlung des überschlägigen Wärmebedarfs mit Richtwerten. Diese sind abhängig vom Alter des Gebäudes und beziehen sich auf die Wohnfläche. Die folgende Liste zeigt typische Werte im Vergleich:

  • 150 bis 170 Watt für Häuser, die vor 1970 erbaut wurden
  • 100 bis 150 Watt für Häuser, die zwischen 1970 und 1980 erbaut wurden
  • 75 bis 150 Watt für Häuser, die zwischen 1980 und 1990 erbaut wurden
  • 50 bis 75 Watt für Häuser, die zwischen 1990 und 2000 erbaut wurden
  • 15 bis 50 Watt für Häuser, die nach 2000 erbaut wurden

Wichtig zu wissen ist, dass die Ergebnisse in der Regel besser ausfallen, wenn Hausbesitzer zwischenzeitlich eine energetische Sanierung durchgeführt haben.

Die Berechnung der Heizkörper-Leistung

Zur Auswahl der richtigen Heizkörper stellen viele Hersteller spezielle Tabellen zur Verfügung. Sie zeigen die Leistung in Abhängigkeit der Systemtemperaturen und helfen bei der Auslegung. Bei der Berechnung der Heizkörper sollten diese die Heizlast in einem Raum komplett decken können. Dabei lässt sich die Leistung ohne Probleme auch auf mehrere Heizflächen aufteilen.

Übrigens: Die Systemtemperaturen der eigenen Heizung können Verbraucher zum Beispiel aus dem Menü der Regelung erkennen. Sind sie sich unsicher, steht ein Installateur aus der eigenen Region mit Rat und Tat zur Seite.

Der richtige Platz für die neuen Heizflächen

Damit es im eigenen Zuhause kuschelig warm wird, kommt es neben der richtigen Größe auch auf die passende Anordnung der Heizkörper an. Denn nur so verteilt sich die Energie gleichmäßig im Raum und Zugerscheinungen lassen sich vermeiden. Wichtig ist dabei, dass:

  • Hausbesitzer die Heizflächen in der Länge der Fenster unter den Fensterflächen platzieren
  • der Abstand zu überstehenden Fensterbrettern ausreichend groß ist
  • keine Vorhänge oder Möbelstücke die Heizflächen verdecken
  • sich die Thermostate möglichst frei im Raum befinden

Heizungsabgleich und Berechnung der Heizkörper

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass sich die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt. Dabei stellen Experten die Heizung so ein, dass jede Heizfläche mit der für sie benötigten Wärmemenge versorgt wird. Das steigert den Komfort und sorgt für einen sparsamen betrieb der Anlage. Denn während die Heizungspumpe dabei weniger leisten muss, lassen sich oft auch die Vorlauftemperaturen im System etwas absenken. Das reduziert die Wärmeverluste der Verteilung und senkt die Heizkosten.

Folgen einer falschen Heizkörperauslegung

Verzichten Hausbesitzer auf eine Berechnung der Heizkörper, kann es passieren, dass die Heizflächen zu groß oder zu klein sind. Während es in Räumen mit zu kleinen Heizkörpern oft nicht richtig warm wird, geben zu große mehr Energie ab als nötig. Sie sind im Betrieb schwer regelbar und verursachen steigende Heizkosten.

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz

Fazit von Alexander Rosenkranz

Die richtige Größe der Heizflächen hängt in der Regel von der Heizlast eines Raumes ab. Bei der Berechnung der Heizkörper müssen Experten daher zunächst die Wärmeverluste der betreffenden Räume ermitteln. Im Anschluss daran wählen sie Elemente, die zu den eingestellten Systemtemperaturen passen. Während zu kleine Heizkörper dazu führen, dass es nicht richtig warm wird, können zu große unnötig hohe Heizkosten verursachen.

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