Die Heizung rauscht - Was können Sie tun?

Wenn die Heizung ununterbrochen rauscht, kann das an die Nerven gehen. Sogar an Schlaf ist dabei häufig nicht mehr zu denken. Dies verstärkt sich zudem noch, wenn die Ursache unbekannt ist. Im folgenden Artikel finden Sie verschiedene Möglichkeiten, wo das Rauschen verursacht wird und wie Sie dieses unter anderem auch selbst beseitigen können. 

Wo liegen die Ursachen, wenn die Heizung rauscht?

Eine Heizung macht Geräusche, vor allem dann, wenn ein Defekt in der Anlage vorliegt. Häufig liegt es an Luft in diesem geschlossenen System, in dem Wasser das Medium ist, welches die Heizwärme zum Bestimmungsort transportiert. Dabei können die Geräusche je nach Lage des Defekts unterschiedlich klingen. Aber auch die individuelle Wahrnehmung spielt hierbei eine Rolle.

Dabei gibt es je Geräusch verschiedene Optionen, die Sie womöglich abklopfen müssen, um dem Problem auf die Spur zu kommen. Wenn die Heizung rauscht, sind verschiedene Bereiche zu überprüfen. Hat sich eine mögliche Ursache herauskristallisiert, ist zu entscheiden, ob das Problem ohne oder mit Hilfe eines Installateurs behoben werden kann.

Muss immer ein Problem bestehen?

Doch nicht immer muss ein Fehler vorliegen, wenn die Heizung rauscht. Unter Umständen kann es auch ganz normal sein. Denn vor allem ein leises Rauschen ist gar nicht so ungewöhnlich und deutet nur darauf hin, dass Heizungswasser durch das Rohrsystem fließt. Insbesondere können diese Geräusche am Thermostatventil wahrgenommen werden, wenn Sie zum Beispiel dieses aufdrehen. Möglicherweise kann das Rauschen mit zunehmendem Alter der Heizungsanlage auch deutlicher werden. Dies ist in der Regel nicht weiter bedenklich, wenn das Rauschen nicht so laut wird, dass es das alltägliche Leben einschränkt. 
Wenn die Heizung rauscht, können es Strömungsgeräusche in den hier auf dem Bild gezeigten Heizungsrohren sein. 
© maho | Fotolia

Luft im System, wenn die Heizung rauscht

Wie bereits angesprochen, ist eine der häufigsten Ursachen Luft im System. Dazu sollte man wissen, dass die meisten Heizungsanlagen sogenannte Warmwasserheizungen sind. Dabei ist der Träger der thermischen Energie, die in einem Heizkessel erzeugt wird, Wasser. Dieses fließt im geschlossenen System von dem Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern und wieder zurück. Befindet sich nun Luft darin, kann sich dies an verschiedenen Stellen sammeln und verursacht unangenehme Geräusche. Oftmals wird dies als Gluckern wahrgenommen. Doch unter Umständen kann es auch ein Rauschen sein. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern mit Zentralheizung kann es auch sein, dass sich die Luft nicht unbedingt in den eigenen Heizkörpern oder Rohren staut, sondern bei einer anderen Mietpartei.

Was hilft?

Befindet sich Luft im Heizungssystem, sollten Sie in jedem Falle daran denken, die Heizung zu entlüften. In der Regel müssen Sie für diese kleine Maßnahme auch keinen Fachmann zurate ziehen. Im besten Falle legen Sie sich dafür einen sogenannten Entlüftungsschlüssel sowie ein Behältnis wie etwa einen Eimer und einen Lappen zurecht. Am sinnvollsten ist es dann erstmal die Umwälzpumpe abzustellen und die Thermostate auf die höchste Stufe zu stellen, damit sich die Luft an einer Stelle sammeln kann. Doch vor allem für Mieter ist dies meist nicht möglich, da der Zugang zur Pumpe fehlt. Hier sollten Sie den eigenen Heizkreislauf abdrehen, bevor Sie nach den folgenden Schritten vorgehen:

  1. Den Schlüssel am Entlüftungsventil ansetzen.
  2. Entgegen des Uhrzeigersinns vorsichtig aufdrehen.
  3. Solange warten, bis das Zischen verklungen ist und die ersten Tropfen austreten.
  4. Das Ventil wieder zudrehen.

Danach sollten Sie nicht vergessen, die Umwälzpumpe wieder einzuschalten beziehungsweise den Heizkreislauf wieder aufzudrehen. Im Anschluss überprüfen Sie den Wasserdruck am Manometer. Denn es tritt beim Entlüften immer ein bisschen Heizungswasser aus. Sollte der Druck zu niedrig sein, muss Heizwasser nachgefüllt werden nach  DIN EN 1717. 

Wenn die Heizung rauscht, ist die Umwälzpumpe schuld?

Unter Umständen kann es auch an einer falsch eingestellten Umwälzpumpe liegen, dass die Heizung rauscht. Dies ist in erster Linie dann der Fall, wenn die Drehzahl zu hoch eingestellt wurde. Um dies zu verhindern, kann die Pumpe auf eine niedrigere Stufe eingestellt werden. Das verhindert im Übrigen auch unerwünschte Strömungsgeräusche. 

Strömungsgeräusche und hydraulischer Abgleich

Diese Art der Geräusche, die für die meisten wie ein Rauschen klingen, ist in den überwiegenden Fällen an den Heizungsventilen wahrnehmbar. Um dies zu testen, drehen Sie einfach die Thermostate auf und zu. In einigen Situationen kann an dieser Stelle auch das Thermostat einen kleinen Fehler haben. Woran es genau liegt, sollte ein Fachmann feststellen. Dieser kann die Ursachen besser differenzieren und auch andere Möglichkeiten abklopfen.

Denn neben den genannten Ursachen für die Strömungsgeräusche ist eventuell auch ein fehlender hydraulischer Abgleich Grund dafür. Bei dieser Maßnahme geht es darum, die Durchflussmenge des Heizungswassers im gesamten System zu optimieren, indem die Thermostatventile richtig eingestellt werden. Dies sollte in jedem Falle ein Fachmann übernehmen. 

Im Speziellen: Wenn die Rohrnetzberechnung fehlt

Ebenso bei der Berechnung des Rohrnetzes steht die Problematik der Strömungsgeschwindigkeit im Mittelpunkt. Erfolgte diese bei der Planung der Anlage nicht, kann es leichthin dazu führen, dass die Heizung rauscht. Im Nachhinein lässt sich dies unter Umständen durch einen Tausch der Thermoastat- oder Überströmventile regeln. Auch hier sollte unbedingt ein Installateur kontaktiert werden. 

Wenn das Rauschen in den Heizungsrohren entsteht

Doch nicht nur eine falsche oder gar nicht erfolgte Berechnung des Rohrnetzes kann ursächlich für das Rauschen sein, sondern auch die fehlende sogenannte akustische Entkopplung. Nicht selten wurden Heizungsrohre blank und ohne großartige Isolierung in den Wänden verbaut. Experten sprechen in dieser Situation von akustischen Brücken. Dieses Problem zu beheben ist wohl am aufwendigsten. Denn eigentlich müsste eine nachträgliche Isolierung erfolgen. Sind die Rohre in der Wand verbaut, heißt das, diese aufzustemmen. Ob sich dies lohnt, ist von Fall zu Fall zu entscheiden.
heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Wenn die Heizung rauscht, sind die Ursachen vielfältig. Häufiges und zumeist einfach zu lösendes Problem ist die überschüssige Luft im Heizsystem. Indem die Heizung entlüftet wird, ist der Fehler meist behoben. Andere Ursachen, die eher mit der Strömungsgeschwindigkeit des Heizwassers zusammenhängen, sollten am besten von einem Installateur begutachtet und beseitigt werden.   

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