Die Heizung geht nicht mehr aus – Was tun?

Funktioniert die Heizung generell nicht richtig, bedeutet das immer einen großen Komfortverlust. Wenn sie zum Beispiel nicht anspringt, können die Räume stark auskühlen und ein normaler Alltag ist nahezu ausgeschlossen. Der andere Fall ist: die Heizung geht nicht mehr aus. Dabei mögen viele im ersten Moment denken, dass es im Winter kein Problem ist. Doch auch in den kalten Monaten können die Räume überhitzen. Welche Folgen das konkret haben kann, wo die Ursachen für diesen Fehler zu suchen sind und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie im nachstehenden Artikel. 

Gründe: Heizung geht nicht mehr aus

Sie stellen fest, obwohl Sie das Thermostat heruntergeregelt haben: die Heizung geht nicht mehr aus? Dann kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Im Mittelpunkt steht dabei in den meisten Fällen das Thermostatventil. Welche Art von Fehlern dabei auftreten können, zeigen wir Ihnen in den folgenden Abschnitten.

Doch zunächst sei auf die Folgen hinzuweisen. Denn es ist in den Räumen zwar warm, aber durch das permanente Laufen überhitzen die Zimmer auch. Das bedeutet darüberhinaus, dass Energie verschwendet wird und Sie unnötig hohe Heizkosten bezahlen. Außerdem trocknet die Luft stark aus und es geht viel Wärme verloren oder wird eben nicht genutzt. Deshalb sollten Sie so schnell wie möglich handeln, wenn Sie feststellen: die Heizung geht nicht mehr aus. 

Das Bild zeigt ein Thermostatventil, welches häufig Ursache für den Fall ist: die Heizung geht nicht mehr aus. 
© Gudellaphoto | Fotolia

Trotz Stufe 1 ist die Heizung warm?

In den meisten Fällen erkennt man, dass die Heizung nicht mehr ausgeht, daran, dass trotz abgedrehtem Thermostat der Heizkörper immer noch warm bis sogar heiß ist. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn dieses abgestellt oder runter gedreht wird? Wie kalt beziehungsweise warm ist es im Raum? Denn prinzipiell ist festzustellen, dass sich die gewünschte Raumtemperatur auch immer danach bemisst, welche Temperatur im jeweiligen Zimmer gerade herrscht. Auf dem normalen Thermostat finden sich Ziffern und keine Gradzahlen. Deshalb müssen diese entsprechend aufgeschlüsselt werden. Das bedeuten die Zahlen auf dem Heizkörperthermostat in der Regel:
112 °C
216 °C
320 °C
424 °C
528 °C

Wenn Sie am Heizkörper demnach die Drei einstellen, sollen 20 Grad Celsius im Zimmer herrschen. Das heißt, in dem Moment reagiert das Ventil und lässt genau so viel Heizwasser den Heizkörper durchströmen, wie benötigt wird, um die eingestellte Temperatur zu erhalten. Dabei spielt der Ist-Wert der Raumtemperatur eine entscheidende Rolle. Herrschen also im Raum lediglich zwölf Grad Celsius wird die Heizung länger laufen, um auf 20 Grad Celsius zu kommen als bei einem Ausgangswert von 16 Grad. 

Verlassen Sie nun das Haus, kann sich der Raum durch offene Türen und geöffnete Fenster erheblich auskühlen. Selbst wenn Sie die Heizkörper zuvor runter gedreht haben, können diese bei Ihrer Rückkehr dennoch warm sein. In diesem Falle muss jedoch kein Defekt vorliegen. Warm ist es dann, wenn die Differenz zwischen tatsächlicher Raumtemperatur und zuvor eingestellter Wunschtemperatur ausgeglichen wird. Steht das Thermostat auf eins und werden die zwölf Grad Celsius in dieser Zeit unterschritten, öffnet sich das Ventil und heißes Heizwasser strömt in den Heizkörper. Haben Sie demnach in einem solchen Fall den Eindruck, die Heizung geht nicht mehr aus, müssen Sie in der Regel nichts tun. Es sei denn, die Heizkörper sind unverhältnismäßig heiß. Denn dann kann auch eine falsche Einstellung an der Regelungstechnik vorliegen. 

Defektes Ventil – Die Heizung geht nicht mehr aus

Die Heizung geht bei Ihnen nicht mehr aus? Dann liegt es häufig daran, dass das Thermostatventil schadhaft ist. In einigen Fällen klemmt dieses. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie dieses Problem ganz einfach selbst beheben. Manchmal ist es aber auch notwendig, dass das Thermostatventil getauscht werden muss. Das kommt meist dann vor, wenn das Ventil zu groß ausgelegt ist und das Heizwasser durch den Heizkörper fließt, selbst wenn es eigentlich geschlossen ist. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass der Thermostatventilkopf falsch aufgesteckt wurde und die Zahlen nicht den Einstellungen entsprechen. 

Das Ventil klemmt 

Wenn das Thermostatventil klemmt, meint das in der Regel, dass sich der Stift am Ventil nicht mehr richtig rein drücken lässt. Im Normalfall öffnet sich das Ventil nämlich, wenn der Stift beim Aufdrehen aus dem Ventil rutscht. Die Heizung geht dann nicht mehr aus, wenn dieser Stift am Ventil in der eingedrückten Position verbleibt. Passiert dies, ist also keine entsprechende Regelung mehr möglich. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Mit den folgenden einfachen Schritten können Sie den Stift am Ventil ganz einfach selbst wieder lösen. Haben Sie entsprechendes Werkzeug nicht zur Hand oder trauen sich dies nicht zu, können Sie ebenso einen Installateur zurate ziehen.

  1. Schrauben Sie den Thermostatkopf ab. Dazu drehen Sie das Thermostatventil zunächst auf null und lösen Sie die sogenannte Überwurfmutter. In der Regel können Sie dies mit der Hand machen. Im Zweifelsfall bietet sich eine Rohrzange an.
  2. Unter dem Thermostatkopf können Sie nun den Stift sehen. Mithilfe einer Kombizange ziehen Sie diesen nun langsam heraus. Um ihn wieder beweglicher zu machen, sollten Sie ihn mehrmals ziehen und wieder eindrücken. Unter Umständen hilft auch etwas Fett als Schmiermittel.
  3. Lässt sich der Stift immer noch nur schwer bewegen, klopfen Sie ganz vorsichtig mit einem Hammer gegen den Metallstift.
  4. Bewegen Sie den Stift nochmals mit der Kombizange.
  5. Setzen Sie den Thermostatkopf wieder auf das Ventil. Die Markierungen auf diesem sollten mit denen auf dem Ventil übereinstimmen.
  6. Drehen Sie das Thermostat auf und dann wieder zu, um zu testen, ob sich die Heizung auch wieder abdrehen lässt.

Unter Umständen liegt es nicht an dem Stift am Ventil und die Heizung geht trotz allem nicht mehr aus. In dieser Situation haben Sie noch die Möglichkeit, das Thermostatventil auszutauschen. 

Den Thermostat-Einstellkopf austauschen

Die Heizung geht nicht mehr aus, obwohl der Metallstift nicht klemmt? Dann kann es möglicherweise auch am Thermostatkopf liegen. Darüber stellen Sie im Normalfall die Raumwunschtemperatur ein. Um diesen zu wechseln, sind folgende Schritte erforderlich:

  1. Stellen Sie das alte Thermostat auf die höchste Stufe.
  2. Lösen Sie die Schelle oder Überwurfmutter mithilfe der dahinterliegenden Schraube.
  3. Stellen Sie das neue Thermostat ebenfalls auf die höchste Stufe.
  4. Die eingestellte Stufe muss nach oben zeigen, wenn Sie nun den neuen Einstellkopf vorsichtig auf die Schelle setzen.
  5. Ziehen Sie die Schraube wieder fest.  

Die Heizung geht nicht mehr aus – Thermostatventil austauschen

Trotz aller Bemühungen stellen Sie fest: die Heizung geht weiterhin nicht mehr aus? Dann bleibt nur noch, dass das Ventil selbst ausgetauscht werden muss. Hierbei handelt es sich jedoch um einen wesentlich komplizierteren Vorgang, der bestenfalls von einem Installateur durchgeführt wird. Denn hierbei kann Wasser austreten. Zudem sind Dichtungsprobleme möglich. Vor allem in einer Mietwohnung sollten Sie in einem solchen Falle nicht selbst Hand anlegen.  

heizung.de Redakteurin Jeannette Kunde

Fazit von Jeannette Kunde

Stellen Sie fest: die Heizung geht nicht mehr aus, kann möglicherweise das Ventil klemmen. Mit einfachen Schritten können Sie dies selbst lösen. Sollte sich die Situation jedoch nicht ändern, besteht in der Regel ein umfangreiches Problem, welches an einen Installateur abgegeben werden sollte. Grundsätzlich ist jedoch zu empfehlen, dem präventiv entgegenzuwirken. Dafür bietet sich eine regelmäßige Wartung oder ein Heizungs-Check an.  

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