Der Umbau einer Ölheizung zur Gasheizung

Viele Hausbesitzer, die mit Öl heizen, interessieren sich für eine Gasheizung. Denn diese verbraucht weniger Platz im Keller und sorgt somit für einen höheren Wohnkomfort. Aber lohnt sich der Umbau einer Ölheizung überhaupt? In den folgenden Abschnitten erklären wir, wie der Heizungstausch vonstattengeht und welche Kosten dabei anfallen.

Gründe für den Umbau einer Ölheizung

Wer mit Öl heizt, klagt nicht selten über knappe Platzverhältnisse im Keller. Denn in diesem stehen große Tanks, die das Heizöl für ein Jahr bevorraten. Die Behälter aus Kunststoff oder Metall fassen dabei in älteren Einfamilienhäusern bis zu 3.000 Liter und rauben wertvolle Stellfläche. Darüber hinaus sorgt das Tanken für zusätzlichen Aufwand. Auch wenn dieser eher gering ist, müssen Hausbesitzer den Ölstand immer im Blick behalten und selbst an das Befüllen denken. Um dabei Kosten zu sparen, raten viele Experten dazu, die ständig schwankenden Preise kontinuierlich zu verfolgen.

Der Umbau einer Ölheizung zur Gasheizung schafft Abhilfe und liegt im Trend. So zeigt die BDH-Studie „Wie heizt Deutschland“, dass zwischen den Jahren 2000 und 2014 rund 1.057.000 Wohnungen von der Beheizung mit Öl auf Gas umgestellt wurden.

Ordentliche Planung sorgt dafür, dass der Umbau einer Ölheizung erfolgreich verläuft
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Der Umbau einer Ölheizung zur Gasheizung

Die nötigen Umbauarbeiten sind in der Regel ohne Weiteres möglich. So verursacht der Umbau einer Ölheizung nur geringe Mehraufwendungen, die zum Beispiel durch den Anschluss an das Gasnetz entstehen. Im Folgenden geben wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Heizungstausch.

Voraussetzungen für den Umbau einer Ölheizung prüfen

Zunächst sollten Hausbesitzer die technischen Voraussetzungen prüfen. Denn eine Gasheizung kommt nur dann infrage, wenn auch ein Gasanschluss möglich ist. Die nötigen Auskünfte dazu gibt der regionale Gasnetzbetreiber. Generell gilt dabei: Je näher das Haus an der Straße steht, desto einfacher und günstiger lässt sich der Gasanschluss herstellen.

Ist ein Anschluss an das Gasversorgungsnetz nicht möglich, bleibt der Wechsel zu Flüssiggas. Hier müssen Hausbesitzer jedoch individuell bewerten, ob dieses eine Alternative zu Heizöl darstellt.

Einsatzmöglichkeiten erneuerbarer Energien überprüfen

Während in Baden-Württemberg der Einsatz regenerativer Energien bei einem Heizungstausch gefordert ist, lohnt es sich auch anderswo darüber nachzudenken. Denn wenn Hausbesitzer mit dem Umbau einer Ölheizung auch eine Solarthermieanlage installieren, sorgen sie für sinkende Heizkosten und geringere Emissionen. Neben dem eigenen Portemonnaie entlastet das also auch die Umwelt.

Schornstein sanieren und Heizungsanlage optimieren

Geht es um den Umbau einer Ölheizung, kommt oft eine neue Brennwertheizung infrage. Diese kühlt die Verbrennungsgase und macht zusätzliche Wärme nutzbar. Während das den Energieverbrauch reduziert, sorgt es auch für höhere Anforderungen an Schornstein und Heizungsanlage. Während das Abgassystem dabei feuchteunempfindlich sein muss, sollte die Vorlauftemperatur der Heizung möglichst niedrig ausfallen. Denn nur so setzt das kondensierende Wasser im Abgas verborgene Energie frei. Große ausgelegte Heizkörper oder Flächenheizsysteme sorgen hier für Abhilfe. Übrigens: Die Anforderungen betreffen alle Brennwertheizungen. Sie gelten also auch dann, wenn Hausbesitzer den Brennstoff beim Umbau einer Ölheizung nicht wechseln.

Heizöltank ausbauen und Gasanschluss legen lassen

Bevor die neue Heizung in Betrieb gehen kann, ist für den Anschluss an das Gasnetz zu sorgen. Außerdem müssen Hausbesitzer den alten Öltank entleeren und ausbauen lassen. Damit das sauber und zuverlässig funktioniert, bieten hier viele Spezialfirmen ihre Unterstützung an. Bleibt es auch nach dem Umbau der Ölheizung bei Heizöl, kann es sich lohnen, den Öltank reinigen zu lassen.

Der Umbau einer Ölheizung zur Gasheizung

Ist der Schornstein saniert, der Gasanschluss gelegt und der alte Tank aus dem Haus, beginnt der eigentliche Umbau einer Ölheizung. Dazu nimmt ein Heizungsmonteur die alte Technik auseinander und installiert die neue Gastherme. Die Installation der Solaranlage findet nun statt, sofern sich Hausbesitzer für die Technik entschieden haben.

Hydraulischer Abgleich und Einweisung

Nach dem Umbau einer Ölheizung sollte in jedem Fall ein hydraulischer Abgleich erfolgen. Denn dieser sorgt dafür, dass sich die Wärme optimal im Haus verteilt. Die Maßnahme führt damit zu sinkenden Heizkosten und einem höheren Wärmewohlbefinden. Mindestens genauso wichtig wie die optimale Einstellung ist auch die Einweisung. Dabei erklärt ein Fachmann die wichtigsten Funktionen und zeigt, wie Hausbesitzer die neue Heizung bedienen können.

Kosten und Fördermittel für die Arbeiten

Die Installation einer neuen Gasheizung verursacht Kosten von 6.000 bis 10.000 Euro. Im Vergleich zum Umbau einer Ölheizung ohne Brennstoffwechsel fallen Mehrkosten dabei für den Gasanschluss und die Öltankentsorgung an. In Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten belaufen sich diese in der Regel auf 2.000 bis 3.000 Euro.

Förderung für den Umbau einer Ölheizung zur Gasheizung

Um die Ausgaben abzufedern, übernimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Teil der Kosten. So bekommen Hausbesitzer einen Zuschuss in Höhe von mindestens 40 Prozent, wenn sie ihre Ölheizung durch eine Gas-Hybridheizung ersetzen. Die neue Gas-Brennwertheizung muss mit einem regenerativen Wärmeerzeuger (Biomasseanlage, Wärmepumpe, Solarthermie) kombiniert werden, um förderfähig zu sein. Sie können die Heizung auf Basis erneuerbarer Energien aber auch zeitversetzt installieren lassen; vorausgesetzt, die Gasheizung wird gleich mit einer hybridfähigen Steuerungs- und Regelungstechnik ausgestattet. 

Achten Sie darauf, dass innerhalb von zwei Jahren nach Inbetriebnahme der Einbau eines regenerativen Wärmeerzeugers nachgewiesen werden muss. Im Wortlaut des Förderprogramms handelt es sich hierbei um eine „Renewable Ready“ Gas-Brennwertheizung. Sie wird mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent vom BAFA gefördert.

Wichtig: Nicht länger antragsberechtigt sind seit Januar 2020 Verbraucher, die ihre alte Ölheizung durch eine neue Öl-Brennwertheizung ersetzen möchten. 

Sämtliche im Zuge der Heizungssanierung nötigen Umbaumaßnahmen werden mit gefördert. Jedoch nur dann, wenn Hausbesitzer die Mittel vor dem Beginn der Arbeiten zusammen mit einem Energieberater beantragen. 

Heizung.de Autor Alexander Rosenkranz
Fazit von Alexander Rosenkranz
Durch den Umbau einer Ölheizung zur Gasheizung schaffen Hausbesitzer wertvollen Platz im eigenen Keller. Damit bei den Arbeiten nichts schief geht, sollten sie sich jedoch an einen Fahrplan halten. Während die Kosten kaum höher sind als bei einem Austausch durch eine neue Ölheizung, fördert der Staat unter Umständen die Kosten beim Wechsel mit hohen Zuschüssen.
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